Erfahrungen mit kompostierbarer Mulchfolie

Re: Erfahrungen mit kompostierbarer Mulchfolie

Beitragvon Pitu am Mo 23. Apr 2018, 21:01

@Taraxacum: Vielleicht solltest Du den Kindergarten darauf hinweisen, daß die Ackerwinde giftig ist? :mrgreen:
Disteln sterben auf jeden Fall unter der Folie. Natürlich sollte der ganze Bewuchs einigermaßen kurz sein, damit man die Folie gut auflegen und spannen kann.
Zu Zaunwinden kann ich glücklicherweise! bis jetzt nix sagen. Bei mir tritt nur die Ackerwinde manchmal auf und in den Beeten ohne Folie steche ich sie dann aus.
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Re: Erfahrungen mit kompostierbarer Mulchfolie

Beitragvon Specki am Di 24. Apr 2018, 15:50

Jetzt hat sich nochmal eine Frage bezüglich der Mulchfolie ergeben.
Wie schaut das aus mit der Folie unter Pflanzen die am Boden wachsen, also viel Bodenkontakt haben? Sprich Zucchini, Kürbis, Neuseeländerspinat, etc?
Ich könnte mir vorstellen, dass sich die Folie stark aufheizt. Wie kommen die Pflanzen damit zurecht?
Oder wenn es mal regnet und dann Pfützen stehen bleiben, wo dann Pflanzenteile drin liegen. Ist glaub auch nicht so ideal, oder?

Gibts da Erfahrungen?

Gruß
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Re: Erfahrungen mit kompostierbarer Mulchfolie

Beitragvon Pitu am Di 24. Apr 2018, 20:14

Zucchini und Kürbis schattieren die Folie ja sowieso recht schnell. Zu Verbrennungen kommt es nicht, falls Du das meinst?
Die Erde unter der Folie ist wärmer und hält auch nachts die Wärme besser. Zucchini, Gurken, Kürbisse, Melonen lieben die warmen Füße.
Insbesondere die Kürbisse wachsen bei mir mit der Folie wesentlich stärker als auf "blanker " Erde.
Prinzipiell ist die Folie ja auch nicht soviel dunkler als ein fruchtbarer Boden.

Mit den Pfützen auf der Folie habe ich auch noch kein Verfaulen oder Ähnliches festgestellt. Das Wasser verdunstet ja auch recht schnell wieder.

Zu Neuseeländer Spinat kann ich nix sagen. Den hatte ich noch nie im Garten.
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Re: Erfahrungen mit kompostierbarer Mulchfolie

Beitragvon Specki am Di 24. Apr 2018, 20:18

Ok, super! Danke für deine Rückmeldung.
Ja, ich hatte an Verbrennungen gedacht.
Dann werd ich die Folie auch unter Zucchini und Kürbis nehmen und bin wirklich ohne ende gespannt wie das wird. Ich erhoffe mir viel :)

Gruß
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Re: Erfahrungen mit kompostierbarer Mulchfolie

Beitragvon Pitu am Di 24. Apr 2018, 20:43

Ich hab gestern die Folie über die diesjährigen Zucchini- und Kürbisbeete gespannt. Auch wenn noch 1 Monat hin ist bis zum Auspflanzen, schadet es nicht, wenn sich der Boden vorher noch erwärmt und das Unkraut bis dahin hopps ist und ich in den Beeten dieses Jahr gar nicht mehr jäten muß. :michel: Ich hatte 2 Jahre Grünen Hokkaido auf Folie mit riesengroßen Blättern und pro Pflanze 7-9 Kürbisse dran. Letztes Jahr hab ich es mal ohne Folie probiert und die Blätter waren wesentlich kleiner und ich hatte 1 !!! Kürbis dran. War echt kümmerlich! :-( Allerdings war letztes Jahr ein zu nasses und kaltes Gartenjahr. Das hat sicherlich auch mit reingespielt.
Die Beete habe ich gestern noch kräftig gewässert bevor ich die Folie drübergezogen habe.

Wenn Du schon weißt, wohin heuer die Kürbisse und Zucchinis bei Dir sollen, würde ich jetzt schon die Folie an der Stelle auflegen. Dann Ende Mai eben Kreuz reinschneiden, Loch buddeln, Dünger wie z.B. Kuhmistpellets rein, bißchen Erde drüber und Pflanze setzen. Schneckenring ist vorteilhaft. ;) Beim Kürbis neben das Pflänzchen am besten gleich einen längeren Stab mit 1 Meter reinstecken, damit Du später weißt, wo das "Herz" der Pflanze ist und wo Du hingießen mußt, wenn Du vor dem Dschungel stehst. :)
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Re: Erfahrungen mit kompostierbarer Mulchfolie

Beitragvon Specki am So 29. Apr 2018, 08:27

So, der erste Problemfall bei der Folie schlägt ordentlich zu!
Die Paprika und Auberginen haben zum teil schon ziemlich durchlöcherte Blätter. Hab heute mal 12 kleine Schnecken von 1 bis 3 cm Länge abgesammelt.
Zum Teil waren sie direkt am Boden in Pflanzennähe, zum Teil waren sie unter der Folie.
Ich befürchte ich muss mir da jetzt was einfallen lassen. Also letztes Jahr hatten wir wirklich tonnen an Schnecken im Garten. Wenn die mal richtig los legen könnten die alles überrennen....

