Kaninchen für Fleischgewinnung

ich_mag_schnitzel
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Kaninchen für Fleischgewinnung

#1

Beitrag von ich_mag_schnitzel » Fr 16. Okt 2020, 22:40

Hallo Zusammen,

Ich möchte gerne Kaninchen halten (wir hatten welche in meinem Familienhaus, da war ich aber noch zu jung um sich ernsthaft damit zu beschäftigen / Interesse zu zeigen).

Was ich damit erreichen möchte ist:

- Fleischgewinnung
- Resteverwertung vom Grünzeug aus meinem Garten ( die Kaninchen werden auch mit anderen Sachen gefüttert)
- Dünger für mein Obst und Gemüse

Ich habe Platz für 8 Buchten, 4 Etagen je zwei Buchten.

Ich habe Zeit jeden Morgen kurz, um Wasser und etwas Futter zu reichen. Und jeden Abend länger, um nach dem Rechten zu schauen und notwendige Tätigkeiten vorzunehmen, wie ausmisten usw. Dazwischen bin ich mit anderen Tätigkeiten beschäftigt.

Mit dem Schlachten / häuten und küchenfertig zubereiten habe ich kein Problem.

Worüber ich mir Gedanken mache ist der logistische Teil.

Option a)

Dieses Jahr noch ein / zwei Weibchen und ein Männchen kaufen und im Neujahr die Damen zu dem Glücklichen bringen und auf Nachwuchs warten.

Option b)

Nur (mehrere) Jungtiere April / Mai kaufen

Was wäre ratsamer? Wieviele Tiere? Ich würde gerne die 8 Buchten optimal ausnutzen wobei ich eine oder zwei frei, für einen Notfall / Überraschung halten würde.

Ich würde in beiden Fällen erwarten das ich April / Mai mehrere Jungtiere habe, welche ich bis Oktober / November füttere und dann werden diese verspeist / eingefroren / mit den Nachbarn geteilt.

An der Vermehrung für die nächste Saison bin ich im ersten Jahr nicht unbedingt interessiert (habe aber nichts dagegen), will es nicht zu kompliziert machen. Erstmal ordentlich Fuß fassen.

Gibt es Literatur / Onlinematerial bezüglich notwendiger Impfungen, ich weis früher war in unserer Gegend Myxomatose ein großes Problem, ich weiss nicht worauf ich heute in dieser Hinsicht aufpassen muss.

Was wären die optimalen Rassen für solche Art der Haltung? Ich wohne in Hamburg, ganz südlich, fast an der Grenze, falls es zur Entscheidung wichtig ist.

Beste Grüße aus der Fischbeker Heide.

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Reto94
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Re: Kaninchen für Fleischgewinnung

#2

Beitrag von Reto94 » Sa 17. Okt 2020, 08:02

Klingt nach einem sinnvollen Vorhaben!

Kannst du Heu selber machen? Bei Kaninchen ist richtig gutes Heu sehr wichtig. Ich habe meinen immer vom 2. Schnitt gefüttert. Da ist viel Klee drin, was wiederum Eiweisshaltig ist und du so von zugekauftem Futter sparen kannst. Muss aber doch noch genügend Struktur haben, nucht dass sie Durchfall kriegen.

Meine besten Tiere stammten aus einer Kreuzung von Holländer mit Roter Neuseeländerin. Zu grosse Rassen machen nicht Sinn, bei einer auf Grünzeug und Heu ausgelegten Fütterung.

Wie gross kannst du die Buchten machen?

Ich würde dir empfehlen, mit zwei Weibchen und einem Bock zu beginnen. Dann lernst du es am besten kennen. Bewährte, umgängliche Tiere immer behalten.

sybille
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Re: Kaninchen für Fleischgewinnung

#3

Beitrag von sybille » Sa 17. Okt 2020, 17:25

Reto94 hat es schon gegeschrieben das gutes Heu für Kaninchen sehr wichtig ist. Gutes Heu sollten die Kaninchen immer (auch im Sommer) zur Verfügung haben.
Jenachdem wie groß Deine Buchten sind würde ich mit 1 oder 2 Kaninchen und einem Rammler (Bock) anfangen. Du musst bedenken das der Rammler einen eigenen Stall braucht und die trächtigen Kaninchen auch. Die Jungtiere musst Du nach männl./weibl. trennen und wenn sie zu unterschiedlicher Zeit kommen oder Du Würfe mit 12 Kaninchen hast könnte es eng werden mit 8 Buchten wenn diese klein sind.
Die Weibchen zu einem fremden Rammler zu bringen ist immer mit einem Risiko verbunden. Gute Muttertiere und gute Rammler würde ich so lange wie möglich behalten.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.

