(Kleine) Kinder

Was halt nirgendwo passt
Bio - logisch
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(Kleine) Kinder

#1

Beitrag von Bio - logisch » Di 20. Mär 2012, 13:35

Mich würde interessieren, wie viele Eltern von (kleinen) Kindern hier unterwegs sind, wie ihr diese in eure Arbeiten einbindet, bzw. welche und wie viele Arbeiten sie bereits übernehmen.

Von Eltern größerer Kinder würde mich interessieren, wie viel von euren "Idealen" bei den Kindern hängen geblieben ist oder ob sie ganz andere Wege gehen.

Ich selbst habe 3 Kinder, eines kommt vermutlich bald in die Pubertät :grr: , eines besucht den Kindergarten :holy: und eines ist noch bei mir daheim :rot:

Rati
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Re: (Kleine) Kinder

#2

Beitrag von Rati » Di 20. Mär 2012, 14:10

Hi

unsere Jungs sind 31/2 und 6 und sie machen mit beim Tischdecken abräumen, Spülmaschiene ein- & ausräumen, Kuchen backen, Waschbecken putzen, kaputtes Spielzeug reparieren, sähen, gießen, ernten und Tiere füttern, Ofen befüllen und anzünden.
Die ersten beiden Sachen verlangen wir (nicht täglich aber oft). Der Rest wird als freiwillig angeboten aber meistens gern mit gemacht.
Was wir noch nicht machen ist das automatisch immer zu machende Aufgaben verteilt werden, aber der große wird wohl bald seine erste ständige Aufgabe bekommen.

Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
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DerElch

Re: (Kleine) Kinder

#3

Beitrag von DerElch » Di 20. Mär 2012, 14:16

4stck. die grossen nun denn 11 und 10 jahre helfen im haushalt und beim pflanzen freiwillig mit,bei den tieren jedoch mit festen "Ämtli" die sie auch erfuellen muessen wenn sie mal keinen bock haben,weil tiere nunmal auch verantwortung bedeuten.
Der kleinere wird 7 und hilft freiwillig mit weil er ja auch schon "gross" ist..jedoch gehts hier eher um wissen vermitteln.(Was seine grossen brueder auch geniessen wenn sie ihr bereits erworbenes wissen weitergeben können.An seinem geburtstag bekommt er dann das amt des "huehnerchefs" uebertragen :) und ist fuers fuetter und die eier "zuständig".
Der kleinste 1 jahr ist ueberall mit dabei....bin ich am bauen,der pflanzung,der werkstatt oder den tieren beschäftigt ist er im lekhaga mitbei..das ist ein mobiles reisebett,worueber ein moskitonetz kommt wegen der muecken und wespen.So kann er alles sehen und ich weiss wo er ist...
was das hängenbleiben angeht...ich denke schon das eine menge hängenbleibt..sie sehen sich viele dinge kritisch,aber nicht voreingenommen an.Leben und leben lassen ist auch ihr credo...sie finden sich in der natur zurecht und wissen sich in vielen lebenslagen zu helfen..
ich verdeutliche bei meinen immer...leute DAS ist meine sichtweise der dinge..mein lebensstil...im endeffekt muessen sie ihren eigenen weg finden..ich kann nur versuchen,nach besstem wissen und gewissen das beste mitzugeben....was fuer sie stimmt,wichtig und lebenswert ist bestimmen sie dann.

Und nein sie sind ganz normale kinder die mich ab und an auch an den rand der verzweiflung bringen und die mich auch ab und an am liebsten auf den mond schiessen wuerden :lol:
Wir haben viel spass,ich bin in vielem aber auch sehr streng.Respekt anderen gegenueber(nicht unterwuerfigkeit),ehrlichkeit,anstand und toleranz sind mir sehr wichtig.
Mein einziger anspruch ist...dass sie selbständige,glueckliche ,ihren weg findende menschen werden.