Ansonsten bisher noch sehr zufrieden. Gestern hab ich mal die Brennessel, Löwenzahn und Gras mit dem Mäher Platt gemacht. Dort wird jetzt dann morgen oder übermorgen die Mulchfolie ausgelegt um dann in 1 bis 2 Wochen Zucchini, Kürbis und Salat zu Pflanzen.

Gruß
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Re: Erfahrungen mit kompostierbarer Mulchfolie

Beitragvon marceb am So 29. Apr 2018, 08:54

Ich kann ja mal von meinen Erfahrungen mit Mulchfolie vom letzten Jahr berichten.
Bei mir gibt es auch massenhaft Schnecken, da es auch immer sehr feucht ist.
Ich habe eine Wiese mit sehr viel Quecke urbar gemacht.
ich habe aber normale Mulchfolie genommen. Auf der einen hälfte habe ich Erdbeeren gepflanzt.
Die andere hälfte nichts. Bei den Erdbeeren habe ich keine einzige reife geerntet, vorher haben die Schnecken alles vernichtet.
Und aus den Pflanzlöcher ist die Quecke munter weiter gewachsen. Die dort zu entfernen ist eine heiden arbeit.
Vor etwa drei wochen habe ich die Folie entfernt. Auf der Seite mit den Erdbeeren wuchs sofort sehr viel Quecke.
Auf der komplett abgedeckten Seite sehr wenig.
Mein Fazit, etwa ein jahr mit Mulchfolie abdecken und darauf das Jahr erst bepflanzen.

Viele Grüße
Martina
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Re: Erfahrungen mit kompostierbarer Mulchfolie

Beitragvon Taraxacum am So 12. Aug 2018, 12:25

Erste Erfahrungen mit der "kompostierbaren" Mulchfolie nach 4-monatigem Einsatz:

1. Ich hatte die Folie an den Beeträndern bei den Zuchini, Patisson und Kürbissen eingegraben und die Pflanzen dann in die Löcher gepflanzt. Fazit nach 4 Monaten: die eingegrabene Folie ist bisher kein bisschen verrottet und die Disteln, die ich eigentlich damit bekämpfen wollte, haben sich durch die Folie gepiekt und wachsen, dbedingt durch das gute Kleinklima unter der Folie besser den je. Für die Distelunterdrückung scheinbar zu zart. Vorteil, die Erde ist feucht und locker geblieben, die Disteln ließen sich immer gut mit Wurzeln rausreißen.

2.Einen weitern Teil der Folie habe ich über die Kartoffeldämme gespannt und nur die Kartoffelpflanzen herauskommen lassen. Hier war das Ziel, die Winde zu unterdrücken und im besten Fall zum Abstrérben zu bringen. Hab gestern und heute rund 40lfdm Kartoffeln rausgemacht. Diese sind diesmal richtig groß und auch zahlreich gewachsen. Trotz Hitze und nur 2maligem Fluten der Gänge war die Erde unter der Folie noch recht feucht (Dammspitzen waren aber ausgetrocknet) im Angesicht der Tatsache, dass es seit April nur rund 20 mm in den letzten Monaten geregnet hat. Hier hat sich die Folie bewährt ABER die winde hat die Löcher, wo die Kartoffelpflanzen rausgeschaut haben auch gefunden und ist da durch gewachsen. zum Teil waren unter der Folie extrem lange weiße aber kräftige Ranken bis zum nächsten Tageslichtpunkt. Auch hier hat die Folie leider versagt.

"Normale" Unkräuter, wie Franzosenkraut, Melde oder Hirse werden aber zuverlässig unterdrückt. Wasser hält die Folie auch zuverlässig zurück. Man solltre aber in einigen Abständen Löcher stanzen, so dass genügend Wasser beim Beregnen unter die Folie kommt, ansonsten punktuell mit Kanne wässern.

Was mich bisher wundet ist, dass die Folie bisher keinerlei Verrottungsanzeichen aufweist. Mit mehr Vorsicht beim Entfernen aus den Kartoffeln hätte man die Folie noch ein zweites Mal verwenden können. Ich habe die unsanft entfernte Folienfetzen lieber in die gelbe Tonne gegeben.

