Corona

Meldung des Tages
Rati
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Re: Corona

#71

Beitrag von Rati » Di 17. Mär 2020, 12:15

Oli hat geschrieben:
Di 17. Mär 2020, 10:37
@Teetrinkerin: Ich zitiere mich mal selber aus dem Vorsorge oder nicht-Thread: :)
Oli hat geschrieben:
Fr 13. Mär 2020, 08:28
Der Notfall ist nicht plötzlich da, er kam wochenlang langsam schleichend auf uns zu.

Das eigentliche Problem sehe ich darin, dass wochenlang die irrationale Hoffnung herrschte, dass 'dieses Problem' sich irgendwie auf China oder zumindest Asien beschränken würde, dass es ein Problem der kühlen Jahreszeit wäre (Thailand WTF?), dass es irgendwie weggehen würde (Trump).
Noch bis letzte Woche wurde gebetsmühlenartig wiederholt, dass es nicht schlimmer als eine Grippe wäre, ich selber habe bis Mitte der Woche von Bekannten Videos zugeschickt bekommen, wo sich auf dämlichste Weise darüber lustig gemacht wurde - und ich habe einen sehr selektierten Bekanntenkreis. Dazu kommt, dass viele Menschen nicht multiplikatorisch denken können, beim Einschätzen exponentieller Entwicklungen steigen die aus.
3 Gründe:
- einerseits wiederholen die Menschen stoisch das, was ihnen wochenlang eingeredet wurde und lesen offenbar auch keinerlei ausländische Nachrichten
- andererseits sind sie bauartbedingt nicht in der Lage zu begreifen, selbst wenn man ihnen die exponentielle Steigerung in einer beängstigenden linearen Kurve zeigt


...
sorry oli, aber das war schon beim ersten mal schreiben nicht viel richtiger als das was die Ignoranten jetzt machen.
Wäre schön wenn dus bleiben lässt, sonst muß ich drauf antworten. :mrgreen: :pfeif:

Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]

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kraut_ruebe
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Re: Corona

#72

Beitrag von kraut_ruebe » Di 17. Mär 2020, 12:25

emil17 hat geschrieben:
Di 17. Mär 2020, 10:05
kraut_ruebe hat geschrieben:
Di 17. Mär 2020, 02:39
Ich hab nix dagegen, daß mir das Unternehmen geschlossen wurde und ich unter Verkehrsbeschränkung stehe (in A darf man nur aus vier Gründen, die man u.U. sogar nachweisen muss und die strikten Beschränkungen unterliegen, sein Haus verlassen). Ich bin Fan von #stayathome und hoffe, dies hilft Vielen.
Das würde mich jetzt interessieren, da das bei uns sehr bald auch eingeführt werden wird.
Psychologisch macht es mir manchmal Mühe, wenn man mir etwas verbietet, was ich gar nicht will ... dann fange ich an, dies als Einschränkung zu empfinden.
Wie wäre das, wenn du ein Stück Land etwas abseits vom Haus hättest? Wie habt ihr das offiziell geregelt? Ist das "Arbeit" oder "Freizeit"?
Aus Sicht der Prävention stellt es ja kein Risiko dar, solange man dort alleine ist.
Dies muss natürlich aus Sicht der behörden nachvollziehbar und kontrollierbar geregelt werden, denn es wird immer Egoisten geben, die irgend einen wichtigen Grund erfinden, um am anderen Ende des Landes Zigartten kaufen zu gehen.
Ja, es ist eine Einschränkung. Freitag kam das Arbeitsverbot für Alle, die im Job Kundenkontakt haben und dabei nicht der Grundversorgung dienen, Samstag (letzter Tag wo alle noch offen hatten) Polizeipräsenz im einzigen Einkaufszentrum der Region, Sonntag dann die Ausgangsbeschränkung.