tory
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Re: (Kleine) Kinder

#4

Beitrag von tory » Di 20. Mär 2012, 14:24

meiner ist zwar schon 23..... aber dafür kann ich einen gesamtrück/ausblick liefern:

als er zur schule kam (den kindergarten hatten wir ihm erspart), wurde ich sehr deutlich von den lehrkräften gebeten, meinem kind all die modernen sachen zu kaufen, die ein 'normales' kind hätte. ich würde ihn sonst zum außenseiter machen.
meine antwort:
es ist ihre aufgabe, den kindern beizubringen, daß jeder mensch ein individuum ist und ein recht auf individualität hat.
auweia.....
ich solle ihn in einen fußballclub stecken.
naja, mein sohn hatte ein pony und ritt schon damals leidenschaftlich gern.
das sei uncool, bekam ich zu hören.
mein sohn verstand es nicht.
'wieso, ich mag aber meine thalia und fußball find ich langweilig'
nun, mein kind war scheinbar asozial, psychisch gestört (kein kind ist so...)

irgendwann traf er auf einen vernünfigen sozialpädagogen in einer anderen schule.
von dem tag an durfte er endlich 'vincent' sein.

es gab höhen und tiefen, ich achtete auf werte und setzte grenzen, seeeehr konsequent.
ich erklärte ihm mein handeln, er durfte fragen und einwenden. aber ich ließ mich nicht auf endlosdiskussionen ein.
ich erklärte immer öfter, daß ein schlechtes verhalten anderer nicht nachahmenswert sei, nur um von irgendjemandem anerkannt zu werden. es würde dadurch nicht besser - und er könne sich deshalb nicht mehr wertschätzen, im gegenteil.
er liebte von klein an die ruhe ud die natur. dorthin konnte ich ihn immer wieder zurückholen, und er konnte hier durchatmen (auch wenn er es damals so nicht sah).
er lernte es, daß manin einer gemeinschaft auch etwas für alle tun muß. er mußte von anfang an mithelfen, später mute er kräftig mit anpacken.
'du willst essen? dann koch. du willst reiten? dann versorge dein pony. miste es aus, fütter es und bau im frühjahr koppelzäune'.
er lernte es, verantwortung der natur und den mitgeschöpfen gegenüber zu übernehmen.
er lernte es, irgendwelche reißerischen phrasen kritisch zu hinterfragen.
'versetze dich einmal in die lage des gegners'...
er lernt, nicht nachzuplappern sondern selber zu denken.

jetzt kann er anfangen, nutzen aus seiner 'kindheit' zu ziehen.
er ist fleißig, ehrgeizig und lernbegierig.
er arbeitet hart und wird dafür gut entlohnt, er ist in seinen jetzigen job abgeworben worden.
er engagiert sich zuhause in der freiwilligen feuerwehr und ist stolz,dort jetzt atemschutzgeräteträger zu sein.
er liebt unseren kleinen hof steckt all sein sauer verdientes geld hier hinein.
sein pony ist jetzt 34 jahre alt - und ich muß immer wieder lachen, wenn die alte lady ihn austrickst und durch den zaun geht!

aber er haßt die fun - gesellschaft. er haßt gleichaltrige, die sich hinter unserer weide verstecken und erstmal in ruhe kiffen, mit stöcken nach den pferden werfen und sich freuen,wenn die tiere sich erschrecken und in panik über die weide laufen.
liebe grüße
helene


wege entstehen, indem man sie geht

DerElch

Re: (Kleine) Kinder

#5

Beitrag von DerElch » Di 20. Mär 2012, 14:33

tory :daumen: genau so meinte ich das...meine jungs sind alle langhaarig...und zwar freiwillig...was sie aufm schulhof anfangs fuer sprueche kamen haben sie ignoriert und so war schnell ruhe.Ich finde es toll das sie ihre meinung vertreten können.

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Re: (Kleine) Kinder

#6

Beitrag von Bio - logisch » Di 20. Mär 2012, 15:17

tory hat geschrieben: 'wieso, ich mag aber meine thalia und fußball find ich langweilig'
:haha: :haha: :haha: Solche Sprüche hörte ich auch von meinem Schulanfänger, der natürlich der einzige Junge im Reitstall und mit eigenen Ponys war. Die Ponys leben zwar nicht mehr bei uns, aber Fußball mag er noch immer nicht :haha:

Mein Mittlerer ist eine ganz andere Persönlichkeit. Ihn kann ich mir hinter einem Ball laufend besser vorstellen als auf einem Pferd SITZEND (Mein Kind und SITZEN???? never ever!) Aber wer weiß....

