Brennnesseln zubereiten und dann einfrieren, geht das?

Thoreau
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Brennnesseln zubereiten und dann einfrieren, geht das?

#1

Beitrag von Thoreau » Do 18. Aug 2016, 23:21

Hallo, liebe Experten

Ich habe ein paar Brennnesselzubereitungen probiert und es hat wirklich gut geschmeckt. Brennnessel-Salat und Brennnessel-Spinat. Sicher gibt es noch weitere Möglichkeiten.

Hat jemand schon mal probiert, irgendwelche Brennnesselspeisen einzufrieren? Denn jetzt gibt es ja noch reichlich zu ernten, aber ab Ende September werden die Blätter dünner.

Ich habe gelesen, dass man für die Zubereitung von Brennnesseln nur junge Brennnesseln und davon auch nur die oberen Drittel verwenden soll, weil die Brennnesseln Nitratssammler sind. Nun frage ich mich, was das ausmacht, wenn man zum Beispiel einen Brennnesselspinat kocht, dann einfriert und später erneut erhitzt. Bei echtem Spinat soll man das ja wohl nicht machen, weil er dann irgendwelche Giftstoffe entwickelt.

Hat jemand von euch damit Erfahrungen?

Danke

Thoreau

viktualia
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Re: Brennnesseln zubereiten und dann einfrieren, geht das?

#2

Beitrag von viktualia » Fr 19. Aug 2016, 10:05

Ich hab keinen Tiefkühler;
aber das "Gift" sind Nitrosamine, dass, was auch bei Spinat passiert.
(Aus dem gleichen Grund, dem Eiweissgehalt).
Spät am Tag ernten tut abhilfe (Nitrat schon eingebaut durch Sonne), keinen Käse o.ä. dabei auch.

Thoreau
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Re: Brennnesseln zubereiten und dann einfrieren, geht das?

#3

Beitrag von Thoreau » Fr 19. Aug 2016, 13:41

viktualia hat geschrieben:Ich hab keinen Tiefkühler;
aber das "Gift" sind Nitrosamine, dass, was auch bei Spinat passiert.
(Aus dem gleichen Grund, dem Eiweissgehalt).
Spät am Tag ernten tut abhilfe (Nitrat schon eingebaut durch Sonne), keinen Käse o.ä. dabei auch.
Danke, deutest du an, dass Brennesseln gar nicht so gesund sind, wie es oft gesagt wird? Und was hat der Käse damit zu tun?

Das beste, was ich bisher daraus gemacht habe, war Brennesselspinat mit Kartoffelbrei und Spiegelei. Könnte ich jeden Tag essen.

Wie wird das Nitrat durch die Sonne eingebaut? In die Brennessel?

viktualia
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Re: Brennnesseln zubereiten und dann einfrieren, geht das?

#4

Beitrag von viktualia » Fr 19. Aug 2016, 15:38

Nein, ich deute an, dass ich weis, warum man Spinat nicht aufwärmen soll.

Brennessel ist wahrscheinlich gesünder als Spinat, schlicht weil er nicht hochgezüchtet ist.
Es geht ums warmmachen, also 2mal erhitzen. Soll man ja bei Spinat oder Pilzen nicht machen, weil das Eiweiss dabei auf ne Art abgebaut wird, die nicht gesund ist. Nitrosamine halt. Ist Käse dabei, oder gar Pökelsalze, wird es ganz schlimm, da ist nochmal Eiweiss drin. (Nitritpökelsalz, Milcheiweiss). (Toast Hawai ist aber auch nicht ohne...)
Wie wird das Nitrat durch die Sonne eingebaut?
Stickstoff, N wie Nitrogenium, genannt, ist Hauptbestandteil der Aminosäuren, des Eiweiss´; ist Hauptnährstoff der Pflanzen.
Nitrat, Nitrit, Nitrosamine sind "Zwischenstufen".
Der Stickstoff kommt durch die Wurzeln hoch und wird je nach Sonnenmenge verbaut, damit die Pflanze wächst.
Bei Spinat ist problematisch dass es eine Winterfrucht ist, da sind weniger Sonnenstunden, deshalb höheres Aufkommen der "Zwischenprodukte". Sowieso schon, nach dem Aufwärmen nochmal mehr.
Wenn du Riesenmengen einfrieren willst, tät ich mir da Gedanken machen, ansonsten reicht mMn ernten wenns paar Stunden sonnig war.
Ich liebe überbackene Brennesseln. Oder Lachslasagne mit Brennesseln! Das wär aber z.B. was, was ich nicht zum (zusammen) Einfrieren empfehlen würde.

P.S.: Da Brennesseln nicht im Spätherbst/Winter geerntet werden und auch nicht "Nitratsammler" sondern "Stickstoffzeiger" sind (was keinen großen Unterschied macht), könnte ich mir vorstelllen, dass das nur einer der vielen Hypes ist, die es heutzutage so gibt.
Also möglich, dass es (im Herbst) so ist, aber unwahrscheinlich, dass es giftiger ist als halt so was wie Toast Hawai oder Kassler.

