Fukuoka Masanobu

Moderator: kraut_ruebe

DieterB
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Re: Fukuoka Masanobu

#141

Beitrag von DieterB » Fr 30. Aug 2019, 08:03

Pitu hat geschrieben:Eine Frage: Ich habe bisher nur "Der große Weg hat kein Tor gelesen". In dem Buch habe ich aber für mich nur wenig konkrete Tipps gefunden, die ich bei mir auf meinem Stück Land umsetzen könnte.
Aus welchen Quellen bezieht Ihr denn genauere Anleitungen/Methoden? Aus anderen Büchern von ihm? Oder gibt es im Internet Quellen zum Anbau von Nutzpflanzen im Sinne von Fukuoka Masanobu? Also eher Ratschläge für die Praxis?
Gibt es nicht. Fukuoka beschreibt seine Getreide-Anbaumethode, die noch niemand nachgemacht hat. Ansonsten bleibt er bei allgeimenen Erlaeuterungen zu Land, Leuten und Gott.

lg. Dieter

viktualia
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Re: Fukuoka Masanobu

#142

Beitrag von viktualia » Fr 30. Aug 2019, 08:31

Ui, das trifft mein Beuteschema:
Anders als du oder Fukuoka, ..... Warum unterstellst du mir derartig absurde Dinge?
(Dieter an Manfred)

Er "unterstellt" das nicht, er schreibt das und er schreibt das, weil er es so sieht - ich nehme an, deswegen:
Fukuoka verteufelt ...
Wie er seine 4 Grundregeln darstellt, ist schon sehr absolut,....
Das ist so dumm und weltfremd, dass man eigentlich nur mit dem Kopf wackeln kann. (über Raju)...
Die Tatsache ist, dass Fukuokas Thesen zu solchen Verirrungen gefuehrt haben....
Fukuoka wie Savory machen diese kategorischen und oft sehr naiven Aussagen...
Sie (Landwirte) koennen nicht mehr ohne Chemie, genauso wie ein Suechtiger nicht ohne Drogen auskommt....
wie wir es sonst nur von den Jihadisten oder Rechtspopulisten kennen. Die teilen uebrigens auch deine (Manfreds) Wissenschaftsfeindlichkeit...
...Gibt es nicht...
Selektive Wahrnehmung ist schon was spannendes....

Pitu, zumindest über Buchweizen, Rettich und Seed-Balls solte sich doch noch was finden lassen -
aber eigentlich ist Fukuoka doch insofern ein "Perma-Kultur-Vorläufer", weil er den Fokus darauf gelegt hat,
dass man seine Einstellung zum Gärtnern nicht nur überhaupt "erweitern" soll,
sondern diese "Erweiterung" auch das eigene Innere mit einschliessen solle,
die eigenen Empfindungen, Wahrnehmungen.

Und aus meiner Erfahrung ist das auch so: wenn ich schnaggel, dass ich mit ner "selektiven Wahnehmung" ausgestattet bin
- und die loslasse, weil ich von Rest der Welt mehr mitbekommen möchte -
dann kann meine Welt tatsächlich "größer" werden, ich bekomme mehr mit.
Von meinen Mitmenschen und auch von den Bedürfnissen meiner Pflanzen.
Von der Realität, der "Ganzheitlichen".

ina maka
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Re: Fukuoka Masanobu

#143

Beitrag von ina maka » Fr 30. Aug 2019, 12:03

DieterB hat geschrieben:Ansonsten bleibt er bei allgeimenen Erlaeuterungen zu Land, Leuten und Gott.
Das hab ich auch so verstanden. :im:
Und ich wundere mich immer wieder, dass wir Menschen einen "Meister" brauchen, um auf so grundlegende Dinge drauf zu kommen. hm

Buchweizen ist eine der wenigen Kulturpflanzen, die es immer wieder durch Selbstaussaat schaffen, trotz Unkrautdruck und Schnecken wieder zu kommen, bei mir zumindest.

