Noch-Berlinerin vorerst nur am planen und träumen

konny
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Noch-Berlinerin vorerst nur am planen und träumen

#1

Beitrag von konny » Di 1. Sep 2015, 18:08

Hallo liebe Forum-Gemeinde,

ich bin 27, wohne momentan noch in Berlin, träume aber schon seit einigen Jahren vom Leben in der Natur, in einem kleinen Häuschen mit Garten, wo man eigenes Obst und Gemüse anbauen, ein paar Tiere halten und mit einiger Kreativität einen genügsamen Lebensstil genießen kann. Durch ein Jahr Arbeit in einer kanadischen Wildtiersattion und einige Schicksalsschläge in den letzten Jahren wurde dieser Wunsch noch verstärkt und ich habe vor einigen Monaten angefangen, immer mehr zu recherchieren und zu planen, was in meiner jetzigen SItuation wie umsetztbar wäre. Früher wurde oft im Freundeskreis gemeinsam von einem solchen Lebensentwurf geträumt, doch jetzt, da ich beginnen möchte, diesen Traum in die Tat umzusetzen, scheint leider keiner ernsthaft bei der Sache oder an die Umsetzung zu glauben.
Darum freue ich mich sehr, dieses Forum gefunden zu haben, werde in nächster Zeit viele Beiträge hier lesen und würde mich sehr freuen, neue Kontakte zu knüpfen und Ideen auszutauschen.
Da ich momentan noch voll berufstätig bin und meine schwerkranke Mama pflege, wird der ganze Prozess der Recherche und Planug noch eine Menge Zeit in Anspruch nehmen und sicherlich müssen viele Gedanken auch wieder aufgegeben und neustrukturiert werden, aber ich habe mir fest vorgenommen, in den nächsten Monaten/Jahren diesem hektischen, ungesunden Stadtleben zu entkommen und halte momentan Ausschau nach sehr günstigen Sanierungsobjekten mit Grundstück ca. 1-2 Autostunden von Berlin entfernt.

Was mich am meisten interessiert, ist, wie diejenigen von euch, die sich schon zu einem großen Teil selbstversorgen, ansonsten Ihren Lebensunterhalt finanzieren. Seid ihr selbstständig, geht ihr Teilzeit arbeiten, in welchen Bereichen spart ihr viel ein, etc.?
Da meine Mama wahrscheinlich für immer sehr auf ärztliche und soziale Hilfe angewiesen sein wird, kommt ein völliges Aussteigen natürlich nicht in Frage. Ansonsten sind wir aber recht genügsam. Darum ist es mir sehr wichtig Ideen zu sammeln, wie eine etwas unabhängigerer Lebensstiel im Rahmen unserer Gegebenheiten zu realisieren wäre.


Liebe Grüße
Konny

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die fellberge
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Re: Noch-Berlinerin vorerst nur am planen und träumen

#2

Beitrag von die fellberge » Di 1. Sep 2015, 18:30

Hallo Konny, ich wohne in dem von dir beschriebenen Radius- wenn du magst kannst du gerne mal einen Abstecher her zu uns machen.
Man brauch halt ein Auto- nicht um von Berlin hierher zu kommen, das geht mit der Bahn- Bahnhof im Nachbarort, aber für die Besorgungen hier.
Selbstversorgen geht schon teilweise sehr gut- wenn man die Pflaumen-,Quitten,- MAngold, Rote Beteschwemme mag ... und verarbeitet!
Jeder Mensch ist schlau- der eine vorher, der andere hinterher!

