Suche SERIÖSES Buch über Bauen&Gesundheit

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Re: Suche SERIÖSES Buch über Bauen&Gesundheit

Beitragvon viktualia am Di 18. Apr 2017, 09:07

Minze, es war ein Joke.
Wenn ich lese:
würde ich mich mit dem Bau eines Lehmhauses beschäftigen.

dann heist das für mich: selber bauen; beschäftigen = machen. (Liegt an meinem Job)
Und das wär kontraindiziert. Und wurde überlesen (Holzmassivbauweise)

Und ich möchte sie von der Idee "Buch über alles" runterholen, weil der Rohbau klar ist
und vor der Inneneinrichtung die Oberflächen der Innenwände dran sind,
die die Raumluftgüte "bestimmen", da es halt große Flächen sind.
Das ist dann der Teil, wo der Lehm super wär.
Holzmassivbau ermöglicht aber andere/mehr Konstruktionsformen bezüglich Heizung/Lüftung/Anordnung der Räume, weil man mit Holz statisch andere Möglichkeiten hat.

Nix für ungut.
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Re: Suche SERIÖSES Buch über Bauen&Gesundheit

Beitragvon Minze am Di 18. Apr 2017, 13:50

viktualia hat geschrieben:Nix für ungut.


Alles easy, alles gut :)
Liebe Grüße

Minze

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Re: Suche SERIÖSES Buch über Bauen&Gesundheit

Beitragvon horsche am Mo 1. Mai 2017, 08:51

Würde die (Lebens)energie eher in das Leiden stecken und versuchen mich darüber schlau zu machen. 400T€ sind 'ne Hausnummer, die Dich zum Leiden auch noch ein ganzes Leben begleiten, es sei denn Du hast's, aber dann tu DIR damit was Gutes und nicht den Unternehmern. Ohne weitreichende Konsequenzen für die/den Betroffenen wird's aber nicht abgehen, damit ist abernicht das Geld gemeint.
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Re: Suche SERIÖSES Buch über Bauen&Gesundheit

Beitragvon Peterle am Mo 1. Mai 2017, 09:59

Hallo Nightshade,

zu Literatur kann ich nicht wirklich etwas sagen. Aber aus meiner Erfahrung aus dem Holzhausvertrieb:
Holz ist oftmals tot getrocknet und baubiologisch kaum noch relevant. Minzes Tip mit Lehm halte ich für völlig korrekt, ebenso Viktualias Einwurf mit den vergrößerten Oberflächen.
Holz und Lehm ist eine hervorragende Kombination, da beide mit Feuchtigkeit in der Luft reagieren. Lehm mit Kontakt zum Holz (und der Umgebungsluft) wird die Feuchtigkeit vom Holz abhalten und diese wieder an die Luft abgeben bzw. wieder aufnehmen.
Für Allergiker/Asthmatiker sind Schwebstoffe das Übel aller Dinge. Daher ist kontrollierte Feuchtigkeit in der Luft ein guter Weg, diese zu reduzieren. Dämmstoffe in Wand, Boden und Decke sind ebenfalls sehr wichtig. Diese sollten möglichst wenig Schwebstoffe absondern und diese sollten für den Allergiker neutral sein. Leider trifft das nicht immer auf biologische Dämmstoffe zu. In deinem Fall solltest du dich daher auf diese Stoffe testen lassen. Dummerweise reagieren zwei Allergiker selten komplett auf die gleichen Stoffe. Auch wenn es sich nicht gut liest, mineralische Dämmstoffe können durchaus eine Alternative sein.

Bei Heizung und Lüftung ist darauf zu achten, dass diese erstens, zweitens und drittens pflegeleicht sind (sonst wird Filterwechsel und Reinigung zur lästigen Sache und unterbleibt) und dann noch Schwebstoffe aus der Luft filtern können. Ich persönlich halte von elektronischen Zwangsbelüftungen und Klimatisierungen .. nichts.
Im täglichen Leben ist es leider so, dass die Quelle der meisten Schadstoffe/Schwebstoffe der Mensch selbst ist und die damit einhergehenden Kleinstlebewesen wie Milben. Das kann man kaum verhindern, nur reduzieren. Ist es wirklich schlimm, dann hilft eine Wasserwand mit Moosen/Flechten ungemein viel weiter. Aber das ist glaub ich etwas übers Ziel hinaus geschossen.
Auch eine tolle Sache ist der Luft/Sonnenfänger vom Käptn.