Wildblumen können sehr lecker schmecken!
Wir "jausnen" bei der Gartenarbeit immer Käsepappelblüten, da lass ich immer eine oder zwei Pflanzen stehen, nicht "nur" wegen der Bienen.
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Manfred
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Re: Fukuoka Masanobu

#144

Beitrag von Manfred » Fr 30. Aug 2019, 12:23

holzgaser hat geschrieben: Meine aktuelle Frage ist, wie kann man die kurzfristige Überflutung der seiner Reisfelder mit einer Bodenbearbeitung vergleichen?
Hm. Gar nicht so schlecht, die Frage.
Das Bodengefüge wird nicht wie bei der Bodenbearbeitung gestört.
Es werden keine Samen im Boden oder in den Boden bewegt. D.h. die Unkraut-Keimung wird nicht wie durch die Bodenbearbeitung stark gefördert.
Interessant wäre, wie aerob oder anaerob bei der wie kurzen(?) Überstauung die Bedingungen sind und wie sich das auf die Mikroorgansimen auswirkt.

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Manfred
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Re: Fukuoka Masanobu

#145

Beitrag von Manfred » Fr 30. Aug 2019, 12:43

Pitu hat geschrieben: Aus welchen Quellen bezieht Ihr denn genauere Anleitungen/Methoden? Aus anderen Büchern von ihm? Oder gibt es im Internet Quellen zum Anbau von Nutzpflanzen im Sinne von Fukuoka Masanobu? Also eher Ratschläge für die Praxis?
Fukuoka ist doch recht detailliert.
Der Grundsatz ist, die Natur zu beobachten und von ihr zu lernen.
Was er in seinem Getreidebau machte, wird heute von Leuten wie Gabe Brown auf teils tausenden ha und halt mit Maschinen nachgeahmt.
Sprich mögl. keine Störung des Bodengefüges. Selbst die eh schon gering invasive Direktsaattechnik wird noch darauf optimiert, beim Einschneiden der Samen in den Boden diesen mögl. wenig zu stören. Außerdem wird darauf geachtet, dass die Fläche stehts mit lebenden Pflanzen oder Mulch bedeckt ist, ständig lebende Wurzeln im Boden sind und ständig etwas wächst. Damit keine Lücken zwischen zwei Kulturen entstehen, wird mit Untersaaten und Zwischenfrüchten gearbeitet, wobei die Zwischenfrüchte oder Folgekulturen mögl. schon einige Wochen vor der Ernte in die noch stehende Vorkultur gesät werden, damit sie sich bereits etablieren können und sofort durchstarten, sobald die Vorkultur geerntet ist.

Seine zweite wesentliche Technik ist das ständige Freistellen der gewünschten Pflanzen und Mulchen der unerwünschten Pflanzen oder überschüssigen Materials z.B. beim Pflanzenschnitt an Ort und Stelle. Das, was man heute in Permakulturkreisen chop and drop nennt.
Er lässt das Unkraut wachsen, es hat ja eine Funktion zu verrichten, sonst wäre es nicht da, schwächt es aber durch ständigen Schnitt gegenüber den Kulturpflanzen.
Das lässt sich in der großflächigen Landwirtschaft schwer umsetzen, mangels Manpower.
Am ehesten kommen da Versuche hin, wie sie z.B. in der Schweiz laufen, Mischkulturen aus frostharten und frostempfindlichen Pflanzen oder schnittverträglichen und einschnittigen Pflanzen anzulegen. Durch den Forst im Winter und einen oder mehrere Schröpfschnitte werden dann die Beifrüchte unterdrückt und die Hauptfrucht kann später in sauberen Beständen geerntet werden.
Diesen Vortrag von Frederic Thomas hatte ich hier im Thread ja schon empfohlen. Da werden auch solche Methoden angesprochen.
https://www.regenerative-landwirtschaft ... f=16&t=474
Übrigens auch der Einsatz von Enten als "Herbizid" im Mais, analog zu Fukuokas Enten im Reis.
Mein Bruder hat gerade ein Zufälliges Experiment mit freilaufenden Kaninchen und Enten in Kartoffeln laufen.
Das Kartoffelkraut wird nicht angefressen. Alles was dazwischen wächst aber schon. Das Beet ist fast 100% unkrautfrei.