Bei uns gibt es auch endlos viele Gespräche, endlos viele Bücher über die Natur und viele gemeinsame Projekte. Derzeit bauen wir ein neues Haus, da muss jeder mit anpacken. Die Kinder wuseln immer um uns herum, wenn wir arbeiten. Das gilt auch für die Arbeiten draußen oder im Wald. Die Kleine beschäftigt sich sowohl auf der Baustelle als auch draußen ganz gut alleine oder mit ihren Brüdern. Natürlich geht das zeitlich nur sehr begrenzt, sie ist noch nicht mal 1,5 Jahre alt, aber das wird schon...
Mein Großer liebt es, mit dem Papa im Wald zu arbeiten, Zäune zu richten, usw. Ja, auch er wird mal mehr arbeiten müssen als seine Freunde im selben Alter. Da wir hier aber viele Bauern haben, ist er damit sicher nicht alleine. Er spielt mit Begeisterung ein Instrument und hat seit einigen Monaten ein neues Hobby, dem er sehr viel Zeit widmet, dem Drechseln.

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Re: (Kleine) Kinder

#7

Beitrag von Olaf » Di 20. Mär 2012, 15:29

Wir können nur als schlechtes Beispiel dienen, das ist ja auch was:
Meine sind jetzt 23 (m) und 21 (w) mit eigener Wohnung inzwischen, die meiner Frau 19 und 17 (m).
Durch das Patchwork (seit 2001) hab ich meine nicht so eingespannt, wie ich es sonst getan hätte und von zu Hause kenne, wir mußten alle eineige Kompromisse machen, die meiner Frau, im Kölner "Gettho" sozialisiert, haben nie einen Bezug zum Land, Garten, Natur oder was weiß ich gefunden. (Wenn du die ne halbst Stunde Brennholz stapeln schickst nehmen sie das Handy mit und stellen sich den Wecker, damit sie nicht aus Versehen zu lange arbeiten. Davon krieg ich Magengeschwüre, also lass ich es lieber, die da einzuspannen). Was der größere anfaßt, geht kaputt. Wenn es nicht kaputt geht, verletzt er sich. Er ernährt sich von som Chemiekram von den Muckibuden, zu selbiger rennt er auch. (Deswegen geht auch alles kaputt, Kraft, gepaart mit Desintresse, Unvermögen und leichtem Jähzorn schafft alles). Im Gegenzug werden Strom, Wasser und Lebensmittel verschwendet. Zum Glück hat er seinen Auszug zum Herbst angekündigt, so dass ich mich nur noch begrenzt aufrege. Gegessen wird von ihren Kindern nur abgepacktes aus dem Kühlregal, nicht mal vom Metzgertresen, erst recht nichts selbstgemachtes und der eigene Spinat ist bitter. Es muß der mit dem Blub sein. Außer Bohnen, und da sogar die eigenen, wird alles andere Gemüse verweigert. Alle essen für ihr Leben gern bei MCDonald oder auch mal im XXL-Restaurant. Wobei der Große meiner Frau neuerdings recht brauchbare Ambitionen zum Kochen hat, hat ne neue Freundin,die scheint ihm gut zu tun.
Meine Kinder brauchen Eigennutz als Antrieb, dann können sie viel, geschickt und lange arbeiten, ok, wenn ich sie um was bitte, tun sie es auch. Sie können aber auch stundenlang mir bei der Arbeit zuschauen. Wenn es technisch oder sonst wie interessant wird, ist meine Sohn allerdings sofort begeistert zur Stelle.
Nun ja, das hätt ich mir etwas anders vorgestellt.
Immerhin, meine Kinder können sich nicht vorstellen, in der Stadt zu wohnen oder dort gar Kinder groß zu ziehen. Grad letztens haben wir uns drüber unterhalten, sie meinen eine sehr schöne, freie und kreative Kindheit gehabt zu haben.
Das freut einen ja dann doch...
Olaf
PS: Meine Tochter bezieht grad erst ihre Wohnung. Auf dem Balkon will sie sich einiges an Grünzeug ziehen. Das find ich ich sehr schön. und sie hat da schon immer am ehesten Interesse bewiesen.
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.

