open petition: nein zur allgem. Maulkorbpflicht

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Adjua
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Re: open petition: nein zur allgem. Maulkorbpflicht

#11

Beitrag von Adjua » Mi 24. Okt 2018, 16:05

Rati, ich sage nicht "alles scheiße", nur weil ich deine sozialpädagogische Einstellung zu allem und jedem Thema nicht teile. Das Risiko für deine Einstellungen müssen wieder mal andere tragen, beispielsweise die Mutter, die gerade ihr kleines Kind verloren hat - das ist dasselbe Spiel wie bei den Wölfen.

Du propagierst hier deine lala Welt, in der alles mit Informationen, Prüfung und soften Methoden gehen soll, übernimmst du auch die Verantwortung für das nächste totgebissene Kind?

Ein Hund ist ein Raubtier, und egal wie gut erzogen ist, man kann niemals für ihn garantieren. Besonders dann nicht, wenn der Besitzer schlecht drauf ist, psychische Probleme hat, Alkoholprobleme hat und so weiter. Das kann man meiner Meinung nach nicht durch Eignungsprüfungen in den Griff bekommen, und der Meinung kann man sein, ohne gleich "alles scheiße" zu finden.

Ich sehe jeden Tag Leute mit ein zwei drei oder sogar vier Hunden an meinem Haus vorbei gehen. Meiner Ansicht nach dürften die meisten ihre Hunde nicht halten, weil ihr Umgang mit den Hunden nicht verantwortungsbewusst ist.

Diese Hunde laufen auf mein Grundstück (das ich nicht einzäunen kann), greifen meine Katzen an, greifen meine Enten an. Einen Zucht Erpel habe ich schon verloren. Auf dem Spazierweg ist Leinenpflicht.

Befreundete Bauern mit Spazierweg vor dem Haus geht es ähnlich, sie können ihre Hühner auch nicht mehr frei laufen lassen und müssen auf ihrem eigenen Hof, dessen Einfahrt nicht jedesmal verschlossen ist, um ihre eigenen Kinder bangen.

Als ich noch in der Stadt lebte, war es jedesmal ein Spießrutenlaufen im Park, weil die "tut nichts"- Hunde meine kleinen Kinder angefallen haben. Die wollten nur spielen, und haben die Kinder umgeworfen bzw. abgeleckt.

Mein 15 jähriger Sohn wurde in der U-Bahn von einem Hund, dessen Besitzer ein Drogensüchtiger war, schwer zerbissen, musste ins Krankenhaus.

Es mag ja sein, dass man mit Eignungsprüfung und Bewusstseinsbildung und so weiter und so fort die Unfallrate reduzieren kann. Aber bis dass wir sicher wissen, dass es funktioniert, bin ich nicht für den sozialpädagogischen Weg, sondern einfach für Beißkorb, weil dieser ganz sicher die Unfallrate sofort reduziert.

Der Hund muss in dem Fall hinter dem Menschen zurückstehen, und wer seinen Hund nur deswegen kein artgerechtes Leben bieten kann weil er in der Öffentlichkeit einen Maulkorb tragen muss der sollte keinen halten.

Fred
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Re: open petition: nein zur allgem. Maulkorbpflicht

#12

Beitrag von Fred » Mi 24. Okt 2018, 17:04

Adjua hat geschrieben:
Es handelte sich um einen Rottweiler, dessen Besitzerin alkoholisiert war. Der Hund fühlte sich von einem Kleinkind, das zwischen den Armen seiner Großeltern geschaukelt wurde, provoziert. Der Hund riss sich los und biß das Kind in den Kopf - das Kind verstarb.
Ein führerloser Hund, der meint er müsste jetzt das Komando übernehmen, ist immer ein Problem.
Ich finde das große Gejammer um den Verlust des angeblich so hundegerechten Lebens durch den Maulkorb äußerst scheinheilig - in einer Stadt gibt es für einen großen Hund, der nichts zu tun hat, im Normalfall kein artgerechtes Leben. I
Dehalb halte ich Hunde in der Stadt generell für verkehrt, und habe auch keinen, obwohl noch Stadtrandgebiet. Wobei das Leben in der Stadt auch für Menschen nicht Artgerecht ist. Deshalb halten sie es ohne Drogen ja auch nicht aus.

