Weinbauer neu im Forum

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Beitragvon Ebiherr am So 28. Apr 2019, 13:15

Hey Alle miteinander!

Ich bin Alex, 25 Jahre alt, bewirtschafte gemeinsam mit meinen Eltern einen 12 ha großen Weinbaubetrieb im östlichsten Bundesland Österreichs, im Burgenland.
Unser Betrieb ist zwar konventionell geführt, dennoch verzichten wir von Anfang an (seit ca 25 Jahren) gänzlich auf Herbizide und Insektizide, auf das wir sehr stolz sind. Ausserdem sind wir im Dauerbegrünungsprogramm mit dabei, dass heißt für uns nach „aufreißen“ der Fahrgassen nicht längeres offenhalten als 8 Wochen (wegen Erosionsschutz).

Nun möchte ich persönlich aber einen Weg finden den restlichen Pflanzenschutz(hauptsächlich Fungizide) von syntetischen Fabrikmitteln auf biologische, pflanzliche Produkte umzustellen. Ich dachte da an die verschiedensten Brühen und Jauchen die ich mir in alten Polyesterweintanks die nicht mehr gebraucht werden zusammenmischen könnte. Ich wäre jedem dankbar für Tipps und Tricks die man im größeren Maßstab auch umsetzen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Alex E. (Ebiherr)
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Re: Weinbauer neu im Forum

Beitragvon Sonnenstrahl am So 28. Apr 2019, 14:02

Hallo und Willkommen hier im Forum :flag:

Zum Weinbau kann ich leider nicht viel beitragen, da ich mich da nicht auskenne.
Aber Pflanzenbrühen sind bestimmt nicht verkehrt.

Ich kenne einen ( konventionellen) Bauern, der sich durch eigene Krankheit mit EM's befasst hat. Er stellt diese nun selbst seit Jahren her und bringt sie in Verbindung mit Gesteinsmehl z.B. auf seinem Kartoffelacker aus.
Seitdem hat er keine Kartoffelkäfer mehr.
Ein Versuch, von einem anderen Feld die angesammelten Käfer auf seinem Acker zu tun, ließ ihn staunen: Am nächsten Tag waren die Kartoffelkäfer wieder verschwunden. Seine Theorie dafür ist, dass sich die Käfer nur dort ansiedeln, wo die Pflanzen Mangel haben.
Könnte mir vorstellen, dass das auch gut bei Wein funktioniert. :hmm:
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Re: Weinbauer neu im Forum

Beitragvon Ebiherr am So 28. Apr 2019, 14:12

Hallo Sonnenstrahl,
Danke für die Tipps, es handelt sich aber um Fungizide und nicht um Insektizide. Trotzdem danke.
Ich werde dazu einen extra Beitrag eröffnen,
dass das Thema nicht in der Vorstellung besprochen wird.
Mit freundlichen Grüßen
Alex
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Re: Weinbauer neu im Forum

Beitragvon SunOdyssey am So 28. Apr 2019, 14:16

Hallo Alex,

Es gib drei Jauchen, die aus eigener Erfahrung kenne:

Brennnessel, ist die bekannteste, hilft bei Stärkung

Ackerschachtelhalm, stärkt die innere Struktur durch Kieselsäure

Rainfarn, stärkt die Pflanzenabwehr durch Gifte

Letzteres hilft unglaublich gut gegen Blattläuse und damit eingeschleppte Viren. Meine Rosen haben seit Jahren keinen Blattlausbefall und damit auch keinen Mehltau, obwohl sie nicht ganz ideal stehen. Auch mein echter Wein wächst ganz gut durch diese Stärkung, aber sehr weit nördlich (Münsterland) nicht gerade als Weingegend bekannt.
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Und ich sage.....blöde Autokorrektur
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Re: Weinbauer neu im Forum

