Pilzzucht mit Körnerbrut - und dann?

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Gaggele
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Re: Pilzzucht mit Körnerbrut - und dann?

Beitrag von Gaggele » Di 23. Jun 2015, 07:44

Ich kenn mich da auch nich so gut aus, aber das Judasohr ist ja nicht zu verwechseln :)
Hab ich übrigens bei Kai Sackmann kennengelernt. Wer sich für Nahrung aus der Natur und Outdoor-Erlebnisse erwärmen kann sollte unbedingt mal nach ihm googeln, lohnt sich echt! Hab schon viel gelernt, auch wenn ich nicht ganz so extrem unterwegs bin wie er. Und er hat eine wirklich nette Art!
Gruß, Gaggele

Lumberjack
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Re: Pilzzucht mit Körnerbrut - und dann?

Beitrag von Lumberjack » Do 25. Jun 2015, 00:16

Sacky kenn ich. Ich glaub nach seiner Anleitung, hab ich wohl meinen Korb geflochten.
Rettet die Wälder, esst mehr Biber!

hobbygaertnerin
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Re: Pilzzucht mit Körnerbrut - und dann?

Beitrag von hobbygaertnerin » So 4. Okt 2015, 08:58

Habe mir den Luxus eines Pilzzuchtkurses geleistet-
mal sehen, was von dem ganzen Wissen dann in Form von Pilzen heranwächst.
Angeblich kann man Sommers wie Winters frisch geschnittene Laubholzrundlinge verwenden- Einschnitt mit der Motorsäge und die Körnerbrut in diese Keillöcher füllen, mit breitem Klebeband gut zukleben und kleine Löcher mit einer Nadel ins Klebeband stechen.
Mit dem Rest der Brut möchte ich abgekochte Hackschnitzel impfen.
Habe es schon mal geschafft, aus einem kleinen Austersaitling eine Pilzbrut heranzuziehen,
es dauert sehr lange, konnte dann allerdings 15 kg Saitlinge ernten.
Im nächsten Jahr hat sich leider ein anderer Pilz durchgesetzt und damit war Schluss mit Ernte.
Aussage des Referenten- Pilze züchten ist ein wenig wie Imkern,
jeder macht seine eigenen Erfahrungen und wenn 5 Experten gefragt werden, gibts 6 Meinungen.
Auf alle Fälle lasse ich zukünftig die Hände von Pilzbrut aus dem Gartencenter, es wird oft viel zu lange gelagert, braucht angeblich kühle Lagerung, habe damit auch noch nie so rechte Erfolge erzielt.
Ich habe aus Pilzzuchtbüchern gelesen, dass man die geimpften Rundlinge in grosse Plastiksäcke verpacken und einigermaßen warm stellen soll-
ist angeblich doch wieder nicht so gut,
Rundlinge stehend in einen Blumentopfuntersetzer stellen und ganz leicht giessen, wegen der Austrocknung.
Ohne ausreichenden Schutz vor Schnecken kann man draussen die Pilzzucht leider vergessen.
Bis jetzt habe ich fast jede Pflanze irgendwie hochpäppeln können, aber mit den Sonderlingen mit Hut- habe ich einiges an Misserfolgen hinter mir.
Bin echt gespannt, ob mit der frischen Brut und dem Wissen vom Kurs jetzt doch mal irgendwann Ernte möglich sein kann.

Olaf
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Re: Pilzzucht mit Körnerbrut - und dann?

Beitrag von Olaf » Mo 7. Dez 2015, 17:04

Moin Hobbygärtnerin,
Deinem Beschreiben im Pilzthread nach hat es ja jetzt wohl super geklappt. :daumen:
Weißt Du noch, wie DU das mit der Körnerbrut gemacht hast, ich hab da auch schon wieder verschiedenes gelesen...ja eben, 3 Experten, 4 Meinungen. Also ich geh jetzt, vielleicht falsch, davon aus, dass Körnerbrut das gleiche meint wie Getreidebrut?
LG
Olaf
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Olaf
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Re: Pilzzucht mit Körnerbrut - und dann?

Beitrag von Olaf » Di 15. Dez 2015, 20:41

So, ein Experiment!
Ich orientiere mich hier
http://www.pilzzucht.eu/Herstellen-von-Koernerbrut.html
und da
http://kulturpilz.de/viewtopic.php?t=813 dran.
Und an meiner Beobachtung: Wenn Austerseitlinge im Supermarkt auch nur einen Hauch zulange rumliegen, bildet sich weißes "Fell", wenn das kein Schimmel ist, sieht ja auch nicht so aus, muss es Myzel sein. Ich musste aber Weizen nehmen, Roggen hatten wir grad nicht.
Ich hab grad noch 3 Gläser im Schnellkochtopf, da versuche ich so steril wie möglich zu arbeiten, und 3 Gläser, naja, eins ist ein 1 kg-PLasteeimer, weniger steril.
(Ich hatte mich verschätzt, wie doll das Getreide quillt, und es ist immer noch Futter morgen für die Entchen übrig geblieben.)
Newsticker: Der SKT scheint nicht mehr in Ordnung zu sein, wir habe ihn jahrelang nicht benutzt. Hat sein Wasser verloren, zwei Gläser sind geplatzt und es stinkt hier angebrannt. :pfeif:
Ich versuche trotzdem, irgendwas zum wachsen zu bewegen, mal sehen...
LG
OLaf
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Re: Pilzzucht mit Körnerbrut - und dann?