Adjua
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Re: open petition: nein zur allgem. Maulkorbpflicht

#13

Beitrag von Adjua » Mi 24. Okt 2018, 18:08

Fred hat geschrieben:
Adjua hat geschrieben:
Es handelte sich um einen Rottweiler, dessen Besitzerin alkoholisiert war. Der Hund fühlte sich von einem Kleinkind, das zwischen den Armen seiner Großeltern geschaukelt wurde, provoziert. Der Hund riss sich los und biß das Kind in den Kopf - das Kind verstarb.
Ein führerloser Hund, der meint er müsste jetzt das Komando übernehmen, ist immer ein Problem.
Ich finde das große Gejammer um den Verlust des angeblich so hundegerechten Lebens durch den Maulkorb äußerst scheinheilig - in einer Stadt gibt es für einen großen Hund, der nichts zu tun hat, im Normalfall kein artgerechtes Leben. I
Dehalb halte ich Hunde in der Stadt generell für verkehrt, und habe auch keinen, obwohl noch Stadtrandgebiet. Wobei das Leben in der Stadt auch für Menschen nicht Artgerecht ist. Deshalb halten sie es ohne Drogen ja auch nicht aus.
Es gibt Menschen, die es ohne Drogen am Land nicht aushalten, und Menschen, die es ohne Drogen in der Stadt nicht aushalten. Es gibt Menschen, die ihr Leben generell nicht aushalten. Sehr viele solche Leute haben Hunde, vorzugsweise gerettete Hunde aus irgendeinem Tierheim "gerettet", teilweise noch gefährliche Rassenmischungen. Das ist mittlerweile eine solche Mode, wie will man das gesetzlich unterbinden?

Das Problem ist, sehr viele Menschen, Hundeführerschein hin oder her, können in manchen Phasen oder Situationen ihres Lebens keine Führung übernehmen. Alkohol, psychische Probleme, Stress .... Wenn man sich nicht sicher ist, dass man den Hund halten kann - der Rottweiler, der das Kind getötet hat, war angeleint - dann sollte man nicht mit dem Hund auf die Straße gehen. Welcher Mensch mit psychischen Problemen, Stress oder Alkoholproblemen hat diese Selbsteinsicht? Welche alte Mensch, der seines Hundes nicht mehr in jeder Situation Herr wird, hat diese Selbsteinsicht?

Der wirklich super liebe Chessie meine Schwester hat und längst meinen Vater umgerissen, weil sie große schwarze Hunde nicht mag. Sie folgt meinem Vater normalerweise gut und er geht seit Jahren mit ihr spazieren. Er hat den schwarzen Hund einfach zu spät gesehen, und wurde von ihrer Reaktion überrascht. Mit seinen 80 Jahren hatte für einen 40 kg Hund ganz einfach nicht mehr die Kraft.

Es reicht im Prinzip eine einmalige Alkoholisierung, und schon passiert ein solch schreckliches Unglück wie der Tod eines Kindes. Was sollen an solchen Situationen Eignungstests ändern?

Einen Maulkorb ab einer bestimmten Gewichtsklasse und /oder Beisskraft von Hund - nicht bloß für Listenhunde - würde so manchen tödlichen Unfall verhindern, diesen jedenfalls hätte es verhindert. Wenn ein solches Maulkorbgebot ein schwer verletztes oder totes Kind im Jahr verhindert, wer kann dann dagegen sein?

Ich würde mich jedenfalls daran halten. Wenn ich meinem Hund keinen Auslauf bieten kann, wo ich auch nach dem neuen Gesetz keinen Beißkorb brauche, dann sollte ich einen solch großen Hund nicht halten.

