Der Naturgartenbalkon - Go home, Geranie!

Re: Der Naturgartenbalkon - Go home, Geranie!

Beitragvon CHX am Do 18. Mai 2017, 20:31

Hallo,

ich oute mich mal als "Nachahmer" möglichst naturnaher Balkonbepflanzung. Neben Insektennisthilfen, einem Oleander, einem Lavendel (Lavandula augustifolia), 2 Hirschzungenfarnen und einer Passiflora caerulea haben in diesem Frühjahr 4 Balkonkästen bei mir Einzug gehalten, die ich mit einheimischen Pflanzen bestückt habe. Sämtliche Kästen enthalten ausreichende Wasserabzüge, eine Drainageschicht aus Blähton sowie als Pflanzsubstrat intensives Dachgartensubstrat. Gedüngt werden soll einmal jährlich im Frühjahr mit gedämpftem Horngrieß-Granulat (2 g pro Liter Topfinhalt).

Kasten 1 wird vom Berglauch (Allium montanum), Spinnwebhauswurzen (Sempervivum arachnoideum) und Sandnelken (Dianthus arenarius) bevölkert:
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Im zweiten Kasten tummeln sich Wiesenmargerite (Leucanthemum vulgare), Wiesenflockenblume (Centaurea jacea), Taubenskabiose (Scabiosa columbaria), Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) und Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia):
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Kasten 3: Wiesensalbei (Salvia pratensis), Frühlingsfingerkraut (Potentilla neumanniana), Schmalblättriger Alant (Inula ensifolia) und Heidenelke (Dianthus deltoides):
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Re: Der Naturgartenbalkon - Go home, Geranie!

Beitragvon CHX am Do 18. Mai 2017, 20:38

Kasten 4: Aufrechter Ehrenpreis (Veronica teucrium), Färberkamille (Anthemis tinctoria), Natternkopf (Echium vulgare) und nochmals Frühlingsfingerkraut (Potentilla neumanniana):
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Weitere Eindrücke vom Balkon:
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Bei den Insektennisthilfen habe ich absichtlich unterschiedliche Materialien (natürliche Halme und Kernholzbohrungen, künstliche Halme aus Pappe sowie Ton) gewählt, um mal zu schauen, welches am besten angenommen wird. Bisher sind die natürlichen Halme und die Kernholzbohrungen am beliebtesten ... :)

Der Lavendel und die beiden Hirschzungenfarne stehen jetzt das zweite Jahr bei mir - überwintert wurden sie auf dem Balkon. Den Oleander habe ich ebenfalls das erste Mal auf dem Balkon überwintert, was auch ganz gut funktioniert hat.
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Re: Der Naturgartenbalkon - Go home, Geranie!

Beitragvon ina maka am Fr 19. Mai 2017, 12:04

Wieso dürfen diese Wildkräuter nicht auf dem englischen Rasen unterm Balkon wachsen?? *

.....

Ich hatte eine Zeitlang (wilde) Duftveilchen in einem Balkonkasten - die haben sich versamt und besiedeln jetzt die Wiese unterm Balkon! :)

Mein Balkon muss für Gewürzkräuter Platz bieten - die meisten blühen wunderschön und auch die Bienen fliegen drauf. Eben blüht bei mir das erste Mal der Thymian...

* ist wahrscheinlich nicht deine Schuld, aber schade ist es trotzdem....
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Re: Der Naturgartenbalkon - Go home, Geranie!

Beitragvon viktualia am Fr 19. Mai 2017, 12:24

Meine Top Nine der wilden Balkonkastenblumen:
an erster Stelle eindeutig Mutterkraut,
dicht gefolgt von Lichtnelken, die halten aber nur bis August.
(Mutterkraut kann man gut runterschneiden, dann wird es auch "Mehrjährig" und buschiger.)
Nachtkerzen sind bissl knickgefährdet, duften aber herrlich;
Vergissmeinnicht, halten leider nicht bis über Juni, im Gegensatz zu
Hornveilchen, die sich selbst ihren Platz aussuchen durften, (na ja, bis Juli).
Fingerhut, ebenfals nicht´s ganze Jahr und leicht geknickt, remontieren dann aber gut.
Storchenschnäbel, die "echten Geranien", einer meiner Lieblinge, das schöne rosa der Blüten, die filigranen Samenstände und das herrlich rote Laub, wenn sie in der Sonne stehen....
Berufskraut, mit etwas Einschränkungen, kommt auf´s Licht und Begleitung an; an manchen Stellen ists dann wie ne Art Schleierkraut.
Oh, und Zimbelkraut, das darf auch durch die Pötte und Kästen wandern.

Königskerzen und Stockrosen lieber in Mauerspalten im Hof.
(Da hab ich dieses Jahr auch unmengen Walderdbeeren, Fingerhüte, Judentaler und, der Hit, ne Kermesbeere unter nem Holler - genial!)

Und, last but not least: ich hab ne Geranie die verblüht wie ein Stochenschnabel, also diese Morgenstern-ähnlichen Samenstände entwickelt nach der Blüte. Ist aber ne stehende Geranie in dunkelrosa.
Wenn es dieses Jahr soweit ist, stell ich mal ein Foto ein und hoffe, dasss mir hier wer beim bestimmen helfen kann, dann könnte ich sie mit Namen anreden, lach...
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Re: Der Naturgartenbalkon - Go home, Geranie!

