Suche Rasse: Viel Eier, gutes Fleisch, hübsch und brutwillig

Hühner, Wachteln, Puten, Fasane, Pfauen
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Seth
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Re: Suche Rasse: Viel Eier, gutes Fleisch, hübsch und brutwillig

#41

Beitrag von Seth » Di 6. Okt 2020, 08:25

Ist für mich immer erstaunlich, wie sehr sich einige Menschen Gedanken über das Futter ihrer Tiere machen, aber in sich selbst täglich Chemikalien einpfeiffen in Form von x Zusatzstoffen, verarbeiteten Lebensmitteln, unmengen Zucker, das falsche Salz und Wasser etc.

Soll nicht so hoffe ich für dieses Forum gelten.

Bei uns haben eben die Hühner immer nur gefressen was sie draußen fanden, dazu etwas Weizen und Essensabfälle.
Wir hatten nie Probleme mit irgendetwas.
Man kann auch alles übertreiben und beliebig viel Geld ausgeben. :fypig:

Ist nicht bös gemeint und jeder sollte füttern was er bereit ist auszugeben, doch um ehrlich zu sein, sehe ich für mich die Sinnhaftigkeit nicht ganz so, ich habe gesunde Tiere, das Fleisch schmeckt gut, die Eier und Legeleistung sind top, selbst ältere Tiere sehen einfach noch klasse aus und sind mobil.
Das wünscht man sich bei jedem Menschen!

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Zacharias
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Re: Suche Rasse: Viel Eier, gutes Fleisch, hübsch und brutwillig

#42

Beitrag von Zacharias » Di 6. Okt 2020, 08:44

Die wirst du hier ganz sicher nicht finden, die Leute, die sich den Müll rein pfeifen.
Ich finde halt, es ist ein Geben und Nehmen mit Tieren, das was ich in die Tiere rein packe, kommt als Nahrung für mich auch wieder raus. Hast du wirklich den Vergleich? Weißt du um die Versorgung mit Micronährstoffen, Mineralien, Fettsäuren? Eine Mangelernährung sieht man den Tieren doch erst an, wenn es ganz arg ist. Und ein Huhn, dass mit Weizen gefüttert wird, fällt nicht gleich tot um. Salz ist doch ein gutes Beispiel, da kaufst du ja scheinbar auch nicht das für wenige cent jodiert und mit Rieselhilfen versehen.
Mir geht es so, dass ich nur noch mein Fleisch mag. Selbst das Fleisch von anderen Leuten, die die Tiere gut halten, hat nicht die Qualität (wurde mir auch schon von anderen bestätigt). Ich schau auch, dass sich das Kosten/Nutzenverhältnis die Waage hält. Aber ich schaue nicht, wie ich am Günstigsten Fleisch und Eier produziere. Dann kann ich nämlich auch zu Aldi gehen. Aber das muss jeder für sich entscheiden und verantworten.
Grüße,
Birgit

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Seth
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Re: Suche Rasse: Viel Eier, gutes Fleisch, hübsch und brutwillig

#43

Beitrag von Seth » Di 6. Okt 2020, 09:43

Okay, wie erwähnt, ich bin für Tipps immer offen. Daher nochmal in Kürze: Was fütterst du genau den Hühnen zu und wo kaufst du es?

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Zacharias
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Re: Suche Rasse: Viel Eier, gutes Fleisch, hübsch und brutwillig