Steffen
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Re: Kaninchen für Fleischgewinnung

#4

Beitrag von Steffen » Sa 17. Okt 2020, 18:59

Acht Buchten ist 'n bisschen zu wenig, wenn die Haltung eigener Häsinnen nebst Rammler geplant ist. Bei nur zwei Häsinnen und einem Rammler, wobei jedes Tier seine eigene Buchte braucht, bleiben am Ende fünf Buchten für die Nachzucht übrig. Stellt man sich nun mal vor, dass vielleicht beide Häsinnen jeweils zehn Junge kriegen, macht das zwanzig Jungtiere, die, nach Geschlechtern getrennt, auf fünf Buchten verteilt werden müssen. Sicher, in einer sehr großen Buchte könnte man auch vier fünf Häsinnen bis zu Herbst groß ziehen, aber.....

Ich würde in diesem Fall die Finger von eigenen Häsinnen und Rammler lassen und mir jedes Frühjahr Jungtiere (nur Häsinnen) holen.
Steffen

Was sie über Dich sagen, sagt mehr über sie aus, als über Dich.

ich_mag_schnitzel
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Re: Kaninchen für Fleischgewinnung

#5

Beitrag von ich_mag_schnitzel » Sa 17. Okt 2020, 20:30

Hallo Reto94,
Reto94 hat geschrieben:
Sa 17. Okt 2020, 08:02
Kannst du Heu selber machen? Bei Kaninchen ist richtig gutes Heu sehr wichtig. Ich habe meinen immer vom 2. Schnitt gefüttert. Da ist viel Klee drin, was wiederum Eiweisshaltig ist und du so von zugekauftem Futter sparen kannst. Muss aber doch noch genügend Struktur haben, nucht dass sie Durchfall kriegen.
Ich kann es nicht selbst, wohne aber sehr ländlich, Heu und Streu ist kein Problem.
Reto94 hat geschrieben:
Sa 17. Okt 2020, 08:02
Meine besten Tiere stammten aus einer Kreuzung von Holländer mit Roter Neuseeländerin. Zu grosse Rassen machen nicht Sinn, bei einer auf Grünzeug und Heu ausgelegten Fütterung.
Ist das wahr das weiße Neuseeländer mehr Fleisch als die roten "bringen" ? Oder ist es Quatsch / vernachlässigbar?
Reto94 hat geschrieben:
Sa 17. Okt 2020, 08:02
Wie gross kannst du die Buchten machen?
Ich dachte meine Ganze Wand vom Carport zu bebauen, 5m Lang, 2,5m Hoch, wobei ich unten etwas Platz lassen würde (keine Buchten auf dem Boden).

Die genaue Größe muss ich noch recherchieren, weil eben zu wenig Erfahrung wie viele wann in eine Bucht kommen, (mutter mit Babies, später Jungtiere per Geschlecht zusammen , Männchen einzeln usw.

Es wird auf jedem Fall Selbstbau, Holz und Werkzeug ist vorhanden.

ich_mag_schnitzel
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Re: Kaninchen für Fleischgewinnung

#6

Beitrag von ich_mag_schnitzel » Sa 17. Okt 2020, 20:41

Hallo Steffen,
Steffen hat geschrieben:
Sa 17. Okt 2020, 18:59
Acht Buchten ist 'n bisschen zu wenig, wenn die Haltung eigener Häsinnen nebst Rammler geplant ist. Bei nur zwei Häsinnen und einem Rammler, wobei jedes Tier seine eigene Buchte braucht, bleiben am Ende fünf Buchten für die Nachzucht übrig. Stellt man sich nun mal vor, dass vielleicht beide Häsinnen jeweils zehn Junge kriegen, macht das zwanzig Jungtiere, die, nach Geschlechtern getrennt, auf fünf Buchten verteilt werden müssen. Sicher, in einer sehr großen Buchte könnte man auch vier fünf Häsinnen bis zu Herbst groß ziehen, aber.....

