Planen fuer den Notfall oder nicht?

Was halt nirgendwo passt

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Beitragvon frodo am Fr 12. Jan 2018, 22:16

centauri hat geschrieben:Ich hab nur eine Notstromversorgung mit Dieselaggregat und 400 Liter Diesel eingelagert.

Verschwendung! (von Diesel), - Heizöl tut's auch :pfeif:
Aber als Einstimmung auf einen Blackout würde ich nicht nur das o.a. gleichnahmige Buch empfehlen, sondern auch ein Werk des in diesem Forum gut bekannten Herrn John Seymour mit dem unverfänglichen Titel "Die Lärchen singen so schön", denn da wird einem bewusst, dass es nicht genügt, SELBST 2-3 Monate "unabhängig" zu sein, wenn's nicht die Meisten in der näheren (und weiteren) Umgebung auch sind... :holy:
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Beitragvon centauri am Fr 12. Jan 2018, 22:28

Ach weiste Frodo im Notfall interessiert mich das nicht ob es Diesel oder Heizöl ist. ;)
Und außerdem ist in 3 Monaten Mitte April. Dann ist die Gefriertruhe leer und das Gewächshaus voll. Und bei fast 200 m² Folientunnel mach ich mir da nicht so große Sorgen das es nicht weiter geht. ;)
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Beitragvon frodo am Fr 12. Jan 2018, 22:44

Du verstehst mich falsch - ich denke da an so arme Figuren wie mich, die im Notfall froh wären, noch ein paar Liter Diesel für ihre common rail Karre zu finden, die das rosa Zeug nicht verträgt, um noch ein paar Kilometer zur nächsten Plünderung fahren zu können :engel:
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Beitragvon Oli am Sa 13. Jan 2018, 02:04

frodo hat geschrieben:Du verstehst mich falsch - ich denke da an so arme Figuren wie mich, die im Notfall froh wären, noch ein paar Liter Diesel für ihre common rail Karre zu finden, die das rosa Zeug nicht verträgt, um noch ein paar Kilometer zur nächsten Plünderung fahren zu können :engel:

Und plötzlich ist jeder Liter Diesel und jeder Quadratmeter Folientunnel nur noch soviel wert wie man Munition hat, um ihn zu verteidigen. :mrgreen:
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Beitragvon Buchkammer am Sa 13. Jan 2018, 09:18

Zumindest 1-2 Wochen hätte man nach einem Blackout die Zeit, alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Dann beginnen laut Statistiken die Plünderungen und jeder ist sich nur noch selbst der Nächste.

Übrigens: Habe in den letzten Tagen eine ungewöhnliche Häufung der Berichterstattung in den Medien über Blackouts und Vorsorge wahrgenommen. Gestern wieder ein Bericht über das Münsterländer Schneechaos (war im November 2005).

Aber ist bestimmt und hoffentlich alles nur eine :verschw: .
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Beitragvon centauri am Sa 13. Jan 2018, 10:52

@Oli
Ich gehe mal davon aus das man das eh nicht alleine durchzieht sondern in der Dorfgemeinschaft. Und gegen Plünderungen ist unser Dorf ganz gut aufgestellt. Erstmal ist hinter uns 20 km Truppenübungsplatz. Und Wölfe gibts dort auch. In die anderen Richtungen kann man frühs schon sehen wer zum Mittagessen kommt. Und in der unmittelbaren Nachbarschaft ist ein Bundesforstamt. Deshalb wohnen hier einige bewaffnete Förster in der Nachbarschaft. Ich glaube die würden auch gleich die Fleischversorgung übernehmen. ;)
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Beitragvon Oli am Sa 13. Jan 2018, 11:30

Seh ich auch so. Vor allem nach Lektüre einiger Berichte aus vergleichbaren Situationen und nach jahrzehntelangen Studien der Menschen.
Munition braucht Waffen und Waffen brauchen Menschen. Menschen müssen schlafen, gärtnern, kochen, heizen, Holz machen, selber plündern gehen, tauschen, verarzten, all das.