Viel Erfolg

Peter
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Re: Suche SERIÖSES Buch über Bauen&Gesundheit

Beitragvon viktualia am Mo 1. Mai 2017, 10:19

A propos Dämmstoffe, in meiner wilden Jugend hatte ich mal nen interessanten Job auf einer Bio-Baustelle: wir haben Kokoswolle mit Kalkmilch getränkt um sie so als Dachdämmung nehmen zu können. Die Dämmeigenschaft von Kokos ist gut und mit der Kalkmilch brennt es nicht mehr.
(Kalk und Wasser gibt Kalkmilch; mit ner Weinbergspritze satt aufgetragen)
Keine Ahnung, ob so was heutzutage noch legal ist. (Und staubfrei auch nicht so ganz...)
Ist es wirklich schlimm, dann hilft eine Wasserwand mit Moosen/Flechten ungemein viel weiter.

Peter, ist das ein Joke, den ich nicht verstehe, oder versteckt sich da eine Info hinter?
Du meinst das, glaub ich, wörtlich...interessanter Gedanke. Inspirierend.
Ich träum ja immer schon von einem Bad aus Naturstein, da kommt heute ein Wasserfall dazu, schick.
Fressen Moose Milben?
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Re: Suche SERIÖSES Buch über Bauen&Gesundheit

Beitragvon Peterle am Mo 1. Mai 2017, 13:42

Hallo Viktualia,

es gibt, meistens für den Wohnbereich oder in Unternehmen, begrünte Wände, auf denen auch Wasser verrieselt werden kann. Moose kann man ganz einfach selbst züchten, Quark und zerriebenes Moos mischen und aufstreichen, feucht halten. Schon wird alles grün. Wasserfall zu integrieren ginge auch, ist etwas aufwändiger, da eine Vorbauwand benötigt wird um die Installation unterzubringen.
Die Wasserwand mit der Begrünung sorgt für eine sehr gute Luft und nimmt Schwebstoffe auf. Das reduziert auf Umwegen Hausmilben.

Gruß

Peter
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Re: Suche SERIÖSES Buch über Bauen&Gesundheit

Beitragvon Pastinake am So 7. Mai 2017, 22:12

Hallo Nightshade, ich kenne nur ältere Bücher zu dem Thema gut.
Die Bücher von Wulf-Dietrich Rose kann ich Dir empfehlen. Der ist Baubiologe und hat damals das Institut für Baubiologie in Rosenheim mit begründet. Allerdings sind die Bücher schon etwas älter. "Wohngifte" z.B. Ich habe da mit meiner Hausrenovierung auch nachgelesen. Vielleicht versuchst Du es mal in einer Bibliothek? Oder kaufst Dir die Bücher antiquarisch?
Ich hab den Autor vor Jahren mal persönlich kennengelernt und mein Ex, Malermeister, hat in Rosenheim auch seinen Baubiologen gemacht.

Aber worauf Jemand allergisch reagiert ist sicherlich verschieden. Ich habe auch einige Allergien und mir brennen oft bei frischem Holz fürchterlich die Augen von den Harzausdünstungen. Außerdem vertrage ich überhaupt keine ökologischen Holzfarben auf Orangenöl-Basis, da wird mir speiübelschlecht.
Meine Wahl -was wenig Allergene angeht- wäre in jedem Fall ein massiv gemauertes Haus mit Kalkputz und Kalkfarbe und überall wischbare Böden wie Kieselstein-Mosaik und Fliesen. Lehm kann meiner Meinung nach zu leicht schimmeln. Mit Kalk schimmelt gar nix mehr, da zu alkalisch. (Abgesehen davon liebe ich den Geruch von frischem Kalkanstrich, der riecht total süßlich... :) )
Und wie würdest Du das Holzhaus streichen/behandeln?
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Re: Suche SERIÖSES Buch über Bauen&Gesundheit

Beitragvon Peterle am Mo 8. Mai 2017, 08:10

Hallo Pastinake,

auf Lehmputz kann man natürlich Kalkfarben aufbringen. Nackt lässt man die Wände nicht.
Holz kann man zum Beispiel wachsen, wird öfter bei massiven offenen Wänden gemacht.

