Garten-Wildnis-Experimente

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Sonne
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Re: Garten-Wildnis-Experimente

#51

Beitrag von Sonne » Mo 20. Mai 2019, 09:53

Wie weit ist der Garten in Niederösterreich von euch weg?

Hast du dann in Wien auch nochmal einen Garten/Gärtchen oder nur einen Balkon/Terrasse.

Hmja...hast du bestimmt mal wo geschrieben, ich kann mich nur grad nicht erinnern. :aeh:

Da bin ich mal gespannt mit den Kartoffeln. Also wir haben in der Wiese prallen Lehmboden. Glaub nicht, dass das so gehen würde. Also nur so kleines Loch mit paar Grashälmchen drauf.
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31

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emil17
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Re: Garten-Wildnis-Experimente

#52

Beitrag von emil17 » Mo 20. Mai 2019, 12:44

also, man kann auf ziemlich jedem Boden Kartoffeln unter eine dicke Mulchschicht legen, ohne zu graben.
Aber:
Der Mulch muss so dick sein, dass er bis zur Ernte bleibt, sonst werden sie grün.
Bei Dauergrünland wächst auch sonst allerhand durch, deshalb würde ich das dort nicht machen
Bei Wiese oder Wiesenumbruch hat man anfangs oft Drahtwürmer, die dann deine Kartoffeln löchern.
Ich würde das Land umgraben, Gründüngung (Senf, Phacelia usw.) einsäen, dann im November vor dem Schnee dick mit altem Heu oder/und altem (!) Mist mulchen, da hinein im Frühjahr die Kartoffeln legen, dann, wenn alles fest eingeregnet ist (wenn das Wetter nicht will, mit Sprenger nachhelfen), nochmals Mulch drüber und Ruhe ist bis zur Ernte.
Mulch habe ich von einem alten Heustock genommen, der in einer seit mindestens 50 Jahren ungenutzten Scheune war, mit toten Mäusen und so drin; es geht auch mit Kaninchenstreu oder ähnlichem.
Anfangs nehmen die Kartoffeln die Nährstoffe auch aus dem Boden, aber wenn man als Mulch immer nur Stroh oder Laubstreu hat, lässt der Ertrag bald nach.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.

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Re: Garten-Wildnis-Experimente

#53

Beitrag von ina maka » Mo 20. Mai 2019, 13:24

Sonne hat geschrieben:Wie weit ist der Garten in Niederösterreich von euch weg?

Hast du dann in Wien auch nochmal einen Garten/Gärtchen oder nur einen Balkon/Terrasse?
Ja, inzwischen haben wir "alles". :mrgreen:
Früher waren wir Selbsternteparzellenpächter, jetzt haben wir ein kleines Beet in einem Gemeinschaftsgarten. Das ist auf seine Art ganz anders und auch teilweise schöner als das große Grundstück in Niederösterreich, weil man viel Kontakt zu anderen Menschen hat, auch die (kleinen) Kinder! Und es gibt immer wieder Überraschungen (neue Pflanzen) aus den anderen Beeten.... In Wien hab ich schon Kartoffel gesetzt, Bohnen, Platterbsen, Karotten und Radieschen gesät und Zwiebel- Knoblauchgrün, Topinambur und Salat geerntet.
Die ersten zwei Erdbeeren haben wir gestern geerntet - vom Balkon.
Und ja, der Wermutstropfen - unsere "chacra" in Niederösterreich ist recht weit weg (40 Miunuten mit dem Auto, 2 Stunden mit Zug und zu Fuß, 1 Stunde und recht teuer mit Zug und Taxi).....

danke emil für deine Tipps! :)
Ich hab nicht dazu gesagt, dass ich für jeden Kartoffel ein kleines Loch in den Boden gestochen hab.
Den Mulch hab ich eher deshalb wieder raufgelegt, damit das "Ungras" :lol: nicht so schnell wiederkommt. Diese "Wiese" wird erst Garten werden, ich nehme mal an eine Saison Erdäpfel ist ein guter Anfang dafür und die waren halt schon da ....
Drahtwürmer? :hmm: kenn ich noch gar nicht persönlich - vielleicht lern ich sie heuer kennen??
Es ist bei uns ziemlich feucht, vielleicht haben wir diese deshalb nicht so wirklich?
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Re: Garten-Wildnis-Experimente