Alles lebensnotwendige kann man tun, und auch einen Garten woanders besuchen. So ist das in A geregelt (aus der HP des Sozialministeriums):

Verkehrsbeschränkung - Verordnung nach dem COVID-19- Maßnahmengesetz
Was ist weiterhin möglich?
Berufliche Tätigkeit
Besorgungen zur Deckung der notwendigen Grundbedürfnisse des täglichen Lebens (z.B.: Lebensmitteleinkauf, Gang zur Apotheke oder zum Geldautomat, Arztbesuch, medizinische Behandlungen, Therapie, Versorgung von Tieren)
Betreuung und Hilfeleistung von unterstützungsbedürftigen Personen.
Bewegung im Freien alleine (z.B.: Laufen gehen, spazieren gehen) und mit Menschen, die im eigenen Wohnungsverband leben oder wenn ein Abstand von mindestens 1 Meter zu anderen Menschen sichergestellt.


Es hat was Unheimliches, aber es hat noch was Anderes: Ich bin grad frei von allen äußerlichen Verpflichtungen, für alle Steuern und Sozialabgaben kann ein Antrag auf Stundung gestellt werden und auch für Andere hat die Bürokratie Pause oder sogar Unterstützung, damit möglichst wenig kaputt geht in dieser Zeit.

Interessante Erfahrung. Es baucht keine Uhr, es gibt keine Termine. Kein Streß, keine Hektik, kein Verkehr, kein Lärm, auch wenn Jeder Zeit zum Holz sägen hätte tut es hier keiner. Absolute Ruhe.
wenn du denkst, abenteuer sind gefährlich, dann versuchs mal mit routine. die ist tödlich. (coelho)

DennisKa
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Re: Corona

#73

Beitrag von DennisKa » Di 17. Mär 2020, 13:09

"Leider" gehöre ich mit meiner Tätigkeit zu den systemkritischen Berufen (Sparkasse) und bin daher weiter ganz normal im Dienst. Hätte freie Tage gut gebrauchen können :lol: . Bei uns sind auch alle Geschäftsstellen noch geöffnet und es sieht nicht danach aus, dass es in Kürze geändert wird. Dafür ist die Beruhigung der Bevölkerung in Sachen Bargeldversorgung zu wichtig.

Bin sehr froh, dass wir für unseren Garten nun doch endlich ein Gewächshaus gekauft haben und dank meines Nachbarn, steht es auch bereits. Nun kann schon früher mit der Aussaat begonnen werden. Da wir auch noch einiges an Topinambur im Boden haben, sind wir nicht auf Kartoffeln aus dem Supermarkt angewiesen. Auch die leeren Nudelregale lassen uns recht entspannt dastehen, da wir noch 36kg Reis im Keller haben (Frau ist aus den Philippinen und ohne Reis geht da nichts :lol: ). Ansonsten heißt es, möglichst mit den Ressourcen haushalten, die wir haben.
Milch machen wir zum Beispiel aus Haferflocken selbst. Die normale Kuhmilch kriegt man bei uns nämlich auch nirgends mehr. Haferflocken sind aber noch gut zu bekommen. Also Milch selbst herstellen, dauert keine fünf Minuten und schmeckt gut.

Auch unsere Yacon ist noch im Kübel, unbeerntet. Da haben wir noch rund 4-5kg Ertrag dran, die noch verzehrt werden können. Davon machen wir jetzt auch deutlich mehr Ableger, da man es halt einfach und bequem im Winter gelagert und geerntet bekommt (Anbau im Kübel). Leider ist, zumindest bei uns, die Lücke zwischen Ende der Vorräte und Ernte der Neuen noch recht hoch. Werde da noch einiges optimieren müssen. Auf der anderen Seite haben wir immer noch saumäßig viele Kirschen im Gefrierschrank, die mal verarbeitet werden sollten, da der Kirschbaum massig Blüten in Vorbereitung hat. :)

Finde es gut und beruhigend, einiges im eigenen Garten zu haben. Auch wenn aktuell noch keine Früchte an den Pflanzen hängen, findet man dennoch immer noch etwas zu essen. Das ist viel wert.
Gartenimruhrpott.de - unser Blog über unseren Garten und was darin so wächst.

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Re: Corona

#74

Beitrag von elisabeth » Di 17. Mär 2020, 18:33

Apropos Sparkasse (in Österreich): meine Mutter war heute dort und noch bevor sie den Automaten berührte kam eine Angestellte und bat sie, sich Desinfektionsmittel auftragen zu lassen.

