Wie wird man ein glücklicher Mensch?

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Re: Wie wird man ein glücklicher Mensch?

Beitragvon emil17 am Mo 11. Feb 2019, 12:55

ina maka hat geschrieben:Es geht darum, wie ein Mensch, der da durch muss, weil es außer dem Tod keinen anderen Ausweg gäbe, wie dieser Mensch es schafft, das ganze ohne Traumata zu überleben.

Eigentlich ist ja das Kind schon in den Brunnen gefallen, wenn solches erforderlich ist.
Wie H. v.Dithfurth gesagt hat: Denksekunden können Gedenkminuten verhindern.
Ich denke, für den Alltag sollte man nicht solche Extremsituationen bemühen. Vieles was mich ärgert, ist nur meiner Empfindlichkeit geschuldet, eine gewisse Robustheit ist nützlich (woraus man nicht ableiten soll, man tue anderen gutes, wenn man sie so behandelt). Das wenigste, was mir nicht behagt, wurde extra mir zu Leide getan, so wichtig für andere bin ich wirklich nicht.
Also versuche ich, meine innere Mimose schön klein zu halten, damit der Kopf für Wichtigeres frei bleibt.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.
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Re: Wie wird man ein glücklicher Mensch?

Beitragvon hobbygaertnerin am Mo 11. Feb 2019, 13:05

In der letzten Woche hab ich ein paar Radiobeiträge über die Grauen in den Konzentrationslagern gehört- das ist mir eine ganze Weile im Kopf herumgegangen-
vor allem, wie kann es sein, dass der Mensch dem anderen der ärgste Wolf ist-
und wieviele hatten über Pöstchen und Posten Macht, Einfluss, sind diesem Dep..... Adolf nachgelaufen, haben dieses System verehrt- mit seinen grauenhaften Folgen.
Und wieviele hingen danach wohl ihr Mäntelchen ganz schnell in den Wind und ahtten natürlich nichts gewust.
Einem Überlebenden eines Kzs zu sagen, dass er daran sicher gereift ist, empfinde ich als Schlag in die Magengrube desjenigen, der dieses Grauen erleben musste.
Und heute- im Jahr 2019- ich hab nicht das Gefühl, dass wir in den 70 Jahren besser, klüger, mitfühlender, hilfsbereiter in der Masse geworden sind.
Sicher freu ich mich auch, dass die ersten Schneeglöckchen aus der Erde spitzen, dass die Bienen bald wieder fliegen, aber manchmal wird mir angesicht des massenhaften Leides auf dieser buckligen Erde einfach schlecht-
meine Möglichkeiten kann ich nutzen, aber wenn ich mir vorstelle, da steht so ein De---- auf und alle rennen so einem nach-
irgendwo scheint beim Menschen etwas nicht richtig rund zu laufen.
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Re: Wie wird man ein glücklicher Mensch?

Beitragvon ina maka am Mo 11. Feb 2019, 13:13

hobbygaertnerin hat geschrieben:irgendwo scheint beim Menschen etwas nicht richtig rund zu laufen.


Das denk ich mir auch grad :im: :flag:

wieso wird immer alles "böse" ausgelegt?
Wieso ist es ein Schlag in die Magengrube? Es sind doch ihre eigenen Worte!!!
Sie selber sagte, sie sei daran gereift und das hat mich berührt, fröhlich gemacht und hat mir Hoffnung gegeben.

einfach so

Wenn dir schlecht wird, wenn du Leid siehst, hast du niemandem geholfen, traurig

Ich sage jetzt eines meiner Lieblingszitate - wer wagt es und zerreißt es? :hmm:
(man kann fast alles negativ auslegen, oder positiv, wie man eben will.....!)

Liebe das Böse gut! (Leitsatz der Bogomilen)
Wir leben in einem Gefängnis mit offenen Türen und Fenstern und die Frage ist, wer sind die ersten, die sich raustrauen? Wagenhofer www.youtube.com/watch?v=q2WEVdNQAxE
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Re: Wie wird man ein glücklicher Mensch?

