Ideen für "wirtschaftlichere" Gewächshausnutzung

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Airuki
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Ideen für "wirtschaftlichere" Gewächshausnutzung

#1

Beitrag von Airuki » Sa 5. Sep 2020, 18:08

Hallo ihr Lieben,
Ich mache mir gerade Gedanken drüber wie ich das Gewächshaus, welches ja aktuell doch recht begrenzt ist mit seinen 21 Quadratmetern, besser nutzen kann. Also: "Was bringt mir den meissten Ertrag pro Quadratmeter?"
Ich hab dieses Jahr endlich angefangen die "Vorsaison" mehr mit Salaten (zu nutzen, und werde auch über Winter Radieschen, Asiasalate, Möhrchen und Frühlingszwiebeln anbauen. Dieses Jahr hat mir gut gefallen, dass ich bei den Tomaten mehr auf "Masse" gesetzt habe, sprich eher große Sorten die auch etwas Ertrag bringen, wobei ich da noch Luft nach oben sehe (Feuerwerk, Georg Detsicas italian Red und rosa Oma waren am ertragreichsten bislang) . Apropos, damit ich den Platz besser ausnutzen kann werde ich wohl nur noch indeterminant wachsende Sorten verwenden und NOCH mehr ausgeizen (aber das nehme ich mir eh immer vor).
Außerdem hab ich gemerkt, dass ich garnicht so wahnsinnig viele unterschiedliche Paprikasorten benötige, da ist deutliches Platzeinsparungspotential, weil ich da schon 3-4 Lieblinge habe die sehr gut tragen (Bjelozerka, Padron und der gelbe Elefantenrüssel fallen mir gerade ein).
Da wir jetzt so ein mieses Freilandgurkenjahr hatten, werde ich nächstes Jahr wieder Gurken im Gewächshaus anbauen. Die sind uns super wichtig. Da hab ich allerdings noch keine Sortenfavoriten, und fürchte mich auch schon vor den Spinnmilben. Ich werde dafür dann nächstes Jahr wohl doch eine Tröpfchenbewässerung verlegen.

Was ich definitiv erstmal lassen werde:
Auberginen! Da ist mir der Ertrag einfach zu mau pro Quadratmeter bei all der Pflege. Hab ich wegen Spinnmilben jetzt auch schon rausgerissen!
Okra war mal ganz nett, macht aber überhaupt keinen Sinn für mich mit so wenig Pflanzen, da wird ja keiner satt von.
Melonen haben mir auch einfach zu wenig Ertrag für den Platz den sie brauchen.
Bei Spaghettibohnen sehe ich den mehrwert im Gewächshaus jetzt nicht, draußen hab ich ja "normale" Bohnen.

Was macht ihr so, damit ihr auf kleiner Fläche möglichst viel Masse bekommt? Habt ihr Sortentipps? Was geht garnicht mehr?

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Oli
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Re: Ideen für "wirtschaftlichere" Gewächshausnutzung

#2

Beitrag von Oli » Sa 5. Sep 2020, 22:33

Wir setzen zwar nicht in erster Linie auf Masse, aber der Garten, die Gewächshäuser sollen schon satt machen.
In dem großen Tunnel stehen Tomaten, Paprika, Auberginen, Andenbeeren - die allesamt guten Ertrag bringen.
In den niedrigen 'Abseiten' sind niedrige Hochbeete mit Spargel/Erdbeeren, Neuseeländer Spinat, Erdmandeln, Süßkartoffeln - der Spargel liefert einige Wochen vor dem im Freiland Nahrung, wenn die Sommerkulturen den Zugang zu den Hochbeeten zuwuchern brauchen diese keine weitere Pflege, wachsen vor sich hin und können beerntet werden wenn die Zeit gekommen ist.
Auf der 'Sonnenseite' habe ich am Rand der Hochbeete Seile angebracht, dort können Meterbohnen (auf die ich nicht mehr verzichten möchte), Melothria, Malabarspinat usw. hochranken ohne den Kulturen davor die Sonne zu nehmen.
Auf der NW-Seite hängt seit diesem Jahr ein Netz, welches mein Mann geknüpft hat und an dem die Gurken empor geleitet werden (sie nehmen so effektiv keinen Platz weg), der Platz davor ist mit Andenbeeren belegt, der den Fuß der Gurken beschattet.
Nach den Sommerkulturen folgen die Wintergemüse.
Usw.

Eine Mischung aus zeitlich gut getakteter Nutzung und guter Platzausnutzung und guter Sortenwahl ist hier das Ziel. Minimaler Pflegeaufwand auch, u.a. daher liegt am Boden Bändchengewebe, ich wässere nur beim Auspflanzen und zum Einspülen von Dünger.
Im Verlauf der Saison fehlt immer mehr die Zeit die Kulturen vernünftig zu pflegen, auszugeizen etc., das lässt sich in unserer Lebenssituation gerade nicht ändern, wird langfristig hoffentlich besser aber gemessen daran haben wir einen herrlichen Ertrag.

