Mörtel und Steine für nasse Feuerstelle

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Dyrsian
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Mörtel und Steine für nasse Feuerstelle

#1

Beitrag von Dyrsian » Mo 11. Apr 2022, 19:06

Hi,
ich will eine Art Feuertisch mauern, also einfach ein Lagerfeuer auf einen Tisch von ~70 cm Höhe setzen. Dann kann ich da bequem drauf Grillen oder Kochen. Einfach eine Art Tisch, rundrum zwei Lagen Steine, ein paar Rasten für den Grillrost, Galgen für den Topf und fertig.
Jetzt dachte ich, ich mauere zwei kleine Mauern hoch und gieße mir zum Abdecken eine Platte aus Beton mit einem Estrichgitter drin, das Ganze soll nur so ca. 75 cm x 50 cm werden, ich will da ja keine halbe Sau drauf braten.
Die Platte wollte ich dann mit Hartbrandziegeln/Kliner und Ofenmörtel "pflastern" und zur Umrandung auch Hartbrandziegel mit Ofenmörtel nehmen. Das Teil steht voll in der Witterung. Ich möchte auch im Winter Feuer da drauf machen, wenn die Steine nass sind. Bersten dann die Hartbrandziegel? Wird der Mörtel halten?
Momentan stellen wir immer irgendwelche Steine rund um die Feuerstelle , allerdings ist mir im Winter ein nasser Kalksandstein geradezu explodiert, das war echt beängstigend. Das würde ich in Zukunft gerne vermeiden, zumal Kinder da mitkokeln.
Überdachung ist leider keine Option.

Eule
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Re: Mörtel und Steine für nasse Feuerstelle

#2

Beitrag von Eule » Mo 11. Apr 2022, 21:24

Abdeckplane?

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Tscharlie
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Re: Mörtel und Steine für nasse Feuerstelle

#3

Beitrag von Tscharlie » Di 12. Apr 2022, 07:31

Letztlich kannst du alles verwenden was kein Wasser aufsaugt. Denn das eingedrungene Wasser wird das Material sprengen. Normlerweise nicht durch die Hitze, sondern durch den Frost.

Zementmörtel und hochgebrannte Ziegel und oder z.B. Granitsteine werden das alles aushalten.

Dein Kalksandstein ist explodiert weil das eingesogene Wasser durch das schnelle Erhitzen nicht ausdampfen konnte und daher beim Ausdehnen des Wassers die Struktur des Steines zerstört hat.

Schaut euch das Karwendel an und denkt euch daneben den Bayrischen Wald. Im Karwendel "zerfetzen" die Naturgewalten das Gestein, im Bayrischen Wald schleifen sie das Gestein nur ab. (Für alle die es nicht wissen: Karwendel-Kalkstein; Bayrischer Wald-Granit)

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emil17
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Re: Mörtel und Steine für nasse Feuerstelle

#4

Beitrag von emil17 » Mi 13. Apr 2022, 08:31

Na ja, so einfach ist das nicht.
Neben der Wasseraufnahmefähigkeit spielen noch andere Faktoren eine Rolle. Zudem ist Tuffgestein wegen der extrem grossen Poren wiederum witterungsbeständig.
Der Vergleich Karwendel-Barischer Wald scheitert unter anderem daran, dass der Karwendel als Teil der Alpen viel jünger ist. Hier wo ich wohne haben sie auch viel Granit zum Berge damit machen verwendet und das Zeug ist im Hochgebirgsklima äusserst bröselig.
Granit wie jedes quarzhaltige Gestein nicht feuerfest, da sich der Quarz bei Temperaturen über etwa 550 Grad in eine andere Kristallmodifikation übergeht, die mehr Platz braucht. Das wurde früher als primitive Feuersetzmethode für den Vortrieb von Stollen ausgenutzt.
Für deine Feuerstelle:
Das einfachste ist eine grössere Feuerschale auf drei Metallfüssen, die mit Querstangen zu einer Einheit verschweisst sind. Gute Qualität ist nicht so leicht zu finden, so 4 mm dürfen es schon sein und das kann auch mal draussen stehen bleiben. Mach mittig ein 10mm Loch rein, damit das Regenwasser abläuft.
Wenn das Untergestell aus drei Metallrohren besteht und die Feuerschale nicht auf den Rohrenden liegt, sondern auf dem Dreieck der Querstangen, kannst du den Galgen für den Schwenkgrill in eins der Rohre stecken. Das Ganze ist dann sehr rasch verräumt.
Eine Freilandfeuerstelle für öfteren Gebrauch sollte auf jeden Fall abgedeckt sein, denn es ist sehr unangenehm, eine nasse Feuerstelle mit Aschenschlamm zu benutzen.
Du kannst also eigentlich einfach ein Betonrohr mit etwa 80cm Durchmesser hinstellen (Kriegt man im Werk auf den Anhänger geladen: liegend und mit Holz gegen Wegrollen gesichert laden, dann kann man es mit einer grossen Bohle vom Hänger runter und in den Garten rollen, mit Kies 2/4 füllen und innen seiltlich ein Metallrohr reinstellen, wo man den Galgen reinstecken kann.
Zum Abdecken irgend eine Plane nehmen.