Beitragvon CHX am Fr 19. Mai 2017, 14:27

ina maka hat geschrieben:Wieso dürfen diese Wildkräuter nicht auf dem englischen Rasen unterm Balkon wachsen??


Na, weil ich Mieter in einem Mehrparteienhaus bin und somit keine "Verfügungsgewalt" über den englischen Rasen habe - leider ... ;)

Aber vielleicht säht sich ja das eine oder andere Kraut von meinem Balkon in den Rasen - wobei der häufig gemäht wird und somit nicht geeignet für Wiesenblumen ist. Allenfalls Gänseblümchen, etwas Hahnenfuß und Löwenzahn machen sich dort breit - die "üblichen Verdächtigen" eben :grinblum:
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Re: Der Naturgartenbalkon - Go home, Geranie!

Beitragvon CHX am Fr 19. Mai 2017, 14:32

viktualia hat geschrieben:Storchenschnäbel, die "echten Geranien", einer meiner Lieblinge, das schöne rosa der Blüten, die filigranen Samenstände und das herrlich rote Laub, wenn sie in der Sonne stehen....


Storchenschnabel schwebt mir auch noch als Topfpflanze vor, ebenso wie Akelei, Blutweiderich und Sibirische Wieseniris. Schaun mer mal ... ggf. tausche ich meinen Oleander auch noch für einen Eingriffligen Weißdorn (Crataegus monogyna Compactum) ein. Den Weißdorn könnte man dann auch sehr schön mit Zimbelkraut (Cymbalaria muralis) unterpflanzen ;)
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Re: Der Naturgartenbalkon - Go home, Geranie!

Beitragvon CHX am Fr 19. Mai 2017, 15:01

CHX hat geschrieben:Bei den Insektennisthilfen habe ich absichtlich unterschiedliche Materialien (natürliche Halme und Kernholzbohrungen, künstliche Halme aus Pappe sowie Ton) gewählt, um mal zu schauen, welches am besten angenommen wird. Bisher sind die natürlichen Halme und die Kernholzbohrungen am beliebtesten ... :)


Hier noch mal die Bezugsquellen von meinen Insektennisthilfen, falls von Interesse:

Nisthilfe für Wildbienen (http://www.bioterra.ch/shop/nisthilfe-fuer-wildbienen-gross-natur)
Bienenhotel (http://www.bienenhotel.de/html/bienenhotels.html)
Bienenstein terracotta (http://www.wildbiene.com oder https://shop.strato.de/epages/62239297.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/62239297/Categories/Nistkaesten_Nisthilfen/Wildbienen/Wildbienen_Terrakotta)
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Re: Der Naturgartenbalkon - Go home, Geranie!

Beitragvon ina maka am Fr 19. Mai 2017, 18:40

CHX hat geschrieben:Na, weil ich Mieter in einem Mehrparteienhaus bin und somit keine "Verfügungsgewalt" über den englischen Rasen habe - leider ... ;)


so ähnlich hatte ich mir das gedacht - wir wohnen in Wien ganz ähnlich, mich tröstet es aber, dass wir am Land seeeehr viele Wildpflanzen wachsen lassen können.
Bei uns wird auch öfters gemäht - die Duftveilchen haben es trotzdem geschafft.
Primeln wachsen da auch, die sind ja angeblich selten geworden.
Sooo schlecht sind häufig gemähte Wiesen auch nicht (vorausgesetzt, sie werden nur nachlässig gepflegt!!) ;)
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Beitragvon CHX am Fr 19. Mai 2017, 19:39

ina maka hat geschrieben:Sooo schlecht sind häufig gemähte Wiesen auch nicht (vorausgesetzt, sie werden nur nachlässig gepflegt!!) ;)


Ein paar Pflanzenarten können sich da natürlich behaupten, für die meisten reichen die kurzen Abstände zwischen den Mahten leider nicht aus, um zur Blüte zu kommen. Am artenreichsten bleiben Wiesen, wenn sie nur 1-2 mal pro Jahr gemäht werden - bei solchen Wiesen sind 50 Pflanzenarten pro 25 m² Wiese nicht ungewöhnlich, im Vergleich zu allerhöchstens 20 Arten bei intensiver Bewirtschaftung.
Wenn dann auch noch zusätzlich gedüngt wird, geht die Anzahl an Pflanzenarten schnell auf maximal 10 Arten und weniger zurück ... gedüngt wird der Rasen bei uns hinter dem Haus aber immerhin nicht.
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Re: Der Naturgartenbalkon - Go home, Geranie!

Beitragvon CHX am Fr 19. Mai 2017, 20:56

emil17 hat geschrieben:Was das Giessen angeht, so ist es ein Märchen, dass Wildpflanzen weniger aufwendig sind. Weil die Wassererserven in der Kiste begrenzt sind, muss man die im Sommer, wenn sie an der vollen Sonne stehen, genauso jeden Tag giessen wie andere Zierpflanzen auch.


An heißen Tagen muss man in der Tat auf jeden Fall täglich gießen, ansonsten sollte man aber eher mäßig gießen (abhängig vom Standort und der Topfgröße), um die Wildpflanzen nicht zu sehr an regelmäßiges Gießen zu gewöhnen.
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