Bei der Sortenwahl/Keimquote/Ertragsleistung fällt mir auf, dass es anscheinend doch relativ zügig gehen kann, wünschenswerte Merkmale zu fördern wenn man selber Saatgut nimmt.

****
Was nicht blühende/fruchtende Auberginen angeht habe ich bei Bakercreekseeds gerade gelesen, dass Nährstoffmangel, Wassermangel und zu große Hitze die Hauptkriterien dafür sein sollen.
Ich gebe das hier nur kurz wieder weil es immer mal wieder Thema ist.

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Re: Ideen für "wirtschaftlichere" Gewächshausnutzung

#3

Beitrag von Oli » Fr 16. Okt 2020, 15:18

Ich finde es schade, dass dieser Thread keine Beachtung gefunden hat. Vielleicht findet ja die eine oder andere jetzt gegen Ende der Saison die Zeit, ihre Erfahrungen und Ideen hier einzubringen?

Platz im Gewächshaus ist ja meistens eher begrenzt und 'kostbarer' als im Freiland, insofern wäre das Thema, von dem viele profitieren könnten.

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Sonne
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Re: Ideen für "wirtschaftlichere" Gewächshausnutzung

#4

Beitrag von Sonne » Fr 16. Okt 2020, 22:04

Also ich setze da einfach winterhartes Gemüse rein. Bzw solches, das ein paar Minusgrade verträgt.

Derzeit sind das erstmal ein paar Zuckerhut, die ich reingesetzt habe, als Paprika und Aubergine 'am Ende' waren. Dann warte ich jetzt noch grade ein bisschen, bis mein schon länger ausgesäter Winterkopfsalat noch ein bisschen größer wird und sich besser versetzen lässt. Der bekommt vielleicht ⅓ vom Gewächshaus. Ich liebe Kopfsalat. Besonders im Frühling bin ich voll scharf darauf, weil ich über Winter nur selten einen kaufe.

Eigentlich wollte ich Erbsen am Gurkennetz hochranken lassen. Weiß aber nicht, ob ich da jetzt noch aussäen mag. Ich glaube, da habe ich den Zeitpunkt schon verpasst. Nach Chinakohl habe ich auch noch gesucht, weil inzwischen der Kohlweißling nicht mehr fliegt und ich so kein Netz mehr brauche. Aber da habe ich nirgends mehr einen zu kaufen gefunden. Es gibt überall nur noch Endivien oder Zuckerhut oder Blattsalate.

Was letztes Jahr gut wuchs war Rucola oder war es Asiasalat - das weiß ich jetzt nicht mehr - dazu aber auch noch Feldsalat. Aber als ich mal länger nicht mehr ins Gewächshaus geguckt hatte, war es komplett mit Unkraut überwuchert und der Rucola und der Feldsalat unten drunter. Wir hatten die Erde ausgewechselt und da war wohl viel Unkrautsamen drin und die Hohlkammerplatten sind jetzt auch dicker (wir haben uns ja letztes Jahr ein neues GWH gekauft) und somit war es schneller warm als wir dachten. Das muss ich noch ausprobieren. Manche Gemüse oder Salate mögen es nicht so warm. Also ich glaube, es war Rucola, weil Asiasalat hält sich astrein im Freien, auch wenn es sehr kalt wird. Aber Rucola ist etwas empfindlicher.

Im zeitigen Frühjahr geht natürlich auch wieder Kohlrabi und Radieschen. Aber mit Radieschen habe ich kein Glück.

Ich brauche dann immer auch noch freien Platz für meine Jungpflanzen, die irgendwann in der Wohnung mehr Licht bräuchten und dann - wenn frostfrei - ins Gewächshaus gestellt werden. Ebenso Dahlien zum schnelleren Austreiben oder Fuchsien oder was den Winter im Keller so überlebt hat.

Die paar Quadratmeter sind halt leider immer schneller als mir lieb ist, belegt. Ich habe ja nur so knapp 8 qm.

Ein Experiment - habe es heuer aber auch nicht geschafft - wäre mal der Sprouting Brokkoli gewesen. Hier leider auch die Aussaat verpasst. Hoffe der Same hält sich bis nächstes Jahr.

Kann mir auch Rote Bete vorstellen, die man Mitte August zwischen die Tomaten pflanzt und über Winter nach und nach reinholt. Oder Karotten. Oder Mangold. Hier wäre auszuprobieren, ob der sich im Gewächshaus besser hält, als im Freien. Da treibt er bei mir eigentlich erst im Frühling wieder aus. Im Winter schaut er im Freien sehr mickrig aus. Da ernte ich nix ab, damit die Pflanze stabil bleibt, bis es wieder wärmer wird. Auf der anderen Seite nimmt der auch viel Platz weg. Den müsste man sicher auch schon Juli/August reinsetzen und da ist mein Gewächshaus eigentlich noch voll.
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Re: Ideen für "wirtschaftlichere" Gewächshausnutzung

#5

Beitrag von Sonne » Fr 16. Okt 2020, 22:25

Oh. Sorry. Der Thread hat sich ganz allgemein auf bessere Nutzung bezogen. Ich war jetzt irgendwie nur bei 'Wintergärtnerei'. Aber - gehört ja auch dazu.

