Die USA zieht wieder los?

Meldung des Tages

Haltet ihr einen militärischen Schlag gegen das Assad-Regime für gerechtfertigt?

Ja, dass alte Regime muss durch ein neues ersetzt werden.
5
16%
Nein, die Rebellen sollten nicht unterstützt werden und Syrien den Konflikt intern lösen.
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Mit einem UN-Mandat sollte sich auch Deutschland an dem Einsatz beteiligen.
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Das ist doch alle nur Säbelrasseln, weil die USA testen wollen, wie Russland oder China auf einen Militärschlag reagieren.
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Meine Antwort ist hier nicht vertreten; ich antworte im Thread.
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Buchkammer
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Die USA zieht wieder los?

#1

Beitrag von Buchkammer » Di 27. Aug 2013, 09:33

Gerade in den 09.00 Uhr Nachrichten: Die USA erwägen einen begrenzten militärischen Schlag gegen Syrien. Na einen Grund haben sie ja nun. Erst der Giftgasanschlag und nun der Beschuss des UN-Konvois. Möchte ehrlich gesagt nicht wissen, wer tatsächlich hinter den beiden Vorkomnissen steckt. :hmm:
Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern. (Rūmī)

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Wayan
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Re: Die USA zieht wieder los?

#2

Beitrag von Wayan » Di 27. Aug 2013, 10:03

In meinen Nachrichten hieß es, die USA seinen vom Giftgaseinsatz überzeugt (nicht er ist bewiesen!).
Weiter hieß es, dass der mutmaßliche Urheber Assad mit Militärschlägen bestraft werden müsse.

Was, wenn rauskommt, dass die "edelen Rebellen" für den angeblichen Giftgaseinsatz verantwortlich sind??
Werden die dann auch bestraft?? :dreh:
Alle sagten: Das geht nicht. Da kam einer, der wußte das nicht und hat´s einfach gemacht.

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Manfred
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Re: Die USA zieht wieder los?

#3

Beitrag von Manfred » Di 27. Aug 2013, 10:14

Wenn es nach meinen Wünschen ginge, wären die Vereinten Nationen deutlich stärker organisiert und hätten eigene Truppen oder feste Kontingente der Mitgliedsstaaten, mit denen sie gegen solche Regime vorgehen könnten.
Leider wird das auf absehbare Zeit eine Illusion bleiben.
Durch das lange Zögern des Westens sind die Islamisten in Syrien massiv erstarkt. Weil die Islamisten die einzigen sind, die nennenswerte Mengen an Geld, Waffen und Personal für die Rebellen zur Verfügung stellen.
Vermutlich haben Israel und die USA inzwischen Bammel, dass die den Krieg gegen Assad alleine gewinnen und die Macht im Land übernehmen. Oder dass die Islamisten zumindest die küstenfernen Landesteile langfristig halten können und dort Zustände wie in Somalia entstehen.
Ob es einen Giftgasschlag gegeben hat und wer dahinter steckt, ist letzten Endes egal. Es geht mal wieder um Machtspielchen und Renditechancen auf dem großen Brett.
Mit einer Weltpolizei-Funktion der USA hat das verspätete Eingreifen leider nichts zu tun. Gäbe es die, wäre das Assad-Regime schon vor langer Zeit ausgebombt worden.

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Re: Die USA zieht wieder los?

#4

Beitrag von chris » Di 27. Aug 2013, 10:29

Da war doch schon mal irgend wo etwas mit Giftgas......waren sie dieses mal wenigstens so schlau und haben "ihr" Gas selber ins Land gebracht und es selbst eingesetzt?
So stehen sie nicht ganz so dumm da wie damals im Irak.
Alles wird gut!

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Manfred
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Re: Die USA zieht wieder los?

#5

Beitrag von Manfred » Di 27. Aug 2013, 10:38


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Re: Die USA zieht wieder los?

#6

Beitrag von Reisende » Di 27. Aug 2013, 11:36

das ist ein thema, das mir wirklich große sorgen macht.
zu entscheiden, ob ein militärschlag sinnvoll ist oder nicht, finde ich extrem schwierig. ich sags mal so... wäre der sinn einer intervention der amerikaner, die bevölkerung zu beschützen und das land zu befrieden, dann sollte man darüber nachdenken. daran glaube ich aber nicht. mal ganz abgesehen davon, dass ich auch nicht glaube, das sowas überhaupt möglich ist. aus dem irak haben sie scheinbar nix gelernt.
man kann nicht von außen auf dem weißen pferd angeritten kommen und mal eben ein land mit 185.000 qkm und 19.000.000 menschen unterwerfen. eine konfliktlösung von außen ist darüber hinaus nie von dauer. die menschen müssen sie selbst erarbeiten, sonst ist sie nicht tragfähig und endet spätestens dann wieder im chaos, wenn die fremden truppen wieder abziehen.
ich sehe da viele andere motivationen. die usa generieren einen großen teil ihrer wirtschaftsleistung über rüstung. aus dem irak sind die meisten truppen abgezogen, da sind wieder kapazitäten frei. außerdem muss das feindbild aufrecht erhalten werden.

die syrischen rebellen haben einen großen fehler gemacht, nämlich zu den waffen gegriffen. in ägypten ist die lage auch kritisch, aber da habe ich noch nicht gehört, dass waffenlager überfallen und geplündert wurden. damit war der verlauf doch schon quasi vorprogrammiert. was würde unsere regierung wohl machen, wenn da einige unzufriedene plötzlich gewalttätig werden?

ich bin eine illusionistin, das weiß ich. aber wenn ich was zu entscheiden hätte, würde ich mit meinen truppen dafür sorge tragen, die kämpfer auf beiden seiten zu entmilitarisieren. und dann müssten dort wahlen stattfinden, und anschließend das votum der mehrheit durchgesetzt werden.
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.