Insofern denke ich, dass neben vielen anderen Punkten eine gute Notfallvorsorge ist, Dorffeste zu organisieren oder daran teilzunehmen, seine unmittelbare Gemeinschaft zu stärken, Zusammengehörigkeitsgefühl aufzubauen sofern es nicht schon da ist. Leute zu kennen, die echte Fähigkeiten haben und nicht nur in der Bank Gelder verschieben können oder Klamotten verkaufen.

Dann hilft einem auch der Folientunnel und der Diesel weiter. Und das (die richtigen Leute um sich zu scharen) dürfte auch bei den allermeisten heutzutage der größte Knackpunkt sein. Lass' mal WhatsApp ausfallen, wen kennt der gemeine Bürger denn dann noch?

Ich habe mir gestern Nacht den Spaß erlaubt und den Thread nun, mit einigen Jahren Abstand, noch einmal zu einem großen Teil zu lesen und musste einige Male breit grinsen bei dem Gedanken, inwieweit sich die Einstellung der Leute wohl in den letzten Jahren verändert haben könnte. Da geht es ganz viel um "so sind die Deutschen aber nicht strukturiert" und diese Annahmen. Andere Länder, andere Sitten, andere Temperamente, muss man alles mit einkalkulieren.

Für einen guten Einblick in echte Scheißszenarien in D bietet sich das Buch "Hungerwinter 1946/47" an. Stichwort "Orientteppiche in Kuhställen" und so. Die Leute aus der Stadt haben sprichwörtlich alles dafür hergegeben, von den Bauern ein paar matschige Kartoffeln einzutauschen.
Stadt ist halt nur solange bequem, wie die massive Infrastruktur läuft. Aber gut, letztlich wurde in diesem Thread schon fast alles gesagt, man muss es eben nur immer wieder vor dem Hintergrund der Zeit und ihrer aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen sehen. :)
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Beitragvon ohne_Furcht_und_Adel am Sa 13. Jan 2018, 22:02

Lustig, ich habe heute drüber nachgedacht. Die Jäger ballerten herum und ich sah vom Wald aus unsere Wohngegend- außerhalb liegend, aber schon eine größere Siedlung. Zig praktisch zusammengehörende Einfamilienhäuser oder Doppelhäuser. Da müßte man sich in einer Krise doch zusammenrotten! Mit wem sonst.
Es gibt ja auch schon eine Nachbarschaftsgemeinschaft, aber weil die Kernclique ca. 15- 30 Jahre älter ist als ich, und ich nicht so vereinsaffin bin, sind wir mit der erweiterten Nachbarschaft bisher nicht groß in Kontakt getreten. Aber immerhin gibt es keine Konflikte, sondern eher wohlwollenden Austausch mit den direkten Nachbarn, und ich würde den Kontakt auch mehr suchen, wenn sich die Situation zuspitzt.
Nur, sobald bewaffnete Diebe vermehrt nachts zuschlagen, oder größere bewaffnete Banden sich für Plünderungen organisieren, kommen wir doch an unsere Grenzen. Die Nachbarschaft müßte im Schichtdienst eine Patrouille unterhalten, und das wäre sozusagen sehr teuer, weil die Teilnehmer wohl wertvolle Arbeitskräfte wären, die dann ausfallen. Ich glaube, daß man bei einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von bewaffneten Konflikten nur als Teil einer schlagkräftigen Gruppe vernünftige Überlebenschancen hat, und eine schlagkräftige Gruppe hat vielleicht viel Zerstörungspotential, aber ist wenig produktiv. Man muß aber produktiv sein, um eine Alternative zur normalen Versorgung schaffen zu können...
Ansonsten sind unsere Chancen aber eher gut, hier auf dem Land, mit eigenem Grund. In punkto Energie habe ich noch Hausaufgaben zu machen, und bei der Einbruchssicherung.
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Beitragvon Olaf am Sa 13. Jan 2018, 22:12

