Wie Hühner am besten schlachten?

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Re: Wie Hühner am besten schlachten?

#101

Beitrag von Privater_Schlachter » Mi 27. Nov 2013, 11:11

Guten Morgen. Ich freue mich das ich euch helfen konnte. Wenn ihr wollt können wir das gerne wiederholen wie schon von dir Birgit angedeutet draußen auf dem Rasen mit Handrupfen und Film- Fotoaufzeichnung von A-Z von Zeigen und Selbermachen der Betäubung/Tötung bis zur Aufbereitung und Zerlegung, gerne auch wenn noch 1-2 Personen dazu kommen möchten, da sollte aber auch Rainer seine Zustimmung geben. Schön das ihr nun auch die Halsstichmethode für optimal anseht es werden immer mehr die sich so entscheiden Hühner oder auch anderes Geflügel auf diese Art zu töten.
Wer zuschauen oder lernen möchte kann mich gerne kontaktieren, ich komme zu euch vor Ort wenn die Entfernung die ca 100 km Marke nicht wesentlich übersteigt ( 1-2 mal im Jahr als Kurzurlaub auch weiter) und zeige/ helfe beim Schlachten von Geflügel, Kanin und Schafen/Ziegen. Gruß Windfried Privater_Schlachter
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Zacharias
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Re: Wie Hühner am besten schlachten?

#102

Beitrag von Zacharias » Mi 27. Nov 2013, 12:32

Stimmt, das hatte ich vergessen zu erwähnen. Wir haben gestern überlegt, das Ganze mal per Film/Fotoserie zu dokumentieren. Schließlich gibt es ja auch ein paar Leute, die über 100km von Windfried weg wohnen. Da ich befürchte, dass Youtube solche Filmchen nicht so gerne sieht, können wir das auch auf meiner Seite einbauen (muss mal meinen Schatzi fragen, ob das verwirklichbar ist).
Grüße,
Birgit

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Re: Wie Hühner am besten schlachten?

#103

Beitrag von Privater_Schlachter » Fr 29. Nov 2013, 10:43

Guten Morgen. Ich habe vergessen zu erwähnen das verschieden große Tiere auch verschieden große Trichter gebrauchen. Bei dieser Unterweisung hatte ich 3 Größen dabei die vom kleinen Serama Huhn, diese Größe passt auch für Tauben und Wachteln, bis zum Trichter für etwa 2,5 -3 Kilo Brocken. Bei der schon mal angesprochenen Schlachtunterweisung in Hiddenhausen ( Fotos bei Hühner Info Forum) sind diese Trichter zu sehen. Gruß Windfried Privater_Schlachter
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Re: Wie Hühner am besten schlachten?

#104

Beitrag von Hühnerschützer » So 16. Feb 2014, 13:38

Im Netz gibt es die unterschiedlichsten Empfehlungen hierzu, auf YouTube die übelsten Szenen. ich kann verstehen, dass der Schlag mit einem Rundholz auf den Kopf des Huhnes, manchen Leuten Probleme bereitet bzw. nicht immer zielgenau ausgeführt werden kann, zum Leidwesen des Tieres.
Es gibt eine viel bessere Methode, den Kopf eines Huhnes oder anderen Geflügels, auf dem Hackglotz zu fixieren:
Man schlage zwei dicke Nägel in den Hackglotz in einem Abstand, dass der Hals bequem dazwischen passt, aber der Kopf nicht hindurch rutscht. Zwei Stücke eines Gartenschlauchs drüberstülpen - Komfort muss sein. Dann legt man den Hals des Tieres zwischen die Nägel, fixiere seinen Körper, indem man es zwischen den Flügeln mit einer Hand nimmt (in Schulternähe Mittelfinger unter den einen,- Daumen unter den anderen Flügel, Zeigefinger zwischen die Flügel - dann braucht man die Beine nicht auch noch fixieren) und ziehe leicht, so dass der Hals gerade ist. Dann mit einem sehr scharfen Beil mit einem festen Hieb das Tier köpfen.
Bei größeren Vögeln wie Puten und Gänsen, Enten etc. geht es ebenso, nur dass dann der Abstand der Nägel je nach Tierart größer sein muss. Ich habe einen Hackglotz mit mehreren Nägelabständen, auch für Tauben, Wachteln, so dass ich je nach Art wählen kann. Bei den Puten setzt sich mein Kumpel vorsichtig auf den Vogel drauf und ich stelle einen kurzen, mobilen Hackglotz davor, so dass der Vogel im Liegen geköpft wird (20 kg- Tiere - sehr kräftig).
Die Guillotine war eine humane Art, Menschen in der franz. Revolution hinzurichten - dasselbe gilt für Tiere. Bei Vögeln bietet sich die Köpfung halt wegen der Halslänge geradezu an, aber im Grunde ist es bei allen Tiere mit zentralem Nervensystem ideal, so zu Tode zu kommen.
Weil diese Methode so sicher und überzeugend ist, schlachte ich für viele Leute Geflügel, bringe meinen Kombi-Hackglotz dann immer mit. Leute, die ich berate, empfehle ich auch die Garten- und Astschere - da kann nichts daneben gehen. Wir schulden es diesen Tieren, wenigstens schnell und schmerzlos und ohne Pannen und Fehler getötet zu werden, wobei auch die Maßnahmen davor so gestaltet werden sollten, dass das Tier nichts ahnt.

