Kuh im Stall

matt23
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Re: Kuh im Stall

#11

Beitrag von matt23 » Do 25. Jul 2013, 22:32

Die meisten Anbindeställe sind Relikte aus der Zeit als des Stand der Technik war und entsprechend gefördert wurde.
Heute werden keine Anbindeställe mehr gebaut, sondern nur noch Laufställe. Das macht sowohl aus arbeitswirtschaftlicher als auch aus Tierwohl-Sicht Sinn.
LJB hat geschrieben:Warum machen diese Leuta das, was bringt es einem Küh immer im Stall zu halten?
Da gibt es viele Gründe: fehlende Weideflächen am Hof, gleichmäßige Rationsgestaltung, keine Weideverluste, bessere Tierkontrolle...

Für Milchkuhhaltung gibt es tatsächlich keine Gesetze sondern nur Leitlinien (außer natürlich Tierschutzgesetz).
citty hat geschrieben:installierten auch noch einen extrem lauten Ventilator
Den Kühen ist wohl der Lärm lieber als die Hitze die durch den Ventilator aus dem Stall geblasen wird.
LJB hat geschrieben: bei die meisten Fälle die mir bekannt sind verstehe ich es wirklich nicht da einem Feld oder gar die Felder direkt an die Ställe angrenzen. Es ist also kein Aufwand die Tiere zumindest einige Stunden am Tag an die Sonne zu lassen.
Mein Bauchgefühl sagt mir dass auch die Milchleistung der Tiere nicht unbedingt gesteigert wird durch diese Haltungsbedingungen.
Die wenigsten Landwirte die ich kenne haben genug Weideflächen am Hof oder in näherer Umgebung die auch noch gut (mit einer Herde Kühe) erreichbar sind.
Hast du schon mal Zäune gebaut, Kühe getrieben, Weidereste abgemäht, ausgebrochene Rinder eingefangen, Zäune kontrolliert, geflickt und ausgemäht, die Wasserversorgung für Weiderinder sichergestellt...
Ich kenne mehr Stallhaltungs-Betriebe mit hoher Leistung als Weidebetriebe.
elisabeth hat geschrieben:die Meisten nur noch Silage verfüttern, damit die Fäkalien „flüssiger“ – die Tiere praktisch Dauerdurchfall haben – wodurch die Ställe leichter zu reinigen sind, weil alles "von selber" in die Güllegrube fließt. Der noch herkömmlich wirtschaftende Bauer gibt bei Durchfall einfach mehr Heu und auf die Frage an den Tierarzt was bei den Laufstalltieren gemacht wird, wenn dann doch zuviel Durchfall. Antwort: da geb ich 2, 3 Spritzen mehr …
Sorry, aber das Silage per se flüssigere Gülle macht ist absoluter Schwachsinn! Und außerdem will kein Bauer bei seinen Tieren Durchfall provozieren. Hast du schon mal gesehen wie es spritzt wenn so ne Kuh Durchfall hat? Da ist mir eine Kuh mit normalen Kot wesentlich lieber weil da der Stall und Melkstand mit Sicherheit sauberer bleiben als wenn alle Kühe Durchfall hätten! Ganz klar, mehr Struktur im Futter gibt festeren Kot. Aber Laufstalltieren kann man genauso Heu zufüttern wie den Tieren im Anbindestall.


Um mich nicht falsch zu verstehen: ich finde Laufställe auch wesentlich besser für die Tiere und sicher ist es schön wenn die Tiere auf die Weide können, aber es gibt viele und betriebsindividuelle Gründe warum jeder Landwirt so wirtschaftet wie er es eben tut. Und bevor hier wieder mal zu einem moralischen Rundumschlag gegen alle Bauern ausgeholt wird, möchte ich euch bitten, geht auf die Bauern zu und redet mit ihnen darüber, informiert euch und packt am besten auch mal mit an, damit ihr auch seht was wirklich alles drinsteckt in so einem Liter Milch. :kuuh:
Mit Geduld wird aus Gras Milch.

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citty
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Re: Kuh im Stall

#12

Beitrag von citty » Do 25. Jul 2013, 23:29

Hallo,

die Nachbarn mit der Halsrahmenhaltung haben eine schoene Wiese direkt hinter dem Stall, das Raus und Reintreiben ist denen zuviel Arbeit, deshalb bleiben die Kuehe im Stall!

So heiss wurde es in dem Stall auch nciht ausserdem gibt es greaeuschaermere Ventilatoren.

