Experiment Frühanbau Tomaten im ungeheizten Foliezelt

Re: Experiment Frühanbau Tomaten im ungeheizten Foliezelt

Beitragvon Taraxacum am So 6. Jan 2019, 22:25

@hobbygaertnerin: Ich hatte bisher auch erst Ende Februar ausgesäht und dann Ende Juni / Anfang Juli die ersten reifen Tomaten. Das ist mir aber immer zu spät gewesen und durch Palmes Buch bin ich halt auf diese extreme Verfrühung gestoßen. Stress mache ich den Pflanzen aber auch nicht. Ich wollte nur sagen, dass es möglich ist, die Pflanzen zu zwingen schneller zu reifen. Bei 2 Monate früherer Aussaat gibt es auch 2 Monate früher die erste Ernte. So ist das gemeint. Zur Reife zwinge ich meine Pflenzen erst am Ende der Saison, dass ich zum Nachreifen vollentwickelte, aber noch grüne Früchte ernten kann. Da wird alles Laub dann bis 1 Blatt über dem letzten geeigneen Fruchtstand entfernt und alle zu kleinen Rispen daüber entfernt. Die Pflanze steckt dann alle Kraft in die verbliebenen Früchte. Da in der letzten Saison ja lange recht warmes und sonniges Wetter herrschte, sind so noch etliche Tomaten vollreif geworden und ich konnte sogar Fleischtomaten in voller Größe aber noch grün zum Nachreifen abernten. Falls du ein Folienzelt hast, welches gut luftdicht ist, also kein vorgestellter Giebel und du an genügend Mist und Schreddermaterial kommen kannst, empfehle ich dir den Frühanbau. Es sollten aber recht kältetolerante und frühe Sorten sein. Schau mal in meine Liste, vielleicht hast du ja Sorten davon oder ähnliche. Saatgut in handwarmen Kamillentee vorquellen lassen und dann auf der warmen Heizung keimen lassen. Es sollte dann innerhalb weniger Tage keimen. Anschließend kühler und unter Zusatzlicht stellen (ich hab von 6:00 - 22:00 Uhr). Fleischtomaten sind dabei aber eher ungünstig, da die sowieso recht lange brauchen. Versuch es mal, ich war sehr zufrieden
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Re: Experiment Frühanbau Tomaten im ungeheizten Foliezelt

Beitragvon hobbygaertnerin am Mo 7. Jan 2019, 09:00

Danke für deine Erfahrungen.
Hab mit der subarctik Plenty und anderen sehr frühen Sorten keine Verfrühung hinbekommen, aber ich weiß inzwischen auch, an was es lag.
Bodentemperatur - wenn die zu kalt ist, scheint in der Tomate nicht die grosse Lust auf schnelles Fruchten da zu sein und eine bestimmte Anzahl an Sonnenstunden.
Warum die subartcik Plenty in besonders kalten Regionen der Welt schneller reift- meine Vermutung, die haben ein ganz anderes Sonnenmuster. Im Sommer mit den langen Sonnenstunden-
auf alle Fälle meine Gartendaumen fangen irgendwie zum fiebrieren an.
Ich hab mir ein Regal gebastelt, dort kann ich die Tomaten nach dem Pikieren mit zusätzlichem Licht versorgen, denn was ansonsten beim Fenster um diese Zeit reinscheint, ist einfach zu wenig.
Jetzt mal rein aus der Energiesparersicht bin ich trotz der ganzen LED- schon so manchmal im Zweifel, ob es Sinn macht- aber auf der anderen Seite- es ist bestimmt wenger Energieverbrauch, als wenn ich in den Flieger steige, um dem Winter zu entkommen.
Denn das Zusatzlicht hat auch auf mich Wirkung.
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Re: Experiment Frühanbau Tomaten im ungeheizten Foliezelt

Beitragvon Olaf am Fr 11. Jan 2019, 11:11

Jetzt mal rein aus der Energiesparersicht bin ich trotz der ganzen LED- schon so manchmal im Zweifel, ob es Sinn macht-

Ach, ich bin da inzwischen recht schmerzfrei. Nein, es macht keinen Sinn. Außer, wie Du ja auch schreibst, es tut ja auch mir gut, es sieht hübsch aus in der Küche, alle Fensterregale voller Pflanzen. Wovon ich nichts hätte, wenn ich von der Arbeit komme, da ists ja schon dunkel. Und, ich kann nichts dafür....es ist dunkel und ich kann, wenn auch aus großer Entfernung, den Nachbarn von unserer Küche ins WZ schauen: Da geht sofort der Fernseher an, wenn die nach Hause kommen. Wieviel verbraucht der und welcher Strom ist sinnloser?
Der Nerd in mir hat jetzt an paar Stellen im Haus IP-Steckdosen, und hab deswegen exakte Zahlen, die messen ja auch den Verbrauch. Beleuchtet wird ab 16:00 Uhr bis um 22:00 Uhr. Das kostet mich 450Wh also <15 Cent am Tag, und das ist es mir wert.
Zu den Steckdosen, Fenster ist zu langweilig, mal ein Screenshot von meinem "Händy" von der Steckdose vom Wachtelaufzuchtstall. (Ihr müsst scrollen...) Jeden Tag hab ich die IR-Birne mit Dimmer bisschen runtergedreht, und jetzt läuft nur noch die elektronische Glucke mit 340 Wh am Tag, ab dem rechten Messpunkt ist es jetzt also konstant. Anfangs ist es natürlich heftig, oben ist die Summe:
wachtelstrom.jpg
wachtelstrom.jpg (25.11 KiB) 44-mal betrachtet

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Samstag fahren wir zu Taraxacum, sie gibt mir ein paar Tomatenpflänzchen ab. Ich hab mal vor Jahren hier im Forum was gesehen, da hat jemand seine Pflänzchen in nem Dachfenster vorgezogen, das war recht beeindruckend, die Lichtausbeute ist so viel besser.
Ich hab grad ein freies und deshalb unbeheiztes Zimmer oben, das will ich auch probieren, vielleicht Hälfte/ Hälfte welche in der warmen Küche mit Kunstlicht und welche im kühlen Dachfenster ohne....
LG
Olaf
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Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
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