E-drum mit Piezzos "selbermachen"

E-drum mit Piezzos "selbermachen"

Beitragvon viktualia am So 22. Okt 2017, 11:09

(Olaf hatte angefragt, als ich den Nutzen alter Blechdeckel erwähnte-)
Hmm, die Anführungszeichen sind in dem Falle wichtig, es werden nur die "Pads" selber gemacht
und das auch nur, um das Ganze mit den Fingern spielen zu können statt mit Stöcken. (Platzsparend und mehr Finger als Stöcke nutzbar...)
Also, es geht um dies hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronisches_Schlagzeug
sprich, der Computerteil (Soundmodul) ist gebraucht gekauft, allerdings ohne die "Trommeln", diese bestehen aus alten Blechdeckeln.
("Alte" heist in dem Falle ohne "Froschklick", diesem Geräuschteil, der dir garantiert, der "erste" zu sein....)
Unter die Deckel ist je ein Piezzo geklebt - mit Epoxy, bei 50Grad nen Nachmittag im Backofen gebacken (slow cooking....), mittig.
Drumrum ist ein Stück Moosgummi in der Dicke des Deckels, Ananasmässig geschnitten, also Loch in der Mitte.

Tja, das wars schon fast, gut 20 Stück auf ne Art flaches, ansteigendes Regal montiert, (wie ne flache Arena...) damit man schön mit den Händen drankommt.
(Die Sounds sind im "2box" drin) Er probiert jetzt grade aus, welche er wo nimmt; ich hab gestern bissl mit gespielt, funktioniert gut.

Warum das Ganze? Er ist eigentlich Klavierstimmer, aber vor allem genial,
halt auch Metaller, kann auch Computer und Instrumentenbau.
Na ja, und sein "Traum", das, was er für sein Seelenheil erfinden und bauen musste, ist ein 19-Ton Instrument,
damit er endlich saubere Terzen hat. Hat er nu die ersten fertig und es geht ums musizieren.
Die ersten 19Ton Gitarren und Bässe sind auch fertig (Bünde umgebaut).
Für Aufnahmen braucht er ein Schlagzeug - ein echtes ist zu groß, zu laut und auch schwer aufzunehmen.
Hat geklappt.

19Ton Instrument bedeutet, dass es, wäre es ein Klavier, nicht nur eine schwarze Taste zwischen den Weißen gibt, sondern 2,
(da wo keine schwarze ist, ist eine neue dabei).
Also weiter 7 ganze Töne, aber "sauberere" Abstände dazwischen, dass man das Ganze so spielen kann, wie sonst nur Geigen oder Cellos oder andere bundlose Instrumente.
Ein akkustisches gibt es, die anderen werden mit vielen Tonabnehmern verdrahtet;
die Töne werden angeschlagen (getappt) und können auch "gezogen" werden.
Es sieht aus wie ne liegende Harfe und klingt, als wäre Jimmy Hendrix im Himmel langweilig geworden und er hätte sich für seine Wolke eine Gitarre gebaut. Sehr, sehr geil.
Natürlich sollen die Dinger auch mal verkauft werden, sind dann aber mächtig teuer weil unendlich viel Arbeit drinsteckt.
Zielgruppe sind dann auch Musikhochschulen, weil "die Prinzipien der Ordnung des Tonraumes direkt erfahrbar werden.
Die 12 Töne sind eine recht willkürliche Ordnung, die aber aus Gewohnheit zum Maß aller Dinge wurde". O-Ton Micha,
-es fallen halt Kompromisse weg, die sich im Laufe der Zeit ergeben haben.
Ich verlink mal die unfertige Seite, es dürfte klar sein, dass dies kein "normaler Werbelink" ist.
http://19ton.de/index.html
Lach, noch Fragen?
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Re: E-drum mit Piezzos "selbermachen"

Beitragvon Olaf am So 22. Okt 2017, 11:36

Nein, aber einen Kommentar: Ein Schreibstil voll nach meinem Geschmack. Ich bezweifel, dass ich es jemals richtig verstehen werde (immerhin: meine Frau hat mir gestern auch was an der Gitrarre erklärt, was ich die letzten fast 40 Jahre nicht begriffen habe, Wunder geschehen also), aber es ist trotzdem ein Vergnügen das zu lesen! Kannst ihm mal ausrichten.
LG
Olaf
Eigentlich bin ich ein netter Kerl.
Wenn ich Freunde hätte, könnten die das bestätigen.
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