Mischkulturen aus Stickstoffsammlern und anderen Pflanzen sind sowohl im Ackerbau als auch in PK-Baumpflanzungen verbreitet.

Das einzige, was meines Wissens keine größere Verbreitung gefunden hat, sind die Seedballs.
Ihr Hauptvorteil liegt darin, den in ihnen keimenden Pflanzen in der Startphase einen konkurrenzarmen Wurzelraum zur Verfügung zu stellen, so dass der Keim- und Anwachserfolg in vorhandenen Pflanzenbeständen etwas verbessert werden kann.
Die technische Umsetzung scheint aber gegenüber anderen Verfahren bisher viel zu teuer zu sein.

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Re: Fukuoka Masanobu

#146

Beitrag von Manfred » Fr 30. Aug 2019, 12:45

DieterB hat geschrieben: Nochmal, was hab ich konkret bei Fukuoka nicht verstanden?
Ich frage mich zunehmend, ob du überhaupt etwas davon verstanden hast.
:hmm:

Du selbst hast z.B. deine noch immer nicht näher beschriebene Wirtschaftsweise als Alternative zu Savorys Arbeit dargestellt.
Der Schluss daraus ist zwangsläufig, dass massenweise Menschen zurück aufs Land umgesiedelt werden müssen. Anders ist das, was du tust, nicht auf größere Flächen skalierbar.
Du scheinst einfach öfter nicht über die Tragweite dessen nachzudenken, was du schreibst.
Wenn dagegen Fukuoka schreibt, mögl. jeder Mensch sollte ein Stück Land bewirtschaften, um daraus lernen, sprich sich selbst weiterentwickeln zu können, dann ist das durchaus plausibel, stellt aber keinen Zwang dar.

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Re: Fukuoka Masanobu

#147

Beitrag von ina maka » Fr 30. Aug 2019, 18:38

Manfred hat geschrieben:Der Schluss daraus ist zwangsläufig, dass massenweise Menschen zurück aufs Land umgesiedelt werden müssen. Anders ist das, was du tust, nicht auf größere Flächen skalierbar.
wieso?
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Re: Fukuoka Masanobu

#148

Beitrag von Manfred » Fr 30. Aug 2019, 18:45

Weil ein Mensch nur begrenzt leistungsfähig ist.
Für eine Bewirtschaftung, die viel menschliche Arbeitsleistung pro Fläche benötigt, brauchst du dann halt viele Menschen.
Und wenn die nicht freiwillig kommen, braucht es Zwang.

Für mich ist das kein gangbarer Weg. Für Dieter evtl. auch nicht. Aber damit ist seine Lösung halt weg vom Fenster in Sachen Skalierbarkeit und damit kein brauchbarer Ansatz.

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Re: Fukuoka Masanobu

#149

Beitrag von ina maka » Fr 30. Aug 2019, 19:23

Manfred hat geschrieben:Und wenn die nicht freiwillig kommen, braucht es Zwang.
Ich muss niemanden zwingen, damit ich für mich selber genügend Nahrung erzeugen kann - ?? Mal vorausgesetzt, das Land ist dafür da, aber das gilt ja wohl auch für Savorys Weiden, oder? :hmm:
Manfred hat geschrieben:Für mich ist das kein gangbarer Weg.
Lieber Manfred, ich "könnte" nicht von Rindfleisch und Co leben. Ich mag gar kein Fleisch und meiner Verdauung tut es auch nicht gut - meiner!!
Andere essen anders.

Nochmal:
es gibt nicht den Weg für alle, außer vielleicht "jeder sei vollkommen in dem, was er ist" (so ungefähr....)
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Re: Fukuoka Masanobu

#150

Beitrag von Manfred » Fr 30. Aug 2019, 19:35

Einlesen, Ina, einlesen.
Lesen weitet den Blick und schadet deinen Vorurteilen, gegen die du hier quijotesk ankämpfst.

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