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Re: open petition: nein zur allgem. Maulkorbpflicht

#14

Beitrag von Wildmohn » Mi 24. Okt 2018, 20:08

Meine Meinung dazu:
Mir gehen vor allem diese komischen Gestalten auf den Keks, die Listenhunde zur Ehrhebung des eigenen Ego ihr eigen nennen und damit bewußt die eigene Aggressivität untermalen. Aber Halter dieser Art sind , in Berlin zumindest, deutlich zurückgegangen.
Jeder Hund kann zu jeder Zeit unkontrollierbar werden, deshalb bin ich der Meinung, dass in der Stadt Leinenzwang und Maulkorbpflicht ersteinmal grundsätzlich eingeführt werden sollte-ohne wenn und aber.
Habe aus eigener Erfahrung erleben müssen, wie aus einem "Knuddelbär" plötzlich ein reißender Wolf (das Opfer war war ein Reh) wurde. Wenn die Instinkte bei einem Hund durchgehen ist es meist zu spät...
Hundehalter haben die Fürsorgepflicht für das Tier und somit stehen sie in der Verantwortung, Schaden auf Leib und Leben anderer abzuwenden. Da dies offensichtlich in vielen Fällen nicht funktioniert, muss auch hier -leider- wieder einmal der Gesetzgeber dafür sorgen, dass solch oftmals schrecklich endende Übergriffe von Hunden konsequent durch Vorschriften eigedämmt werden.
Neues Schaffen heisst Widerstand leisten. Widerstand leisten heisst Neues schaffen. (Stéphane Hessel)

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Re: open petition: nein zur allgem. Maulkorbpflicht

#15

Beitrag von Adjua » Mi 24. Okt 2018, 21:34

Meine Rede, Wildmohn.

Zumal die meisten Hundehalter nicht einmal wissen, für welche Aufgabe ihre Hunde gezüchtet sind und welche Eigenschaften zu erwarten sind. Was bei dem Tierschutzhunden, besonders bei den importierten Strassenhunden aus irgendwo, die gerade so modern sind, auch nicht feststellbar ist.

Egal, man sucht sich den Hund nach Farbe oder Rettungsgeschichte aus und gut. Mir wurden auch von der obersten Tierschützerin des Bezirks süüsse Kangal Mischlinge angeboten.

Solange sich die Einstellung zur Hundehaltung nicht wesentlich ändert - man hält einen Hund, wenn man ihm ein artgerechtes Leben bieten kann, vorzugsweise, wenn man ihn braucht - solange sind Hunde aller Größen im Prinzip Spielzeuge der Halter. Leider gefährlich für andere, was unterbunden gehört, wenn einem schon das Schicksal der Hunde egal ist.

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Re: open petition: nein zur allgem. Maulkorbpflicht

#16

Beitrag von ina maka » Do 25. Okt 2018, 08:29

Das Leben ist lebensgefährlich.

Wir wohnen in Wien, ich habe drei Kinder (eine ist schon groß und hat sich jetzt selber einen Hund geholt).
In der Siedlung gibt es auch ein paar gerettete Kampfhunde. Es gab noch nie einen Vorfall (ja, ja - ich weiß schon, einmal ist immer das erste Mal....)

Für die Stadtkinder ist "der Hund" ein sehr wichtiger Spielkamerad.
holt sie weg vom PC oder Eifon oder wie auch immer das heißt und bringt sie dazu zu lachen, sich zu bewegen...
auch unser Hund für die Kinder der Nachbarn.
das ist auch ein legitimer Grund, sich so ein Tier anzuschaffen, finde ich halt. :aeh:

Wir haben in der Siedlung einen Jungen, einen "Halbwüchsigen", der den Eltern so ziemlich entglitten ist und immer wieder den spielenden Kindern Angst macht, da gab es auch schon Sachbeschädigungen und leichte Verletzungen.
nicht bei uns aber in der Ubahn kann man "halbtoten" Menschen beim Drogenkonsumieren zusehen.
Woanders lungern Betrunkene herum und wehe man schaut einen schief an!
Einer Verwandten wurde in der Volksschule von Mitschülern die Nase gebrochen.

So.
Jetzt machen wir den Maulkorbzwang und alles ist gut.

