Gedicht

Gedicht

Beitragvon ina maka am Sa 8. Jan 2011, 03:20

Das ist keine Faulheit (das ist Platzangst...)

Ist das Pferd etwa faul, wenn es das Geschirr zerreißt, den Pflug zerschlägt....
Und dann mit wehender Mähne in die weite Steppe galoppiert?

Ist jener Hund faul, der des Herren Haus nicht mehr bewacht,
sondern nachts
mit den Wölfen von dannen zieht,
um den Hirsch zu jagen, in der Kälte draußen?

Oder bin ich faul,
weil ich nicht den ganzen Tag im Büro hocken und Zahlen ordnen will?
Bin ich ´leicht faul,
weil ich reisen muss,
etwas erleben,
die Welt erobern?

Ich sterbe, wenn ihr mich einsperrt.
Klar, ich bin bereit, etwas zu tun -
aber ich sterbe,
wenn ihr mich einsperrt.

Ich will in glühender Hitze
mit der Hacke in der Hand
den Acker "pflügen".
Ich will im strömenden Regen Weidezäune stecken,
barfuß Äpfel ernten.
Ich will .....
- ach, was soll´s, es ist zu spät.
Schon rasselt der Schlüsselbund,
und meine Freunde sind fern.

Es gibt keine Abenteuer,
und du wachst jeden Morgen imselben Bett auf wie am Morgen davor...
Es gibt Arbeitszeiten, Wohnungsmieten, einen Chef und Polizisten.
Es gibt keine Schwielen, keinen Schweiß.
- gibt nur brennende Augen und Rückenweh
vom vielen Schreibtischsitzen
..... Und wo bleibt da mein Leben?
Wo bleibe "ich"??

(geschrieben als teenager, als ich dachte, ich müsse mich "ins System einfügen", um überleben zu können...)

schreibt hier wer auch echt schöne Gedichte? :rot:
Ich tät mich sehr freuen, welche zu lesen!! :wink_1:

liebe Grüße!
Wir leben in einem Gefängnis mit offenen Türen und Fenstern und die Frage ist, wer sind die ersten, die sich raustrauen? Wagenhofer www.youtube.com/watch?v=q2WEVdNQAxE
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Re: Gedicht

Beitragvon michi am Sa 8. Jan 2011, 09:40

heeee, das ist ein tolles gedicht !
ich hoffe, deine lage hat sich inzwischen gebessert ! :daumen:

gedichte schreib ich leider keine...
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Re: Gedicht

Beitragvon Buchkammer am Sa 8. Jan 2011, 11:42

Wunderschönes Gedicht. Diese Sehnsüchte schlummern sicher auch noch heute in vielen jungen Geistern, sofern sie nicht durch Drogen unterdrückt werden.

Ich hab in meiner Jugendzeit einige Lieder mit der Klampfe getüftelt. Eben Gedichte mit Musik. :aeh:
Waren aber mehr so Liebesschnulzen und politische Texte dabei. :pfeif:
Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern. Heute bin ich weise und möchte mich verändern. (Rūmī)
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Freiheit

Beitragvon einSein am Mo 12. Sep 2011, 15:27

Hallo,

was wäre wenn (www) es keine Kunst gäbe,
die Welt vom Sichtum darnieder läge.
Zu schaffen das Schöne liegt in uns allen,
wir könnten füllen ganze Hallen.

Doch beschäftigt geschäftig von Zwängen bedrängt,
die linke Hinrhälfte zeigt, wo der Hammer hängt.

Rational und ganz genau,
die Zahlen und Fakten machen uns schlau.
Gib dir Zeit und lass dich gehen,
in manchen Momenten ist nichts zu verstehen,
lass dich treiben im flow und schaff das Schöne.
Dann, in manchen lichten Femtosekunden,
spürst du nicht mehr die gringsten Wunden,
verschmolzen mit der unendlichen Zeit,
eins mit allem in Freiheit...

lg einSein

Magnetstimulanzversuche, welche die linksseite Hemmung verhindern
sollen und die Menschen befähigt, mehr Küstler zu sein:
[1] http://www.centreforthemind.com/images/savantskills.pdf

Frau Brande schreibt 1934, dass ein Teil des Menschen (rationales
Ich), die kreative Seite bekämpft und nicht zur Geltung kommen lässt
(zudem beschreibt sie, wie man diesen Konflikt auflöst):
[2] http://en.wikipedia.org/wiki/Dorothea_Brande
[3] http://www.literaturkritik.de/public/re ... abe=200110

Lepper, Nisbett und Greene weisen nach, das externe Belohnungen
Motivation und Kreativität unterdrücken (sogar minimieren):
[4] http://fitaba.com/page16/assets/Overjus ... Lepper.pdf
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Re: Gedicht

Beitragvon Saurier61 am Mo 12. Sep 2011, 15:40

Hallöle,

ich hätte da auch Eines....

