Beetplanung - ich verzweifle!

Archibald
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Beetplanung - ich verzweifle!

Beitrag von Archibald » Mo 2. Jan 2017, 12:52

Jetzt ist es so schön früh im Jahr, und ich habe mich an die Planung des Gemüsegartens gesetzt. (Gleich mit einem unguten Gefühl, wirklich durchgestiegen bin ich da noch nie...) Dabei sind die Einzelkomponenten ja recht gut zu verstehen. Nur alle zusammen bekommt man nie unter.
Also, prinzipiell sind immer vier Beete eine Einheit, Wechsel von Gründüngung zu Starkzehrern, über Mittel- zu Schwachzehrern. Fein. Kohl ist ein Starkzehrer. Da mag ich einen ganzen Schwung von, z. B. Blumenkohl, Brokkoli, Weiß- und Rotkraut. Ein Starkzehrerbeet für Kohl wäre also gut. Jetzt verträgt sich der aber wohl untereinander nicht. Dann müsste ich ich mit was anderem abwechseln. Ich habe was von "Endivie, Salat, Sellerie" als gute Kombinationen mit Blumenkohl gelesen. Aber um zusammen mit dem Kohl zu wachsen, müssten das doch auch Starkzehrer sein. Und dann habe ich außerdem nächstes Jahr schon zwei Pflanzenfamilien, die nicht auf dieses Beet dürfen. :motz:
Ich habe einen Plan gefunden, wo im Starkzehrer-Beet Kohlrabi mit Brokkoli, Rettich mit Butterkohl und Kohlrabi mit Blumenkohl in der Reihe wechselt, außenrum steht Spinat. Aber da hat Kohl ja immer Kohl als Nachbarn. - Oh Mann.
Ich habe über mehr Beete nachgedacht (acht Beete, alles doppelt, einmal Starkzehrer mit und einmal ohne Kohl oder so). Platz habe ich genug, Zeit sowieso keine. :mrgreen: Aber irgendwie geht auch das nicht auf. Und dann noch dieser ganze Schrott mit der Vor- und Nachkultur... :platt:

Eigentlich müsst das perfektes Betätigungsfeld für ein PC-Programm sein aber anbeeten.de, das ich im Netz gefunden habe, hat zu gestern den Betrieb eingestellt, und ein brauchbares anderes, das auch noch für Deutschland passt, ist mir nicht begegnet. Peterle hatte mal gesagt, dass er sowas schreibt - das ist aber noch nicht zufällig vermarktungsfähig? Bevor ich hier weiter ergebnislos Zettel vollkrakele, würde ich gerne ein Programm kaufen, aber es scheint da echt nichts zu geben.

Hat bitte jemand gute Ideen? :bet: Ich mag viel lieber Samen in Töpfe stecken, als mir irgendwelche Beete vorstellen...
Christina

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Thomas/V.
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Re: Beetplanung - ich verzweifle!

Beitrag von Thomas/V. » Mo 2. Jan 2017, 13:07

Hallo, Christina!
Ich mag viel lieber Samen in Töpfe stecken, als mir irgendwelche Beete vorstellen...
Das geht mir auch so...

Also, ich sag mal so: man muß das alles nicht so ernst nehmen, sondern es als grobe Orientierungshilfe und nicht als Befehl ansehen, den man unbedingt ausführen muß.

Im Allgemeinen kann man Stark- und Mittelzehrer auf ein Beet pflanzen, ebenso Mittel- und Schwachzehrer. Man sollte nur vermeiden, auf ein frisch und intensiv gedüngtes Beet Schwachzehrer zu setzen oder auf ein "altgedüngtes" Beet Starkzehrer.
Kohlpflanzen kann man eigentlich alle miteinander auf ein Beet setzen, sie vertragen sich nur nicht nacheinander auf dem selben Beet.

Hat man genügend "Powerdünger" gedüngt, könnte man auch mal Starkzehrer nicht miteinander verwandter Arten (z.B. Tomaten und drunter Kohlrabi) auf ein Beet setzen, wenn sie sich nicht gegenseitig behindern.
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!

Archibald
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Re: Beetplanung - ich verzweifle!

Beitrag von Archibald » Mo 2. Jan 2017, 17:44

Hey Thomas,
vielen Dank für deine Antwort! Legst du dann mehr Wert auf Fruchtfolge statt auf die Stark- und Schwachzehrer-Geschichte?
Ich habe bisher zwar ab und zu mal irgendwas angepflanzt, aber geplant war da wenig, und ein wirkliches Anlegen von Beeten lohnte sich nicht, weil wir nirgendwo so lange gewohnt haben. Aber jetzt und mit der drohenden, ewigen Verseuchung des Bodens durch die Kohlhernie im Hinterkopf, erscheint mir das Ganze weniger als lustiges Ausprobieren, sondern mehr als Überlebenskampf... :ohoh: Dabei will ich eigentlich Samen bestellen und die Fensterbänke mit kleinen Töpfen vollstellen...