In der daneben liegenden Trafik ist die Tür durchgehend geöffnet, die Leute müssen einzeln eintreten und die Verkäuferin hat eine Maske auf.

Die Arztpraxen müssen oder sollen hier gar nicht mehr aufgesucht werden, wenn man nur Rezepte braucht. Anruf genügt, die Rezepte werden von einer Assistentin in die nächstgelegene Apotheke gebracht (teilweise funktioniert es auch schon elektronisch) und können dort abgeholt werden .. die Leute stehen auch dort brav in entsprechendem Abstand. Allerdings verfügt eine mir bekannte Apotheke über keine einzige Maske mehr, nicht einmal das Personal kann geschützt werden. In den Medien heute gelesen, dass einige Apotheken behelfsmäßig Plexiglasscheiben an den Theken anbringen.

Alle Ämter haben nunmehr geschlossen bzw. keinen Parteienverkehr mehr. Alle Anträge sollen telefonisch oder per E-Mail eingebracht werden; die Arbeitsämter sind extrem belastet … alleine am Montag haben sich in Österreich aufgrund der Geschäftsschließungen 16.000 Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Bundesbahn hat 70 % weniger Fahrgäste, die übrigen Öffis sind praktisch leer, die Präsenzdiener dürfen nicht abrüsten, die Zivildiener müssen verlängern und bereits Ausgeschiedene sollen sich freiwillig zurückmelden, die Bauern bangen um die Ernten, weil keine Erntehelfer kommen werden … auch wenn die Regierung Milliarden verspricht, wird das für viele Einzelne Existenz vernichtend und für die Länder und Gemeinden eine wirtschaftliche Katastrophe werden.

viktualia

Re: Corona

#75

Beitrag von viktualia » Di 17. Mär 2020, 19:01

, die Bauern bangen um die Ernten, weil keine Erntehelfer kommen werden …
https://www.bauerwilli.com/lebensmittel ... ne-haende/
(So ne Art SoLaWi Aktion, wer mag, kann bei einem Bauern helfen.)

Hat schon wer Lieder für Balkonkonzerte eingeübt?
Aber die Ansichten darüber, wo der Bezug zur "Selbstversorgung" ist, sind ja sehr vielfältig, vielleicht passt das ja auch nicht.....

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Re: Corona

#76

Beitrag von emil17 » Di 17. Mär 2020, 19:49

Ich musste mich beim Einkaufen eben erst an die Abstandsregeln gewöhnen ...
Man kommt sich wirklich sehr, sehr, unhöflich vor.
Ich hoffe das gibt sich.

Auch sonst geschene Zeichen und Wunder: *Alle* Parteien haben sich geschlossen hinter die Massnahmen der Regierung gestellt und weigern sich, diese öffentlich zu diskutieren: Es stehe den Politikeren jetzt nicht zu, das zu bewerten, was die Regierung in Absprache mit Experten veranlasse. :daumen:
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.

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Re: Corona

#77

Beitrag von DaKerk » Di 17. Mär 2020, 21:00

emil17 hat geschrieben:
Di 17. Mär 2020, 19:49
Auch sonst geschene Zeichen und Wunder: *Alle* Parteien haben sich geschlossen hinter die Massnahmen der Regierung gestellt und weigern sich, diese öffentlich zu diskutieren: Es stehe den Politikeren jetzt nicht zu, das zu bewerten, was die Regierung in Absprache mit Experten veranlasse. :daumen:
Hach, wäre das schön wenn es das auch in D gäbe. Hier melden sich die Üblichen zum Thema Wirtschaftsrettung. Bin gespannt wann der erste die Maßnahmen an sich kritisiert.
Ich muss zugeben, ich war einer derjenigen die gesagt habe, es sei ja nur eine etwas schlimmere Grippe. Aber der denkende Mensch ändert seine Meinung. Spätestens als es in Italien schlimmer wurde habe ich schon die Eltern meiner Kita (Ich leite den Laden) vorgewarnt, es können Schließungen kommen. Zum Glück (zumindest in diesem Fall) sind die Familien hier noch recht konservativ aufgestellt. Die Mütter sind entweder zu Hause oder haben nur Halbtagsjobs.

