Selbstversorger in Planung

Selbstversorger in Planung

Beitragvon 0815fox am Mi 7. Mär 2018, 13:50

Hallo zusammen,

Ich bin der Michael und ich plane, mich ab Anfang 2019 selbstversorgend zu machen. Ich bin 28 und in einer Partnerschaft. Es ist noch im Findungsprozess, wie weit meine Partnerin bereit ist, mitzuziehen.

Als auf Sicherheit bedachter Mensch habe ich etwas Diskussionsbedarf, damit der Übergang reibungslos funktioniert und mich nicht unerwartet in eine all zu schwierige Lage bringe. Ich habe leider kein geeignetes Unterforum dafür gefunden, bitte daher um Meinungen, ob das überhaupt in diesem Forum Platz hat und wenn ja, wohin damit.

Ziel ist es, einen möglichst hohen Selbstversorgungsgrad zu erreichen. Aktuell bin ich dabei, ein Grundstück zu suchen, ich habe bereits Kurse besucht, wie man ein Haus (in meinem Fall ein Blockhaus) baut und auch Permakultur-Kurse habe ich schon besucht. Das Ziel ist, möglichst wenig unselbstständig / für Unternehmen o.ä. arbeiten zu müssen und damit möglichst viel Zeit für dieses Projekt, das "Projekt Leben" zu haben. Insbesondere steht gerade die Abschätzung und Budgetierung der Kosten für die Übergangsphase an. In meinem Kopf schwirrt die Frage: wieviel Geld braucht man trotz Selbstversorgung in Deutschland mindestens (Steuern, Krankenversicherung, GEZ (habe gehört, dass das abgeschafft wurde, jetzt anders heisst und alle zahlen müssen) ) pro Monat / Jahr. Ziel ist es, diese Kosten zu identifizieren und interessieren würde mich auch, auf welche Weise andere Selbstversorger dieses Geld erwirtschaften.

Die konkreten Fragen würde ich dann aber gern, sofern es in diesem Forum einen Bereich gibt, in dem ich sie stellen kann/darf/sollte, dort stellen.

Lieber Gruss,
momentan noch aus dem Ausland,
Michael
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Re: Selbstversorger in Planung

Beitragvon strega am Mi 7. Mär 2018, 14:47

Haihai!

Das was mir an Deutschland gefällt in finanzieller Hinsicht ist der Steuerfreibetrag, wennde unter achttausendirgendwas Euronen pro Jahr verdienst zahlste keine Steuern, ein durchaus hoch zu schätzender Vorteil gegenüber anderen Ländern. Mit grossteils SV und eigener Hütte kommste damit locker hin würd ich mal behaupten.
Ok, dafür musste GEZ und KV blechen... zumindest KV offiziell, kenn aber auch Leut in D die selbständig sind und sich das schenken, wogegen du wenn du Lohnarbeit betreibst gleich gefragt wirst wie du versichert bist, also no chance...
und Grundsteuer und so,
und der Rest hängt von deiner Immobilie ab, haste eigenes Wasser und Strom usw. oder musste das löhnen?
Und heizen musste in Germania auch irgendwie ziemlich viel, wie machst du das, eigener Wald oder so oder alles kaufen an Brennstoff?

Und für ne Blockhütte irgendwo brauchste sicherlich in Germania ne Genehmigung, die kannste nicht einfach so hinsetzen wo du Laune hast...

In welchem Ausland bist du zur Zeit noch?

Viel Spass!
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Re: Selbstversorger in Planung

Beitragvon RichardBurgenlandler am Mi 7. Mär 2018, 14:53

Hallo Michael
Ist ja schon mal schön, dass du dieses Forum gefunden hast. Ob dir hier alle deine Fragen beantwortet werden können wird dir die Zukunft zeigen. Zum Stöbern und sich informieren, Wissen anzueignen, das Menschen hier bereitwillig gratis zur Verfügung stellen gibt es ohne Ende.

