Glyphosat-Diskussion

Benutzer 3370 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1111

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

Was ich an der ganzen Darstellung nicht verstehe ist folgendes.

Es wurde mehrfach behauptet, dass der Einsatz von Herbiziden für den Boden eine schonendere Bearbeitung ermöglicht.

Ich stelle leider fest, zumindest bei den paar km² auf denen ich mich zwangläufig herumtreibe, dass von Bodenschonung keine Rede sein kann.
Es sei denn es gibt neuerdings Wendepflüge, die die Ackerfurche auf etwa 60-70 cm schonend wenden.
Zudem kommt seit etwa 2 Jahren der Umstand hinzu, dass nach der Haupternte Gründüngung (Sonnenblumen, Erbsen, Lupinen usw.)gesät wird, die im Spätherbst umgepflügt wird.

Gespritzt wird dann trotzdem. Warum ?
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Rohana
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1112

Beitrag von Rohana »

emil17 hat geschrieben:Wenn ich also beispielsweise vor einem Supermarkt irgend einen Infostand aufbaute, um mit den Konsumenten ins Gespräch zu kommen, dann würden wieviele davon den Unterschied zwischen Mono- und Reinkultur wissen?
Ungefähr 0,1 % und das ist ein beklagenswerter Zustand. Wo interessiert sich denn das gemeine Volk für Landwirtschaft ausser beim nächsten Lebensmittelskandal? :pfeif:

... ich weiss, es gibt einige die's tun und das finde ich toll und versuche ich zu unterstützen.
Es wurde mehrfach behauptet, dass der Einsatz von Herbiziden für den Boden eine schonendere Bearbeitung ermöglicht.
Tja, da musst du differenzieren. Meinst du da Glyphosat + pfluglose Bodenbearbeitung? Oder allgemein Herbizide statt mechanische Bearbeitung?

Und nur weil ersteres möglich ist heisst es nicht dass das überall angewendet wird - wenn du schreibst, dass die Zwischenfrucht untergepflügt wird, wirds wohl kein pflugloser Betrieb sein...
Abgesehen davon - bist du dir sicher dass auf 60cm gepflügt wird? *hust*
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Benutzer 72 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1113

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Manfred hat geschrieben:@Emil: [....] Du redest an Ölkannes Beitrag vorbei.
nein.

@Ölkanne oder Rohana: interessiert sich "der Landwirt" für "den Verbraucher"??

Monokultur

abgesehen davon weigere ich mich auch, von Rosenstacheln zu reden. :im:
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1114

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Meinst du da Glyphosat + pfluglose Bodenbearbeitung?
Nun nachdem dieses Argument mehrfach in diesem Faden herhalten musste wird meine Aussage sich wohl auf diese Argument beziehen.
Rohana hat geschrieben:Oder allgemein Herbizide statt mechanische Bearbeitung?


Nachdem Österreich und damit auch das Burgenland und auch unser Bezirk sich noch nicht gegen die Verwendung von Glyphosat ausgesprochen hat , nehme ich an, dass es sich bei dem Herbizid, das bei uns gespritzt wird um Glyphosat handelt.

Abgesehen davon kann sich ja die Möglichkeit einer pfluglosen Bearbeitung nicht nur auf den Einsatz von Glyphosat beziehen.

Eine heutige Messung (extra für dich) der Ackerfurche hat 45-55 cm ergeben (der Acker ist seit 3 Wochen gepflügt , was im Prinzip einerlei ist, den selbst bei einer Pflugtiefe von 30 cm würden die Bodenhorizonte gewendet.
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1115

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:wenn du schreibst, dass die Zwischenfrucht untergepflügt wird, wirds wohl kein pflugloser Betrieb sein...
Welchen Wert hat dann ein Argument, das die Vorzüge von Glyphosat in Bezug auf eine bodenschonende Bearbeitung ( und damit nehme ich an ist eine pfluglose Barbeitung gemeint ) heranzieht ?
Benutzer 72 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1116

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Wieviele Betriebe arbeiten ohne Pflug?
Manfred

Re: Glyphosat-Diskussion

#1117

Beitrag von Manfred »

@Richard:
Dass wir in D mehrere Ministerin haben, deren Entscheidungsträger wenig Interesse an einer sachlichen Diskussion zeigen, ist hinlänglich bekannt. Ich habe darunter fast jeden Tag zu leiden.
Wenn z.B. Staatsekrätersposten mit Lobbyisten des BUND besetzt werden, ist klar, wo die Reise hin geht.
Sachlichkeit interessiert nicht. Es geht um Wählerstimmen. Und da zählt das, was der Wähler glaubt und nicht was die Wissenschaft ergründet.

@Emil:
Inwieweit du dich mit deiner eigenen Verantwortung als Verbraucher beschäftigst, weiß ich nicht.
Aber die Antwort, wie die bessere Lösung aussehen soll, bleibst du bisher schuldig.
Wenn die Bodenzerstörung so weitergeht, wird einem großen Teil der Menschheit die Lebensgrundlage entzogen.
Deshalb ist die Intensivierung der Bodenbearbeitung keine tragfähige Lösung. Weder mit ökologischen noch im konventionellen Landbau.
Die Schweiz könnte ja vorangehen. Ihr habt den Vorteil eines massiven Außenschutzes für eure Landwirtschaft und könnt deshalb vieles tun und experimentieren, was in D zum umgehenden Ruin führt.
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1118

Beitrag von Rohana »

RichardBurgenlandler hat geschrieben:
Rohana hat geschrieben:Oder allgemein Herbizide statt mechanische Bearbeitung?