Völlig richtig, Centauri, Oli. Bisschen kann man selber tun, aber es ist alles fürn Arsch, wenn man kein vernünftig funktionierendes Umfeld hat.
Und weil Oli den Hungerwinter erwähnte: Es scheint ja irgendwie so nen warmen Thrill, ein angenehmes Gruseln zu erzeugen, sich die plündernden Horden vorzustellen. Den Erzählungen meiner Groß- und Urgroßeltern (und die waren am winning end mit nem Hof am Rande von Bln.) zu Folge gab es auch nach Kriegsende und auch in dem Winter danach etwas wie Moral und Anstand. Und hier keine Plünderungen. Also gut, meine Mutter, damals 8, wollte plündern, ein verlassenes Haus. Ihr Vater hat gesagt, das macht man nicht, bring das zurück!
Gut, kann ja sein, dass die Menschen (weil ja früher eh alles besser war) noch nicht so egozentrisch waren, noch nicht so gewaltbereit? Kann ich mir schwer vorstellen, nach Kriegsende, wo täglich gestorben wurde.
Also was auch immer, sonnt Euch in den Weltuntergangszenarien oder kümmert Euch um verlässliche Freunde.....
Wir hatten grad wieder einen Erweckungsmoment. Eigentlich nur der Leadgitarrist von Cristinas (und meiner) neuer Band. Die mit dem Kirschgarten. Die, das Ehepaar, waren heute nur zum Kaffeetrinken hier. Ich musste Hofführung machen.
Naja, aus nem Kaffee wurden 4 Stunden, wir haben uns erzählt und erzählt und erzählt. Von unseren Projekten, wir haben mehr Ahnung von Tieren, die viel von Wein machen. Egal. In jedem Falle eine ähnliche Idee, wie die Welt sein sollte.
Es kam über die Musik, ist aber scheißegal, es kann auch Feuerwehr oder Dorffest sein. Eigentlich muss man immer auf der Jagd sein nach vernünftigen Leuten, es gibt sie nämlich überall....
Und die sind wichtiger als das Notstromaggregat. Wenngleich ich jetzt auch eins besitze, leider nur Benzin, also nicht heizöltauglich. :mrgreen:
LG
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Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Beitragvon frodo am So 14. Jan 2018, 00:15

@Olaf:
Alles richtig, was Du schreibst (im Sinne von: teile Deine Ansicht), bis auf diesen Punkt:

Den Erzählungen meiner Groß- und Urgroßeltern (und die waren am winning end mit nem Hof am Rande von Bln.) zu Folge gab es auch nach Kriegsende und auch in dem Winter danach etwas wie Moral und Anstand. Und hier keine Plünderungen.


Ich habe das vor einiger Zeit schon mal in dem Faden gesagt: im Gegensatz zu dem Blackout-Szenario, wo wir es mit einer flächendeckenden Betroffenheit ALLER zu tun hätten, gab es auch nach Kriegsende noch soetwas wie eine Ordnungs/Besatzungsmacht, die selbst mit keinerlei Versorgungsproblemen zu tun hatte, und jede größere, insbesondere organisierte Plünderung zu verhindern, oder zumindest zu sanktionieren in der Lage war, - also auch zu dem Zeitpunkt nicht wirklich viel "rechtsfreier Raum".
Darum taugt diese Zeit nur bedingt als Präzedenzfall, und auch noch aus einem anderen Grund: die Menschen hatten gerade jahrelange Erfahrung in einem repressiven System gemacht, wo wahrscheinlich, so man kein Funktionär war, solidarisches Verhalten reichlich geübt werden konnte/musste, was man von unserer Gegenwart nicht unbedingt sagen kann... :pfeif:
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