Essbare Bambussorten/Bambusblätter

July
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Re: Essbare Bambussorten/Bambusblätter

#11

Beitrag von July » Di 8. Sep 2015, 07:48

Ich bin auf der Suche nach einer Bezugsquelle für Bambuspulver und finde da nur was in Österreich, Einsatz für Kosmetikzwecke.
Ich möchte aber Bambuspulver einnehmen.
Welche Bambussorten kann ich hier im Norden pflanzen um mal selbst ernten zu können?
Ich habe einen Bambus, der wächst zierlich und ist ca. 2 m hoch, aber ich kenne seinen lateinischen Namen nicht und mag ihn so nicht einfach essen/verarbeiten.
Und was ist Bambuskiesel??
LG von July

centauri

Re: Essbare Bambussorten/Bambusblätter

#12

Beitrag von centauri » Di 8. Sep 2015, 07:53

https://books.google.de/books?id=PuAUe9 ... el&f=false
Die Suchfunktion bei Goo.le hilft da meistens auch weiter! :)

centauri

Re: Essbare Bambussorten/Bambusblätter

#13

Beitrag von centauri » Di 8. Sep 2015, 07:56

Achso Seite 108. ;)

DieterB
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Re: Essbare Bambussorten/Bambusblätter

#14

Beitrag von DieterB » Di 8. Sep 2015, 15:58

Wenn du keine Elefanten hast werden dir die Blaetter wenig nutzen. Aber ich hab gehoert, dass Ziegen die unter Umstaenden auch verdauen koennen. Ziegen fressen ja auch Gestruepp. Aber es ist wohl nicht ueblich und wird meistens nur in Notfaellen verwendet.

Wir verwenden zum Essen nur jungen Sproesslinge. Die Stangen werden im Garten als Stuetzen verwendet. Bei uns im Tal wachsen die Gemuese in die Hoehe und brauchen Stuetzen, um nicht abzubrechen.

Ich ernte im Jahr 100 bis 200 Sproesslinge und einige hundert Stangen. Die Blaetter verwende ich zum Mulchen. Wir haben ca. 10 verschiedene Arten darunter auch zwei japanische Sassa-Grasarten.

Die ersten hab ich vor fast 20 Jahren gepflanzt. Die sind jetzt ueber 10 Meter hoch. Nach der Fachliteratur werden die neuen Stangen vier Jahre nach dem Pflanzen jedes Jahre groesser. Bei mir werden sie aber auch nach fast 20 Jahren jedes Jahr noch etwas groesser. Das liegt wohl daran, dass die Erde durch den Mulch besser wird.

Ich hatte mal Kontakt zu jemandem in der Naehe von Wien, der sagte, dass er ca. 100 Arten auf seinem Grundstueck hat. Es gibt viele Bamusarten, die -10 oder mehr Grad vertragen. Die wachsen ja auch im Nordens Japans, wo ofter meterdick Schnee liegt.

Es gibt viele essbare Arten. Wir haben hautpsaechlich Phylostachis Arten (aureosulcata, bissette, nigra, usw.) und einige Sassa und Bambusa multiplex. Davon sind mindestens drei Arten essbar, aber wahrscheinlich mehr, denn die Gartenzentren hier verkaufen den Bambus ohne die genaue Bezeichnung. Bambussprossen werden essbar indem sie einige Zeit in Wasser eingeweicht werden (ich habe den richtigen deutschen Ausdruck vergessen, gelaugt?) und gekocht werden. Roh sind sie meistens nicht sehr vertraeglich, genau wie gruene Bohnen. D. h., es gibt mehr oder weniger essbare Bambusarten, manchen schmecken schon, wenn sie nur kurze Zeit in Wasser gelegen haben. Manche sind noch nach langer Zeit unangenehm im Geschmack.

Ich hab jetzt keine Zeit, aber wenn du willst, kann ich nachsehen, welche Arten essbar sind und welche niedrige Temperaturen vertragen.

lg. Dieter
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July
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Re: Essbare Bambussorten/Bambusblätter

#15

Beitrag von July » Di 8. Sep 2015, 16:35

Danke centauri für den Buchtipp:)!!
Oh DieterB :)
Das sieht ja toll aus bei Dir im Alentejo!!!! Wir hier im Norden bräuchten winterharte Exemplare und ich würde gerne wissen aus welchen Teilen Pulver hergestellt wird, was in der Kosmetik verwendet wird und was zum Essen (als Nahrungsergänzung) für die Knochen gut ist wegen dem hohen Kieselsäuregehalt.
Kommen die im Alentejo mit wenig Wasser aus? Meine Schwester lebt dort, es ist eine schöne Gegend....
LG von July

Jul
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Re: Essbare Bambussorten/Bambusblätter

#16

Beitrag von Jul » Di 8. Sep 2015, 17:50

Wow, danke für die tollen Bilder.
Und das sind nun die Bambussprossen die man essen kann?
Ich hab mich da nie so recht rangetraut an die dicken Dinger.
Aber so landen sie dann nächstes Jahr mal nicht auf dem Kompost...

