Fukuoka Masanobu

Moderator: kraut_ruebe

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Sonne
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Re: Fukuoka Masanobu

#131

Beitrag von Sonne » So 25. Aug 2019, 18:52

viktualia hat geschrieben: Bzw. einfach mal die Kresse halten und spüren, was da ist. Das SEIN.
Welche Kresse muss ich denn da nehmen? Gartenkresse - Kapuzinerkresse - Brunnenkresse?
Reicht da ein Sträußchen? :hmm:
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31

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Manfred
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Re: Fukuoka Masanobu

#132

Beitrag von Manfred » Mo 26. Aug 2019, 08:08

@Dieter:
Es geht um einen gangbaren Weg für die Landwirte von A nach B.
Pachte dir einfach einen konventionell mit Pflug bewirtschafteten Hof und stelle ihn um.
Höfe kommen ja jedes Jahr massig auf den Pachtmarkt. Leider gehen die meisten an Großbetriebe, weil sich sonst niemand mehr findet, der sie wirtschaftlich betreiben will oder kann.
Dann wirst du dich endlich mal mit den praktischen Problemen so einer Umstellung befassen müssen, was du ganz offensichtlich noch nie hast.
Ideologisches Geschwätz bringt uns keinen mm weiter, sondern führt meist zum Gegenteil des Erwünschten.
Pragmatische, attraktive Lösungen sind gefragt, um die Umstellungshürden so niedrig wie nur möglich zu machen.

Und die Aufforderung, Fukuoka zu verstehen, kann ich nur an dich zurück geben. Du hast da offensichtlich Nachholbedarf. ;)

@Viktualia:
Die Formulierung mit dem Glauben bezieht sich m.E. auf die Unmöglichkeit, Natur in ihre vollen Komplexität zu verstehen.
Das menschliche Hirn sucht ja ständig krampfhaft nach (Schein)Erklärungen für das Beobachtete, was ständig zu falschen, zu kurz gegriffenen Schlüssen führt. Die so festgelegten eigenen Überzeugungen immer wieder zu überwinden und der Natur zu glauben, dass sie es besser kann, auch wenn man selbst die beobachteten Zusammenhänge noch nicht versteht, scheint für viele ein unüberwindliches Hindernis zu sein. Sie halten trotz aller Widersprüche lieber an dem fest, was sie irgendwann über Natur meinen gelernt zu haben.
Aber dieses menschelnde Problem haben wir ja überall in der Wissenschaft.

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Re: Fukuoka Masanobu

#133

Beitrag von viktualia » Mo 26. Aug 2019, 09:06

"Glauben" - vielleicht mach ich es mir da einfach, aber es ist - für mich - einfach erst mal: Konjunktiv.
Möglichkeit.
Die Möglichkeit, dass es so - aber vielleicht auch anders ist.
Ich mein damit gar nicht Gott, oder nen anderen esoterischen Inhalt.
Eher so was wie "Dekonstruktivismus light"...

"Ich bin, also denke ich" - und dafür muss ich halt einstehen können.
In meinen unbescheidenen Augen.

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Re: Fukuoka Masanobu

#134

Beitrag von DieterB » Di 27. Aug 2019, 10:13

Manfred hat geschrieben:Dagegen ist in den kleinstrukturierten Gebieten Europas der Weg von der Bodenbearbeitung extrem steinig, weil die Erfahrung und die Ausrüstung mit und für No-Till fehlen.
Fukuoka verteufelt den grossflaechigen Landbau in Europa. Wer hat nun recht, du oder Fukuoka? Beides geht nicht.
Manfred hat geschrieben:Und die Aufforderung, Fukuoka zu verstehen, kann ich nur an dich zurück geben. Du hast da offensichtlich Nachholbedarf. ;)


Was soll ich denn konkret bei Fukuoka nicht verstanden haben? Oder geht es dir nur darum auszukeilen?

lg. Dieter

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Re: Fukuoka Masanobu

#135

Beitrag von ina maka » Di 27. Aug 2019, 10:40

Manfred hat geschrieben:@Dieter:
Es geht um einen gangbaren Weg für die Landwirte von A nach B.
Pachte dir einfach einen konventionell mit Pflug bewirtschafteten Hof und stelle ihn um.
Ich kenne wen, der hat das gemacht (nicht gepachtet, geerbt). in Österreich und mit Pflug, er ernährt damit seine Familie. :im:

Außerdem .... ich denke, du redest hier jetzt gerade von deinen Intentionen, nicht von denen Fukuokas. kann das sein??
Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest – steige ab!