Beitragvon ihno am So 28. Apr 2019, 14:31

Ich denke da liegt schon der erste Fehler im Ansatz .
Pflanzen brühen stärken die Pflanze im ganzen .Der Pflanze ist es egal wer oder was sie umbringt Feind ist Feind . Gesteinsmehl könnte in die Pflanze eingebaut werden das stärkt die Zellwände und dem Kartoffelkäfer piekst es beim essen. Gleichzeitig sind starke Zellwände auch weniger Anfällig für Pilzliche Schädlinge.
Tips für die Praxis eines Erwerbs Obs tbauern zu finden wäre schön aber da denke ich wirst du hier Anregungen finden aber keine fertigen Konzepte .
Na und Praxis tauglich darüber gibt es hier sehr Unterschiedliche Ansichten.
Em s sind ein guter Ansatz . Milch+Backpulver gegen Mehltau wird beim Gemüse auch auf vielen Ha gemacht. Bei Brennnesseln wird es da schon schwieriger die Menge zusammen zu bekommen.
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Re: Weinbauer neu im Forum

Beitragvon osterheidi am So 28. Apr 2019, 15:43

ich hätte da noch kompostextrakt als tipp zum spritzen. ist aber auch "nur" stärkend, aber vielleicht billiger als em´s
ich meine es gibt fertige produkte.
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Re: Weinbauer neu im Forum

Beitragvon ina maka am So 28. Apr 2019, 18:45

Sonnenstrahl hat geschrieben:Ein Versuch, von einem anderen Feld die angesammelten Käfer auf seinem Acker zu tun, ließ ihn staunen: Am nächsten Tag waren die Kartoffelkäfer wieder verschwunden. Seine Theorie dafür ist, dass sich die Käfer nur dort ansiedeln, wo die Pflanzen Mangel haben.


Oder dort, wo nicht stark gedüngt wurde?

Bei uns kannst du sowas übrigens auch erleben! ;)

Was "in großem Maßstab" funktioniert, kann ich leider nicht sagen.
Im kleinen Maßstab hilft Knoblauch und ... wenn mal "der Pilz" drin ist, dann ist irgendetwas falsch - sorry, Pilzbefall ist eher ein Symptom als die Ursache. Demeterbauern nehmen Kieselpräparat, oder?
Schachtelhalmextrakte sind sicher gut.
hab vor kurzem hier im Forum gelesen, dass "Trauben und Pfirsiche Bor mögen" ( kaulli, ein bisschen raufscrollen).
Vielleicht stärkt auch das die Pflanzen?

Wir haben Direktträger in einer absoluten "Kein-Wein-wächst-hier-Gegend" und keine Krankheiten oder Schädlinge, sorry.
Wir leben in einem Gefängnis mit offenen Türen und Fenstern und die Frage ist, wer sind die ersten, die sich raustrauen? Wagenhofer www.youtube.com/watch?v=q2WEVdNQAxE
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Re: Weinbauer neu im Forum

Beitragvon kraut_ruebe am So 28. Apr 2019, 19:31

willkommen hier im forum :)

als burgenländerin freu ich mich besonders über burgenländer, ich glaub aber, dass du in manfreds forum https://www.regenerative-landwirtschaft.net mit deiner frage nach fungizid wirkendem besser aufgehoben bist.

für den weinbau gibts dort noch wenig, allerdings findest du dort ähnlich denkende menschen und sehr viel wissen, und vor allem größere maßstäbe in der anwendung als hier.

viel erfolg beim finden einer lösung :)
wenn du denkst, abenteuer sind gefährlich, dann versuchs mal mit routine. die ist tödlich. (coelho)
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Re: Weinbauer neu im Forum

Beitragvon 65375 am So 28. Apr 2019, 21:48

Herzlich willkommen im Forum!
Es gibt diese Präparate für Ökowinzer kanisterweise fertig zum Verdünnen zu kaufen. Ausgebracht werden sie genauso wie die konventionellen Mittel.
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Re: Weinbauer neu im Forum

Beitragvon kaulli am So 28. Apr 2019, 22:56

Ebiherr hat geschrieben:Nun möchte ich persönlich aber einen Weg finden den restlichen Pflanzenschutz(hauptsächlich Fungizide) von syntetischen Fabrikmitteln auf biologische, pflanzliche Produkte umzustellen.


Hallo, Ebiherr,
ich hab zwar nur ein paar Weinstöcke, dünge sie mit Bor, weil ich mal gelesen habe, das Trauben und Beeren Bor brauchen, es soll auch ein Mittel gegen manche Schädlinge sein. Vielleicht hilft dir das zusätzlich zu den anderen Tipps.
Liebe Grüße Kaulli
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