Grammatikfrage

Was halt nirgendwo passt
Benutzeravatar
Manfred
Beiträge: 15437
Registriert: Di 3. Aug 2010, 11:15
Familienstand: ledig

Grammatikfrage

#1

Beitrag von Manfred » Do 18. Apr 2013, 14:14

Seit einiger Zeit fällt mir auf, dass der Begriff USA in Formulierungen als Singular gebraucht wird.

Also nicht:
"Die USA zeihen in den Krieg", sondern "die USA zieht in den Krieg".

Was ist richtig?
Vor allem Nachrichtensprecher scheinen fast nur noch die Singular-Variante zu verwenden?

Benutzeravatar
Reisende
Beiträge: 4263
Registriert: Fr 20. Jul 2012, 15:05
Wohnort: Altmoränenlandschaft in Klimazone 8a

Re: Grammatikfrage

#2

Beitrag von Reisende » Do 18. Apr 2013, 14:18

plural ist richtig.
usa = united states of america

die singular-verwendung resultiert wahrscheinlich daraus, dass usa als synonym für amerika benutzt wird
--> amerika zieht in den krieg - die usa ziehen in den krieg.

Benutzeravatar
Manfred
Beiträge: 15437
Registriert: Di 3. Aug 2010, 11:15
Familienstand: ledig

Re: Grammatikfrage

#3

Beitrag von Manfred » Do 18. Apr 2013, 14:24

Genau so meine ich es auch.
Ich dachte, da habe sich evtl. irgendwas geändert, weil gerade in den öffentlich-rechtlichen Medien mit ihrem Bildungsanspruch die Singular-Forum so verbreitet ist.

Olaf
Beiträge: 13593
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 14:25
Familienstand: glücklich verheiratet
Wohnort: Havelland BRB

Re: Grammatikfrage

#4

Beitrag von Olaf » Do 18. Apr 2013, 15:00

Moin,
mich nerven Wörter wie Passant, Emigrant.
Oft genug sind auch den Nachrichten Konstrukte, als Bsp. jetzt, zu hören wie "Sie fragten einen Passant.", "Sie jagten einen Emigrant."
Da ich mich ja auch mal zu weit aus dem Fenster lehne bzw. seit der Rechtschreibreform unsicher bin, hab ich eben lieber noch mal nachgeguckt.
Wiktionary schreibt auch diesen Unfug:
http://de.wiktionary.org/wiki/Passanten
Zum Glück sind sich der Duden und die meisten anderen einschlägigen Seiten einig.
des / dem / den Passanten.
Hab schon an mir gezweifelt.
Also: Wenn der Dativ dem Genitiv sein Tod ist, ist der Nachrichtensprecher der Grammatik ihrer.
Denn was da zu hören ist, glaubt man eigentlich. Inhaltlich und sprachlich.
Sollte man aber nicht...
:lol:
Olaf
Edit: Nehm alles zurück bzgl. Wiktionary, war nur zu blöd, das anzuklicken... :aeh:
Also sind sich die auch einig mit dem Rest...
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.

Picassa

Re: Grammatikfrage

#5

Beitrag von Picassa » Do 18. Apr 2013, 16:24

Manfred, schreib doch mal ´ne e-mail an die Öffentlich-Rechtlichen, oder ´nen Brief. So als Chef des "Bauern"-Forums hier. ;)
Die sollen uns mal die neue Rechtschreibung (beinahe hätte ich "Rechtsprechung" gesagt) bezüglich des Singulars für "USA" erklären. Schließlich wollen wir zwar die dicksten Kartoffeln haben, aber trotzdem nicht die dümmsten Bauern sein, gelle?

Benutzer 146 gelöscht

Re: Grammatikfrage

#6

Beitrag von Benutzer 146 gelöscht » Do 18. Apr 2013, 18:47

Die Antwort auf Manfreds Frage ist scheinbar keineswegs so eindeutig wie hier vermutet. Ich habe eben mal "USA, Singular, Plural" gekugelt, da steht Vieles, und meistens steht da, dass Singular richtig ist.. :hmm:

Benutzeravatar
Reisende
Beiträge: 4263
Registriert: Fr 20. Jul 2012, 15:05
Wohnort: Altmoränenlandschaft in Klimazone 8a

Re: Grammatikfrage

#7

Beitrag von Reisende » Do 18. Apr 2013, 19:09

Mag ja sein dass es im englischen nicht so eindeutig ist, die sehen sich halt als ein Land... Aber im deutschen gibt es da keine zwei Meinungen. So wie sich der Artikel bei zusammengesetzten nomen nach dem zweiten wortteil richtet, so ist usa eine Abkürzung und deshalb wird aus Staaten noch lange nicht Staat. Singular macht da einfach keinen Sinn.
http://de.m.wiktionary.org/wiki/USA
http://www.duden.de/rechtschreibung/USA

Olaf
Beiträge: 13593
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 14:25
Familienstand: glücklich verheiratet
Wohnort: Havelland BRB

Re: Grammatikfrage

#8

Beitrag von Olaf » Do 18. Apr 2013, 19:18

Mir stößt es immer sauer auf, aber auch ich erwisch mich gelegentlich, dass ich es zumindest denke:
Hier rauskopiert, den Tippfehler verzeihen wir mal, fand ich die Anwort durchaus erhellend:
http://www.gutefrage.net/frage/warumm-k ... inn-machen
Der Ausdruck "Sinn machen ist ein schlechter Anglizismus (unüberlegte Übertragung aus der englischen Sprache). Ohne Nachdenken über Unterschiede von Bedeutungen in verschiedenen Sprachen wird "to make sense" einfach durch eine mögliche wörtliche Übersetzung von 2 Einzelbestandteilen (statt des Gesamtausdrucks) wiedergegeben.
Gleiche Quelle:
Dies gehört nicht zur Grammatik in einem engen Sinn (Formenlehre und Satzbau), sondern zur Semantik (Bedeutungslehre).
Hoffentlich wird schlechte Umgangssprache nicht in Nachschlagewerken als vollwertig anerkannt, sondern höchstens als fehlerhaft erwähnt.
Aber auch diese Konstrukt hört mal allzu häufig in den Nachrichten, um im Topic zu bleiben...
LG
Olaf
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.

Benutzeravatar
Reisende
Beiträge: 4263
Registriert: Fr 20. Jul 2012, 15:05
Wohnort: Altmoränenlandschaft in Klimazone 8a

Re: Grammatikfrage

#9

Beitrag von Reisende » Do 18. Apr 2013, 19:33

Darüber hab ich noch nie nachgedacht. Aber irgendwie ergibt das Sinn ;)

Olaf
Beiträge: 13593
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 14:25
Familienstand: glücklich verheiratet
Wohnort: Havelland BRB

Re: Grammatikfrage

#10

Beitrag von Olaf » Do 18. Apr 2013, 19:42

Aber irgendwie ergibt das Sinn
Danke, ganz ohne Ironie!
Wir sollten retten, was noch zu retten ist.
LG
Olaf
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.

Antworten

Zurück zu „Sonstiges“