Schlachtung tragender Kühe und Schafe

smallfarmer
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Schlachtung tragender Kühe und Schafe

Beitrag von smallfarmer » Fr 12. Feb 2016, 21:19

Marion hat mir heute freundlicherweise einen Bericht über die illegale Schachtung zweier Mutterschafe im Bergischen gemailt. Leider war ein Muttertier auch noch tragend. Die beiden Lämmer sind im Fruchtwasser jämmerlich erstickt. Ein Veterinär berichtet , mann versuche den eigentlichen Besitzer der Schafe zu ermitteln und die örtlichen Tierschützer haben ein Kopfgeld von 1000 Euro ausgelobt.
Solch eine Schlachtung mit ausgereiften Föten darf eigentlich nicht passieren. Passiert aber tagtäglich im beisein von Veterinärbeamten und wird geduldet. Wenn hier der Tierschutz auch für jede tragende Milchkuh 1000 Euro Ermittlungsprämie zahlen würde, wären die schnell pleite. https://www.gruene-bundestag.de/fileadm ... miller.pdf .
Wie so oft wird hier mit zweierlei maß gemessen.
Die Zeit für das Glück
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Manfred
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Re: Schlachtung tragender Kühe und Schafe

Beitrag von Manfred » Fr 12. Feb 2016, 22:57

Ich verstehe den ganzen Aufstand nicht.
Laut dem Link befinden sich gerade mal 1,4% der geschlachteten Kühe im letzten Drittel der Schwangerschaft.
Glaubt den irgendwer, die werden gerne geschlachtet?
Mag schon sein, dass in ganz seltenen Fällen mal der Trächtigkeitsstaus übersehen wird. Habe selbst schon Fällt mitbekommen, wo der TA bei der Trächtigkeitsuntersuchung das bereits im Mutterleib abgesackte Kalb nicht ertasten konnte und die Kuh deshalb als nicht trächtig eingestuft hatte.
Und in den Anbindeställen oder auf der Weide kommt es auch mal vor, dass ein Bulle sich losreißt oder über den Zaun macht und ein Rind unbemerkt deckt.
Aber der allergrößte Teil der betroffenen Kühe wird sicher aus gesundheitlichen Gründen geschlachtet. Und da man wegen der strengen Transportvorschriften nicht lange zuwarten kann (sonst muss man am Ende Nottöten und das Tier entsorgen) bleibt ja im Zweifel nur die Entscheidung zur Schlachtung.
Ab 90% besteht eh ein Transportverbot.
D.h. Es geht um den Bereich 66,6% bis 90% der Trächtigkeit.

Bevor das irgendwelche weitergehenden unsinnigen Maßnahmen ergriffen werden, möchte ich erst mal eine Untersuchung sehen, wieso die betroffenen Kühe in diesem Zeitraum geschlachtet werden und welcher Prozentsatz davon nicht medizinisch gerechtfertigt ist.

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Re: Schlachtung tragender Kühe und Schafe

Beitrag von IngeE » Sa 13. Feb 2016, 00:38

Ich verstehe den Aufstand auch nicht. Kühe sind eigendlich immer tragend- bis auf ein bis zwei Monate nach dem Kalben.
Ich denke mal, so ab 20 Wochen wäre auch ein Kälbchen lebensfähig- im Brutkasten.... Wer ruft "Ich will ihn haben?" Mit Sicherheit niemand.
Das ist noch gar nicht so lange her, dass alle männlichen Milchviehkälber in USA(?) totgeschlagen wurden, weil die Milch zur Aufzucht zu teuer war. Und die waren schon lebendig geboren.
Muss ich noch an die geschredderten männlichen Legelinienkücken erinnern?
Ich denke mal, das ist eigentlich auch das Anliegen dieses Forums.
Dass wir Lösungen finden, um aus dieser Kosten/ Nutzen-Rechnung zu Lasten der Nutztiere und der Bauern kommen.
Liebe Grüsse
Inge

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Re: Schlachtung tragender Kühe und Schafe

Beitrag von Stadtgärtner » Sa 13. Feb 2016, 10:10

Also ich danke smallfarmer für den Beitrag. MIR ist diese Problematik nicht klar und ICH verstehe die Aufregung sehr gut.
Dass es ähnliche Horror-Praktiken (Legeküken...) gibt, macht ja die jetzt genannten Fälle nicht besser.

Himmel hilf, dass ich nie so abstumpfe, dass mir solche Nachrichten nicht nahe gehen!
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Re: Schlachtung tragender Kühe und Schafe

Beitrag von Reisende » Sa 13. Feb 2016, 14:30

stadtgärtner :daumen:
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.

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Re: Schlachtung tragender Kühe und Schafe

Beitrag von Manfred » Sa 13. Feb 2016, 14:54

Wie soll denn dann eurer Ansicht nach mit den hochträchtigen Kühen umgegangen werden?
Es geht ja darum, dass das Kalb im Mutterleib quasi erstickt beim schlachtet, nicht darum, dass es getötet wird.
Man könnte die Kühe einschläfern, aber dann muss man das Fleisch wegwerfen. Ist das besser?
Und ist beim Einschläfern der Tod des Kalbes wirklich schonender?

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Re: Schlachtung tragender Kühe und Schafe

Beitrag von Stadtgärtner » Sa 13. Feb 2016, 16:59

Ich bin nicht genug in der Thematik drin, um Dir auf Deine Fragen fundiert zu antworten.
Ich bin aber sicher, dass es mit ein wenig gutem Willen möglich ist, jeweils eine Lösung zu finden, die ich weniger bestialisch finde.
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Re: Schlachtung tragender Kühe und Schafe

Beitrag von Reisende » Sa 13. Feb 2016, 18:48

hoch trächtige kühe werden nicht geschlachtet?
ich verstehe die notwendigkeit dafür überhaupt nicht.

wieso bitte sind
Kühe eigendlich immer tragend- bis auf ein bis zwei Monate nach dem Kalben.
???
ich dachte bisher, frei mitlaufende bullen seien heutzutage eher eine seltenheit, und die kühe würden hauptsächlich künstlich besamt?
also hab ich es doch buchstäblich selbst in der hand?
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.

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Re: Schlachtung tragender Kühe und Schafe

Beitrag von Oelkanne » Sa 13. Feb 2016, 18:53

Damit man sie quasi non-stopp melken kann, ewig Trockenstehen (Zeit vor dem Kalben in der nicht gemolken wird, das die Kuh all ihre Kraft für das Kalb und die Geburt hat) kostet Unsummen, z.Z. lohnt sich es eh nicht wirklich.

Wollte man lieber kranke Kühe die evtl bei der Geburt sterben?

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Re: Schlachtung tragender Kühe und Schafe

Beitrag von Reisende » Sa 13. Feb 2016, 18:59

Ölkanne hat geschrieben:
Wollte man lieber kranke Kühe die evtl bei der Geburt sterben?
nee nee nee. das ist sicherlich nicht die zwingende alternative, schließlich reden wir hier nicht von notschlachtungen!
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.

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