Lebendiges Wasser

Tief aus der Erde springt es aus der Quelle,
springt über Fels und Stein.
Sauber und klar wird es zum Bach

Gefroren hängt es an Ästen und Felsen
durchsichtig klar und kalt.
Es glitzert in der Sonne
es taut und tropft

Winzig kleine Tropfen tanzen in der Sonne
kaum sichtbar der einzelnme Tropfen,
doch ihrer so viele
erscheinen sie undurchssichtig und weiß

Klitzekleine Wassertropfen steigen der Sonne entgegen.
Im Tanz vereint - verbunden schwer
erscheinen uns als Wolke.
Um dann irgendwann wieder auf die Erde zu fallen

Vergewaltigtes Wasser

In der Erde tief verborgen
Mit Pumpen ans Licht gebracht
In Rohre gezwängt und mit Chemie versetzt
Durch Badewannen und Toiletten gespült
Verdreckt und missbraucht

Es flieht zum Himmel.
Befreit sich vom Zwang.
Wird wieder zur Quelle, Bach...

Leben

Lieben Gruß von
Helga
Diplomatie ist... Jemanden so zur Hölle zu schicken, dass er sich auf die Reise freut.....
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water

Beitragvon einSein am Mo 12. Sep 2011, 15:53

Hola,

Wasser ist in uns allen,
es strömt und fliesst,
manch einer es sogar genießt.

es behält seine Form,
befördert das Leben,
und gäb´s keinen Dampf,
wär´s mit dem www ein Krampf.

so schreiben wir ein großes Hurra,
Wasser du, nur du, na klar...

hasta luego
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Re: Gedicht

Beitragvon Little Joe am Mo 12. Sep 2011, 19:33

Willst du für eine Stunde glücklich sein,
so betrinke dich.
Willst du für drei Tage glücklich sein,
so heirate.
Willst du für acht Tage glücklich sein,
so schlachte ein Schwein und gib ein Festessen.
Willst du aber ein Leben lang glücklich sein,
so schaffe dir einen Garten."

chinesisches Sprichwort
Erstaunlich, dass Menschen, die alles besser wissen, nie etwas besser machen.
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Re: Gedicht

Beitragvon ina maka am Di 13. Sep 2011, 11:50

hallo!

@Saurier: wunderschön!!
Und so ein optimistischer Schluss.....

liebe Grüße!
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Re: Gedicht

Beitragvon Sonnenblumeli am Sa 26. Jan 2013, 18:55

winter.jpg
winter.jpg (5.94 KiB) 5103-mal betrachtet


Im Winter

In der schönen Winterzeit
wenn es draußen stürmt und schneit
geh ich in den Lagerraum
um den Vorrat anzuschauen
mein Herz erfreut sich an der Pracht
die mich da so schön anlacht.


Obstkonserven und Tomaten
Bohnen für den Sonntagsbraten
saure Gurken, Paprika
Konfitüre wunderbar
Möhren, Erbsen und zum Schluss
steht noch das Melonen Mus

Und ich denke voller Glück
an die Sommerzeit zurück
hab ich doch den Sommer über
eingekocht, teils wie im Fieber
um im Winter dann zu haben
diese schönen Sommergaben

Aprikosen, Kirschen, Quitten
werden jetzt zu Früchte – Schnitten
aus den Pflaumen wird ein Kuchen
und wenn Freunde uns besuchen
dann ist eins, zwei, drei … oh Schreck
schnell der ganze Kuchen weg

Die Gläser sind dann wieder leer
und es müssen neue her
der Frühling lässt noch auf sich warten
doch bald schon kann ich wieder starten
Pflanzen setzen, gießen, harken
ach, ich kann es kaum erwarten

:kaffee:
Wenn Du deinen Weg gehst, fügen sich die Dinge!
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Re: Gedicht

Beitragvon ina maka am Sa 9. Mär 2013, 14:22

reimt sich zwar nicht - es ist meine Antwort auf die Frage einer Freundin "wieso frierst du eigentlich nie??" :aeh:

WARUM ICH ALS KIND KEINE JACKE WOLLTE - oder: EIN SCHNEEMANN FRIERT NICHT

Lass die Kälte ein!
Lass es zu, dass sie dich durchdringt!
Atme den Frost,
Trink den Schnee, die Eiskristalle....
Es ist Winter -
wehre dich nicht!
Lass die Kälte ein,
lass den Wind
durch dich hindurch,
lass ihn weh´n!
Schütze dich nicht!
Werde selber Teil des Frostes,
werde selber kalt!
und spüre,
fühle
den Winter,
das Eis,
den Schnee.....

Vielleicht verstehst du dann,
was dir der Winter zeigen will
und lernst von ihm:
wie man Kristalle formt,
wo reine Unschuld
im weißen Schnee
geboren wird,
und
wer die Eisblumen malt.....

(ist ein Gedicht! keine Anleitung zu "verkühle mcih täglich ;)
ich bin aber tatsächlich kaum mal verkühlt)
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