LG Marianne

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Re: Noch-Berlinerin vorerst nur am planen und träumen

#3

Beitrag von osterheidi » Di 1. Sep 2015, 19:16

hallo konny
das finde ich sehr interessant und mutig deine pläne. hier im forum habe ich immer den eindruck dass viele zwar kinder haben aber von den belastungen mit einem kranken oder beeinträchtigten familienmitglied, oder wenns einen gar selbst trifft lese ich so gut wie nie. ich lebe auf einem alten familiengrundstück , die mutter muß versorgt werden, bisher vor allem finanziell. für (ihre)tiere muß ich inzwischen auch ne menge tun.
unter anderen deshalb gebe ich einen gut bezahlten job nicht auf und pendle 3x die woche 50km. das heißt z.b. ich brauch immer ein auto was top in schuß ist (ein schrauber steht mir nicht zur seite) und das grundstück braucht auch immer irgendwo was.
also der job sollte ziemlich gut sein damit man das alles gut durchhalten kann.

konny
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Re: Noch-Berlinerin vorerst nur am planen und träumen

#4

Beitrag von konny » Di 1. Sep 2015, 20:28

Hallo Fellberge,

danke für die liebe Einladung. Momentan stecke ich noch voll in der Pflegeorganisation, darum ist die Zeit etwas knapp. Aber in den nächsten Wochen ist hoffentlich auch wieder Zeit für weitere Hausbesichtigungen. Wo genau in der Niederlausitz wohnt ihr denn? In der Ecke suche ich auch. Vielleicht bin ich ich ja dann eh mal zu einer Besichtitgung in der Gegend. Ihr wisst nicht zufällig etwas über günstige zum Verkauf stehende Häuser+Grundstück in eurer Gegend?

Auto ist kein Problem, das ist vorhanden :). Das Ernten und Verarbeitung von Lebensmitteln aus dem Garten ist natürlich selbstverständlich. Ich würde aber in den ersten Jahren nach dem Haus+Gartenkauf mit dem Anbau erst klein Anfangen und mich dann immer mehr steigern, um nach und nach ein Gefühl für die anfallenden Arbeit zu entwicklen und um zu schauen, wie man alles mit Job und Pflege unter einen Hut bringen kann.


Hallo Osterheidi,

tja, wenn ichs mir aussuchen könnte, würd ich natürlich auch lieber Kinder versorgen, aber das kommt hoffentlich zukünftig noch. :) Ich hoffe sehr, dass meine Mama wieder fitter wird und irgendwann auch mehr und mehr ein wenig mithelfen kann, sowohl im Garten als auch beim Familienleben:). Sie liebt Kräuter, vor allem Wildkräuter. Daher wäre eine kleine Wildwiese natürlich super, aber sicher auch Hochbeete, an die Sie leicht rankommt, denn Bücken geht nicht mehr so leicht. Das mit dem Job ist erstmal natürlich auch wichtig, darum sollte Berlin noch erreichbar sein. Lange Wege ist man ja auch schon von innerhalb Berlins gewohnt. Ein Dauerzustand wird das aber hoffentlich nicht.
Es stimmt natürlich, dass das alles wahnsinnig anstrengend ist. Ich hoffe sehr, dass man irgendwann auch etwas weniger arbeiten kann und kürzere Wege hat. Ich komme eigentlich mit recht wenig Geld im Monat zurecht, darum hoffe ich dann nachdem alle nötigen Invenstitionen zu Haus und Garten getätigt sind, auf Dauer ein wenig kürzer treten zu können. Ich hoffe, mich letztlich vor allem auf wesentlichere Dinge als auf den Job konzentrieren zu können - Familienleben und Leben in der Natur.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft bei allen deinen Aufgaben. Manchmal hilft es ja einfach schon zu wissen, dass man nicht alleine ist. Ich nehme mir abends immer etwas Zeit, um stoltz auf das zu sein, was ich an einem Tag wieder alles geschafft habe. Das ist echt wichtig, vor allem weil man so oft einfach nur am Ende ist.


Liebe Grüße
Konny

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Re: Noch-Berlinerin vorerst nur am planen und träumen

#5

Beitrag von osterheidi » Di 1. Sep 2015, 21:17

Ja das wünsche ich dir auch :)
Ich bin auch gut vernetzt, es gibt eine Reihe von Helfern :daumen:

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Re: Noch-Berlinerin vorerst nur am planen und träumen