Fazit für mich: diese Mulchfolie werde ich nicht wieder verwenden. Nächstes Jahr probiere ich es mit Mulchpapier (da dieses wasserdurchlässig ist), ansonsten bleibe ich beim Mulchen mir Rasenschnitt (dieses Jahr wegen trockenheitsbedingtem Futtermangel für diesen Zweck nicht vorhanden) und manueller Unkrautbekämfung. Bereiche mit Obstbäumen und -sträuchern haben diese unverrottbare Unkrautfolie mit Strohabdeckung, welche sich super bewährt hat, schon seit Jahren.
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Re: Erfahrungen mit kompostierbarer Mulchfolie

Beitragvon Pitu am Di 14. Aug 2018, 07:33

Taraxacum: Für die Beregnung macht die Folie wirklich keinen Sinn.
Bei Kürbis und Zucchini schneide ich ein Kreuz in die Folie und setze die Pflanzen in einen Schneckenring. Wenn ich gieße, fülle ich den Schneckenring mit Gießkanne oder Schlauch ganz gezielt bis oben hin mit Wasser. Bei Tomaten gieße ich dann auch nur direkt an die Pflanze.

Die Winde braucht 1 Jahr Abdeckung um wirklich abzusterben. Wenn Du sie rausrupfst, wo sie ans Licht kommen, sind sie irgendwann geschwächt. Ja, Disteln können manchmal durchkommen. Aber nachdem ich ja meine Folie mit Steinen beschwere, klappe ich die Folie zur Seite und steche die Disteln aus. Dann wieder die Folie drüber und damit ist das dann für den Rest des Jahres erledigt.

Wenn Du die dickste Folie verwendet hast, hält die bis zu 1 Jahr. Du hättest sie aber auf dem Kompost entsorgen können. Sie zersetzt sich wirklich rückstandslos.

Vielleicht kommst Du ja wirklich besser mit Mulchpapier zurecht? Ich persönlich will halt nicht soviel Plastikmüll im Garten haben. Und normales Mulchvlies hat sich bei mir blitzschnell zersetzt und die Fetzen sind überall rumgeflogen.

Ich verwende die Folie bei den Tomaten, Paprika, Auberginen, Kürbis, Zucchini, Kohl, Süßkartoffeln, Gurken, Rhabarber, Beerensträucher mit Mulch. Bei den Kartoffeln wollte ich sie auch mal ausprobieren.
Warum verwendet Ihr denn Mulchvlies bei den Obstbäumen?
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Re: Erfahrungen mit kompostierbarer Mulchfolie

Beitragvon Taraxacum am Di 14. Aug 2018, 08:50

Diese Mulchfolie unter den Obst- & Beerensträuchern dient zuverlässig der Unkrautunterdrückung. Hab das Obst ja außen um den Nutzgarten am Zaun stehen, wo früher mal Niemandsland angrenzte, dass völlig mit Melde, Winde, Disteln und Brennesseln überwuchert war. Das hat sich fröhlich auch in unseren Garten verbreitet. Mittels dieser unverrottbaren Folie und Strohmistauflage habe ich dort kaum Unkraut. Die verrottete Strohschicht kommt alle paar Jahre, wenn sie mehr als 10cm hoch ist, als Kompost in den Garten, das kann man prima von der Folie abschippen. Bei meinem Arbeitspensum hab ich nicht wirklich Zeit, auch dort Unkraut zu rupfen. Das bisschen, was auf ev.auf dem Stroh wächst, lässt sich leicht entfernen. Zur Erklärung: ich trenne ja Pferdeäppel und nasses Stroh beim Ausmisten, wenn die Ponys im Winter nachts in der Box sein sollten. Die Äppel kommen auf den Misthaufen, das nasse Stroh auf alle Bereiche, die kein Grabeland oder Wege sind. Durch den Urin passt das CN Verhältnis , so dass das Stroh dem Boden kein Stickstoff entzieht. Mache ich seit Jahren schon so. Die verrotteten Pferdeäppel kommen dann im nächsten Winter auf die Beete und werden im Frühjahr eingearbeitet.

Mit dem Beregnen war so gemeint, dass Wasser, egal ob von oben oder aus dem Regner dann nicht auf der Folie steht. Da ich die Beete ja auch betrete, sind dort Senken, wo sich das Wasser sammelt. Kurz mit einem Stock ein kleines Loch reingepiekt und schon läuft das Wasser in die Erde und verdunstet nicht wirkungslos. Unter der Folie sind ja Tropfschläuche zum Bewässern.

Die Mulchfolie war so hauchdünn und zart gewesen, so dass ich aufpassen musste, diese nicht beim Befestigen gleich zu zerreißen. Kein Wunder, dass die Disteln da durchgepiekt sind. Gibt es die denn in verschiedenen Stärken? Ich hatte ja gedacht, dass wenigsten die Teile der Folie, die eingegraben warn am Rand schon Zersetzungsanzeichen aufweist. Aber nichts dergleichen.

Wie gesagt, bei den Kartoffeln hat es bis auf die Winde super funktioniert. Der Boden war warm und feucht, so dass die Kartoffeln dieses Jahr richtig schön groß geworden sind. Hab die Folie gleich nach dem Anhäufeln über die Dämme gespannt und nur die Kartoffelpflanzen herausgepusselt. Kein weiteres Unkraut in den Kartoffeln. Fand ich jetzt richtig gut.
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