Homöopathie bei Mastitis wirkungslos

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Manfred
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Homöopathie bei Mastitis wirkungslos

Beitrag von Manfred » Do 22. Dez 2016, 11:50

In der Ausgabe 1/2017 hat topagrar Auf den Seiten R22 bis R24 einen Bericht über einen Versuch zur Mastits-Behandlung veröffentlicht.
Der Versuch beinhaltetet 3 Gruppen von an Mastitis erkrankten Kühen.
-Gruppe mit homöopathischer Behandlung
-Gruppe mit Placebo
-Vergleichsgruppe ohne Behandlung
Zwischen den 3 Gruppen konnten keine Unterschiede im Krankheitsverlauf festgestellt werden.

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Rohana
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Re: Homöopathie bei Mastitis wirkungslos

Beitrag von Rohana » Do 22. Dez 2016, 17:16

Hui, das ist aber total gegen den Trend :aeh: erstaunt mich ehrlich gesagt nicht sonderlich.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)

zaches
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Re: Homöopathie bei Mastitis wirkungslos

Beitrag von zaches » Do 22. Dez 2016, 17:20

da muss ich beim Nachbarn doch nachher mal gucken gehen, wie dieser Versuch abgelaufen ist und womit überhaupt behandelt wurde.

Unterscheidet sich ne Euterentzündung von einer menschlichen Brustentzündung in Ursache etc? Und kommt mit jetzt bitte nicht mit doofen Sprüchen, wie im Landtreff (was für ein unterirdisch nieveauloses Forum) , mit 2 und 4 und lang und dick.... :ua:
"Erdachtes mag zu denken geben, doch nur Erlebtes wird beleben." Paul von Heyse

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Re: Homöopathie bei Mastitis wirkungslos

Beitrag von viktualia » Do 22. Dez 2016, 17:33

Hab ich das richtig verstanden, die haben 3 Gruppen mit Kühen mit wehem Euter leiden lassen, das ganze dokumentiert,
die eine Art Behandlung homöopathisch genannt und jetzt bitte was bewiesen?
Dass dieses Institut Homöopathie ohne Anamnese anwenden darf?
Die haben alle das gleiche Mittel bekommen, welches, da zermahlen, homöopatisch heissen darf, und nun wissen wir, dass dies nichts nutzt?
Hätte man billiger haben können, diese Art von Erkenntniss.

Ich bin kein Anhänger von Homöopathie, nicht das wir uns da falsch verstehen, ich bin ein Arnika-selbstversuch bei Zahnweh-Opfer.
Die haben Schwein gehabt, dass die H.-Gruppe nicht kränker geworden ist, bei so ner üblen Behandlung.
Das ist meine unbescheidene Meinung zu diesem Bericht.
Und wer nen guten homöopatischen Arzt in der Nähe hat, sei froh, das ist ein seltener Segen.

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Re: Homöopathie bei Mastitis wirkungslos

Beitrag von hobbygaertnerin » Do 22. Dez 2016, 19:12

Hallo Manfred,
ich hatte noch keine Zeit für Top Agrar, aber dass die homoöpathische Behandlung total wirkungslos sei, nun, da wäre die Versuchsanstellung interessant.
Wenn Mensch bei Einnahme von Globulis an Milchzucker und sinnlos denkt- dann kann ich das ja nachvollziehen, aber Tiere wissen ja nicht, was sie da bekommen.
Dass ich mir in sehr vielen Jahren MIlchviehhaltung die Wirkung der homoöpathischen Behandlung nur eingebildet habe- bzw. unsere Kühe, das gibt mir schwer zu denken.
Bei so mancher Studie habe ich nachgebohrt und da war dann klar, welches Ergebnis rauskommen musste.

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Re: Homöopathie bei Mastitis wirkungslos

Beitrag von ina maka » Do 22. Dez 2016, 21:31

Manfred hat geschrieben: ....
-Gruppe mit homöopathischer Behandlung
-Gruppe mit Placebo
-Vergleichsgruppe ohne Behandlung
Zwischen den 3 Gruppen konnten keine Unterschiede im Krankheitsverlauf festgestellt werden.
:haha: :haha:
sicher gefälscht, denn dass Placebo wirkt, ist wissenschaftlich bewiesen.
Also hätte die Gruppe "ohne Behandlung" einen schwereren Krankheitsverlauf haben müssen! :pft:
Wir leben in einem Gefängnis mit offenen Türen und Fenstern und die Frage ist, wer sind die ersten, die sich raustrauen? Wagenhofer www.youtube.com/watch?v=q2WEVdNQAxE

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Re: Homöopathie bei Mastitis wirkungslos

Beitrag von holzgaser » Do 22. Dez 2016, 22:58

Es gibt da einen Österreicher, mittlerweile in Pension, der hat die homöophatische Behandlung der Milchkühe mit Nosonden solange gemacht bis...
na bis ihm die Österreichische Tierärztkammer auf Unterlassung verklagt hatte. (unerlaubt Tiere behandelt da er kein Tierarzt war)
Warum werden die in verklagt haben? weils nicht funktionierte?