Um aber zum Thema SV zurück zu kommen. Für mich ist es echt ein gutes Gefühl was im Garten zu haben, auch wenn ich weiß, ohne Strom und Wasser wären wir aufgeschmissen. Ich bin zwar immer mehr versucht noch exzessiver und radikaler auf SV zu setzen, aber zum Glück hab ich nicht genug Geld für den Hof in Schweden. :)

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Re: Corona

#78

Beitrag von Zottelgeiss » Mi 18. Mär 2020, 02:50

Meine Tochter hab ich schon 10 Tage vor Schulschließung zu Hause behalten. Die Gefriertruhe ist immer so voll, das mein Sohn Witze darüber macht. Beide müssen jeden Tag mit mir in den Garten...heute haben wir Frühkartoffeln gelegt. Morgen setzen wir Kohlrabi unter Vlies ins Hochbeet. Und holen alles, was wir am Haus an Gartengerät etc. brauchen nach Hause, genauso wie meine Hühner. Das finden die Teenager zwar erstmal nicht so toll, weil sie ernsthaft arbeiten müssen, aber ich finde, es ist eine hervorragende Gelegenheit, ihnen den Sinn von Selbstversorgung nahezubringen. Vor allem meinem Sohn :roll: Wenn die Ausgangssperre kommt (und sie wird kommen, denk ich), werden wir hier den Hausgarten hübsch machen. Wegen Bodenbelastung können wir kein Gemüse ebenerdig machen, aber ich hab dann hier ein Hochbeet, die Hühner und den Walnussbaum. Evtl. basten wir noch was mit Erde aus einem alten Kompost, der muss eh weg und Holz für ein, zwei Beete mit 30-40 cm Höhe liegt hier auch noch. Könnte auch das Hochbeet auflösen und zwei oder drei niedrigere daraus machen. Je nachdem, wie die Ausgangsbeschränkungen geregelt sind, ist dann weiterhin Gartenarbeit angesagt, Frühjahrsaussaat beenden, Gemüse vorziehen soweit platztechnisch machbar, im Gartenhaus die Decke rausnehmen (da hab ich Wasserschäden) und das Dach reparieren. Hecken schneiden. Neue Hecke im Hühnerauslauf anlegen. Den Hahn schlachten.
Geflügelfutter und Einstreu muss ich jetzt doch aus der Mühle holen, weil ich meine Palettenware vielleicht nicht geliefert bekomme, wenn Ausgangssperre ist.
Meine Tochter bringt sich gerade das Kochen bei, Backen kann sie eh gut...die ist ein Naturtalent.
Das Beste an der ganzen Sache ist, das die Kinder nicht ausreißen können. Ansonsten ändert sich für mich gar nicht so viel.
Die eigenen Grenzen sind immer die Grenzen des anderen.

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Re: Corona

#79

Beitrag von Rati » Mi 18. Mär 2020, 06:32

bei uns auf Arbeit sind jetzt getrennte Teams eingeführt. Wir dürfen immer nur wechselseitig in der Anlage sein (der Rest muss Home Office machen) und sollen uns auch da möglichst isoliert bewegen.
Da immer nur die Hälfte Leute da ist, soll auch jeder ein Einzelbüro nutzen.
Gestern ist die Polizei durchs Dorf gefahren und hat Kindergruppen die draußen gespielt haben gebeten nach Hause zu gehen.
Ich wüste auch ne Menge Arbeit zu Hause zu tuen, aber solange die Firma noch Arbeit hat ist es auch ganz gut hinzugehen.

Grüße Rati
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Re: Corona

#80

Beitrag von si001 » Mi 18. Mär 2020, 09:08

Wer nicht gerade beim Discounter Hamster kauft, sondern den normalen Einkauf macht, hat Augen dafür, was zur Zeit nicht gekauft wird. Bei L..dl verschenken sie Blumen, d.h. Frühblüher wie Osterglocken, Hyazinthen, Gänseblümchen, Stiefmütterchen, Primeln. Alles im Topf. Die hängen ein wenig schlapp, aber mit einem Schluck Wasser sind sie wieder fit und geben schöne Farbtupfer im Garten - auch noch in den nächsten Jahren.
Liebe Grüße, si001!
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