Nachdem Österreich und damit auch das Burgenland und auch unser Bezirk sich noch nicht gegen die Verwendung von Glyphosat ausgesprochen hat , nehme ich an, dass es sich bei dem Herbizid, das bei uns gespritzt wird um Glyphosat handelt.
Nicht alles was gespritzt wird muss zwangsläufig Glyphosat sein :eek:
RichardBurgenlandler hat geschrieben:
Rohana hat geschrieben:wenn du schreibst, dass die Zwischenfrucht untergepflügt wird, wirds wohl kein pflugloser Betrieb sein...
Welchen Wert hat dann ein Argument, das die Vorzüge von Glyphosat in Bezug auf eine bodenschonende Bearbeitung ( und damit nehme ich an ist eine pfluglose Barbeitung gemeint ) heranzieht ?
Denselben wie vorher? Es KANN gemacht werden. Von einer Pflicht zu genau dieser Vorgehensweise hat keiner gesprochen. Nimmst du Glyphosat nun weg, erschwerst du diese Arbeitsweise aber bis hin zur Verhinderung.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 3370 gelöscht

Re: Glyphosat-Diskussion

#1119

Beitrag von Benutzer 3370 gelöscht »

ina maka hat geschrieben:Wieviele Betriebe arbeiten ohne Pflug?
Bis dato ist die pfluglose Bodenbearbeitung innerhalb der EU-Mitgliedstaaten
erst vereinzelt anzutreffen. HUGGINS&REGANOLD (2009) zufolge setzt sich die
Direktsaat beispielsweise in Deutschland weit weniger durch als in den USA
oder in Teilen Südamerikas, wo sie lokal schon einen höheren Anteil ausmacht.
Sehr interessanter Text auf 54 Seiten (2015)

quelle: http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin ... EP0526.pdf
Manfred hat geschrieben: Es geht um Wählerstimmen. Und da zählt das, was der Wähler glaubt und nicht was die Wissenschaft ergründet.
Und genau deshalb bemühe ich mich um eine sachliche Diskussion, die natürlich auch Aufklärung und Wissenszuwachs in jede Richtung bringen soll.
Und zu einer sachlichen Diskussion, die im besten Falle dialektisch geführt wird gehören für mich keine unreflektierten Dogmen. Selbstverständlich bin ich auch selbst dankbar für jeden erdenklichen Hinweis eines möglicherwiese unreflektierten Arguments, das mich in meinem Gedankengebäude/Weltsicht festhält und es nicht zulässt einen anderen Standpunkt, Perspektive einzunehmen.

Im Volksmund heißt dass "über den Tellerrand blicken“, was meiner Meinung nach wesentlich zu kurz greift um ein Bewusstsein für Gesamtzusammenhänge herstellen zu können.
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Re: Glyphosat-Diskussion

#1120

Beitrag von emil17 »

Die Befürworter von Glyphosat argumentieren natürlich, dass damit eine pfluglose Bearbeitung möglich sei.
Ob es getan wird, hängt noch von anderen Sachen ab. Die Bewirtschafter wollen natürlich alle Möglichkeiten zur Verfügung haben und dann nach Fall entscheiden, was sie tun. Es ist das ureigene Interesse des Bewirtschafters, sich alle Möglichkeiten offen zu halten. Daran ist also nichts falsch.

Das Problem mit diesem Zeug liegt an anderer Stelle:
Man kann damit vieles vereinfachen. Die Vorteile kommen dem Betrieb als Produktionsverbilligung zugute, was später durch den Preiszerfall den Einsatz betriebswirtschaftlich erzwingt, um konkurrenzfähig zu bleiben. Mögliche Kollateralschäden werden entweder verneint oder verharmlost oder als diffuses Allgemeinheitsproblem dargestellt, das so oder so bestehe.
Zudem wird versucht, Leute, die in solchen Dingen wie Umweltchemikalien kritisch sind, als Opfer von Ideologien darzustellen, die jeder vernünftige wissenschaftlichen Argumentation unzugänglich seien und keine Ahnung auf Sachebene hätten.
Genau deshalb sind Fachbegriffe wie "Monokultur" und "Reinkultur" ein nützliches Werkzeug, weil sich durch ihren richtigen oder falschen Gebrauch beweisen lässt, dass die meisten keine Ahnung haben und besser still sein sollten. Was richtig ist, entscheidet natürlich der Experte.
Pseudoumgangssprachliche Wortschöpfungen dieser Art sind falsche Freunde, mit denen sich das Publikum in die Schranken weisen lässt, zu dessen Wohl und gern auch in dessen Namen diese Fachleute handeln und argumentieren.
Angebracht ist hier eine "Wir sind das Volk" - Bewegung - nehmt uns unsere Sprache nicht weg!

Der Begriff "Reinkultur" suggeriert durch die Wortwahl etwas Reines, Edles, Das trifft es nicht so richtig, wenn ich an gewisse langweilige Agrareinöden in Mitteleuropa denke.

Die Agrowissenschaften sind damit in guter Gesellschaft. Das machen alle Fachdisziplinen so, wenn sie etwas durchziehen, was die Allgemeinheit betrifft, ohne dass das betroffene, aber nicht fachkundige Publikum mitreden soll:
Die Atomkraftwerke wurden offiziell in Kernkraftwerke umbenannt. Die Atombombe durfte hingegen bleiben, was sie war. In der Chemiefabrik hergestellte Lebensmittelzusatzstoffe haben die Eigenschaft, naturidentisch zu sein. Man kann eben nicht "industriell hergestellt" auf die Packung schreiben: Kämen sie so offensichtlich aus der Chemiefabrik, wären die Produkte schlechter verkäuflich.
Im Bankensektor wird "moderne Finanzierungsform" genannt, was früher allgemeinverständlich und treffend Kaufen auf Pump hiess. Im Personalwesen nennt sich flexible Anstellungsform, was schlicht Arbeit auf Abruf ist.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
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