#54

Beitrag von ina maka » Di 28. Mai 2019, 18:52

Eigentlich ziemlich belanglos, aber trotzdem..... :pft:

Wir haben ja den neuen "Sonnengarten" oben am Hang angelegt und jetzt hat mir mein Mann einen ordentlichen Zaun rumgebaut und da haben wir recht lange "herumgestritten", wie groß der neue Garten jetzt werden soll...
Ihm war´s immer zu groß und mir immer zu klein.
Aber am Ende hab ich "gesiegt", mit dem Argument: "ist ja egal, wenn dann im Zaun drinnen trotzdem nur Gras wächst".
(es ist zwar ein größeres Grundstück, aber wo wir nicht einzäunen, mäht ein Pferdebesitzer für sein Ross alles ab).

In der Stadt, im Gemeinschaftsgarten, da sind die Beete halt sehr begrenzt und ich genieße es richtig, dass ich hier jetzt noch eine Reihe mehr machen kann, wenn ich Lust habe und ruhig auch Wege, wo zwei Füße nebeneinander Platz haben. Und dazwischen ein paar Käsepappeln, ein großer Salbei am Eck und wirklich 100 Maispflanzen (weil soviele sollen es mindestens sein von wegen Inzucht, steht im Handbuch Samengärtnerei....), Tomaten hat man nie genug und die vertragen ein bisschen "Untersaat" (Unkräuter :duckundweg: ) recht gut .....

Platz ist was schönes!
Und "die Arbeit" macht man eben so viel, wie es gut geht. Wenn man es nicht schafft, passiert auch nix ;)
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Re: Garten-Wildnis-Experimente

#55

Beitrag von ina maka » Do 10. Okt 2019, 14:07

Ich bin zu faul, hier regelmäßig zu schreiben :rot:

Aber meine Atwort für Rohana passt trotzdem eigentlich nur hier her....
ina maka hat geschrieben:Wir haben Wein.
- Unten am Nordhang neben dem (ehemaligen) Forellenteich, sehr feucht und auch teilweise kalt. Im Hochsommer brennt die Sonne mittags ordentlich hin und deshalb werden die Trauben trotzdem reif. Wir tun für den Pflanzenschutz gerade mal ... nichts!!!
kein Kupfer oder irgendetwas. Der Wein ist noch immer supergesund, wir haben ihn jetzt vermehrt und er steht auch dort, wo es weniger feucht und kühl ist. auch dort: GESUND!

Also es kann funktionieren :flag:

Wir haben halt nicht arg viel an einem Fleck und vielleicht hängt es auch von der Sorte ab.
Und, wie viele Flaschen Wein kelterst du davon? :grinblum:
Vorneweg: wir haben vier große Stöcke unten und zwei noch ganz kleine im Sonnenhang. Dafür kommen unten zwei weg, weil ... der eine durchwuchert das Schuppendach und trägt dort auch nicht so toll, der andere stört beim Brunnen und wächst außerdem dauernd in den Teich hinein...

Der (alkoholische) Wein ist nicht das, was wir eigentlich wirklich wollen. Wir essen uns zur Erntezeit zu sechst von den frischen Trauben satt. Wir machen Saft, der bei eher sparsamen Gebrauch bis zur nächsten Ernte hält. Ich mache auch noch ca. 20 Gläser Marmelade und trockne die Kerne ("für die Gesundheit"). Dann mache ich im Sommer des öfteren ein Erfrischungsgetränk aus den Blättern.

Wein hab ich voriges oder vor-voriges Jahr mal probiert. Es war allerdings nur ein Versuch, wird vielleicht heuer ausgebaut. Der Sturm war jedenfalls lecker!
ohne zugesetzte Hilfsmittel, auch keine Reinhefe :lol:

Den was ich mit unserer "Selbstversorgung" will, ist gesunde Nahrung für meine Familie, Spass, etwas "echtes" erleben und lernen zu dürfen, experimentieren und das alles bei .... :mrgreen: wenig Arbeits- und so gut wie keinen zusätzlichen finanziellen Aufwand...
Ich will nicht "die Welt ernähren".