Beitragvon emil17 am Mo 11. Feb 2019, 14:05

Aus heutiger Sicht ist der Erfolg menschenverachtender Regimes schwer nachvollziehbar.
Aus dem damaligen Kontext ist es anders. Es gibt beliebig viele Publikationen zu diesem traurigen Thema, die nicht das Fehlverhalten Einzelner entschuldigen, aber doch das Prinzip dahinter verständlicher machen.

Ich hoffe nicht, dass Menschen nur durch Leid reifen können.
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Re: Wie wird man ein glücklicher Mensch?

Beitragvon ina maka am Mo 11. Feb 2019, 17:44

emil17 hat geschrieben:Ich hoffe nicht, dass Menschen nur durch Leid reifen können.


Yin Yang - du weißt, beides ist in Wahrheit eines und eines kann ohne das andere nicht sein.
Leben ist Leiden - wie mal eine alte Dame sagte: "sei froh, dass´s Kreuz weh tut, wenn amal nix mehr weh tut, bist du tot"

Aber nein - ich denke auch nicht, dass ein Mensch nur durch Leid reifen kann, aber eben auch trotz Leid - nicht trotz Leid, das er anderen zufügt, aber sehr wohl trotz (großem oder kleinem) Leid, das er durchlebt hat.

Nötig ist es dafür wohl nicht, aber ehrlich gesagt: wer kennt ein Leben ohne Leid?

Echtes Glücksgefühl kann man eben trotzdem fühlen und ich weiß, wovon ich spreche .....
(das war für mich die Hauptbotschaft der Dame!) :flag:
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Re: Wie wird man ein glücklicher Mensch?

Beitragvon emil17 am Mo 11. Feb 2019, 20:05

ina maka hat geschrieben:Nötig ist es dafür wohl nicht, aber ehrlich gesagt: wer kennt ein Leben ohne Leid?

Wenn ich lese, was andere so durchmachen mussten, weil sie Pech hatten, dann wäre es anmassend, für meine lächerlichen gehabten Probleme das selbe Wort "Leid" zu benutzen.
Ich hatte bis jetzt vor allem Glück. (Warum gerade ich?)
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Re: Wie wird man ein glücklicher Mensch?

Beitragvon ohne_Furcht_und_Adel am Mo 11. Feb 2019, 20:16

Ja, eben; wenn man diese Geschichten liest, wird man sich bewußt, wie gut es einem eigentlich geht und wie viele Menschen es schon gab, denen es viel, viel schlechter ging. Und es muß nicht jeder durch die gleiche Hölle gegangen sein, um zu den gleichen philosophischen Schlüssen zu kommen; deswegen werden solche Bücher ja auch geschrieben.
Also wie Du schon sagtest, die Problemchen des Alltags sollte man nicht zu schwer nehmen. Irgendwann liegt man auf dem Sterbebett und denkt sich "warum habe ich das Leben nicht mehr genossen?". Und ein reines Gewissen wäre dann auch gut.
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Re: Wie wird man ein glücklicher Mensch?

Beitragvon viktualia am Mo 11. Feb 2019, 21:51

Ina hat "herausgefordert":
Ich sage jetzt eines meiner Lieblingszitate - wer wagt es und zerreißt es? :hmm:
(man kann fast alles negativ auslegen, oder positiv, wie man eben will.....!)

Liebe das Böse gut! (Leitsatz der Bogomilen)

Na, ich natürlich, mit einem meiner liebsten:
Töte den Buddha, wenn du ihn triffst.

Im Sinne von: glaube an dich selbst. (Und: du sollst dir kein Bild machen....)

Nach dem durcheinander heute...
Emil, wann hast du gemerkt, dass ich nicht auf Hobbygärtnerin geantwortet habe, sondern ihren Gedanken zu Inas Post aufgegriffen habe?
(Ina, das Gschmäckle ist inzwischen klar?)