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Manfred
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Re: Die USA zieht wieder los?

#7

Beitrag von Manfred » Di 27. Aug 2013, 12:04

@reisende:
Ja, ein sehr schwieriges Thema.
Ich denke, dass die Rebellen in Syrien ohne bewaffnete Kampf keinerlei Chance gehabt hätten, ihr Regime los zu werden.
So etwas funktioniert nur unter glücklichen Umständen, wie seinerzeit bei Gandhi in Indien, der auf die Meinungsbildung der britischen Demokratie setzen konnte. Oder beim Zusammenbruch der Sowjetunion, die vor Gorbatschow nicht möglich gewesen wäre.
Und man kann nicht erwarten, dass dort von heute auf morgen Demokratien nach westlichem Vorbild entstehen (zumal letztere offensichtliche Mängel haben). Vergleichbar könnte man die politische Situation dort evtl. noch am ehesten mit der deutschen Märzrevolution 1848/49. Da hat es auch noch 100 Jahre und massive Hilfe vom außen gebraucht, um eine halbwegs stabile Demokratie zu formen.
Ob man in so einer jungen Demokratie dann alles dem Willen der Mehrheit unterordnen muss, ist auch fraglich. Ein sehr wesentliches Merkmal jeder freiheitlichen Demokratie ist der Minderheitenschutz. Wenn eine junge Demokratie sich so entwickelt, wie in Ägypten gesehen, dass eine extremistische Macht die Mehrheit erhält und alle anderen unterdrückt und ihnen die Lebensweise und Religion aufzwingt, dann ist im Vergleich zur vorherigen Diktatur wenig gewonnen. Aber auch das mag ein notwendiger Entwicklungsschritt sein...

Sargon
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Re: Die USA zieht wieder los?

#8

Beitrag von Sargon » Di 27. Aug 2013, 12:28

Es sieht im Moment danach aus, dass die USA - anders als im Irak - nicht in Syrien mit Bodentruppen einmarschieren werden, sondern nur Flugzeuge und Cruise Missiles einsetzen werden. Angesichts der Haushaltslage und der Erfahrungen aus Afghanistan und Irak ist mehr auch nicht drin.

Dieser Angriff wird den Bürgerkrieg in Syrien nicht beenden. Wenn man aber wie Obama schon vor Monaten den Einsatz von Giftgas gegen das eigene Volk zur "roten Linie" erklärt hat, die nicht überschritten werden darf, dann bleibt ihm jetzt nichts anderes übrig, als etwas zu unternehmen, und sei es noch so symbolisch.

DerElch

Re: Die USA zieht wieder los?

#9

Beitrag von DerElch » Di 27. Aug 2013, 13:04

ah es ist sooo zum kotzen....solange es bei solchen sachen nur um profit geht und die anzettler nicht selber den kopf hinhalten muessen,ändert sich da nichts.

Das wort menschenverstand sollte schleunigst aus sämtlichen buechern ect gelöscht werden.Die medien mischen wieder kräftig mit um dinge zu puschen fuer die es keinen beweis gibt...siehe irakkrieg.

Auf der strecke bleiben wie immer unschuldige und es werden noch mehr folgen wenn die USA in ihrer wildwestmanier durchziehen was sie geplant haben...und dass das geschehen wird..daran duerften die wenigsten zweifeln.

daemo
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Re: Die USA zieht wieder los?

#10

Beitrag von daemo » Di 27. Aug 2013, 13:51

ich stimme manfreds un-truppen-idee zu. allerdings sehe ich da auch gefahren ( wenn die macht über die un in die falschen hände gerät.....)
in der syrienfrage ist meine meinung klar.
keine intervention und stoppen der waffenlieferung an die rebellen, keine weiteren söldner gegen syrien aufmarschieren lassen und die sache von syrien selbst regeln lassen.
und selbst wenn syrien giftgas eingesetzt haben sollte, was ich stark bezweifle da assad durch den einsatz nur verlieren, aber nichts zu gewinnen hat, dann wären die usa die letzten die ich dort unten mitmischen lassen würde. die haben weltweit schon genug schaden angerichtet und genug gemordet.
vor allen dingen wenn ich mir die kriegsgrundgeschichten der usa anschaue.... golf von tonkin=> vietnam, brutkastenlüge=>irak, massenvernichtungswaffen=>irak die 2..... die atomwaffen des iran sollen seid c.a. 15 jahren nur noch monate vor der fertigstellung sein... kocht auch jedes jahr aufs neue hoch....
afgahnistan hatte den usa übrigens angeboten osama bin laden auszuliefern sobald die usa beweise vorlegen das er es tatsächlich gewesen ist. anstatt die beweise vorzulegen wurde angegriffen... unabhängig davon ob obl es gewesen ist oder nicht, es zeigt das die usa keine interesse haben frieden zu wahren
und was ist mit pakistan und jemen? da werden laufend drohnenangriffe u.ä. geflogen um personen zu töten die eventuel terroristen sein könnten... oder auch nicht, interessiert wohl niemanden.
da es wohl kein krieg ist wenn die dortige regierung die eigenen bürger nicht beschützen kann sondern es geschehen lässt oder sogar unterstützt wie im jemen, braucht man auch keinen grund zu erfinden.

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