LG Citty

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Manfred
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Re: Kuh im Stall

#13

Beitrag von Manfred » Fr 26. Jul 2013, 08:31

Die wirtschaftliche Realität ist für die meisten verbliebenen Anbindehaltungsbetriebe die, die Rinderhaltung aufzugeben.
Sieht man in D gerade im Biobereich, wo Ende diesen Jahres die Sondergenehmigungen für die Anbindehaltung auslaufen.
Ein Laufstall ist für unter 100 Milchkühe heute wirtschaftlich nicht mehr darstellbar, wenn man nicht das Glück hat passende Altgebäude umnutzen zu können etc.
Gerade für die Bergbauern ist das sehr hart. Da geben die Gemischen Nebenerwerbsbetriebe oft nicht mehr als den Platz für ein paar Kühe her. Und ein Laufstall ist damit nicht zu bezahlen.

Die von citty beschriebenen Halsrahmen sind für die Rinder übrigens deutlich komfortabler als die klassische Kettenanbindung.

Und ein Anbindestall hat auch klare Vorteile für die Tiere, z.B. bei der Hygiene. In Laufställen ist das Übertragungsrisiko von Euter- und Klauenkrankheiten massiv höher als in der Anbindehaltung. Auch haben rangniedere Tiere weniger Repressalien zu erleiden, eine ausreichende Standbreite vorausgesetzt.

Wir hatten ja selber bis vor 2 1/2 Jahren noch Anbindehaltung auf dem Betrieb. Weideaustreib für die Milchkühe war wegen der Lage im Dorf eh nicht möglich. Die Färsen hatten wir aber in den letzten Jahren den Sommer über mit den Mutterkühen auf der Weide.
Die Tiere haben den Wechsel zwischen den beiden Haltungsformen aber problemlos akzeptiert. Auch nach einem Sommer auf der Weide haben sie sich problemlos wieder anbinden lassen. Und auf der Weide geborene Kälber haben natürlich die ersten Stunden an der Kette gebockt, sich aber schnell eingefügt.
Auf dem Betrieb meiner Großeltern (inzwischen ein moderner Milchviehbetrieb mit großen Laufstall) hatten die Anbindekühe im Sommerhalbjahr täglichen Weidegang. Die sind Abends zur Melkzeit von selber jede zurück an ihren Platz gekommen und haben sich anbinden lassen.
Weide gibt es auf dem Betrieb aber jetzt nur noch für die Färsen. Zum einen wären die Weideflächen am Hof für die inzwischen notwendige Kuhzahl zu klein, zum anderen ist die Fütterung der Kühe heute so ausgefeilt, dass die Weide wegen ihres unregelmäßigen Aufwuchses (je nach Witterung etc.) schnell zum Leistungsabfall der Tiere führt.
Und wenn man seine Kühe in intensiven mitteleuropäischen System mit hohen Fixkosten (Stall, Winterfutter, Güllelogistik etc.) fährt, dann hängt wirtschaftlich alles von einer optimalen Leistung ab.
Man kann sich viel zusammenwünschen. Aber die Betriebe müssen wirtschaftlich arbeiten, sonst sind sie weg vom Fenster. Und der Milchmarkt ist knallhart.

Ich kenne Anbinde-Betriebe wo es den Kühen m.E. sehr gut geht (bis auf den fehlenden Weidegang, den sie sicher genießen würden). Und ich kenne schlampige Laufstall- und Weidebetriebe (die beim nächsten Generationswechsel verschwinden werden, was aber den aktuell gehaltenen Tieren wenig hilft). Am Ende kommt es immer auf die Betriebsleitung an.

