Tiefenpflügen

Moderator: kraut_ruebe

Re: Tiefenpflügen

Beitragvon holzgaser am Sa 27. Apr 2019, 23:00

Wundermittel oder Spezialdünger in Form von Spurenelementen sind kein entscheidender Faktor für den Humusgehalt und die Bodenfruchtbarkeit.

Alle Elemente und Stoffe, die eine Pflanze braucht sind im Boden vorhanden.
Ob sie auch verfügbar sind, ist eine andere Frage.
Wird Boden bzw. Humus und damit Bodenfruchtbarkeit aufgebaut entscheidet alleine das Bewirtschaftungssystem.

Die dauerhaft steigende Fruchtbarkeit ist ein Ergebnis naturidentischer Prozesse in deren Kreislauf unsere Lebensmittel erzeugt werden.
Die Einbringung der Lebensmittelproduktion in naturnahe Kreisläufe ist die anspruchsvollste Aufgabe jedes Gärtners oder Landwirt.

Als Gärtner oder Bauer ist es besser sich in den Boden "hineinzufühlen" und zu überlegen die Pflanze dort wohl wachsen will oder nicht.
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Re: Tiefenpflügen

Beitragvon ina maka am Sa 27. Apr 2019, 23:06

Fred hat geschrieben:Jetzt sehen wir, daß Magnesium und auch Kalium teilweise so hoch sind, daß Aufnahme anderer Kationen -owohl auch genug vorhanden- spürbar beeinträchtigt wird.


Was kann man da denn tun, wenn von einem oder mehreren Stoffen zuviel da ist?!

Ich weiß nur, dass bei uns alles, was länger im Bach liegt, zu Stein wird (ich nehme an, Kalk). Das Brunnenwasser ist auch extrem hart, die Geräte müssen sehr oft entkalkt werden. Der Trinkwassertest hat auch eine starke Überschreitung bei CA ergeben, mit dem Vermerk, dass das nicht gesundheitsschädlich sei :pft: .
Kann man denn vom Wassertest auf den Boden schließen?
Getestet haben wir unser Brunnenwasser, der wird aus oberflächennahem Grundwasser gespeist.
Der Regen dürfte etwas weniger Kalk enthalten ;)

Lieg ich ganz falsch mit der Annahme, dass es einen großen Unterschied macht, ob ich den Boden testen lasse, weil ich ihn langfristig harmonisieren will - oder deshalb, weil ich wissen will, was und wieviel ich düngen soll?
Letzeres brauch ich nämlich nicht, ich werde eher nicht groß Dünger zukaufen und so vom Himmel geschenkt bekomme ich auch nicht wirklich große Mengen - wir leben ja haupsächlich in Wien, mit gut funktionierender Kanalisation! :mrgreen:

viktualia hat geschrieben:Bei gesundem/lebendigen Boden bleibt ne Menge dieses Kohlenstoffes im Boden drin, in Form von Dauerhumus.
Wegen der Glomaline, die, wiederum wegen der anderen Exsudate (dem Zuckerwasser aus den Wurzeln) ihren Job gut machen können, denn so fällt auch für die Pilze was ab. Die arbeiten alle Hand in Hand, aber an verschiedenen Baustellen, verschiedenen Aufgaben.
Auf- und abbau von Pflanzen, auf- und abbau von anderen Lebewesen und Bodenstrukturen.
Die Pflanzen werden geerntet, die Bodenstruktur - der Dauerhumus - bleibt, soweit die Witterung und der Gärtner/Bauer es zulassen.


Wie kann ich das noch fördern?
Gibt es irgendwelche bestimmte Pflanzen, die da hilfreich sind?
Jetzt für die Bierkästen, nicht für´s Bier!
An Bier mangelt es unserm Boden eher nicht, man sagt ja, das ziehe Schnecken an ;)
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Re: Tiefenpflügen

Beitragvon holzgaser am Sa 27. Apr 2019, 23:27

Grünes Laub z.B. kann man oberflächlich um die Starkzehrer einarbeiten. Damit hast Du eine N - Düngung und eine Mineralstoffversorgung mit Mikrobiologie die sich positiv auf die Pflanzen auswirkt.
Ich nehme dazu einen Lederhandschuh und streife die Blätter von den Sträuchern ab. die beste Zeit ist dazu jetzt bis Mitte Juli. Danach haben die Blätter nicht mehr so viel Nährstoffe. Das geht auch bei einer guten Kanalisation. :)

Obwohl es auch bei einer Kanalisation durchaus möglich ist Urin in das Gießwasser zu geben.
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Re: Tiefenpflügen

Beitragvon Fred am So 28. Apr 2019, 00:13

ina maka hat geschrieben:
Fred hat geschrieben:Jetzt sehen wir, daß Magnesium und auch Kalium teilweise so hoch sind, daß Aufnahme anderer Kationen -owohl auch genug vorhanden- spürbar beeinträchtigt wird.


