Bienensterben

Wildmohn
Beiträge: 626
Registriert: Mo 18. Jan 2016, 13:04
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Berlin und MeckPomm

Re: Bienensterben

#181

Beitrag von Wildmohn » Mi 14. Jun 2017, 19:56

Sehr kluger Beitrag @Strega, da bin ich ganz bei Dir.
@Rohana: Ich hatte das mit dem Pflanzenschutzbeauftragten in Anführungszeichen gesetzt, was, Achtung: Ironie bedeutet... also häng Dich daran nicht so auf... :heissred:
Neues Schaffen heisst Widerstand leisten. Widerstand leisten heisst Neues schaffen. (Stéphane Hessel)

Benutzeravatar
Buchkammer
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 3908
Registriert: Di 30. Nov 2010, 13:01
Wohnort: Thüringen
Kontaktdaten:

Re: Bienensterben

#182

Beitrag von Buchkammer » So 18. Jun 2017, 16:59

strega hat geschrieben:... Autofahren ist ein Übel, das nicht überall notwenig ist ...
Und da wären noch die Schiffe auf den Ozeanen zu nennen. Ok, sind nun nicht so viele Bienen unterwegs dort, aber letztens schnappte ich die Meldung auf, dass 400 Containerschiffe die gleiche Menge Abgase in die Atmosphäre pusten, wie alle Autos auf diesem Planeten.

Zum Bienensterben: Gelebter Naturschutz und Biodiversität ist doch auch das Stehenlassen und Abblühen von Futterpflanzen. Möglicherweise wirkt der Garten auf einen Party- und Rasentyp etwas unordentlich, aber wenn ich sehe, wie viele Bienen, Hummeln und andere Insekten sich am Ysop, der Kugeldistel, Beinwell, Wollziest, Cystus, Borretsch, Löwenzahn, Mohnblume, Bergbohnenkraut, Melisse, Baldrian, Salbei, Marienglockenblume ... erfreuen und davon naschen, wird einem warm ums Herz. :bieni:
Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern. (Rūmī)
https://www.bewusste-menschen.de/

hobbygaertnerin
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 4904
Registriert: Di 14. Jun 2011, 08:48

Re: Bienensterben

#183

Beitrag von hobbygaertnerin » So 18. Jun 2017, 23:18

Ich war vor einer Weile in einem Vortrag über Bienen, es kam rüber, dass die Bienen besonders im Sommer genügend Nahrung bräuchten. Sie würden eine hohe Vielfalt an Nahrung benötigen und wenn sie dies nicht hätten, wären sie angeschlagen und würden auch mit der arroamilbe nicht besonders gut klarkommen.
So weit als möglich versuche ich das Umfeld um uns herum bienenfreundlich und vor allem auch nahrhaft zu gestalten.
Es ist derzeit eine Freude, die Bienen im blühenden Rosenbaum zu hören ( eine wilde Rose hat einen Kirschbaum vollkommen erobert), die Linden fangen auch zum Blühen an- dann hoffe ich auf Regen, damit die Bienenblühstreifen auch noch wachsen können.
Was mir auffällt, besonders die Beeren sind ein beliebtes Happi Happi als Blüten für die Bienen.
Derzeit blühen die späteren Beeren und man hört die Bienen die ganze Zeit dort summen.

Benutzeravatar
Buchkammer
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 3908
Registriert: Di 30. Nov 2010, 13:01
Wohnort: Thüringen
Kontaktdaten:

Re: Bienensterben

#184

Beitrag von Buchkammer » Di 27. Jun 2017, 15:32

ina maka hat geschrieben:Mir ist das vor Jahren schon komisch vorgekommen, als sich hier im Forum jemand traurig äußerte, dass es kaum noch Blühstreifen gibt für die Insekten.
Es gibt sie wieder. :) Mindestens 2 Felder in der näheren Umgebung hier sind mit meterbreiten Blühstreifen am Rand versehen.
Bluehstreifen.jpg
Bluehstreifen.jpg (67.5 KiB) 1961 mal betrachtet
Was für ein Farbenmeer. Die Insekten darin fühlen sich pudelwohl.
Bluehstreifen_nah.jpg
Bluehstreifen_nah.jpg (86.54 KiB) 1961 mal betrachtet
Ich konnte Phacelia, Borretsch, Sonnenblumen und Buchweizen identifizieren.
Bluehstreifen_nah_2.jpg
Bluehstreifen_nah_2.jpg (79.79 KiB) 1961 mal betrachtet
Und eine mir unbekannte Pflanze ... vielleicht eine Gemüsemalve?
Pflanze_im_Bluehstreifen.jpg
Pflanze_im_Bluehstreifen.jpg (51.04 KiB) 1961 mal betrachtet
Herrlich anzusehen und am Ende der Blühzeit fällt bestimmt etwas Samen ab - sozusagen sozialistisch umgelagert. Muss nur den richtigen Zeitpunkt erwischen, damit ich nicht vor geerntetem Blühstreifen stehe. :aeug:

Gibt es da eigentlich Subventionen für, wenn der Landwirt Blühstreifen an die Felder sät oder ist gar ein Umdenken bei manch einem Landwirt zu erkennen? Na egal, nicht nur die Bienen freuen sich über dieses Angebot an Nahrung. :daumen:
Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern. (Rūmī)
https://www.bewusste-menschen.de/

Oelkanne
Beiträge: 2208
Registriert: Do 13. Aug 2015, 11:52

Re: Bienensterben

#185

Beitrag von Oelkanne » Di 27. Jun 2017, 15:42

Gibt es da eigentlich Subventionen für, wenn der Landwirt Blühstreifen an die Felder sät oder ist gar ein Umdenken bei manch einem Landwirt zu erkennen? Na egal, nicht nur die Bienen freuen sich über dieses Angebot an Nahrung. :daumen:
Ja, es gibt teilweise Fördergelder dafür.

Einerseits muss der Landwirt 5% seiner Fläche als sog. ÖVF (Ökologische-Vorrang-Fläche) einrichten,
z.B. Blühstreifen, Zwischenfrüchte (hier 15% der Gesammtläche) oder Brachen.
Andererseits gibt es in manchen Bundesländern extra Förderprogramme für Blühstreifen, Hamsterschutzstreifen usw.
Zusätzlich gilt in Niedersachsen und Baden-Würtemberg an allen Bächen ein Mindestabstand von 5m auf dem keine Dünung und kein Pflanzenschutz gemacht werden darf, meist werden diese Streifen freiwillig mit Blumen eingesät, da sie sonst stark verunkrauten.
Kombinieren lassen diese Maßnahmen sich aber nicht
und Biobauern sind davon gänzlich befreit,

dürfen also mit Miststreuer und Güllefass bis an die Bachkannte fahren,
als ob Biogülle gewässerfreundlicher wäre als normale Gülle :roll: :platt:

Benutzeravatar
Herbstelfe
Beiträge: 238
Registriert: Fr 17. Mär 2017, 12:47

Re: Bienensterben

#186

Beitrag von Herbstelfe » Do 29. Jun 2017, 21:24

Heute ist wieder ein Artikel bei SPON über die Auswirkungen von Neonics auf die Insekten- und vor allem Bienenwelt
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 55136.html
Keine Zeit für dumme Späße, ich hab zu tun mit Älterwerden.

Oelkanne
Beiträge: 2208
Registriert: Do 13. Aug 2015, 11:52

Re: Bienensterben

#187

Beitrag von Oelkanne » Do 29. Jun 2017, 21:48

Herbstelfe hat geschrieben:Heute ist wieder ein Artikel bei SPON über die Auswirkungen von Neonics auf die Insekten- und vor allem Bienenwelt
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 55136.html
Neonicotinoid-Insektizide (NNI) werden häufig als Saatgutbeizmittel eingesetzt. Beim Wachsen verteilt sich das Gift bis in Pollen und Nektar.
Neonicotinoidhaltige Saatgutbehandlungen gibt es nur noch in Zuckerrüben und in Kartoffeln.
Zuckerrüben blühen gar nicht und Kartoffelblüten sind für Bienen absolut uninteresant.