Eine Anekdote:
Als Student habe ich ab und zu meinem Onkel, seinerzeit Berufsklauenpflege, bei seinen Einsätzen geholfen.
Als zweiten Betrieb an dem Tag haben wir eine ältere Dame (eine ganz liebe) besucht, die 3 Milchkühe und 2 Färsen in Anbindehaltung hielt.
Der Stall war mitten im Dorf, also eh kein Weidegang möglich.
Die Tiere waren sehr gut gepflegt. Sie schien sie als eine Art Kinderersatz zu betrachten. Gemolken wurde von Hand.
Zwei alleinstehende ältere Herren aus dem Dorf hat sie öfter zum Futterholen und für andere Hilfsarbeiten eingespannt.
Die 3 Kühe waren schnell ausgeschnitten. Sehr gesunde und gepflegte Klauen, die regelmäßig geschnitten wurden.
Nur die eine Färse haben wir mit 3 Mann nicht dazu bewegen können, auch nur einen Schritt von ihrem Platz weg zu gehen.
Und mein Onkel und ich sind nicht schmächtig, und der 3. Helfer war es auch nicht. Und das Viehtreiben aus dem Stall zum Klauenstand und zurück war tägliches Geschäft.
Wir mussten es aufgeben. Habe ich nie vorher und hinterher nie wieder erlebt.
Die "Färse" dürfte gut 3 Jahre alt gewesen sein. Rund wie ein Elefant. Mamas Liebling. Aber trotz vieler Besamungsversuche noch immer nicht trächtig. Zum Metzger wollte sie ihren Liebling nicht geben und hat es weiter mit der Besamung versucht. Obwohl der Tierarzt meinte, das Tier sei wohl einfach viel zu fett und habe deshalb Probleme aufzunehmen oder es liege noch irgendein anderes Problem vor.
Ich weiß nicht, was aus den beiden (Färse und Chefin) geworden ist. Aber irgendwann und irgendwie müssen sie das Tier wohl aus seinem Anbindestall raus bekommen haben. Wir hatten ihr geraten, die Kette weg zu lassen und die Stalltüren zu. Irgendwann würde sie dann schon anfangen, sich von ihrem Platz weg zu bewegen...

Eos
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Re: Kuh im Stall

#14

Beitrag von Eos » Fr 26. Jul 2013, 15:37

Hi Leo,

mich würde interessieren, wo in der Steiermark du das ungefähr beobachtet hast?

Ich komme ja aus der Oststeiermark und da gab es "früher" sehr sehr viele kleine gemischte "Selbstversorger"-Betriebe. Ich bin auf so einem Betrieb aufgewachsen. Konkret heißt das, ca. 2-4 ha Acker-/Wiesenfläche, 1-2 Hektar Wald. Die Felder/Wiesen waren rund um das Dorf verteilt und - bis zur Grundzusammenlegung in den 80ern - sehr klein (ein paar Ar pro Feld). Es gab ein paar Schweine, 1-2 Kühe, Enten und Hühner. Einen großen Gemüsegarten. Meine Großeltern haben von diesem Hof gelebt, war beileibe nicht leicht und meine Oma hat sich dort wortwörtlich zu Tode gearbeitet.
Die Kühe wurden im Stall gehalten, weil es gar nicht genügend große Wiesenflächen gab, um sie weiden zu lassen. Ganz abgesehen davon, dass einfach keine Zeit dafür war, die Tiere jeden Tag raus und wieder rein zu treiben. Das kann man keinesfalls mit der Situation in den Niederlanden vergleichen - die klimatischen, geologischen, geschichtlichen Verhältnisse sind einfach grundverschieden!

Mittlerweile gibts in der Oststeiermark solche Betriebe eigentlich fast nicht mehr. Warum? Weil sich das keiner mehr antun will und muss. Ich sags ehrlich, ich bin froh, dass ich nicht vor 30-50 Jahren dort gelebt hab! (Ich weiß, das hört sich komisch an in einem Selbstversorger-Forum...)

Ähnliche Verhältnisse gibt es heute wohl noch bei Kleinstbetrieben im Berggebiet. Die sind sturer und zäher und geben ihr Bauern-Sein nicht so leicht auf wie die Betriebe im Tal (ist meine Theorie, kann auch sein, dass das nicht stimmt).
Unser Landwirtschaftsminister schwärmt häufig von der Kleinstrukturiertheit der österreichischen Landwirtschaft, aber was er dabei vergisst, ist, dass gerade die Kleinstbetriebe aus strukturellen und finanziellen Gründen am meisten Schwierigkeiten mit all den Auflagen haben, die immer mehr werden. Konsequenz ist, dass die Kleinen aufhören... Ob das erstrebenswert ist, darüber wurde und wird hier eh schon viel diskutiert.

lg Eos

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Re: Kuh im Stall

#15

Beitrag von stoeri » Fr 26. Jul 2013, 17:02

Hallo Freunde,

ich habe hier in der Nähe einen Milchkuhbauern und die Kühe sind alle im Stall angebunden.
Diese Kühe machen aber wirklich nicht den Eindruck als ginge es ihnen schlecht, sie sind sehr gepflegt sind immer sauber geputzt, haben klare aufmerksame Augen und sie würden sicherlich keine gute Milch geben wenn es ihnen so schlecht ginge.