Ach ja, nicht zu vergessen.

Ich will durch unser "Mit-der-Natur-Leben" dort auch die Artenvielfalt mehren.

Ich war z.B. ganz fasziniert vom Leben in unseren Weinstöcken: Käfer, Schnecken, Spinnen ... minikleine Gehäuseschnecken, die ich sonst bei uns nirgendwo seh....
Gott sei Dank haben wir keine Kirsch-Essig-Fliegen und nur ein paar braune Blätter dazwischen (keine Ahnung, was das ist... hau mich Rohana).
Ich war und bin am Rätseln, ob die Menge an Käfern und Spinnen dabei hilft, dass sich keine Essigfliegen etablieren können - ??
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Re: Garten-Wildnis-Experimente

#56

Beitrag von hobbygaertnerin » Fr 11. Okt 2019, 12:02

Zum Wein kann ich beipflichtem, hatte beim Tag des offenen Gartens in unserem Landkreis einen Garten besichtigt, der 300 Weinstöcke gepflanzt hat- hat irgendwas mit Zahl der Familienmitglieder und irgendwelchen Anbauvorschriften zu tun.
Hatte die ganze zeit überlegt, wo ich so ein geschütztes Südeck finden könne- um dort Weinreben zu pflanzen, der Wein von diesem Gärtner war wirklich hervorragend.
Aber dann ist mir gekommen, wir haben mehrere Weinstöcke an der geschützen Wand, können von August bis Ende November soviele Trauben essen, bis sie uns beim Hals raushängen, es reicht auch noch für Saft und Gelee und Marmelade-
die paar Flaschen Wein, die wir wirklich geniessen, können wir uns auch bei einem Winzer kaufen.
Dafür mache ich aus Josta, Johannisbeeren, aus Honig Wein, brauche mich da nicht gross wegen der Weinstöcke und lese abmühen und diese Weine werden mit jedem Jahr besser.
Bis jetzt sind wir zum Glück noch von Kirschessigfliege verschont geblieben, Wespen, Vögel ernten allerdings auch gerne von den Trauben, besonders von den späteren Sorten.
Ich bin von der Muskat bleu so begeistert, schon sehr früh hängen dort grosse wunderbar schmeckende Trauben.
Beim Lesen und Suchen hab ich immer noch nach Speisetrauben gesucht- aber so ganz scheinen ich nicht fündig geworden zu sein.
Enkel hätte gerne kernlose Trauben, aber ich bin der Meinung, dass der Kern auch seine Bedeutung hat.
Ich vermute, dass es bei euch wieder ganz andere Sorten gibt, die zur Landschaft passen.

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Sonne
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Re: Garten-Wildnis-Experimente

#57

Beitrag von Sonne » Fr 11. Okt 2019, 14:29

ina maka hat geschrieben:
So 19. Mai 2019, 22:24
Kurz bevor es zu regnen begann, hab ich kleine Supermarktkartoffel, die ausgetrieben haben, "in die Wiese" gesetzt, also aus Zeitmangel nur das Gras ausgerissen und liegengelassen, dahinein die Kartoffel, Das schaffen die doch angeblich :aeh:
Und? Sind sie was geworden? :)
ina maka hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 14:07
Dann mache ich im Sommer des öfteren ein Erfrischungsgetränk aus den Blättern.
Wie machst du das?
ina maka hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 14:07
Ich bin zu faul, hier regelmäßig zu schreiben :rot:
Neeneenee. Wenn das jeder sagen würde... :oma:

Ich könnte wetten, du schreibst gleich: Ich bin doch nicht 'jeder'. :hhe:
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31

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Re: Garten-Wildnis-Experimente

#58

Beitrag von ina maka » Fr 11. Okt 2019, 18:41

Sonne hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 14:29
Und? Sind sie was geworden? :)
Oops, das letzte Mal, als ich draußen war, war das Laub noch grün....
werde morgen nachschaun!
ina maka hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 14:07
Dann mache ich im Sommer des öfteren ein Erfrischungsgetränk aus den Blättern.
Wie machst du das?