Ich betreibe in einer meiner Hütten eine solche primitive Feuerstelle. Vor dem Aufkommen der Holzherde hatte das jedes Haus. Es wurde eine Blockkonstruktion aus Balken im Kreuzverbund auf passende Höhe gemacht und das mit Steinen, oben mit Kies gefüllt. Der Rauchabzug war ein Trichter unter dem Schornstein, bei Alphütten hatte es gar keinen Schornstein und der Rauch ging irgendwie durchs Dach weg. Gekocht wurde an der Feuerkette mit Hale (die hier an einem drehbaren Galgenbaum hängt) oder auf einem Dreibein. Recht bald hat man dann viel Holzasche, die auch den Kies vor zuviel Hitze schützt. Auch die Steine zur Begrenzung des Feuers gehen nicht kaputt, weil sie beim offenen Feuer offenbar nicht so warm werden wie wenn man einen Ofen daraus bauen würde.
(Die Einrichtung ist bezüglich feuerpolizeilicher Vorschriften nicht ganz koscher, aber die Hütte ist bisher noch nicht abgebrannt)
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Re: Mörtel und Steine für nasse Feuerstelle

#5

Beitrag von Dyrsian » Do 14. Apr 2022, 18:16

Schaut ja wild aus, deine Feuerstelle.
Eine Feuerschale mit Grillrost hat viele Nachteile. Man kann wenn der Rost draufliegt nicht nachlegen, die Hitzverteilung beim Grillen ist ungleichmäßig und vor allem kann man die Höhe des Grillrosts nicht beliebig einstellen. Hab ich Dienstag mal zum Grillen verwendet und hat mir überhaupt nicht gefallen.
Metall wäre wohl definitiv eine Lösung, weil ich will da keine Planen oder sowas rumflattern haben. Es gibt irgendwie nichts aus Metall was so ist, wie ich mir das vorstelle. Ich hätte gerne einfach eine rechteckige Kiste in den Maßen wie ich sie brauche mit ein paar Rasten an der Seite. Ich würde mir ja sowas selber bauen, meine Schweißkenntnisse sind aber eher bescheiden und ich habe weder ein Schweißgerät noch einen Schweißhelm noch irgendwas. Aber vielleicht sollte ich mich doch mal ranwagen ...

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Re: Mörtel und Steine für nasse Feuerstelle

#6

Beitrag von Wurzltrockner » Do 14. Apr 2022, 20:13

Feuerschale find ich super - vorallem eine, die mobil ist. Dann kann man sich immer den schönsten, windstillsten Ort suchen :) Und dazu ein höhenverstellbarer, separater Grillrost am Dreibein. Perfekt ! Feuer, Grillen, Wärme wie man will !

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Re: Mörtel und Steine für nasse Feuerstelle

#7

Beitrag von emil17 » Fr 15. Apr 2022, 21:26

Der Grill soll selbstverständlich nicht auf der Feuerschale aufliegen, sondern an einem Galgen hängen. Dann kann man ihn ausschwenken und nach mehreren Systemen höhenverstellbar machen.
Dreibein aus drei langen Stangen und Feuerschale drunter geht auch, nur kann man den Grill dann nicht so bequem aus dem Feuer schwenken.
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Re: Mörtel und Steine für nasse Feuerstelle

#8

Beitrag von SunOdyssey » So 17. Apr 2022, 17:28

Ich habe mir eine Feuerschale mit dreinBeinen gekauft, die ist etwa 85cm hoch und hat einen Durchmesser von 80cm. Damit habe ich im Januar draußen gegrillt für ca. sechs Leute. Das war genial, da ich einen Edelstahlrost verwendet habe, der normalerweise in Backöfen verwendet wird. Beinchen aus gebogenem Stahl dran geschraubt, so etwa 20cm hoch und dann entweder direkt auf das Feuer oder neben die Glut. Alles ist super gar geworden, allerdings nur Gemüse und ein paar Früchte, da wir alle Veggies sind
Wenn ich die Feuerschale nicht mehr brauche, lege ich sie hin, bis jetzt ist noch nix verrostet. Und Wasser kann so nicht reinlaufen. Man bekommt das Ding bei der Raiffeisen, ich hab sie jetzt seit zwei Jahren

Lucas, man kann da bestimmt einen Halter für einen Grillrost an die Seite Schrauben, das Teil ist ja rund. Wenn du das so machst, dass sich das mit einer Klemme hoch und runter schieben lässt, hast du ja deinen höhenverstellbaren Grill. Und wenn du gar keine Hitze hehr willst, drehst du ihn ganz vom Feuer weg und kannst ganz bequem dein Grillgut runternehmen
Ich sage, was ich meine und ich meine, was ich sage

Und ich sage.....blöde Autokorrektur

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Re: Mörtel und Steine für nasse Feuerstelle

#9

Beitrag von emil17 » So 17. Apr 2022, 23:29

Bei meiner Feuerschale geht das so: Das Untergestell sind als Stützenfüsse drei Rohre 1 1/2 "", 50 cm lang, mit 3 Streben verschweisst, und zwar so dass die Rohre die Ecken eines geichseitigen Dreiecks bilden und die kürzeren Rohrenden etwa 15 cm über stehen. Die Feuerschale liegt auf den horizontalen Streben, die Stützenfüsse reagen seitlich etwas über den Rand der Schale empor. Da hinein kann man einen Galgen aus Eisenrohr stecken und wiederum daran einen Grill höhenverstellbar aufhängen. Den Galgen kann man nach aussen vom Feuer weg schwenken, da er sich im Stützenfuss ja drehen kann.
Weil sich Galgen, Untergestell und Schale leicht rennen lassen, lässt sich alles gut und mit wenig Platz verstauen.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.

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