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Re: (Kleine) Kinder

#8

Beitrag von tory » Di 20. Mär 2012, 15:37

Solche Sprüche hörte ich auch von meinem Schulanfänger, der natürlich der einzige Junge im Reitstall und mit eigenen Ponys war. Die Ponys leben zwar nicht mehr bei uns, aber Fußball mag er noch immer nicht
das problem des einzigen jungen haben wir nicht - wir sind westernreiter - und da gibbet männliche mitstreiter!

wobei ich zwischen mithilfe und mithilfe welten sehe.
meiner mußte schon was ordentliches handwerkern - spielkram nützt den ponies nix. und mist kann man nicht mit dem sandschäufelchen entfernen. der mußte wenn dann 'ordenlich' helfen.
viele kinder 'helfen' heutzutage mit und machen nur spielkram. da lernen sie den wirklichen ernst des lebens nicht und später, wenn sie in der lehre wirklich ran müssen und ordentlich sein müssen haben sie ein problem.
natürlich muß 'spiel' auch sein, aber dann heißt es auch spiel und nicht arbeit oder mithilfe.
liebe grüße
helene


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Re: (Kleine) Kinder

#9

Beitrag von perereca » Di 20. Mär 2012, 15:44

Hi,
ich habe 2 Kinder, die Große ist jetzt 13 und der Kleine 10. Beide sind, da ich seit 9 Jahren alleinerziehend bin, sehr selbständig. Besonders die Große hat von Anfang an bei allem mitgeholfen was ich so tue, sie kann kochen, bäckt gerne, putzen eher ungerne ( wie ich), und - :lol: Fußball finden wir alle doof, hehe. Als wir noch Pony und Garten hatten war es selbstverständlich mitzuhelfen. Besonders Rasen mähen, Stall ausmisten und füttern war beliebt. ach, das waren noch Zeiten...

Nein, im Ernst, ich glaube ich habe es ganz gut geschafft meine Werte zu vermitteln. Manchmal übertreiben die Kinder dann sogar meine Richtung. Was ich z. B. absolut nicht ausstehen kann ist Verschwendung in jeder Hinsicht, Wegschmeissen von Lebensmitteln usw. Und daß das angekommen ist merke ich wenn ich Nachtdienst habe und die Große absolut darauf achtet das ungeliebte Essen von gestern erst zu essen und dies auch dem kleinen Bruder gegenüber durchsetzt. Oder wenn beide sich aufregen, daß in der Schule wieder jemand etwas weggeschmissen hat was abgelaufen ist.

Ja und in der Schule gibt´s dann manchmal Ärger wenn meine Kinder einem anderen Strafen androhen weil jemand einem Weberknecht Beine ausreißt. Und Ungerechtigkeiten werden sofort lauthals bemäkelt.

Ja, ich glaube es ist angekommen mit unserer Umwelt sorgsam umzugehen. Hoffentlich bleibt es so.

OK, mit 13 beginnt die Pubertät, wir sind jetzt am Beginn, und der Wunsch nach Handy, Playstation usw. ist da. Auch in der Waldorfschule hat´s jeder. Und MC. Doof ist leider trotz allem beliebt. Na gut, 1 mal im Jahr laß ich mich dann drauf ein.

Yo, so sieht´s aus mit den zweien, ich hoffe sie bleiben so, und der kleine kriegt doch noch Spaß am putzen. Aber, das ist ganz witzig, im Moment ist er so typisch männlich: stellt sich sooo ungeschickt an wenn er keine Lust hat, :roll: daß ich es dann fast lieber selbst mache. Aber ich durchschaue ihn ja :haha: also kommt er nicht drumrum.

LG Perereca

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Re: (Kleine) Kinder

#10

Beitrag von tory » Di 20. Mär 2012, 15:47

oh...
wer sich nicht einfügen kann, darf die vorzüge einer gemeinschft gern wegschmeißen - gehört aber nicht mehr dazu und darf gehen.
mein sohn mußte nicht bleiben, er durfte.
ich bin geschieden und alleinerziehend (gewesen).
es klingt hart, aber es ist fair für uns alle.

neulich habe ich rotz und wasser geheult.
meint mein 'kleiner':
'mama, wenn du mir nicht so in den arsch getreten hättest, hätte ich heute nicht meinen job. dann wär ich allerhöchstens ein kleiner zeitarbeitsfuzzi. danke.'
liebe grüße
helene


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