Im Sommer ist mein kleines Gewächshaus eigentlich fast nur von Gurken und Tomaten belegt.

Paprika werden nicht so üppig - warum auch immer - deshalb habe ich nächstes Jahr für Paprika einen anderen Plan. Aber ich werde es mit 2 Auberginen im GWH probieren. Da habe ich heuer Fortschritte gemacht, deshalb werde ich es mit einer weiteren versuchen.

Und Basilikum wächst bei mir im Gewächshaus zwischen den Tomaten besser als je irgendwo anders.

Neuseeländer Spinat werde ich mir überlegen. Da gibt es ja einen Thread über Neuseeländer Spinat im Gewächshaus als Bodendecker.

Einmal habe ich es mit einer Hängeerdbeere im Gewächshaus versucht. Aber dann habe ich immer vergessen, sie zu gießen. Das hat sie mir dann ziemlich übel genommen. :grr:

Für weiteres ist dann eigentlich wenig Platz. Mit 8 qm muss man wirklich sehr sorgfältig umgehen. Die sind - egal ob Sommer oder Winter - eigentlich immer sehr schnell voll. Für weitere Spielereien oder Experimente ist da kaum Spielraum. Was ich natürlich bedaure.

Das einzige Experiment, bei dem ich eventuell mehr aus meinem Gewächshaus rausholen könnte, wäre, auszutesten wie ich die Pflanzen so eng setzen kann, dass sie sich gut entwickeln, aber nicht mehr Platz als nötig verbrauchen.
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Re: Ideen für "wirtschaftlichere" Gewächshausnutzung

#6

Beitrag von smallfarmer » Sa 17. Okt 2020, 22:51

Meine wirtschaftliche Gewächshausnutzung sehe ich in der Früh- und in der Spätnutzung. Ich habe Salate und Gemüse in Zeiten wo Nachbarn ohne Tunnel
noch lange nichts aus dem Garten essen können. Vorgezogenen Salat von Ende März und Wintersalate/Gemüse bis Januar. Je nachdem wie hart den Winter ist. Diesen Herbst habe ich auch wieder von meinem Lieblingsladen eine Steige gemischter Herbst-Jungpflanzen geschenkt bekommen ca.60 Stck.
Exoten mach ich nicht mehr da mir da die nötigen skills fehlen und ich sie eh nicht esse. Was der Bauer nicht kennt :ohoh: ......

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Re: Ideen für "wirtschaftlichere" Gewächshausnutzung

#7

Beitrag von Sonne » So 18. Okt 2020, 00:55

Was setzt du dann an Wintergemüse alles so rein @Smallfarmer?

Was so üblich ist - wie Endivien etc - oder hast du noch mit was Erfahrung, was bisher nicht aufgezählt wurde.
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Re: Ideen für "wirtschaftlichere" Gewächshausnutzung

#8

Beitrag von Airuki » Do 22. Okt 2020, 21:56

Ach das ist ja toll dass hier noch so viele gute Ideen kommen. Wenn man sich mal die ganzen Leute anschaut die mit ihren Gewächshäuser Geld verdienen müssen, scheint der Anbau von Grünzeug wie salate, Asiasalate, Kohle, Mangold lukrativ zu sein. Ich hab mein Gewächshaus zum größten Teil jetzt auch mit Salaten bepflanzt. Dabei sind aber auch nochmal Erbsen für Sprossen, Frühlingszwiebeln, Mairüben und nochmal Koriander. Ich hatte zunächst den Eindruck, dass der Neuseeländerspinat unter den Paprika sei eine gute Idee, konkurierte dann aber doch in der späteren Saison zu stark. Nächstes Jahr werde ich ihm unter den Tomaten eine Chance geben.

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Re: Ideen für "wirtschaftlichere" Gewächshausnutzung

#9

Beitrag von Südwind » Fr 23. Okt 2020, 08:25

Ich hatte im Frühjahr Buschbohnen bei den noch kleinen Tomaten auf den "Mistheizungsgraben" gepflanzt, und hatte ganz früh Buschbohnen. Es heißt immer, das wären schlechte Nachbarn, aber davon hab ich nichts gemerkt. Ich habe auch immer Radieschen über den Winter im Gewächshaus, Kräuter wie Petersilie und Lauchzwiebeln, sonst das übliche, Salate, Endivien, Asiasalate, etc. Dieses Jahr habe ich mit einer Spätaussaat Gurken experimentiert. Die trägt jetzt aber nur mäßig, zwei Wochen würde ich sie nächstes Jahr früher aussäen. Im Herbst habe ich auch Chinakohl drin, im Frühjahr ein paar Erbsen. Im Sommer sind Paprika, Tomaten und Auberginen drin, wobei ich mich zunehmend auf Tomaten konzentrieren werde, der Rest bringt keinen Ertrag, der den Platzverbrauch rechtfertigt. Die werden um Kübel auf der Terrasse auch nicht schlechter bei mir.
Viele Grüße,
Südwind

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