Beitrag von Sabi(e)ne » Di 15. Dez 2015, 22:31

Kann es sein, daß die sterilisierten Brutkörner eigentlich noch ein paar Symbionten brauchen, um vernünftig zu wachsen, die aber nicht mitgeliefert werden?
Sonst wäre es ja mit der Vermehrung ja eigentlich viel zu einfach? :pfeif:
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Re: Pilzzucht mit Körnerbrut - und dann?

Beitrag von Olaf » Mi 16. Dez 2015, 08:38

Ich habe keine Brutkörner, ich habe Pilzstücken reingeschnippelt.
Ich habe mehrfach gelesen, dass Außernseitling "aus sich selbst" heraus wieder wächst, Myzel bildet, und zwar schon nach wenigen Tagen, und er der einfachste von allen sei.
Drum probier ich das ja. Ob es wirklich einfach ist. :aeh:
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Re: Pilzzucht mit Körnerbrut - und dann?

Beitrag von hobbygaertnerin » Mi 16. Dez 2015, 12:19

@Olaf,
die Körnerbrut war mit Hirse.
Stroh 48 Stunden in Wasser einweichen, dann abtropfen lassen, auf einer Folie das Stroh mit der Brut gut vermischen und entweder in lebensmittelechte Eimer mit reingeborten Löchern dicht reinpacken und festgeschlossenem Deckel warm stellen, oder in saubere Plastiksäcke, die nicht zu grosse Durchmesser haben - höchstens 30 cm, zubinden und Löcher reinstechen- warm stellen-
wenn sich das Myzel gut im Stroh vermehrt hat- kühler stellen.
Noch besser wäre, das Stroh auszukochen, aber ich Doofi habe leider unseren alten Waschkessel irgendwann entsorgt.
Habe Austerseitlinge auch schon mit Laubhackschnitzel gemacht, aber da muss man echt aufpassen, dass sich nicht im Laufe der Zeit andere Pilzarten durchsetzen.
Man kann auch ein Stück vom Austernsaitlingstiel möglichst sauber rausschneiden, in aufgeweichter Pappe das Myzel anwachsen lassen und dann nach und nach mit Hirse oder abgekochten Hackschnitzeln füttern.
Dauert allerdings ganz schön lange, bis genug vermehrungsfreudiges Myzel vorhanden ist.
Ich vermute auch- wie Sabi(e)ne schreibt, dass da noch irgendwelcher Zusatz dazukommt- denn so schnell wie sich das gekaufte Myzel vom Pilzkurs ausgebreitet hat- das kannte ich weder von im Gartencenter gekaufter Pilzbrut noch von meinen eigenen Versuchen.
Der Nachteil vom Stroh ist, dass es noch 2- 3 mal verbraucht ist- aber soweit ich mitbekommen habe, ist diese Strohmasse ein wunderbares Bodenfutter.
Ich nehme mir jeden Winter vor, mit der Pilzkultur weiterzukommen, um eben auch selbst Myzel zu vermehren, aber das gekaufte Myzel war sehr praktisch und bequem- ein Beutel reicht für einen kleinen Strohballen.
Wir haben nur grosse Quader, also habe ich ungefähr geschätzt die Menge Stroh eines kleinen Ballens in der Regentonne eingeweicht-

Olaf
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Re: Pilzzucht mit Körnerbrut - und dann?

Beitrag von Olaf » Fr 18. Dez 2015, 21:10

Moin, ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber das Zeug wächst....
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LG
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Re: Pilzzucht mit Körnerbrut - und dann?

Beitrag von Naturräuber » Fr 18. Dez 2015, 21:58

Das sieht gut aus Olaf! :daumen:

Ich hab einen kleinen Teil der gekauften Körnerbrut einfach, noch mal mit Getreide angesetzt, war mir nicht sicher ob das überhaupt was wird, war unsteril, und mir war auch nicht ganz klar was ich da überhaupt tue.. :rot:
Einen Teil Baumstämme hab ich mit der gekauften Brut geimpft, und in einer anderen Ecke alles mit der eigenen...und siehe da es hat geklappt! :michel:

Es waren Austern- und Shitakepilze, dadurch das die Stämme total frisch gefällt waren, hat es ewig gedauert, bis zur Ernte. Die Mäuse haben auch noch einen Teil der Brut weggefuttert...
aber insgesamt, finde ich lohnt sich das mit der Pilzzucht. Und optisch sieht es auch toll aus...finden wir.
Liebe Grüße! Dela

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