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Re: Brennnesseln zubereiten und dann einfrieren, geht das?

#5

Beitrag von viktualia » Fr 19. Aug 2016, 16:01

Ich habs jetzt nochmal gegoogelt,
https://de.wikipedia.org/wiki/Nitrate
ziemlich weit unten bei Gesundheitliche Bedeutung stehts: es ist für Säuglinge gefährlich. Für Erwachsene in völlig anderen Mengen. Es macht was mit dem Blut, was Erwachsene ausgleichen/rückgängig machen können, Babies aber noch nicht.
Weiter oben ist was über "Giftig erst im 2stelligen Grammbereich", aber vorher schon ungünstig. (Bei Eigenschaften.)

Also Brenneselmässig würde ich sagen: Hype, vergiss es; iss und frier es ein, so viel wie du magst.

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Re: Brennnesseln zubereiten und dann einfrieren, geht das?

#6

Beitrag von Hildegard » Fr 19. Aug 2016, 21:24

Also ich trockne die Blätter und pulverisiere sie , das Pulver kommt dann hinein, wo es passt.Nitrat sammelt sich überwiegend in den Stängeln.Samen werden auch getrocknet.Brennnessel ist eine uralte Heilpflanze sie liefert neben Chlorophyll sehr viel Eisen ,Calcium und Eiweiß. Nur robuste Menschen sollen sie roh verzehren.Einfach dämpfen.Ich kann mir auch vorstellen sie einzufrieren, aber ich würde nur die Blätter einfrieren, nicht das ganze Gericht.
LG Hildegard
Trau nie dem Ort an dem kein Unkraut wächst ;)

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Re: Brennnesseln zubereiten und dann einfrieren, geht das?

#7

Beitrag von Thoreau » Sa 20. Aug 2016, 14:13

Ich danke euch. Jetzt habe ich es verstanden. Also größtenteils kein Problem.

Die Stengel wollte ich sowieso nicht verwenden. Ich mache mir die Arbeit und streife die Blätter ab. Die direkt einzufrieren und dann im Winter auftauen und ein Gericht daraus machen, ist natürlich auch eine Möglichkeit. Ich werde gleich mal welche einfrieren und nächste Woche auftauen, mal sehen, wie sie das vertragen.

In der Welt.de steht heute auch ein Artikel über Pflanzen, die gar nicht gesund, sondern sogar schädlich sein sollen:

http://www.welt.de/wissenschaft/ernaehr ... essen.html

Ich kann es leider nicht lesen, weil ich mein Limit von kostenlosen Artikel schon erreicht habe. Aber vielleicht kann ja von euch jemand das lesen ... und hier kurz sagen, was man nicht zu Saft machen sollte :)

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Re: Brennnesseln zubereiten und dann einfrieren, geht das?

#8

Beitrag von Lehrling » Sa 20. Aug 2016, 15:04

Du hast ne PN.
Ist die Heilung von PatientInnen ein nachhaltiges Geschäftsmodell?
...Frage über erfolgreiche Medikamente und daß dadurch weniger PatientInnen zu behandeln sind...

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Re: Brennnesseln zubereiten und dann einfrieren, geht das?

#9

Beitrag von viktualia » Mo 22. Aug 2016, 10:57

Gruselig, der Artikel.
Ich mag ja eigentlich keine Smoothies, sind mir zu laut, aber ich konnte mich gar nicht freuen über diese "Warnung".
Ist es wirklich so, dass man heutzutage das in rohen Bohnen enthaltene Gift als Novum ausschlachten kann?
O.K., irgendwann wusste ich auch noch nicht, dass man Kartoffeln, Auberginen, Bohnen und Hollunder nur gekocht geniessen sollte, aber dass die damit (zumindest indirekt) die Begründung "Wildpflanzen sollten nur von Botanikern gesammelt werden" ableiten, fand ich schon ein starkes Stück.

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Re: Brennnesseln zubereiten und dann einfrieren, geht das?

#10

Beitrag von Lehrling » Mo 22. Aug 2016, 17:55

viktualia hat geschrieben:Gruselig, der Artikel.
Ich mag ja eigentlich keine Smoothies, sind mir zu laut, aber ich konnte mich gar nicht freuen über diese "Warnung".
Ist es wirklich so, dass man heutzutage das in rohen Bohnen enthaltene Gift als Novum ausschlachten kann?
.
das konnte man vor gut 30 Jahren auch schon. Da kauften sich Leute auf dem Markt eine Tüte grüne Bohnen und knabberten die mit den Kindern weg. Ergebnis: Krankenhaus! :ohoh:

vielleicht sind die Leute mit den Smoothies zu gesund, daß man jetzt davor warnen muß :hmm: :pfeif:

liebe Grüße
Lehrling
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