Anschließend haben die Tierärzte die selbe Technik angewendet mit dem Unterschied dass die Tierärzte den Bauern blöd sterben lassen haben.
Holzkohle - warum die wertvollste Kohle nicht das Geld ist!

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Re: Homöopathie bei Mastitis wirkungslos

Beitrag von Oelkanne » Fr 23. Dez 2016, 07:59

ina maka hat geschrieben:
Manfred hat geschrieben: ....
-Gruppe mit homöopathischer Behandlung
-Gruppe mit Placebo
-Vergleichsgruppe ohne Behandlung
Zwischen den 3 Gruppen konnten keine Unterschiede im Krankheitsverlauf festgestellt werden.
:haha: :haha:
sicher gefälscht, denn dass Placebo wirkt, ist wissenschaftlich bewiesen.
Also hätte die Gruppe "ohne Behandlung" einen schwereren Krankheitsverlauf haben müssen! :pft:
Beim Menschen mag das funktionieren, der nimmt das Placebo bewusst ein und glaubt daran.
Die Kuh wundert sich nur was sie da jeden Tag in den Schlund gesteckt bekommt.

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Re: Homöopathie bei Mastitis wirkungslos

Beitrag von hobbygaertnerin » Fr 23. Dez 2016, 08:57

Oelkanne,
aber warum wird die Mastitis dann besser, vom Wunderglauben kann es nicht kommen.
Man sieht als Tierhalter doch sehr genau, wie sich Krankheiten verhalten, verändern. Mit der Zeit schärft sich der Blick und mit der Erfahrung - und das soll alles nur Humbug sein?
Wenn ich keine Erfahrung damit gehabt hätte, würde ich nicht dazu schreiben.

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Manfred
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Re: Homöopathie bei Mastitis wirkungslos

Beitrag von Manfred » Fr 23. Dez 2016, 11:42

@hobbygaertnerin:
Aus meiner Sicht gibt es in der Homöopathie bei Tieren 2 wesentliche Einflüsse:
Die Selbstheilungskräfte der Tiere werden unterschätzt und die Behandelnden sprechen die Erfolge ihrer Behandlung zu und bestärken sich so selbst. Eine Vergleichsgruppe haben sie ja nicht.
Auf der anderen Seite gehen diese Tierbetreuer meist sehr aufmerksam mit ihren Tieren um und erkennen Probleme früh.
Ein dritter Effekt könnte bei entsprechend menschenbezogenen Tieren sein, dass sie positiv auf die verstärkte Zuwendung reagieren, dass also ein psychosomatischer Effekt vorhanden ist.

Bei Menschen die daran glauben, ist die psychosomatische Wirkung ja zweifelsfrei belegt.

Beispiele für Selbstheilung habe ich bei Wildtiere schon so viele gesehen. Ich denke z.B. an das Wildschein mit dem zerschmetterten Unterkiefer, das sich bei meinen Rindern eingenistet hatte. Diese schrecklich Verletzung war ja völlig abgeheilt. Keine offene Wunde mehr, keine Entzündung im Gewebe. Trotz der herausstehenden Knochenenden.
Noch extremer ist dieses Beispiel:
(Vorsicht. Nichts für empfindliche Gemüter.)
https://www.bowhunting.com/blog/2016/11 ... ucks-legs/

So ist es m.E. auch mit der Mastitis. Wer unaufmerksam ist, wird bei seinen Tieren evtl. nur die schweren Fälle erkennen, wo ohne starke Medikamente nichts mehr geht. Wer auch die leichten Fälle sieht und sie behandelt, wird dazu neigen, die Erfolge seiner Behandlung zuzuschreiben. Und er wird evtl. frühzeitig den Tierarzt rufen, wenn er sieht, dass die Behandlung nicht anschlägt.

Ist nur meine Theorie. Mein Onkel behandelt auch homöopathisch und ist massiv davon überzeugt. Ich kann im Vergleich unserer Herden keinen Unterschied zwischen mit und ohne diese Behandlung erkennen. Und wenn etwas Größeres ist, kommt bei beiden der Tierarzt.

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