#44

Beitrag von Zacharias » Di 6. Okt 2020, 10:40

Ich habe zur Zeit gar keine Hühner, weil ich in Estland bin und evt. hier hin ziehen werde und wenn nicht woanders meine Zelte aufschlagen möchte, nur weg aus dem Ruhrpott. Da sind mir Hühner grad zu versorgungsintensiv.
Zuletzt hatte ich es einfach, eine gute halbwegs regionale Quelle Biofutter (Reudink) und einen Menschen, mit dem ich das zusammen beziehen konnte und wo es auch lagern durfte, da es zu vernünftigem Preis nur pellettenweise bestellbar ist.
Ich hab auch schon selbst gemischt viele Jahre. Wenn man das ordentlich macht, ist das Arbeit. Im Hüfo gab es mal Hühnerbastis Futterrechner, der war mir eine große Hilfe. Leider ist die Datei gelöscht worden, wenn du Interesse hast, kann ich sie dir aber schicken. Ich hab da immer die Komponenten genommen, die ich grad am Besten kriegen konnte, das variierte also rezeptmäßig. So kann man halt gut eigenerwirtschaftes einbauen wie in meinem Fall die Molke von der Käseherstellung.
Grüße,
Birgit

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Re: Suche Rasse: Viel Eier, gutes Fleisch, hübsch und brutwillig

#45

Beitrag von Seth » Di 6. Okt 2020, 10:51

Wie kommst du dazu nach Estland zu ziehen?
Besser als in Deutschland?

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Re: Suche Rasse: Viel Eier, gutes Fleisch, hübsch und brutwillig

#46

Beitrag von Zacharias » Di 6. Okt 2020, 11:21

Eine Freundin ist letztes Jahr hier her gezogen. Mich hält nichts im Ruhrpott. Ich wollte eigentlich in meine Heimat Mittelrhein zurück ziehen, die wirtschaftliche Situation in D ist aber für mich sehr riskant, ich bin beruflich von der reisefähig- und tätigkeit der Leute abhängig. Sofern sich hier ein Job für mich ergibt (das wird noch diskutiert) könnte ich mir sehr gut vorstellen, hier zu leben, obwohl ich eigentlich eher der südeuropäische Typ bin. Donnerstag schaue ich mir ein Haus an.
Selbstversorgerisch kann man hier sehr gut leben, machen alle die ländlich leben mehr oder weniger.
Besser als in Deutschland finde ich auf jeden Fall der Umgang mit Corona, die Maßnahmen in Deutschland sind für meine Begriffe ziemlich daneben.
Besser ist auch das Klima, die Natur ist hier noch in Ordnung. Aber ich hatte eigentlich mit Auswanderung nichts im Sinn und lebe gerne in Deutschland.
Grüße,
Birgit

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Re: Suche Rasse: Viel Eier, gutes Fleisch, hübsch und brutwillig

#47

Beitrag von Seth » Di 6. Okt 2020, 11:38

Die in dieser Arbeit getesteten Sulmtaler Hühner haben gezeigt, dass eine Legeleistung von 150 –200 Eiernje Henne und Jahr mit den Produktionsfaktoren Weidehaltung (mind. 15 m2je Tier) und Ausputzweizen als Futtergrundlage möglich ist.Auf den Einsatz proteinreicher Fertigfutter kann verzichtetwerden, da hierdurch keine Steigerung der Legeleistung erreicht wird (vgl. Herde F mit Herden A –E).

Für das Erreichen einer zufriedenstellenden Entwicklung der Jungtiere und im weiteren Sinne auch für die Mast ist zu Beginn (in den ersten fünf Wochen) proteinreiches Futter empfehlenswert, danach kann kontinuierlich auf Ausputzweizen als alleinige Futterbasis umgestellt werden.

https://www.oekotierzucht.de/wp-content ... arbeit.pdf

-Genauso mache ich es, die Junghühner und Küken bekommen extra Anzuchtfutter, dann nur noch Weizen. Laut dieser Arbeit also völlig ok, zumindest für Sulmtaler.

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Re: Suche Rasse: Viel Eier, gutes Fleisch, hübsch und brutwillig

#48

Beitrag von Seth » Di 6. Okt 2020, 11:42

Danke für den Bericht.
Ruhrpott ist echt schlimm, war dort im Studium öfter, in Dortmund. Mir gefällt weder Pott noch der Menschenschlag.
Dicke Autos fahren und das Haus verrottet. Dort sehen die Fassaden wie in der DDR aus. Und dann noch dieser BVB..den jeder toll findet, oh man!
Ausnahmen bestätigen die Regel und mein Empfinden hat keine Gültigkeit über mich hinaus.