Klar wären sie wohl glücklicher wenn sie sich frei bewegen könnten die Kälber nicht sofort weg genommen bekämen so sehe ich das als Laie der sich mit Milchkühen nicht auskennt, aber man darf sicher nicht gleich immer alles so schlimm sehen oder so madig machen vor allem keiner der nie selber Milchkühe gehabt hat und nicht von der Milchwirtschaft lebt. Manfred danke für Deinen Bericht und Deine Aufklärung.
Hat einer von Euch selber Milchkühe und vorallem diese Milchkühe umgestellt so das sie wirklich ins freie können, fressen können was sie mögen und dann auch noch genügend Milch haben? Wäre interessant wenn davon jemand berichten könnte, so aus Erfahrung raus. Wenn es so einfach wäre würden es sicher mehr machen wollen.

Wer würde denn wirklich für einen Liter Milch 4 Euro zahlen?
herzliche Grüße
Erika mit Lux und Ricky im Herzen

Wenns nur olle so waradn, wia i sei soiad.

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Re: Kuh im Stall

#16

Beitrag von hobbygaertnerin » Fr 26. Jul 2013, 17:55

Es ist richtig gut, ein paar wohltuende Kommentare zu diesem Thema zu lesen.
Möchte gar nicht viel dazu schreiben, weil ich mich sonst auf meine Finger setzen müsste.
Gut unsere Kühe leben im Laufstall, können auf die Weide, momentan geht keine unserer Damen am Tag raus, der "laute Lüfter" schafft ihnen wenigstens Kühlung im Stall. Das Gras auf der Weide ist inzwischen ziemlich braun geworden, bzw. es wächst nichts mehr, sie ziehen Silage und Heu vor.
Laufstall hat klare Vorteile, aber auch seine Nachteile.
Viele kleine Betriebe können und wollen nicht mehr so viel Geld in einen neuen Stall stecken, im Rahmen des Generationenwechsels gehen die Kühe vom Hof.
Aber ob ihr, die ihr so lästerlich über Anbindehaltung und die Bäuerinnen und Bauern schreibt, auch einmal bedacht habt,
welche Aufgabe es bedeutet, an 365 Tagen im Jahr, 7 Tage die Woche, 2 mal am Tag, die Tiere zu versorgen. Egal ob Sommer oder Winter, ob man krank ist, usw.
Es wundert mich nicht, dass die Bäuerinnen und Bauern solche Schulterprobleme und Wirbelsäulenverrenkungen haben, die vielen wohltuenden Schulterklopfer für die geleistete Arbeit machen eben eine schiefe Körperhaltung. :engel:
Wie heisst es so schön, der soll über einen anderen urteilen, der einen Tag in dessen Mokassins gegangen ist.
Mit der Zeit verschwinden immer mehr kleinere Betriebe- viele Idealisten und mit viel Herzblut bei den Tieren lebende Menschen haben dann eben keine Rinder mehr.
Aber bei diesen teilweise unqualifizierten Beiträgen muss ich mich jetzt auf meine Finger setzen, nicht dass mir was rausrutscht.

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Re: Kuh im Stall

#17

Beitrag von ina maka » Fr 26. Jul 2013, 18:30

Eos hat geschrieben:mich würde interessieren, wo in der Steiermark du das ungefähr beobachtet hast?

Ich komme ja aus der Oststeiermark und da gab es "früher" sehr sehr viele kleine gemischte "Selbstversorger"-Betriebe. [....]

Mittlerweile gibts in der Oststeiermark solche Betriebe eigentlich fast nicht mehr. Warum? Weil sich das keiner mehr antun will und muss.
hab ich genauso erlebt in der Südsteiermark....
Unsre Nachbarn hielten Kühe in so einem "Anbindestall", die kannten glaube ich gar nichts anderes. Aber jede Kuh hatte ihren Namen und ??? ich weiß nicht, es waren damals schon eher ältere Leute...
?? Ich vermute, sie hielten ihre Kühe für glücklich.
Kann das sein?
(bin jetzt hoffentlich in kein Fettnäpfchen getreten!)

Na ja, leider leider ist "viel Arbeit und wenig Verdienst" sowohl für die Menschen als auch für die Tiere, die damit leben müssen, kein Honiglecken....

Lösung hab ich keine, hätt aber wirklich gerne eine - dann könnte ich auch den Verwandten aus Peru eine Alternative bieten - die halten sich Hühner in der Stadt in kleinen Käfigen, füttern die mit Abfällen.
Nur, damit sie sich auch hie und da ein Hühnchen leisten können...