In dem Sinne viel Spaß auf deiner Reise zur Selbstversorgung

sonnige Grüße aus dem Burgenland
martin
Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.
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Re: Selbstversorger in Planung

Beitragvon Oli am Mi 7. Mär 2018, 14:57

Moin und willkommen,

ich glaube einen speziellen Bereich dafür gibt es deswegen nicht, weil der Themenkomplex mehrere Unterforen und mannigfaltige Threads betrifft. :)
Im allgemeinen sind das genau die Fragen, die viele beschäftigen - die Wünsche, die sehr schnell totgeredet werden - aber auch die Vorstellungen, die einige hier erfolgreich für sich umgesetzt haben und leben.
Oftmals sind das aber nicht die Leute, die am aktivsten schreiben und bereit sind, sich gegen Schreihälse zu behaupten - aber sie sind oder waren hier. Insofern wäre mein Rat, sich sehr intensiv durch's Forum zu lesen und dabei auch etwas weiter in die Vergangenheit zu schauen.
Da wirst du voraussichtlich Perlen finden.

Die ebenfalls zurückmigrierte Oli
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Re: Selbstversorger in Planung

Beitragvon Maeusezaehnchen am Mi 7. Mär 2018, 15:30

Hallo!

Das kling ja nach einem tollen Projekt. Du willst da aber nicht von einen Tag auf den anderen umstellen oder?
Ich bin nicht so der komplette Aussteiger... und ich glaub bei uns ist auch keiner dabei der das so extrem macht wie du es vor hast.
An deiner Stelle würde ich es einfach langsam Schritt für Schritt umstellen und dann siehst du auch was sich lohnt (oder Spaß macht) selbst zu machen und was doch einfacher gekauft wird.
Wenn du das Projekt startest wäre es super, wenn du uns SV-Projekt-Blog auf dem laufenden halten würdest.

Wegen Kosten und vorschriften in DL kann ich dir leider nicht weiterhelfen. Bin aus Österreich und nur Teil-SV.
Aber sonst helfe ich gerne so gut es geht mit Tips und Erfahrungen weiter.
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Re: Selbstversorger in Planung

Beitragvon 0815fox am Do 8. Mär 2018, 19:11

Hallo Zusammen,
zunächst einmal vielen Dank für die vielen supertollen klasse Rückmeldungen hier!

Zur Zeit wohne ich noch im Ausland "Schweiz". Dort bin ich sozusagen noch "versklavt". Okay, ganz so extrem ist es nicht und sehe ich das auch nicht. Aber irgendwie fühlt man sich doch unfrei, wenn man 8,5 Stunden am Tag (wobei juhuu, seit diesem Jahr bin ich auf 80%) am Computer herumtippt. Ich will die Erde aufreissen und Karotten (CH: Rüebli) anpflanzen und Kartoffeln usw. doch leider hätten die Nachbarn hier nicht so viel Freude daran - Ihr schöner Rasen wurde durch meinen Transporter neulich schon leicht angekratzt, autsch, das war schlimm... :motz:
Wäre es nicht viel schöner, so wenig zu arbeiten, dass es reicht, um die Pflichtausgaben zahlen zu können und den Rest der Zeit für sich selbst zu schauen? Und genau das wünsche ich mir, umzusetzen.
Heute habe ich mit dem Bauamt :kaffee: über ein in Frage kommendes Grundstück gesprochen und dort gibt es keine grundsätzlichen Einschränkungen, was man bauen darf und was nicht. Als nächstes muss ich mir einen geeigneten Bauplaner/Architekten suchen, denn man braucht etwas Geschick, um ein Naturstamm-Blockhaus durch den engen EnEV 2016-Dschungel zu bewegen (Energieeinsparungsverordnung). Falls da jemand jemanden empfehlen kann, oder selbst etwas dazu weiss wäre ich super froh.

Ich werde mich etwas durch die Foren-Bereiche hindurchwühlen und schauen, was sich findet. Am Wichtigsten ist aber, hier gleichgesinnte zu finden, das gibt Kraft und Mut.

Übrigens bin ich nicht so der komplette Aussteiger. Ich bin froh um die Krankenversicherung. Ich bin auch gern bereit, die Grundsteuer für wichtige Dinge in der Gemeinde zu zahlen. Ich habe auch nicht grundsätzlich etwas gegen Steuern, die der Gemeinschaft nützen, wobei einiges an Infrastruktur so übertrieben aufgebaut wurde, dass es nicht in meinem Sinne ist. Über die GEZ-Gebühr hingegen freue ich mich gar nicht - das kostet genau so viel wie ein Internetanschluss und ich nutze es rein gar nicht. Auch werde ich ziemlich sicher nicht 100% meines Bedarfes selbst herstellen können. Im Bereich Energie strebe ich eine hohe Autonomierate an (eine gebrauchte 5kW PV-anlage, sowie ein kleines 500W Windrad stehen schon bereit), im Bereich Nahrung ebenfalls, wobei ich momentan so plane, dass ich auch über die Runden kommen würde, wenn rein gar nichts wachsen würde. Trinkwasser selbst aufbereiten plane ich momentan noch nicht ein.