DieterB
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Re: Essbare Bambussorten/Bambusblätter

#17

Beitrag von DieterB » Mi 9. Sep 2015, 03:42

July hat geschrieben:Wir hier im Norden bräuchten winterharte Exemplare ...
Ich hatte noch keine Zeit eine Liste zu erstellen, aber viele der mittelgrossen Phyllostachys-Arten (6-20 Meter) vertragen Temperaturen von -20 bis -24 Grad. Einige davon sind auch essbar. Die ganz grossen Bambusarten (20-40 Meter) sind meistens aus tropischen Gegenden. Aber das ist sowieso nichts fuer den Heimgarten.
ich würde gerne wissen aus welchen Teilen Pulver hergestellt wird,
Ich kenn das Pulver nicht, aber die Kieselsaeure ist vor allem in den Bambusstangen. Die Kieselsaeure gibt die Festigkeit (genau wie bei Grashalmen) damit sie so lang und duenn wachsen koennen.
Kommen die im Alentejo mit wenig Wasser aus?
Meistens haben wir bis April genug Regen. Wir wohnen im Tal und ich hab meistens bis Juni genuegend Wasser, um die nochmal so richtig einzuwaessern. Danach muessen die bis ca. Oktober ohne Wasser auskommen. Da die neuen Stangen zwischen Maerz und Mai nachwachsen, haben sie meistens genug Feuchtigkeit waehrend dem Wachstum. Aber in diesem Jahr war es schon im April trocken, dementsprechend haben die Bambusarten, die spaet wachsen wenig Blaetter. Aber die Blaetter werden noch wachsen, wenn es im Oktober oder November wieder regnet.
es ist eine schöne Gegend...
Psst, nicht so laut. Das muss aber unter uns bleiben ;-)
Jul hat geschrieben:Und das sind nun die Bambussprossen die man essen kann?
Ich hab mich da nie so recht rangetraut an die dicken Dinger.
Aber so landen sie dann nächstes Jahr mal nicht auf dem Kompost...
Welche Bambusart hast du denn? Nicht alle Arten sind essbar.

lg. Dieter

Jul
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Re: Essbare Bambussorten/Bambusblätter

#18

Beitrag von Jul » Mo 14. Sep 2015, 16:47

Hallo Dieter,
die Sorte weiß ich leider nicht, der war schon vor mir da^^
Ich werd mich im Winter mal in aller Ruhe durchs Internet suchen, vielleicht finde ich ja was kluges raus.
Danke dir für den Hinweis :daumen:

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Re: Essbare Bambussorten/Bambusblätter

#19

Beitrag von Oli » Mi 12. Feb 2020, 16:43

Mit einigen Jahren Abstand und milden Wintern zwischen den letzten Aussagen zur Ernte von Bambussprossen in nördlicheren Gefilden als Italien würde ich jetzt gerne nochmal nach Erfahrungen fragen.
Hat jemand von euch in der Zwischenzeit essbare/geniessbare Bambussprossen ernten können und wenn ja, welche Sorte und wo?
Alle anderen Erfahrungen im Zusammenhang interessieren mich natürlich auch. :)
Z.B. wie am besten ernten und womit und wie lange dauerte es bis es nennenswert Sprossen gibt.

Im Garten meines Elternhauses stand Bambus, der reichlich Sprossen gemacht hat. Leider kam niemand auf die Idee, herauszufinden, ob die geniessbar sind. Die wurden mit einem Spaten abgestochen und das war - gelinde gesagt - ein Kraftakt.
Aber immerhin kann ich aus Erfahrung schon mal sagen, dass es vor 30 Jahren oder so Höhe Hamburg schon Bambus gab, der ordentlich spross.

Nachdem ich jetzt jahrelang auf dem Thema rumdenke, würde ich es doch gerne versuchen. Tendenz geht derzeit zu Phyllostachys Pubescens.

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