Gruß

Peter
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Re: Suche SERIÖSES Buch über Bauen&Gesundheit

Beitragvon viktualia am Mo 8. Mai 2017, 08:20

Uups, das klingt ja fast, als könne man mit Lehm nicht den obersten Putz machen - es geht beides.
Für die letzte Schicht nimmt man oft ne andere, meist feinere Körnung (ausser bei Rauhputz), aber das kann sowohl Lehm als auch Kalk sein.

Und, ich bin auf nix allergisch, aber Leinöl kann ich vom Geruch her nicht mehr ab - geht nicht, einmal zuviel mit selbstgematschter Farbe rumgemacht, jetzt leide ich, wenn ich mal ein Fenster flicke (Kitt ist ja auch aus Leinöl und riecht entsprechend; ich hab noch Einfachverglasung).

(Kreide)Farben mische ich seitdem mit Billigöl; Holz ebenfalls entweder SB-Öl oder Shelllack, wenn beduftet, dann eher Ceder/Sandel o.ä. als Orange, kann man sich ja aussuchen.
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Re: Suche SERIÖSES Buch über Bauen&Gesundheit

Beitragvon emil17 am Mo 8. Mai 2017, 08:39

Wenn ich die Ansprüche und Voraussetzungen so lese, würde ich vor dem Bauprojekt zuerst mal herausfinden, welches Grossklima passt. Kann ja sein, dass im Seeklima plötzlich die meisten Beschwerden weg sind. Manche Leute sind auf den Färöern putzmunter und gedeihen in Südspanien nicht, bei anderen ist es umgekehrt.
Das sollte man herausfinden, bevor man sich einen Baugrund kauft.
Ich bin der Meinung, dass man sich in der Gegend grundsätzlich wohlfühlen sollte, was Klima, Leute, Vegetation und so weiter angeht. Das kann kein Haus, egal welche Bauweise, richten.

Wenn der Körper mit Allergien gegen fast alles rebelliert, dann passt vielleicht die ganze Umgebung nicht oder man ist selbst das Problem und ein Haus kann das nicht korrigieren. Wien bleibt Wien, auch in Lehmwänden.

Nightshade hat geschrieben:Die Berge wegen der natürlichen Strahlung usw. usw. usw.

Kalkgebirge sind hierin besser, haben aber hartes Wasser, gegen das man selbstverständlich auch allergisch sein kann.
Das häufigste radioaktive Isotop mit biologischer Bedeutung ist Kalium-40. Weil Kalium leider essentiell ist, muss man damit leben.
Hierzu fällt mir aber wirklich nur noch Wilhelm Busch ein:
Wer durch des Argwohns Brille schaut, findet Raupen selbst im Sauerkraut


Nightshade hat geschrieben:Also falls mir jemand eine Gegend weiß, wo es keinerlei Verkehr gibt, keine natürliche Radioaktivität, keine Landwirtschaft, keinen Mobilfunk - immer her damit.

keinerlei gibts nicht, wenn sehr wenig reicht käme vielleicht die Antarktis in Frage ...
Peterle hat geschrieben:Im täglichen Leben ist es leider so, dass die Quelle der meisten Schadstoffe/Schwebstoffe der Mensch selbst ist und die damit einhergehenden Kleinstlebewesen wie Milben.

Dagegen hilft eine Klimazone, in der man möglichst wenig wohnen muss. Keine Heizung, keine Kleidung - damit sind die wichtigsten Alltagsallergene schon mal weg. Also irgend eine Insel in Polynesien, oder im Südatlantik. Tropischer Tieflandregenwald ginge auch, gibt aber Probleme mit Parasitosen und Tropenkrankheiten.

Eine ganz andere Idee: Statt das geerbte Mietshaus in der Stadt zu verkaufen und damit ein baubiologisch einwandfreies Haus in der Nähe zu finanzieren, mal ein paar Monate hier, mal ein paar Monate da wohnen - immer in einer ganz anderen Gegend. Die Miete wäre dann Einkommen, um sich die Sache zu leisten.
Wenns Österreich sein soll: Eisenwurzen. Kalk - wenig Hintergrundstrahlung, viel Wald, kaum Leute, billige Wohnungen, da Landfluchtgebiet.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind


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