Ich würde in diesem Fall die Finger von eigenen Häsinnen und Rammler lassen und mir jedes Frühjahr Jungtiere (nur Häsinnen) holen.
Diese Rechnung war mir nicht so klar, wie man das bewerkstelligt, daher meine Frage vorher ob es sinn macht Elterntiere zu besorgen oder nur Kleine und diese großziehen. Vielen Dank.

ich_mag_schnitzel
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Re: Kaninchen für Fleischgewinnung

#7

Beitrag von ich_mag_schnitzel » Sa 17. Okt 2020, 20:46

Hallo Sybille,
sybille hat geschrieben:
Sa 17. Okt 2020, 17:25
Die Weibchen zu einem fremden Rammler zu bringen ist immer mit einem Risiko verbunden.
Was meinst du damit?

Ich dachte man bringt immer das Weibchen zwecks Deckung zum Männchen, nicht umgekehrt.
Und fremd wird er schon sein, zumindest nicht verwandt. Da sie in derselben Anlage währen, würden Sie sich schon riechen können...
Gibt es eine sinnvollere Methode das Weibchen zu decken?

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Reto94
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Re: Kaninchen für Fleischgewinnung

#8

Beitrag von Reto94 » Sa 17. Okt 2020, 21:28

Mache die Buchten so gross wie möglich, mit erhöten Sitzbrettern und Rückzugsmöglichkeiten. Bei 5x2.5m kannst du die ja fast 2.5m lang und 60cm hoch bauen. Für den Notfall kannst du da immer noch ein Trennbrett vorsehen um ein, zwei solcher Buchten nochmals zu halbieren. Dann klappt das schon.

Wenn du bei einer mittelgrossen Rasse mehr als acht Jungtiere pro Wurf hast, ist das schon sehr viel.

Wenn dann halt mal ein junger Rammler die anderen mobbt, musst du den halt vorzeitig dem Verzehr zuführen...

Jedes Jahr Jungtiere zukaufen käme mir nie in den Sinn. Ich züchte immer mit Tieren die ich kenne und weiss, dass sie gesund sind. Gekaufte Jungtiere bekommen stressbedingt fast immer Durchfall.

Die Jungen habe ich immer solange bei der Mutter gelassen, bis erste Streitereien sichtbar waren. Das können schon mal 10-12 Wochen sein. Aber da sind wieder alle Kaninchen anders. Da hilft nur austüfteln... In der Natur leben Kaninchen auch in Familienverbänden. Erst bei Geschlechtsreife sondern sich die Weibchen ab.

Ob weisse Neuseeländer mehr Fleisch haben weiss ich nicht. Grundsätzlich kannst du jede Rasse in ein paar Generationen fleischiger Züchten, wenn du immer die besten Nachzuchten behältst.

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Re: Kaninchen für Fleischgewinnung

#9

Beitrag von smallfarmer » Sa 17. Okt 2020, 22:35

Empfehlen kann ich dir Koetter/Werner Selbstversorgen durch Kaninchenhaltung
Pietsch Verlag Stuttgart
- die Kontaktaufnahme zu örlichen Kleintierzuchtverein, wegen Verbreitung von RHD (Chinaseuche). In manchen Gebieten kriegst du keine ungeimpften
Jungtiere mehr groß. Sie versterben elendlich. Das gleiche gilt für Enteroklolitis.
- da bekommt man auch fehlfarbene Jungtiere für kleines Geld. Die sind zwar nicht für den Ausstellungskäfig aber noch gut für den Kochtopf

Steffen
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Re: Kaninchen für Fleischgewinnung

#10

Beitrag von Steffen » So 18. Okt 2020, 14:05

Reto94 hat geschrieben:
Sa 17. Okt 2020, 21:28

Jedes Jahr Jungtiere zukaufen käme mir nie in den Sinn. Ich züchte immer mit Tieren die ich kenne und weiss, dass sie gesund sind....
Sehe ich ähnlich! Natürlich ist es schöner, eigene Jungtiere aufwachsen zu sehen, klar. So handhabe ich es auch - wobei ich im Moment keine Kaninchen habe.

Aber wenn's platzmäßig nicht drin ist ......
Steffen

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