Da stehen im Forum schon ein paar Mal die Rezepte dafür (Getränk aus Weinblättern?, Reblauswasser, Erfrischnungsgetränke für SVler), ich hab jetzt aber nicht suchen können, weil da kommt nur eine Warnung, ich glaub, die serverumstellung ist noch nicht ganz durch.

Ich nehme die Weinblätter und die jungen Triebe - meine "Sorte" ist ein Direktträger, bei anderen schmeckt es mir nicht so gut. Also mein Wein hat weiche Blätter.
Ich nehme die Blätter, zerschneide sie grob, gebe sie mit etwas Zucker in eine Karaffe und dann lauwarmes Wasser drüber - ca. 24 Stundnen stehen lassen.
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Re: Garten-Wildnis-Experimente

#59

Beitrag von ina maka » So 13. Okt 2019, 22:21

nein, ich hab noch nicht nach den Erdäpfel gegraben - es war alles "pitsch-nass" ...

Statt dessen war ich fasziniert von unseren Hornissen (??), die im Nistkasten ihr Nest haben. Wieso bauen die grad den Eingang bis auf ein kleines Loch zu?? Die überleben doch den Winter eh nicht??

Und dann beobachtete ich eine, die hatte eine Puppe oder sowas in ihren Beinchen. Sie ist ihr runtergefallen und sie blieb liegen. Ich hab das "Ding" nicht angeriffen, ich denke, das hätte alles nur noch schlimmer gemacht (??). Es hat gelebt, sich aber kaum bewegt, war weißlich. Was ich unter "Hornissenlarve" gegoogelt hab: genauso hat es ausgesehen.
Überwintern Hornissen doch als gamzes Volk?
seltsam ...
edit: das könnte es gewesen sein:
Zum Schluss werden auch gesunde Larven aus den Zellen gezerrt. Selbst verdeckelte Zellen werden aufgebrochen und die Puppen entsorgt.
Mit dem Larvenrauswurf werden die Larven massiv reduziert. [...] sodass restliche Larven und die im Nest befindlichen jungen Geschlechtstiere optimal versorgt werden.
https://www.aktion-wespenschutz.de/Inte ... chmiss.htm

Meine Kinder haben das ganze Laub vom Kanalgitter (und etwas mehr) zusammengekehrt und als "Igelhaufen" an den Rand unserer Hecke gelegt. gute Idee! :daumen:

Und ich hab Knoblauch-Brutknollen zwischen die neugepflanzten Erdbeeren gelegt, waren aus 2018 aber sehr dick und ich hoffe echt, die schaffen es! Ich mag den Weingartenknoblauch sehr, der ist auch richtig scharf.

Die ersten Weinbeeren sind süß, aber für die große Ernte war es heute zu nass.
Eine winterkeeper-Pflanze hab ich als ganzes mit nach Wien genommen, aber es erschließt sich mir nicht wirklich, wieso man die als ganze Pflanze überwintern soll. Die anderen hab ich in Zeitungspapier in einem Karton am kühlsten Ort der Wohnung. Von dieser "ganzen Pflanze" sind drei Früchte abgefallen, hm...

hihi :grinblum: weil ich ja ernsthaft überlegt habe, den Garten heuer mal auch "abzuräumen" ... Dazu war es viel zu nasse.
Aber die alten Maispflanzen haben wir zum Trocknen beiseite gelegt (kommen später auf den Überwinterungs-Endivie). Jetzt bekommen die Endiviensalate, Möhren und Radieschen, die wir zwischen den Mais gesät haben, mehr Sonne :)
Diese drei "Unterssaten" beim Mais haben sich heuer zumindest sehr bewehrt!
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Re: Garten-Wildnis-Experimente

#60

Beitrag von emil17 » Mo 14. Okt 2019, 07:56

Bei den Hornissen überleben nur einzelne Königinnen den Winter. Im Frühjahr gründet die einen neuen Staat. Zuerst entstehen Arbeiterinnen, dann im Herbst Geschlechtstiere. Die Männchen sterben vor dem Winter.
Das Flugloch wird zum Schutz vor Raubinsekten klein gemacht und von innen bewacht.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.

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