Liebe Grüsse aus dem Aargau,
Michael
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Re: Selbstversorger in Planung

Beitragvon Sonne am Do 8. Mär 2018, 19:56

Hört sich irgendwie alles recht gut an.

Irgendwo auch nicht so ganz abgehoben...und trotzdem so voller Tatendrang.

Bin gespannt, dein Projekt hier hoffentlich weiter mitverfolgen zu können.

Ja ich finde auch, Steuern, Krankenversicherung etc empfindet man immer als lästig, aber trotzdem sind sie durchaus grundsätzlich ein Segen.

Wobei ich persönlich eindeutig eine gesetzliche Krankenversicherung bevorzugen würde.
Kenne jemand, der es schon sehr bereut hat, ausgestiegen zu sein und sich privat versichert zu haben.
Tja...hat er nicht auf seinen Papa gehört...damals...als er noch jung war. :pfeif:



0815fox hat geschrieben:Ihr schöner Rasen wurde durch meinen Transporter neulich schon leicht angekratzt, autsch, das war schlimm... :motz:
Wäre es nicht viel schöner, so wenig zu arbeiten, dass es reicht, um die Pflichtausgaben zahlen zu können und den Rest der Zeit für sich selbst zu schauen? Und genau das wünsche ich mir, umzusetzen.


Na...du hast ihnen dann als Entschädigung ja hoffentlich ein Päckchen 'Englischen Rasensamen' zukommen lassen. :haha:
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. 1. Mose 1, 31
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Re: Selbstversorger in Planung

Beitragvon strega am Do 8. Mär 2018, 22:47

hey, glaub ich versteh dich ziemlich gut...
bis auf die Hütte, die hab ich noch nicht, aber sonst gehts ganz gut bei mir mit Erwirtschaften des Lebensunterhalts in Geld phasenweise und dann viel Freiheit für Garten und so einige andere interessante Sachen. Im Sommer und Herbst kauf ich fast nix und es geht prima. Nen Vollzeitjob fürs ganze Jahr.... neee, will ich nicht mehr. Bin nicht nur geboren um zu arbeiten, da gibts noch so viele tolle andere Erfahrungen zu machen :michel:

Alles Gute!
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Re: Selbstversorger in Planung

Beitragvon kürbis am Fr 9. Mär 2018, 23:10

Ein herzliches Wilkommen hier wünsche ich dir auch.

Man - das klingt echt toll. :daumen:
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute für deine Pläne und vor allem das Gelingen derselbigen.
So was ähnliches träume ich auch - ich muß nur noch ein wenig Warten, weil ich noch Verpflichtungen habe... aber irgendwann gehts los. :)
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Re: Selbstversorger in Planung

Beitragvon 0815fox am So 11. Mär 2018, 17:09

Wobei ich persönlich eindeutig eine gesetzliche Krankenversicherung bevorzugen würde.
Kenne jemand, der es schon sehr bereut hat, ausgestiegen zu sein und sich privat versichert zu haben.
Tja...hat er nicht auf seinen Papa gehört...damals...als er noch jung war. :pfeif:


Definitiv die Gesetzliche. Das ist schon einfach aus sozialen Gründen gerecht. Die private KV für Privilegierte gehört abgeschafft. Zumindest sehe ich das so.

Na...du hast ihnen dann als Entschädigung ja hoffentlich ein Päckchen 'Englischen Rasensamen' zukommen lassen. :haha:


Nein, ich habe eine Hacke organisiert und die Unebenheiten etwas ausgeglichen. :flag:

Jedenfalls ist die Planung im Gange. Aktuell schreibe ich so eine Art Spezifikation für diese Ideen und fertige Skizzen und 3D-Modelle vom gewünschten Haus an. Viel in Eigenleistung zu machen erfordert auch viel Planung und Organisation. Und auch das Erlernen neuer Fähigkeiten. So möchte ich dieses Jahr gern noch einen Kurs zur Bedienung eines kleinen Baggers besuchen, damit ich dann die Grube ausheben kann. Ausser der Boden ist so weich, dass ich einfach :hacken: kann. Dauert dann halt bisschen länger... :hmm:
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