Archibald
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Re: Beetplanung - ich verzweifle!

Beitrag von Archibald » Mo 2. Jan 2017, 17:46

Was haltet ihr denn von diesem Plan?
http://www.fug-verlag.de/on3621
Wenn der etwas taugt, könnte ich ihn im Groben nachpflanzen, ein paar Sachen, die ich nicht mag, ersetzen, und alles wäre viel einfacher... :)

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Re: Beetplanung - ich verzweifle!

Beitrag von henmen » Mo 2. Jan 2017, 18:34

Hi Archibald,

... in England sind die "5-A-DAY" Gärten sehr verbreitet - das heißt, dass Ziel ist es über das ganze Jahr jeweils 5 frische Zutaten ernten zu können, wobei 10 Quadratmeter Anbaufläche (egal ob im Beet oder in Töpfen kultiviert) für 2 Erwachsene ausreichen soll.

Hier als Beispiel der Link zu einem Pflanzplan: http://www.5adaygarden.co.uk/pdf/5-A-Da ... lanner.pdf der Firma Burgon & Ball

Gruß

Henmen
... auch so kann Landwirtschaft sein: http://www.polyfaces.com/trailer-deutsch/

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Re: Beetplanung - ich verzweifle!

Beitrag von Dyrsian » Mo 2. Jan 2017, 20:02

Du sollst nur nicht jedes Jahr kohlartige auf ein Beet setzen wegen der Kohlhernie.

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Thomas/V.
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Re: Beetplanung - ich verzweifle!

Beitrag von Thomas/V. » Mo 2. Jan 2017, 20:21

Legst du dann mehr Wert auf Fruchtfolge statt auf die Stark- und Schwachzehrer-Geschichte?
Ja. Aber auch da kann ich keine 6 Jahre Pause bei Kohl oder Kartoffeln machen, 1-2 Jahre reichen bei mir auch aus. Ich passe nur auf, das keine verwandten Arten direkt nacheinander kommen, ansonsten eher nur Pi x Daumen...
Kohlhernie hab ich hier wohl keine, der ist es hier wohl zu kalt :lol:
Was haltet ihr denn von diesem Plan?
Ja, als Anhaltspunkt für den Anfänger kannste Dich schon damit befassen. Wobei da auf dem Plan die als Starkzehrer gekennzeichneten m.M. nach zu den Mittelzehrern gehören, außer dem Blumenkohl. Spinat oder die kleinen Kohlrabi setze ich nicht aufs Starkzehrerbeet.
Starkzehrer sind bei mir Tomaten, Kopfkohl, Riesenkohlrabi, Mais und Rübenartige, Gurken, Kürbis, Zuccini, Sellerie und Kartoffeln.
Alles andere ist dann Mittel- und Schwachzehrer, wo ich es nicht mehr so genau nehme.
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Re: Beetplanung - ich verzweifle!

Beitrag von Buchkammer » Di 3. Jan 2017, 15:45

Hi Archibald,

Deiner erster Post liest sich so, als seist du ganz schön gestresst wegen der Beetplanung. Komm zur Ruhe und mach dich nicht so verrückt, wenn nicht gleich alles funktioniert. Ich richte mich auch grob nach den Stark,- Mittel- und Schwachzehrern - lasse auch mal ein Beet im Jahr mit Gründüngung in Ruhe und achte darauf, dass eben gleiche Pflanzenfamilien nicht hintereinander angebaut werden.

Von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten blieb noch keiner verschont - erst dann ist ein Eingreifen in die natürliche Wachstumsphase der Pflanzen meiner Meinung nach notwendig.

Zur Planung: Ich führe jetzt seit 2010 Buch über den erfolgten Anbau auf den einzelnen Beeten; wann, was, wo gesät, gepflanzt, gedüngt, geerntet wurde und als Statistik-Freak sogar manchmal die Menge der Ernte. Alles was auf den Beeten passiert, ob Schädlingsbefall, Krankheit, Beikraut reguliert etc. wird mehr oder weniger akribisch im Buch festgehalten.
So eine Art Notizbuch im A5 Format. An der Seite für jedes Beet 5-6 Seiten vorgesehen und zur schnelleren Aufwindbarkeit, ausgeschnitten. Für den großen mehrjährigen Überblick nutze ich eine selbst erstellte Tabelle der Software Libre Office. Da sehe ich dann sofort, was über die Jahre auf den Beeten angebaut wurde und kann entsprechend planen.
Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern. (Rūmī)

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Re: Beetplanung - ich verzweifle!

