historische Türangeln gesucht

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Re: historische Türangeln gesucht

Beitragvon Dyrsian am So 24. Feb 2019, 14:40

Das Holz erweist sich zunehmend als Problem.
Leider habe ich doch immer wieder irgendwo Äste drin. Das würde mich nicht weiter stören, wenn die allerdings am Rand eines Bauteils sind, gibt es Löcher, was schlimm aussieht. Also so sägen, dass die Nüsse irgendwo in der Mitte sind oder ganz wegfallen. Nur die Sprossen müssen astfrei sein, weil sie sonst brechen.
Leider gibt es aber auch ohne Ende Risse. Ich hab nun die Querstreben fertig abgerichtet, gehobelt und zugesägt - bei einer ist mir dann leider zu spät aufgefallen dass ein fetter Riss drin ist. Weil da, vom Holz abgesehen, aber 90 min Arbeit drinstecken (ja, per Hand dauert es etwas länger :grr: ) habe ich mich entschlossen den Riss mit (Knochen)Leim zu füllen, zu verpressen und es dann weiter zu verwenden. Statisch ist das kein Problem, denn da kommt ein Zapfen dran, der das Holz dann im Zapfenloch ohnehin "zusammenpresst". Es geht mir nur drum, dass es beim Zapfen anfräsen nicht ausbricht. Ob meine OP erfolgreich war, wird sich zeigen!

Spaß macht das Projekt ja vielleicht grade aufgrund der Herausforderung - ich muss eben mit dem arbeiten was ich habe. Dazu zählt nun auch ein (sackteurer) Fasenfräser, das anfasen von Hand war der Gemahlin nicht genau genug. :lol:
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Re: historische Türangeln gesucht

Beitragvon emil17 am So 24. Feb 2019, 21:46

Schade wegen der Risse!
Ein weiteres Problem ist, dass das Holz durch die Längsrisse breiter wird, d.h. parallel gehobelte Kanten von längsrissigem Holz sind nach dem Heile machen nicht mehr parallel.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: historische Türangeln gesucht

Beitragvon Dyrsian am Fr 15. Mär 2019, 11:45

Es geht munter weiter, wenngleich es noch keine hübschen Fotos vom Gesamtkunstwerk gibt.
Nach insgesamt ca. 20 Arbeitsstunden sind alle Bauteile abgerichtet, gehobelt und zugeschnitten. Die Zapfen - insgesamt 12 - sind angebracht, zum Teil gefräst, zum Teil gesägt. Leider kann man nicht alles mit der Fräse machen, das hat was mit meinem abgesaugten Anschlag zu tun, egal. Der Falz für die Füllungen ist auch bereits gefräst. Man merkt der Fräse an, dass sie mit ihren 1400 Watt bei großen Falzen echt in die Knie geht, grade wenn die Fräser stumpf sind. Kann man hartmetallbestückte Nutfräser nachschärfen lassen? Allgemein hilft nur langsamer Vorschub und alles in 0,5 cm Schritten einfräsen. Eventuell rüste ich mal auf eine Trend OF 11 um, die soll einen integrierten Fräslift haben.
Bei so großen Werkstücken komme ich mit meiner Ausrüstung und auch meiner 9 m2 großen Werkstatt echt an die Grenzen. Zum Fräsen der langen Seitenteile (207 cm) muss ich die Multiwerkbank nach draußen fahren, weil die Werkstatt zu kurz ist. Zum Dickenhobeln der langen Teile baue ich ein Fenster aus. :grinblum: Ich werde mir vor dem nächsten Projekt ein Absaugfaß mit Zyklon bauen, der Dickenhobel ist wirklich super aber er macht eine so unvostellbare Schweinerei, fürchterlich. Das sind 100te Liter Späne die ohne Absaugung quer durch die Werkstatt fliegen, geht irgendwie gar nicht.

Bei den Küchentüren habe ich mit unverdeckten Zapfen gearbeitet, das hatte den Vorteil dass man die Zapfenlöcher auf der Tischfräse machen konnte. Bei der jetzigen Zimmertür war mir das aber zu wenig Verwindungssteif, daher habe ich mich für ganz normale Zapfen entschieden. Ich hatte ganz vergessen, wieviel Arbeit es ist 12 Zapfenlöcher von Hand auszustemmen. :) Ja, man könnte die handgeführte Oberfräse nehmen, aber da hab ich zuviel Angst dass mir das Biest abhaut. Wenn so eine Langseite beschädigt wird ist das nicht nur ärgerlich sondern auch finanziell ein echter Verlust. Ich hab die Zapfen nur 2,5 cm lang gemacht, jetzt geht mir ein bisschen die Muffe dass die zu kurz sind. Zum Ausgleich versuche ich sie wirklich extrem passgenau zu machen, nach dem Motte "ein 2,5 cm Zapfen der passt ist besser als ein 5 cm Zapfen der wackelt". Sie sind auch nur 1 cm dick, das ist in meinen Augen aber ok, weil in diese Richtung keine Kraft wirkt, das Gewicht hängt ja in der Senkrechten. Ich hab mich da etwas verkünstelt, weil ich geistig noch zu sehr in den Küchentüren war. Wenn man die Seitenteile nicht auf Gehrung einsetzt, muss man die Zapfendicke an die Fälze anpassen, ist kompliziert zu erklären. Allgemein ist es echt irre, was für ein komplexes Gebilde so eine Tür darstellt.
Achso, Einschraubbänder habe ich soeben bestellt. Mal sehen ...
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Re: historische Türangeln gesucht

Beitragvon mot437 am Fr 15. Mär 2019, 12:30

wen du links und rechts im schlitz ein borloch setztzt auf der ständerbormaschine und bei der materialstärke seitlich ein gleichebenes bret aufdopelst beim einspanen soltest du problemlos dort ne late als oberfräsenanschlag dort aufschrauben könen
Sei gut cowboy
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Re: historische Türangeln gesucht

Beitragvon emil17 am Fr 15. Mär 2019, 12:52

Leg dir eine Fein Multimaster Vibrationssäge unter den Weihnachtsbaum. Damit kann man blitzschnell Zapfenlächer machen. Wenn man als Führung einen Abfall mit gerader Kante auf das Werkstück klemmt, wird es auch genau.
Spätstens wenn du knifflige Einbausituationen hast oder Löcher an bestehender Konstruktion schräg über Kopf machen musst, wirst du das Teil zu schätzen wissen.

Bei einer Oberfräse führt nichts an scharfen Fräsern vorbei - wenn das Ding genug Saft hat, brennt es die Oberflächen schwarz. Das ist vor allem bei harzigem Holz ein Problem, auch sind manche Hölzer wie Nussbaum hier sehr empfindlich.

Theoretisch kannst du versuchen, mit einer Diamantfeile die Schnittkanten wieder nachzuschärfen. Es geht auch auf der Diamantscheibe einer Flex, braucht dann aber eine sehr ruhige Hand.
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