Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Beitragvon misfits am Mo 11. Jan 2016, 23:09

hallo Stadtgärtner,

hab den Anfang des NABU Artikels gelesen und finds ein bisschen "praxisfern" was
die Dame da schreibt.
Soll ich einer Meise im Winter bei -10 Grad erklären, ich fütter sie nicht, weil
dann wird man faul und ausserdem hätte ich da eine "Vogelfutterwinterhecke" beim
NABU gekauft. So in 2-3 Jahren gibts da Futter, so lange "BITTE WARTEN".
Wenn eine Meise im Winter morgens innerhalb einer H A L B E N Stunde
nix zu fressen findet ist ENDE.

Ich füttere ab den ersten Nachtfrüsten, die Tiere müssen VOR dem Frost schon wissen,
wo sie was zu fressen finden können. Ich füttere konsequent durch, ca 10 kg. die Woche.
Ich habe ca. 15 Nistkästen hängen und 2 Tümpel für die Wasserversorgung gebaut.

Über's Jahr sind bei mir ca. 40 Vogelarten unterwegs.

Natürlich habe ich auch ca. 600 Meter Hecken, davon 300 Meter neu angelegt, und
verwilderte Hänge, und viele Bäume.
Am Ende wird alles gut, und wenn noch nicht alles gut ist, ist es noch nicht zu Ende.
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Beitragvon Manfred am Mo 11. Jan 2016, 23:11

Du bist halt kein echter Vogelschützer, Misfits. ;)
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Beitragvon Lehrling am Di 12. Jan 2016, 00:09

wetten, daß das den Vögeln egal ist? :pfeif:

liebe Grüße
Lehrling
Ist die Heilung von PatientInnen ein nachhaltiges Geschäftsmodell?
...Frage über erfolgreiche Medikamente und daß dadurch weniger PatientInnen zu behandeln sind...
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Beitragvon Lometas am Di 12. Jan 2016, 03:30

Wir füttern die Vögel kaum mit extra Futter, haben freilaufende Hühner, die bekommen draußen ihr Getreideschrot, die Spatzen warten auch drauf.
Der Garten wird im Herbst nicht ausgeräumt, rundum auf dem 10 Morgen Grundstück gibt es zahlreiche Wildstauden und heimische Sträucher, mehrere Laubhaufen/Reisighaufen und Totholz,viele Rankgewächse an Haus und Scheune, rauhe Bretter am Stall, ein paar alte Bäume, Brennholzstapel. Die Vögel werden schon was finden. Wir verwenden keine Gifte am Haus, im Stall, Garten, Weide.

Auf naturnahen Grundstücken benötigen die heimischen Standvögel wirklich kaum eine extra Beifütterung.
Es ist aber sicher sehr schön die Piepmätze nahe am Wohnhaus beobachten und ablichten zu können, deswegen sollte man sie auch anfüttern.
Wenn Naturliebhaber die Möglichkeit haben, sollten sie einen extra Blühstreifen irgendwo auf dem Grundstück oder am Wegrand anlegen: Disteln, Sonnenblumen, Malven, Doldenblütler, Hafer, Mohn, Odermennig, Flockenblumen, Königskerze usw.
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Beitragvon ina maka am Di 12. Jan 2016, 09:40

Was mir zu denken gibt, in Wien bleiben die meisten Früchte, die Vögel angeblich so sehr lieben, bis zum Frühling an den Sträuchern - auch die Eiben (welche Vögel fressen Eiben?), die dann alle abfallen und an den Schuhsohlen kleben :grr:

Aber auch die anderen Beeren und Samen...
Kiefernzapfen werden nur von Eichhörnchen leergefressen.

Ob das was mit den vielen Futterhäuschen zu tun hat?

Und was machen die Vögel dann, wenn "die Krise" kommt, und die Menschen vor lauter Hunger das Vogelfutter selber essen, statt es für die Wildvögel anzubauen??

Lernen die das dann schnell wieder, ich meine: sich selber zu ernähren??
Wir leben in einem Gefängnis mit offenen Türen und Fenstern und die Frage ist, wer sind die ersten, die sich raustrauen? Wagenhofer www.youtube.com/watch?v=q2WEVdNQAxE
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Beitragvon Rati am Di 12. Jan 2016, 11:38