Was kann man da denn tun, wenn von einem oder mehreren Stoffen zuviel da ist?!


Das kommt darauf an welcher Stoff, wie mobil dieser im Boden ist. Hier wird es auch etwas komplexer zu allem kann ich auch keine Aussagen machen. In unserem Fall werden schauen mit Schwefel-Gaben die Überschüsse auszuwaschen, da dieses Kationen lösen kann. Schwefel ist auch eh mangelhaft hier. Von heute auf morgen wird es wohl auch nicht gehen.
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Re: Tiefenpflügen

Beitragvon Oelkanne am So 28. Apr 2019, 01:06

Das
Fred hat geschrieben:Das kommt darauf an welcher Stoff, wie mobil dieser im Boden ist. Hier wird es auch etwas komplexer zu allem kann ich auch keine Aussagen machen. In unserem Fall werden schauen mit Schwefel-Gaben die Überschüsse auszuwaschen, da dieses Kationen lösen kann. Schwefel ist auch eh mangelhaft hier. Von heute auf morgen wird es wohl auch nicht gehen.


ist mit dem

ina maka hat geschrieben:Letzeres brauch ich nämlich nicht, ich werde eher nicht groß Dünger zukaufen


unvereinbar.

Das Kinseysystem von dem Fred spricht ist ausschließlich mit zugekauften Mineraldüngern realisierbar.
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Re: Tiefenpflügen

Beitragvon ina maka am So 28. Apr 2019, 18:58

holzgaser hat geschrieben:Grünes Laub z.B. kann man oberflächlich um die Starkzehrer einarbeiten. Damit hast Du eine N - Düngung und eine Mineralstoffversorgung mit Mikrobiologie die sich positiv auf die Pflanzen auswirkt.


Das tun wir!!
Aber ich hätte das nicht direkt als "düngen" bezeichnet, obwohl: eigentlich ist es das! :daumen:

holzgaser hat geschrieben:Obwohl es auch bei einer Kanalisation durchaus möglich ist Urin in das Gießwasser zu geben.


Von wien rüberschießen schaffen wir nicht! :haha:
Und ca. einmal die Woche ist halt a bisserl wenk....
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Re: Tiefenpflügen

Beitragvon holzgaser am So 28. Apr 2019, 20:53

Aber ich hätte das nicht direkt als "düngen" bezeichnet, obwohl: eigentlich ist es das! :daumen:


Du hast Recht, ich hätte "den Boden füttern" schreiben sollen.
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Re: Tiefenpflügen

Beitragvon Fred am So 5. Mai 2019, 00:10

Oelkanne hat geschrieben:unvereinbar.

Das Kinseysystem von dem Fred spricht ist ausschließlich mit zugekauften Mineraldüngern realisierbar.


An dem Begriff "ausschließlich" würde sich Kinsey wohl schon stören. In seinem Buch schreibt er, daß er in USA gerne in die Öko-Ecke gestellt wird, weil er auch Landwirte berät die mit Tierdung/Kompost arbeiten und darunter auch einige organic-zertifizierte.
Will man die Bodenmineralien ins Gleichgewicht bringen -worum es geht- ist es eben vorteilhaft man kennt die konkreten Gehalte der Stoffe, die man ausbringt, also solche wofür man Inhaltsdeklarationen bekommt, was bei Mineraldünger einfacher ist. Seinen Mist/ Kompost testen lassen, lohnt halt nur in größeren Maßstab.
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Re: Tiefenpflügen

Beitragvon Rohana am So 5. Mai 2019, 07:51

Du kannst halt am Mist bzw. Kompost nicht viel ändern und die Düngeempfehlung nach Kinsey passt selten zu dem, was da drin ist (dann gäbs ja kein Problem...) Wie willst du also nach Kinsey nur mit Mist/Kompost auskommen? :hmm:
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Re: Tiefenpflügen

Beitragvon Fred am Mo 6. Mai 2019, 00:40

Rohana hat geschrieben: Wie willst du also nach Kinsey nur mit Mist/Kompost auskommen? :hmm:


Habe ich behauptet, daß es mit NUR Kompost /Mist auch geht? Warum wird immer entweder-oder gedacht? Habe ich mich nicht explizit gegen das Wörtchen "ausschliesslich" gewandt? Man darf neben Mist auch sowas wie Kalk oder Gips ausbringen, und auch ein Biobauer darf z.B. Kupfersulfat einsetzen. Gerade beim Kinsey/Albrecht System sollte man aufhören in Entweder/Oder zu denken. In dem Buch "The intelligent Gardener" listet Steve Solomon in seinen Worksheets die Mineralgehalte etlicher natürlicher Düngemittel wie Knochenmehl auf, so daß man aussuchen kann. Aber einfacher ist natürlich mit "isolierten" Nährstoffen, also meist Sulfate (S-fehlt inzwischen eh immer) zu arbeiten.
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