Mein Onkel hat Verwandtschaft in Estland, er kann viel Gutes berichten, das Leben ist noch etwas ursprünglicher dort, die Menschen sehr gastfreundlich.
Wie du sagst, sehr viele bauen noch ihr eigenes Essen an.

Ja in der Tat, Corona und Deutschland und überhaupt...naja ich will mich nicht in allen Foren unbeliebt machen.

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Re: Suche Rasse: Viel Eier, gutes Fleisch, hübsch und brutwillig

#49

Beitrag von Zacharias » Di 6. Okt 2020, 12:06

Naja, ist eine Meinung. Ich finde es unlogisch, dass proteinarmes Futter Fleischmasse erzeugen soll. Ich hatte in den ersten Jahren Legehybriden, die ich aus Unwissenheit auch nur mit Getreide gefüttert habe, weil Legemehl ja böse ist. Da konnte man schön sehen, wie sich die Hühner selbst verzehrt haben. Um das genau beurteilen zu können, müsste man mal 2 Gruppen Sulmtaler halten und verschieden ernähren.

Ich weiß ja nicht, ob du so alt wie der Herr auf deinem Avatorbild bist, aber das klingt mir so, als wäre dein Studium ein paar Jährchen her. Der Ruhrpott hat sich um 180°C gedreht, die schrecklichen Fassaden kenne ich noch, sind aber nicht mehr da. Man kann inzwischen sogar Fahrrad fahren ohne lebensmüde zu sein :). Insofern ist das Ruhrgebiet durchaus lebenswert geworden, vor allem auch in kultureller Hinsicht und die Leute, die von außerhalb kommen, sind durchweg überrascht. Und ich habe immerhin 2ha Land mitten in der Stadt. Ich bin nur einfach auch nach 30 Jahren nicht zum Stadtmensch mutiert. Da kann ich also sicher sein, das wird nix mehr.
Ja, mit Coronakritik macht man sich hier unbeliebt. Lassen wir das also.
Grüße,
Birgit

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Re: Suche Rasse: Viel Eier, gutes Fleisch, hübsch und brutwillig

#50

Beitrag von ohne_Furcht_und_Adel » Fr 9. Okt 2020, 21:43

Ich halte ja schon ein paar Jahre Marans s/k, Niederrheiner birkenfarbig und Mechelner. Wenn die Marans nicht so eine allerwelts- Moderasse wären (=unspektakuläre Wahl) und zuverlässiger brüten würden, wären sie wohl der Top- Favorit. Große Eier in großer Zahl, gutes Fleisch, hübsche Tiere, vernünftiger Charakter.
Die Niederrheiner sind auch bildhübsch, aber charakterlich kritikwürdiger, legen kleinere und etwas weniger Eier und brüten auch nicht besser. Ich schaffe mir wohl keine neuen mehr an.
Die Mechelner sind ja von Haus aus zwar keine Zwie- sondern Masthühner, legen aber trotzdem viel besser als z.B. Vorwerk und auch größere Eier, wachsen schnell, sind nett zu anderen und zu mir (die aktuelle Brut sind die ersten Hühner hier überhaupt, die ich auf den Arm nehmen kann), und gelten als sehr gute Glucken. Der gesperberte Farbschlag ist Geschmackssache, aber optisch jetzt auch keine Zumutung. Sie können halt fett und plump werden.

Ich werde weiterhin Marans und Mechelner halten, letztere wegen der Option auf Küken und weil es eine gefährdete Nutztierrasse ist. Die Marans sind halt einfach gut, und zur Not kann ich mir Glucken von Bekannten besorgen.
Das nächste Experiment nach den Niederrheinern sind dann New Hampshire. Definitiv weniger bissig als diese.

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