Beitrag von sheeplady » Di 3. Jan 2017, 19:55

Hi Archibald,

in den ersten Jahren meines gärtnerischen Werkelns habe ich jeden Winter wieder versucht, optimale Pflanzpläne zu erstellen und Stunden damit zugebracht, die von mir gewünschten Kulturen auf Papier-Beeten hin und her zu schieben ohne jemals wirklich alles gut und sinnvoll unterzubringen. Zum Verrücktwerden.

Inzwischen achte ich nicht mehr auf Stark-, Mittel und Schwachzehrer, sondern - wie Thomas/V. auch schrieb - mehr auf die Fruchtfolge und ganz besonders auf gute Pflanzgemeinschaften, also die Mischkultur. Ich bin seit längerem weg von dem Denken in Beeten und habe auf meinem Gartenland einfach nur Reihen von West nach Ost - fertig. Damit ich überall zum Ernten und Pflegen hinkomme ohne den Boden zu sehr zu belasten, mulche ich mit Brennnesseln (super für Nährstoffe und Gesundheit) und mit Rasenschnitt oder auch mal mit Stroh. Immer nur dünn und dafür öfter, damit es nicht fault und auch die Schnecken kein Versteck finden.

Diese Mischkultur in Reihen sieht dann bei mir z. B. so aus, dass Zwiebeln und Möhren und Lauch und Möhren nebeneinander stehen, also abwechselnd in Reihen, zu Radieschen oder Rettich kommen Salat und Kohlrabi. Reihen mit Bohnen bekommen immer Bohnenkraut als Nachbarreihe und Gurken bekommen Dill (den streue ich zwischen die Reihen, er braucht wenig Platz). Zu Kohlarten pflanze ich immer Knollensellerie und zu Kartoffeln kommen Ringelblumen, ebenso zu Tomaten. Dabei versuche ich, Kartoffeln möglichst weit weg von Tomaten zu pflanzen. Wenn ich von einer Sache viel brauche, dann gibt es halt irgendwo weitere Reihen - immer mit den passenden Nachbarpflanzen. In Lücken innerhalb der Reihe (vor allem bei vorgezogenen Kulturen, die weit auseinander gesetzt werden) säe ich einzelne Samen Salat oder Kohlrabi o.ä., die dann später anderswo hin versetzt werden, wenn die anderen Pflanzen den Platz brauchen. So habe ich davon immer Jungpflanzen ohne extra Saatbeet.

Von Jahr zu Jahr verschieben sich die Reihen automatisch, da messe ich nichts aus, das ergibt sich, da ich jedes Jahr an anderer Stelle mit der ersten Aussaat beginne - wie es mir halt gerade gefällt. Da ich fast nur fertigen oder fast fertigen Kompost (aus Gartenabfällen und Tiermist) und Gesteinsmehle etc. ausbringe und keinen frischen Mist, brauche ich auch nicht darauf achten, dass ich bestimmte Teile nur mit bestimmten Pflanzen bestücke.

Das ist jetzt sicher nicht der Hit wie ich das mache, aber wir ernten eigentlich immer genug und vor allem entspannt. Sicher kann man auch dieses System optimieren, aber das mache ich dann mal, wenn ich Rente bin (und noch Lust dazu habe) :)

Woran ich derzeit knabbere, sind die Sorten. Über Jahre wusste ich, welche Sorte Stangenbohne, welche Sorten Tomaten etc. Seit 5 Jahren wohnen wir nun in einem ganz anderen Klima und ich bin immer noch am Experimentieren, was denn nun hier am besten wächst. Da sitze ich wieder mal seit Tagen dran :pfeif:

LG
S.
Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu. (Ödon von Horvarth)

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Re: Beetplanung - ich verzweifle!

Beitrag von zaches » Mi 4. Jan 2017, 12:01

Archibald - entspann Dich!
Wir machen es hier ähnlich wie Sheeplady - allerdings habe ich verschiedene Beete - da ich auch immer Beete für die Kindergruppe und Kurse reserviere - damit die Teilnehmer den überblick n icht verlieren.
ICh habe gute Erfahrungen mit dem Buch: Der Biogarten von Marie-Luise Kreuter gemacht. Gerade für den Einstieg in die Gemüsegärnterei.
Ansonsten läuft es bei uns auf Mischkultur raus. Und auch da gibt es viele Bücher, die nette Pläne haben. Z.Bsp Mischkultur im Hobbygarten von Schwester Christa Weinrich
Die kann mal erstmal ausprobieren und im Laufe der Zeit, merkst man schon, wo der wäremste Ort im Garten ist im Frühjahr für die dicken Bohnen und den ersten Schwung Salat.

lg, zaches
"Erdachtes mag zu denken geben, doch nur Erlebtes wird beleben." Paul von Heyse

www.hilshof.de

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