Kann man nicht das ganze sehen? Die Relationen? :flag: :ohm:
Wildmohn hat geschrieben:Aber Halter dieser Art sind , in Berlin zumindest, deutlich zurückgegangen.
in Wien auch.

So tragisch das auch ist, was passiert ist - man darf nicht vergessen, dass es ein Einzelfall war.
Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest – steige ab!

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Re: open petition: nein zur allgem. Maulkorbpflicht

#17

Beitrag von Rohana » Do 25. Okt 2018, 08:59

ina maka hat geschrieben:Das Leben ist lebensgefährlich.
Wärst du so entspannt wenn es dein eigenes Kind gewesen wär? Also manchmal... :dreh:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)

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Re: open petition: nein zur allgem. Maulkorbpflicht

#18

Beitrag von viktualia » Do 25. Okt 2018, 09:14

Jetzt lasst doch mal die Kirche im Dorf.
Ina, ich danke dir.
Als ob irgendeiner von uns hier lebend raus käme, so´n Quatsch. Wir alle sind sterblich und Punkt.
Und die "du bist eine schlechte Mutter"- Karte ziehen ist ja wohl Augenwischerei.
So.
Jetzt machen wir den Maulkorbzwang und alles ist gut.
Ina, you made my day.

Hab gestern Abend, so Feierabendquatschmässig, auch kurz gedacht: nur noch klitzekleine Hunde in der Stadt, das wär doch ne "Lösung".
Und alle Großen zum Aussterben verurteilen, jawoll.
Ist natürlich Unsinn - aber bei so nem Unsinn sieht man wenigstens, dass es solcher ist....
Mehr Zwang und ein Zombie-Leben für alle, dann merkt man wenigstens nicht mehr, was alles schief läuft, jaja.

Artgerechte Haltung für uns Menschen, Eigenverantworung für alle und
Maulkorbpflicht für die, die Angst vor dem Tod über die Tatsachen des Lebens stellen wollen.
Da steh ich jetzt mal zu.

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Re: open petition: nein zur allgem. Maulkorbpflicht

#19

Beitrag von ina maka » Do 25. Okt 2018, 09:16

Rohana hat geschrieben:
ina maka hat geschrieben:Das Leben ist lebensgefährlich.
Wärst du so entspannt wenn es dein eigenes Kind gewesen wär?
Ja, im Prinzip schon - ich hab auch auf meine eigene Sicherheit nie besonders geachtet.
Natürlich beschütze ich meine Kinder, wo immer ich es kann und so gut ich es kann.
Aber ich erwarte nicht, dass sich alle an der Sicherheit meiner Kinder orientieren, weil ich weiß wie das in den sogenannten Entwicklungsländern aussschaut - in México, in Perú und sicher auch in Indien.

Falls du es genau wissen willst: ich kann mir kaum einen schlimmeren Schmerz vorstellen als den einer Mutter, die ihr Kind verliert.

Eine Freundin hat ihren einzigen Sohn verloren, weil er (gab es selber zu) Extrembergsteiger war, eine andere an der Chemotherapie - eine andere an einem Autounfall in Afrika irgendwo in der Savanne...

Was soll ich denn tun?

Das Leben ist lebensgefährlich - außer man lebet es nicht :lala:

edit: hätte nicht mehr antworten sollen
viktualia: :daumen: auf den Punkt getroffen!

nur hab ich Rohana anders verstanden - nämlich so, dass ich eine so "gute" Mutter bin (a la Helikopter), dass ich hysterisch geworden wäre, wenn es um meine eigene - sorry! - Brut gegangen wäre.

hm.... wie war es denn jetzt gemeint gewesen?? :hmm: :aeh:
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Re: open petition: nein zur allgem. Maulkorbpflicht

#20

Beitrag von Rohana » Do 25. Okt 2018, 09:32

Das hat nix mit hysterische oder anderweitige Mutter zu tun, ich finds nur extrem merkwürdig diesen und andere Fälle von "Hund hat Kind totgebissen" so lapidar abzutun. Passiert halt. Ist normal. Muss man sich dran gewöhnen. Könnte mehr werden, macht ja nix, gibt genug Kinder. ... :hmm:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)

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