#6

Beitrag von Nachtkerze » Mi 2. Sep 2015, 01:56

konny hat geschrieben:Früher wurde oft im Freundeskreis gemeinsam von einem solchen Lebensentwurf geträumt, doch jetzt, da ich beginnen möchte, diesen Traum in die Tat umzusetzen, scheint leider keiner ernsthaft bei der Sache oder an die Umsetzung zu glauben.
Das scheint wohl der übliche Gang der Dinge zu sein. Fast immer werden am Ende die "Gemeinschafts"projekte im wesentlichen von einem Einzelnen oder einem Pärchen gestemmt.
konny hat geschrieben: Was mich am meisten interessiert, ist, wie diejenigen von euch, die sich schon zu einem großen Teil selbstversorgen, ansonsten Ihren Lebensunterhalt finanzieren. Seid ihr selbstständig, geht ihr Teilzeit arbeiten, in welchen Bereichen spart ihr viel ein, etc.?
Tja, das ist das Haupt- und Fußangelproblem für die allermeisten. Deshalb sitze ich häufiger auf'm Balkon in der Stadt als im Garten in jwd.

Wie auch immer:
Willkommen auch von mir aus Berlin!
"Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag."
Tschechow

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Re: Noch-Berlinerin vorerst nur am planen und träumen

#7

Beitrag von Recke Klaus (1962) » Mi 2. Sep 2015, 14:54

Schönen guten Tag Konny und ein herzliches Willkommen im Forum,

da kann ich mich nur meinen Vorrednerrinnen anschließen. Einige von uns gehen einer geregelten Tätigkeit nach, meine bessere Hälfte fährt täglich bis nach Leipzig hat somit die weiteste
Strecke, 2 inkl. meiner Wenigkeit sind Behindert also Rente auf Lebenszeit, 2 Altersrentner und 5 Arbeitssuchende und 4 Kinder.

Fakt ist, ohne Moos nix los. Es sind soviel ständig anfallende Posten zu finanzieren das einem manchmal wirklich schon die Tränen im A...h stehen. Wenn wir nur ausschließlich von dem leben müßten
oder wollten was wir anbauen, ich glaub wir würden naja nicht unbedingt verhungern aber es könnte einiges vom Speiseplan verschwinden.

Also wir müßten dann viel mehr anbauen, dürften manchmal nicht so rum gammeln und noch mehr gemeinschaftlich denken und handeln. Derzeit bezieht sich der Tauschhandel ja mehr oder weniger
auf leicht herzustellende Produkte und es wird eh immer mehr gemacht als der Einzelne benötigen würde. Man(n)/Frau hängt nicht ständig zusammen oder klutscht aufeinander, ja wie soll ich
sagen, es ergibt sich meistens so. Einer hat Honig, ein anderer Tabak, wir immer die meisten Kartoffeln, wieder andere haben Milch und Eier und einer hat eine große Werkstatt mit allem
was SVler so braucht inkl. Drehbank und so weiter.

Geht mal was kaputt, kurz anrufen...bist du da...schnell in Keller (man(n)/frau kennt ja die Geschmäcker seiner Freunde, 2 Gläser Eingemachtes greifen und los traben.
In der Werkstatt ...kannst du mir helfen...Eingemachtes hin stellen...oh vielen Dank sehr lieb von dir, mmmh das esse ich gerne....also wie kann ich dir helfen.

Eigentlich sind wir ja schon im Märchenland....ich brauche mal ein paar Liter Milch und 30 Eier.....hat mich ne Rolle alten Maschendraht gekostet. Also wie gesagt, die Vorstellungen
wie weit man autark von SV leben kann und möchte, gehen da ganz weit auseinander und es gibt richtig tolle Leute hier im Forum die haben da echt was drauf.

Wir wollen aber auf dieses und jenes nicht verzichten und für Eier, Kartoffeln oder ein Glas Pflaumenmus bekomme ich weder Strom noch Wasser gleich Abwasser oder eben Diesel.
Wir erhalten uns einen gewissen ,,Luxus, und da muß der Eine oder Andere für arbeiten je nach Bedürfnisse.

Ich spreche aber nur für uns. Die SV Schiene hat so viele Möglichkeiten zu bieten und es kommt ja auch immer darauf an, was habe ich und was will ich. Es kann auch alles verkehrt sein
was wir machen... :aeh: ...wichtig ist der Wohlfühlmodus und ein gutes Gewissen im Einklang mit der Flora und Fauna sowie seinen Mitmenschen.