Ich war da nur sprachlos und hab herumgelächelt.

Was soll ich zu denen schon sagen???? :flag:
Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest – steige ab!

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Re: Kuh im Stall

#18

Beitrag von stoeri » Fr 26. Jul 2013, 19:36

Hallo Freunde,

Maria ich möchte kein Landwirt sein der für Lebensmittelgewinnung arbeitet, das ist ja fürchterlich weil man es egal wie man es macht nur verkehrt machen kann. Ich verstehe sehr sehr gut wenn sich heute keiner mehr eine Milchwirtschaft auftut, ich glaub das ist wirklich die schlimmste Viehwirtschaft im landwirtschaftlichen Bereich oder? Man weis ja nie was sich die "Oberen " morgen ausdenken um einem das Leben und die Arbeit zu erschwehren die können doch gar nicht schlafen bevor ihnen nicht irgend ein Schmarrn eingefallen ist oder meinst die sind so überarbeitet das ihnen einfach so im Bett die Augen zu fallen.

Wenn ich in meinen Gemüsegarten fahre fahre ich auch immer an einem Bauern vorbei der Milchkühe hat, er und sein Vater schuften tag ein tag aus, ich bin noch nie vorbei gefahren wo die mal nichts getan hätten egal zu welcher Zeit egal ob Sonntag oder Feiertag. Er hat die Kühe nur angebunden und freilich würde man sie lieber draussen sehen und auch keine Kälberboxen aber ich denke die machen das schon so lange das sie wissen was sie tun und die Kühe schauen nicht so derwergelt aus wie die beiden.

Für mich ist es nicht selbstverständlich den bequemen Weg gehen zu können einfach im Supermarkt nach guter Milch greifen zu können ich habe großen Respekt vor dieser Arbeit vor diesen Landwirten, die wie Du schreibst an 365 Tagen im Jahr, 7 Tage die Woche, 2 mal am Tag, die Tiere zu versorgen. Egal ob Sommer oder Winter, ob man krank ist, usw.
Ich habe keine Kühe aber andere Tiere von denen ich Lebe und weis was das bedeutet.
herzliche Grüße
Erika mit Lux und Ricky im Herzen

Wenns nur olle so waradn, wia i sei soiad.

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Re: Kuh im Stall

#19

Beitrag von LJB » Fr 26. Jul 2013, 22:08

Hallo Leute!

Vielen Dank für die viele Reaktionen, jetzt kann ich mit andere Augen diese Haltungsform beobachten und für mich neu beurteilen.

Ich wohne etwas Sudwestlich von Graz, es gibt sicher nicht besonders viele Leute hier die noch Kühe halten aber es sind doch einige die noch 1 bis 3 Kühe im Anbindestall haben. Vielleicht traue ich mir jetzt, mit diese Information die ich hier bekommen habe, mal mit diese Leute ins Gespräch zu kommen. Es ist mir nur sehr schlimm vorgekommen das diese Tiere vom Geburt bis zum Tode im Stall sind.

Aber, wie einige hier bereits geschrieben haben, gibt es für alles Vor- und Nachteile. Vielleicht haben es 3 Kühe in Anbindestall besser wie 35 in einem kleinen Auslaufstall. Vor allem die hygienische und die finanzielle begründung sind leicht zu verstehen.

So, und jetzt weiß ich nicht ob ich froh sein soll das diese Haltung bald verschwindet zumal es ganz sicher einige Menschen gibt die sich ganz hervorragend um die Tiere kümmern, wie es in einem sehr großen Betrieb schon sehr schwierig ist.

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Re: Kuh im Stall

#20

Beitrag von Zacharias » Sa 27. Jul 2013, 00:52

Schlimmer als Anbindehaltung ist doch wenn jemand 1 Kuh hält. Das ist wirklich Tierquälerei die abgeschafft gehört.
Meine ersten Ziegen habe ich in einem kleinen Milchbetrieb in Thüringen gekauft. Die Ziegen standen angebunden in Reih und Glied und ich habe gefragt, ob das so sein muss. Da erklärte mir die Tochter, ihre Eltern wären beide schon über 80 Jahre alt und würden von der (handgemolkenen!) Milch ihrer 30 Ziegen leben. Das würden sie nicht schaffen, wenn Sie erst die Tiere einfangen müssten. Aus der Sicht habe ich es verstanden.
Grüße,
Birgit

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