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Re: Wie Hühner am besten schlachten?

#105

Beitrag von Thomas/V. » So 16. Feb 2014, 13:44

Das blöde bei der "Kopf-ab" Methode ist nur, das die Hühner ohne vorherige Betäubung wild zappeln und mit den Flügeln schlagen, bis sie ausgeblutet sind.
Mit Betäubung und Ohrstich gibt es wesenetlich weniger Zappelei, weil die Nerven nicht durchtrennt werden.
Die Zappelei ist eine Folge der plötzlichen Durchtrennung der Nerven der Halswirbelsäule.
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!

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Re: Wie Hühner am besten schlachten?

#106

Beitrag von Zacharias » So 16. Feb 2014, 13:46

Hallo "Hühnerschützer",
nix für ungut, aber deinem Nick wirst du mit der Methode nicht gerecht. Wenn du die Tiere ohne Qualen schlachten willst, dann mach es nicht mit der Kopf-ab-Methode, sonder lass dir zeigen, wie man sicher betäubt (dank Windfried, der hier Schlachtkurse anbietet kann ich das inzwischen) und führe die Ohrstichmethode durch. Deine Methode ist was für Leute, die es nicht besser können, aber als "Hühnerschützer" sollte man alles daran setzen, es zu lernen.
Grüße,
Birgit

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Re: Wie Hühner am besten schlachten?

#107

Beitrag von Hühnerschützer » So 16. Feb 2014, 15:46

Ist das Zappeln ein Problem, wenn sichergestellt ist, dass die Tiere zuverlässig getötet wurden? Die Betäubungen sind ja o.k., aber wenn man sieht, wie sich viele dabei anstellen, ist es sehr oft Tierquälerei. Es ist nicht davon auszugehen, dass alle das korrekt machen (können) - darum geht es mir. Außerdem: Durch das Gezappele wird das Adrenalin abgebaut und dann nicht mehr im Fleisch.

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Re: Wie Hühner am besten schlachten?

#108

Beitrag von Thomas/V. » So 16. Feb 2014, 16:55

Ist das Zappeln ein Problem, wenn sichergestellt ist, dass die Tiere zuverlässig getötet wurden?
Mir gefällt es nun mal nicht, wenn ich einen 5kg-Hahn in der linken Hand habe, in der rechten noch das Beil, das der Hahn mit einer Hand gehalten werden muß, während er wie wild zappelt, mit den Flügeln schlägt und dabei das Blut, das aus den durchtrennten Schlagadern schießt, dabei im ganzen Waschhaus verspritzt wird. Ich bin nun mal faul und putze nicht gern, wenn es sich vermeiden läßt.
aber wenn man sieht, wie sich viele dabei anstellen, ist es sehr oft Tierquälerei.
Das liegt wohl eher weniger an der Methode, sondern daran, das es den Leuten oftmals ziemlich egal ist, ob das Tier leidet, es ist ja "nur ein Viech"...
Deswegen sollte sich jeder, der damit anfängt, sich das von einem Profi zeigen lassen. Wenn man es sich selber beibringt und das Huhn beim ersten mal tatsächlich leidet, dann bemüht man sich beim nächsten erst recht, es richtig zu machen. Ich habe damals bei den ersten Fehlversuchen sofort gemerkt, was falsch gelaufen ist (zu nervös, zu wenig ausgeholt, falscher Winkel oder so) und meine Vorbereitungen und Handlungen dementsprechend angepaßt.
Durch das Gezappele wird das Adrenalin abgebaut und dann nicht mehr im Fleisch.
Falsch. Durch hektisches Einfangen und zum Schlachtort bringen, womöglich mit viel Geflatter und Geschrei, wird Adrenalin ins Fleisch "geschossen".
Adrenalin wird nicht durch Geflattere abgebaut, sondern durch Ruhe.
Viel hilft schon, wenn man dem Huhn nach dem Einfangen die Augen zu hält oder es in eine dunkle Kiste setzt, wo es sich beruhigen kann.
Wenn ich meine Kaninchen und Hühner dann im Waschhaus aus der Kiste nehme, sind sie erstmal desorientiert und ruhig. In dieser Zeit (ca. 5 Sekunden) wird der bereitliegende Betäubungsknüppel genommen und zugeschlagen. Da gibt es keinen Streß, weder für Mensch noch für Tier.
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!