Hoffentlich konnten wir die eine oder andere Frage etwas beantworten,
sei lieb gegrüßt...die IsterBies(ter)
Verblödung ist staatstragend. Ein verdummtes Volk kann besser regiert werden,
weil es sich leichter bescheißen lässt. G.Schramm - Die Anstalt -

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Re: Noch-Berlinerin vorerst nur am planen und träumen

#8

Beitrag von Bodo » Do 3. Sep 2015, 11:27

Hallo Konny und ein herzliches Willkommen aus der Schweiz.

Da hast du dir einiges vorgenommen. Ich wünche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen.

Mit den Angehörigen pflegen, wäre nichts für mich, obwohl ich mal beruflich in der Pflege gearbeitet habe. Als meine Mutter pflegebedürftig wurde, hatten wir den Sozialdienst, oder wie das heisst. Für alle Parteien war das die beste Lösung und als es zu Hause nicht mehr ging mit der Pflege, ist meine Mutter in ein Pflegeheim gekommen. Von diesem Zeitpunkt an ist meine Mutter wieder aufgeblüht und sie hat die letzte Zeit sehr genossen. Drum Hut ab, wenn deine Mutter und du das gut hin kriegt. :daumen:

Wir handhaben es so, dass mein Mann, er hat einen guten Job der ihm sehr gefällt, arbeiten geht und ich zu Hause bei Garten, Tiere und Haus bin .
Liebe Grüsse

Monica

Vom Tiere und von der Pflanze müssen wir lernen, was Blühen ist.

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Re: Noch-Berlinerin vorerst nur am planen und träumen

#9

Beitrag von Pfälzer » Do 17. Sep 2015, 11:41

Mit 27 und solche Gedanken, ich glaube, da bist Du auf einem sehr guten Weg. Vorerst brauchst Du wohl aber erst einmal viel Kraft und Geduld mit der Mama. Ich wünsche Dir das - und dass Du Deine Träume nicht verlierst. Schönen Gruß aus der Pfalz - Reinhold

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Re: Noch-Berlinerin vorerst nur am planen und träumen

#10

Beitrag von konny » So 20. Sep 2015, 11:00

Hallo nochmals ihr Lieben und vielen Dank für die interessanten Nachrichten.

ja, das "was brauche und was möchte ich" ist natürlich so eine Sache, vor allem, da ich das nicht ganz allein für mich entscheiden kann, da eine kranke Person natürlich immer ganz spezielle Bedürfnisse hat. Unsere große Hoffnung ist, dass irgendwann wieder ein halbwegs uneingeschränktes Leben möglich ist, bzw. man gute Wege findet, mit den körperlichen Einschränkungen, die noch da sind, gut zu leben und umzugehen.
Ich selber bräuchte eigentlich erstaunlich wenig und denke mir oft, dass ich auf vieles, was in der Wohnung ist, echt verzichten könnte bzw. sollte. Ich für mich könnte einiges an Wohnraum einsparen, dann braucht man auch gleich weniger Zeit zum Putzen und hat weniger Ausgaben :P.

Am liebsten hätte ich wirklich ein ganz kleines Häuschen mit größerem Grundstück in ruhiger Lage, aber mit meinem Budget ist das nicht so leicht zu finden. Manchmal überlege ich, einfach günstig ein Grundstück zu kaufen und da ein kleines Holzhüttchen drauf zu bauen, aber wenn ich mir die ganzen Bauvorschriften ansehe, wird mir ja ganz schwindelig...
Es wird also die nächsten Monate noch viel überlegt und diskutiert werden müssen, schließlich müssen ja auch die Bedürfnisse von mindesten 2 Menschen unter einen Hut gebracht werden. Allein das ist ja schon alles eine Herausforderung :).


@ Recke Klaus: Darf ich mal fragen, wo ihr alle eure Höfe habt oder ist das nur ein großes Gelände mit mehreren Bauten drauf und ihr habt so eurer "eigenes Reich"? ;)




Liebe Grüße
Konny

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