Also, ich füttere erst bei längerem Frost oder Schnee und wenn das Wetter nicht entsprechend ist (wie heute grad) und noch Futter im Haus liegt, kommt so wieso kaum eine vorbei - bei uns jedenfalls.
Ganzjahresfütterung find ich auch nicht gut, So ein Futterhaus ist wie Fastfood für Vögel. Aufwandsfreie Hochenergienahrung, in Notzeiten i.O. im Sommer unnötig bis schadhaft.
Und:
...Die wissen alleine, wann sie einen Wurm aus der Erde ziehen, ein Insekt verspeisen oder eben meine bescheidenen Gaben in Anspruch nehmen.
Vögel wissen genau so gut(schlecht) wie alle Tiere was das richtige für sie ist (siehe Homo sapiens sapiens).
cfun hat geschrieben:Am kritischsten sehe ich, dass man die Vögel durch das Füttern praktisch züchtet und damit langfristig abhängig von sich macht....
ja nee, abhängig würd ich nicht sagen, eher "bestechen" ;). Die Meisen denen ich im Winter das Futter biete, füllen im Frühjahr unsere Nistkästen und befreien unsere Pflanzen von Tierchen die wie nich wollen. :aeh:

Den NABU Vorschlag selber Futter zu sammeln finde ich absolut unlogisch.
Da gibt es schon viel zu wenig Futterpflanzen und dann sollen die auch noch abgeerntet werden um sie den Vögeln(und anderen Tieren) die nicht so auf Menschennähe stehen auch noch weg zu nehmen. :dreh:

Der Stieglitz (Diestelfink) wurde als Vogel des Jahres gewählt um auf das Problem der fehlenden Futterpflanzen hin zu weisen.
Es ist wichtig darauf hin zu weisen das dringend mehr für Vögel geeignete Samen und Früchte tragende Pflanzen her müssen, aber deshalb den Vögeln die genau unter diesem menschgemachtem Mange an Pflanzen leiden auch noch die Unterstützung zu entziehen find ich undurchdacht.

Grüße Rati
Nachtrag:
ina maka hat geschrieben:Was mir zu denken gibt, in Wien bleiben die meisten Früchte, die Vögel angeblich so sehr lieben, bis zum Frühling an den Sträuchern
Ob das was mit den vielen Futterhäuschen zu tun hat???
ich denke es hat eher damit zu tun das die Vögel welche da drauf angewiesen sind nicht in den Städten leben und die Kulturfolger (Stadtvögel - nicht Standvögel) andere Futterquellen erschlossen haben.
Aber:
ina maka hat geschrieben:...Lernen die das dann schnell wieder, ich meine: sich selber zu ernähren??...
sie verlernen deshalb nicht sich auch aus urtümlichen Futterquellen zu ernähren. :)
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Beitragvon Stadtgärtner am Di 12. Jan 2016, 11:43

Und hier meine absolute Lieblings-Vogelschützer-Hymne:
https://www.youtube.com/watch?v=s56siBs22HU
:mrgreen: :flamingo:
Wer keinen Garten hat, sollte sich einen nehmen.
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Beitragvon Rati am Di 12. Jan 2016, 12:04

jo, kann ich verstehen. Stadttauben müssen in ihrer Population ja auch kontinuierlich eingedämmt werden um Schädigungen des Ökosystems zu vermeiden. :aeh:

Grüße Rati
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Beitragvon fuxi am Di 12. Jan 2016, 14:36

Das Thema hatten wir schonmal >>hier<<, wo auch auf die Hintergründe und Methoden der Ganzjahresfütterung eingegangen wird (die ich z.B. praktiziere). Empfehlenswert finde ich dazu das Buch "Vögel füttern aber richtig" von Peter Berthold.

Die Argumentation "Füttern ist kein Ausgleich für zerstörte Vogellebensräume, also sollte man lieber nicht füttern" ist eine klassische Nirvana-Fallacy ("Wir können es nicht perfekt machen, also machen wir lieber gar nichts"). Falls der Zwck des Artikels sein sollte, zu gartenbaulichen Vogelschutzmaßnahmen zu animieren (was ich für absolut sinnvoll halte), hätte man das durchaus besser formulieren können.

Edit: Ich hab die Themen mal zusammengeführt. Deswegen befindet sich das Thema jetzt nicht mehr im "Dorfschreier" sondern unter "Wildtiere, Fischerei, Jagd"
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Re: Vögel füttern im Winter versus Vogelschutz

Beitragvon July am Di 12. Jan 2016, 16:04

Ich füttere seit fast 20 Jahren keinen Vogel mehr . Immer wenn ich im Winter Vogelfutter draußen hatte waren sofort die Wanderratten angekommen und haben sich satt gefressen:(
Die saßen dann teilweise zu Dritt im Vogelhaus am hellichten Tag.

Bei uns finden die Vögel auch so genug. Es hängen immer noch sehr viele Hagebutten an den Wildrosensträuchern und auf meinem Acker bleibt alles bis zum Frühling stehen, auch dort finden die genug
Und trotz Nichtfütterung gibt es hier bei uns eine gute Viefalt an Vögeln.
LG von July
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