Dürfte ja jetzt rüber gekommen sein, oder? Dass es das Leid allein sei, was uns stärkt, ist eine unsägliche Perpektive.
Dass es ohne nicht gehe - ich hab mich lange gegen diese Einsicht gesträubt, hab aber Grund dazu, es doch anzuerkennen.
So einmal bis an die Wurzeln und zurück kann schon sehr viel weiter bringen.
Wenn man es schafft.
Genug Liebe in sich findet, oder genug Mut, dass alte Bild von der Welt, oder sich selbst, loszulassen.

So gesehen ist es vielleicht nicht das Leid, sondern das "loslassen können"
- nachdem man durch so ne "richtige" Hölle ist, ist es wohl einfach lächerlich, weiter an Äusserlichkeiten festzuhalten.

Und ich wette, es gibt auch oft den Fall, dass grad wegen des "unüberwindbaren" Leidens, (egal, wie groß) eben an Äusserlichkeiten fest gehalten wird....

Oder, liebe Ina, es ist ja dein Faden: ich denke, hoffe, glaube, dass man kein Leiden zum Glücklich sein braucht, wenn man das Geheimnis des Loslassens seiner Vorstellungen über die Welt, rsp. sich selbt kennt. Kundig in dieser Kunst ist.
Da gibt´s auch nen schönen Spruch:
Unglück ist Gefangen­schaft in der eigenen Person. Zur Befreiung bedarf es zweierlei: der Unterscheid­ung von Vor­stellung und Wirklich­keit sowie der von Person und Selbst.
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Re: Wie wird man ein glücklicher Mensch?

Beitragvon ina maka am Mo 11. Feb 2019, 23:03

@emil: dann freu dich doch einfach! :) :)

@viktulia: danke! :)
(und ich besteh nicht darauf, dass es "mein Faden" ist - das wäre doch langweilig, wenn es nur meiner wär!!)
glaubst du, es macht glücklicher den Buddha, der dir außerhalb begegnet und daher nicht "der echte" ist, zu töten, statt ihn gut (richtig) zu lieben und so in dein Selbst herein zu holen??
so von wegen

Müsset im Naturbetrachten
Immer eins wie alles achten:
Nichts ist drinnen, nichts ist draußen;
Denn was innen, das ist außen.
So ergreifet ohne Säumnis
Heilig öffentlich Geheimnis.

Freuet auch des wahren Scheins,
Euch des ernsten Spieles:
Kein Lebendiges ist ein Eins,
Immer ist‘s ein Vieles.

(Johann Wolfgang von Goethe)


ich weiß nicht so Recht :aeh: :pft:
Aber ich denke, ich gebe den Faden jetzt an andere weiter, wenn´s so gut ist.
Sonst wird das hier ewig und das macht am Ende noch manchen hier unglücklich :duckundweg:
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Re: Wie wird man ein glücklicher Mensch?

Beitragvon hobbygaertnerin am Di 12. Feb 2019, 07:56

Ich hatte zum Glück nicht mit der Erfahrung von Krieg, von Vertreibung, von Ausgrenzung und anderen schlimmen Sachen zu tun- aber trotzdem reicht es mir auch, was mir aus der Wundertüte im Leben an Herausforderungen auferlegt wurde-
hätte nichts dagegen, wenn es mal ganz normale langweilige Zeiten gäbe.
Ob man an den Lasten des Schicksales reift oder zerbricht, das ist vermutlich das, was wirklich zählt- und die Erkenntnis, dass das, was uns angeblich vorgemacht wird, was angeblich wichtig sei, und vieles andere an bla bla- eigentlich ziemlich unwichtig ist.
Hab ich mir gestern gedacht, als ich im Radio von einem Gerichtsstreit von Frau Hummels gehört habe und was so eine Influenzerin da so zu schreiben habe-
ist das wirklich so wichtig?
Auf alle Fälle steigt mein Glücksindex um Längen, wenn dieser blöde Winter vorbei ist- mögen andere den Winter noch so toll finden, ich mag diese Zeit einfach nicht so besonders.
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