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Manfred
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Re: Fukuoka Masanobu

#136

Beitrag von Manfred » Do 29. Aug 2019, 21:07

DieterB hat geschrieben: Fukuoka verteufelt den grossflaechigen Landbau in Europa. Wer hat nun recht, du oder Fukuoka? Beides geht nicht.
Das ist insofern eine rein akademische Frage, als es hier viel zu wenige Menschen gibt, die überhaupt noch Land bewirtschaften möchten.
In der Praxis stellt sich die Herausforderung, wie die paar wenigen, die noch übrig geblieben sind und jeden Tag weniger werden, naturnäher wirtschaften und ein besseres Auskommen finden können. Daran, dass sich der Rest nicht wieder in die Natur integrieren will, können diejenigen, die das möchten, wenig tun.
Ich habe jedenfalls noch nichts davon gehört, dass du mit den Zwangsumsiedlungen zurück aufs Land und zu DieterBs Lebenswiese bisher sehr weit gekommen wärst.
Manfred hat geschrieben:Was soll ich denn konkret bei Fukuoka nicht verstanden haben?
Du unterstellst ihm, deine totalitären Ansichten zu teilen.
DieterB als Fukuoka-Schüler wäre sicher ein interessantes Experiment geworden.
Aber das geht ja leider nicht mehr.

“When it is understood that one loses joy and happiness in the attempt to possess them, the essence of natural farming will be realized. The ultimate goal of farming is not the growing of crops, but the cultivation and perfection of human beings.”

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Re: Fukuoka Masanobu

#137

Beitrag von holzgaser » Do 29. Aug 2019, 21:43

Ich halte mich da lieber an die Praxis die FM beschrieben hat und versuche seine Arbeitsweise auf Bayern zu übertragen. Das ist schon schwer genug.
Die meiste Zeit kann man mit dem Beobachten der Natur verbringen um eine gangbaren Weg zu finden.

Meine aktuelle Frage ist, wie kann man die kurzfristige Überflutung der seiner Reisfelder mit einer Bodenbearbeitung vergleichen?
Holzkohle - warum die wertvollste Kohle nicht das Geld ist!

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Re: Fukuoka Masanobu

#138

Beitrag von Pitu » Do 29. Aug 2019, 22:07

Eine Frage: Ich habe bisher nur "Der große Weg hat kein Tor gelesen". In dem Buch habe ich aber für mich nur wenig konkrete Tipps gefunden, die ich bei mir auf meinem Stück Land umsetzen könnte.
Aus welchen Quellen bezieht Ihr denn genauere Anleitungen/Methoden? Aus anderen Büchern von ihm? Oder gibt es im Internet Quellen zum Anbau von Nutzpflanzen im Sinne von Fukuoka Masanobu? Also eher Ratschläge für die Praxis?

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Sonne
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Re: Fukuoka Masanobu

#139

Beitrag von Sonne » Do 29. Aug 2019, 23:25

Es gibt ein paar Videos.

Speziell für Gemüse kann man da ein bißchen was sehen, aber auch nicht sehr viel. Hauptsächlich wird auch hier die Mischkultur Reis / Wintergetreide beschrieben.

Das werde ich insofern auf deutsche Verhältnisse übertragen, dass ich zukünftig in ein bestimmtes kleines Beet im Frühjahr erst Bienchenblumen und dann im Herbst Asiasalat ineinander säen werde. :mrgreen:

Wobei die Wildblumen für uns ja eher weniger essbar sind. Aber: :bieni: :bieni: :bieni:
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31

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Re: Fukuoka Masanobu

#140

Beitrag von DieterB » Fr 30. Aug 2019, 07:57

Manfred hat geschrieben:Das ist insofern eine rein akademische Frage, als es hier viel zu wenige Menschen gibt, die überhaupt noch Land bewirtschaften möchten.


Das ist keine akademische Frage, denn genau das empfiehlt Fukuoka: jeder soll einen halben Morgen Land bewirtschaften. Es versteht sich von selbst, dass das nicht realistisch ist. Es ist schoen, dass du das bestaetigst, auch wenn du es scheinbar nicht wahrhaben willst.
Ich habe jedenfalls noch nichts davon gehört, dass du mit den Zwangsumsiedlungen zurück aufs Land und zu DieterBs Lebenswiese bisher sehr weit gekommen wärst.
Anders als du oder Fukuoka, hab ich noch niemals eine Lebensweise oder Landbauweise gepredigt und von Zwangsumsiedlung war schon gar nicht die Rede. Warum unterstellst du mir derartig absurde Dinge?
Du unterstellst ihm, deine totalitären Ansichten zu teilen.
Ich hab keine totalitaeren Ansichten. Wieso unterstellst du mir das?

Nochmal, was hab ich konkret bei Fukuoka nicht verstanden?

Du kannst nicht einfach derartig willkuerliche Anschuldigungen machen.

lg. Dieter

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