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Re: Wie Hühner am besten schlachten?

#109

Beitrag von sybille » So 16. Feb 2014, 19:44

Wenn ich meine Kaninchen und Hühner dann im Waschhaus aus der Kiste nehme, sind sie erstmal desorientiert und ruhig.
Ja, ruhig sind sie schon. Was aber nicht heißt das sie nicht total nervös sind wenn sie aus der Kiste kommen.
Hühner sind Menschen wie Du und ich, nur das sie zur Hausordnung Hackordnung sagen.

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Re: Wie Hühner am besten schlachten?

#110

Beitrag von Luna » So 16. Feb 2014, 22:11

Wir Kinder sind zu Hause mit dem Schlachten von Nutztieren gross geworden. Pro Jahr ein Schwein, für das ein Schlachter aus dem Dorf kam, Hasen, Hähne und Enten schlachtete meine Oma selbst.
Dem Geflügel wurde auf dem Hackklotz mit einem gezielten Schlag der Kopf abgetrennt, den Hasen wurde nach dem Betäuben die Halsschlagader mit dem Messer durchtrennt, was Aufgabe meines Vaters war. Gelegentlich schaute ich zu, beim "Schlachtfest" des Schweines sowieso, weil hier die ganze Familie mithalf. Ich hatte diese Vorgänge also immer im Kopf, obwohl der Schritt, selbst zu töten, noch einmal etwas anderes ist.
Geflügel töte ich heute noch so - mit einem Unterschied - die Tiere werden vorher betäubt! Ich fange die Tiere am Vorabend ein und bis zum Schlachten am anderen Tag werden sie separiert, was die Tiere beruhigt. Nach dem Betäuben und Abschlagen des Kopfes steckt das Beil im Hackklotz. Dafür bedarf es etwas Erfahrung,wie stark der Hieb dafür sein muss. Der Vorteil dabei ist, dass der Kopf dann wirklich ab ist und nicht noch am Rumpf baumelt.
Gegen das mehr oder weniger starke Flügelschlagen im Anschluss stürze ich die Tiere in einen 5 bzw. 10 l Plastikeimer (je nachdem ob Huhn, Ente oder Gans) bis die Reflexe nachlassen.

PS: Es gehört der Vollständigkeit halber auch hierher, wie damals (60er Jahre) kleinere Vögel, z.B. Tauben, getötet wurden.
Wir hatten selbst keine Tauben, aber fasziniert haben mich diese Tiere immer, weil sie ja- scheinbar ohne das Zutun des Menschen - den Grossteil ihres Futters beim "Feldern" selbst suchten und ansonsten keiner besonderen Pflege bedurften. Hatten die Bauern (sonntags!) Lust auf Täubchen, schossen sie diese mit dem Luftgewehr vom Zugang zu ihren Schlägen unter dem Scheunendach herunter, oder vom First der Gebäude, die zum Hof gehörten. Weil die Tiere nach so einem Schuss nur selten tot waren, nahm sie der Bauer in die linke Hand, der Hals wurde in die gekrümmten Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand gelegt; dabei lag der Kopf im Hohlraum der rechten Hand.
Jetzt wurde der Kopf mit den Fingern der Hand um 90 Grad gedreht und mit einem kurzen aber kräftigen Ruck der rechten Hand nach vorne das Genick gebrochen und gleichzeitig der Kopf vom Rumpf getrennt. Inwieweit diese Tötungsart den Vögeln gerecht wurde, weil sie ohne Betäubung stattfand, will ich nicht beurteilen. Sie schien aber effizient, weil "kurz und schmerzlos"(?)

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