Die einzige Möglichkeit über Pollen und Nekart etwas abzubekommen hätten die Bienchen im Raps und in den Sonnenblumen, in beiden Kulturen ist eine Insektizide Saatgutbehandlung verboten.
Im Raps ist sehr unwahrscheinlich, von der Aussaat bis zur Blüte vergeht so viel Zeit das der Wirkstoff Metabolisiert ist,
bei der Sonnenblume ist das etwas wahrscheinlicher,
aber aufgrund der großen Pflanzenmasse wird der Wirkstoff stark verdünnt,
Schließlich soll die Beize nur die Jungpflanze schützen.

Benutzer 72 gelöscht

Re: Bienensterben

#188

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht » Do 29. Jun 2017, 22:57

Biene trinkt Gutationswasser am Mais

siehe auch hier: wohnen und gärtnern im maisfeld?

Oelkanne: werden die kleinen Kartoffelknollen gebeizt?

Oelkanne
Beiträge: 2208
Registriert: Do 13. Aug 2015, 11:52

Re: Bienensterben

#189

Beitrag von Oelkanne » Fr 30. Jun 2017, 00:17

ina maka hat geschrieben:Biene trinkt Gutationswasser am Mais

siehe auch hier: wohnen und gärtnern im maisfeld?

Oelkanne: werden die kleinen Kartoffelknollen gebeizt?
Genau auf Grund des Gutationswassers verzichtet Bayer auf eine flächige Vermarktung einer Maisbeize,
obwohl der Wirkstoff als Bienenungefährlich gilt,
die Beize wird nur in äuserster Notsituation (wenn auf Grund des Drahtwurms nix mehr anderes wächst) und dann nur auf Amtliche Anweisung verwendet.

Ja, Saatkartoffeln können behandelt werden.
Gegen Pilze werden fast alle behandelt (auch Biokartoffeln) gegen Insekten weniger häufig.
Die Kartoffeln werden in der Pflanzmaschine beim Fallen in die Erde mit dem Mittel besprüht.
Früher war das besprühen etliche Zeit vor dem Pflanzen im Lager üblich,
das Verfahren beim Legen bietet aber viel mehr Sicherheit (für den Anwender) und eine bessere Leistung bei gleichem Preis.

Wildmohn
Beiträge: 626
Registriert: Mo 18. Jan 2016, 13:04
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Berlin und MeckPomm

Re: Bienensterben

#190

Beitrag von Wildmohn » Fr 30. Jun 2017, 16:49

Oelkanne hat geschrieben:
ina maka hat geschrieben:Biene trinkt Gutationswasser am Mais

siehe auch hier: wohnen und gärtnern im maisfeld?

Oelkanne: werden die kleinen Kartoffelknollen gebeizt?
Genau auf Grund des Gutationswassers verzichtet Bayer auf eine flächige Vermarktung einer Maisbeize,
obwohl der Wirkstoff als Bienenungefährlich gilt,
die Beize wird nur in äuserster Notsituation (wenn auf Grund des Drahtwurms nix mehr anderes wächst) und dann nur auf Amtliche Anweisung verwendet.

Ja, Saatkartoffeln können behandelt werden.
Gegen Pilze werden fast alle behandelt (auch Biokartoffeln) gegen Insekten weniger häufig.
Die Kartoffeln werden in der Pflanzmaschine beim Fallen in die Erde mit dem Mittel besprüht.
Früher war das besprühen etliche Zeit vor dem Pflanzen im Lager üblich,
das Verfahren beim Legen bietet aber viel mehr Sicherheit (für den Anwender) und eine bessere Leistung bei gleichem Preis.
Und da das noch nicht genug ist, werden Kartoffeln nach der Ernte oft folgendermaßen behandelt:
http://www.artikelmagazin.de/gesundheit ... es-co.html

Guten Appetit aus der Giftküche. ;)
https://de.wikipedia.org/wiki/Chlorpropham

Schaut gut aus, der Blühstreifen @Buchkammer. :)
Neues Schaffen heisst Widerstand leisten. Widerstand leisten heisst Neues schaffen. (Stéphane Hessel)

Antworten

Zurück zu „Pflanzen und Garten allgemein“