Wolle, die nicht kratzt?

kleinesLicht
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Wolle, die nicht kratzt?

#1

Beitrag von kleinesLicht » Mi 10. Okt 2012, 15:52

Ich suche StrickWolle, die moeglichst nicht aus Oel oder sonstigen Unannehmlichkeiten besteht, sondern vom Tier stammt.

Als Sensibelchen macht mich auch das geringste bißchen Kratzen schier verrueckt. Da der Winter vor der Tuer steht, brauche ich unbedingt etwas Warmes, die Nadeln werden mit Sockenwolle gerade fuer einen Pullover vorgeglueht, aber ich weiss nicht, worauf ich achten muss, um nicht den x-ten Wollfehlkauf zu taetigen!

Bitte helft mir! :flag:

Gestern habe ich Sockenwolle gefunden mit Nylon. Da gibt es also welche mit Polyamid, welche mit Baumwolle, welche mit Viskose & Lycra usw. usf. Wo sind denn da die Unterschiede? ...dass da ueberhaupt noch jemand durchsieht, wundert mich :aeh:
viele Grüße
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Sabi(e)ne
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Re: Wolle, die nicht kratzt?

#2

Beitrag von Sabi(e)ne » Mi 10. Okt 2012, 16:22

:lol: Moin,
so schwierig ist das nicht.
Sockenwolle ist aber nix für Pullover, wenn du nicht kratzfest bist, das ist dir aber klar, ja?

In Sockenwolle kommt Nylon oder Polyamid zur Erhöhung der Haltbarkeit.
Baumwolle für weniger Wärme im Sommer, Lycra für Elastizität, Viscose für glänzendes Garn.

Hier in D haben wir verdammt wenig Auswahl :lol: , in Amiland gibt es Sockengarn mit Alpaca, Mohair, Angora, Seide, Büffel - alles was dir einfällt.

Sockenwolle ist aber nicht das Feinste an Schaf - muß es ja auch nicht, soll ja lieber halten.
(wobei die Qualität der Sockenwolle in D gegenüber 1980 schwer nachgelassen hat - ist halt nicht gut fürs Geschäft, wenn Socken 12-20 Jahre halten.... :mrgreen:)

Verträgst du Angora oder Alpaca auf der Haut?
Beides ist sehr weich, aber manche Leute (wie ich) werden trotzdem irre davon, weil es nicht piekt, sondern ganz leicht kitzelt. Für Socken aber nicht strapazierfähig genug, und Pullover daraus sind sehr, sehr warm.
Was willst du denn genau machen? Pullover für drinnen oder draußen? Über oder unter weiterer Kleidung?
Strick ist sehr winddurchlässig - kann man hierzulande selten ohne dichte Jacke tragen.
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Re: Wolle, die nicht kratzt?

#3

Beitrag von Reisende » Mi 10. Okt 2012, 17:47

Reine Merino Wolle ist ziemlich weich. Ich teste das im Laden immer, indem ich mit einem Knäuel über die Unterarminnenseite streiche, da ist die haut ja recht zart und empfindlich.
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.

Claire

Re: Wolle, die nicht kratzt?

#4

Beitrag von Claire » Mi 10. Okt 2012, 17:55

Ich kann Angora wäääärmstens empfehlen!
http://www.seidenhase.de/
:holy: :has:

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Re: Wolle, die nicht kratzt?

#5

Beitrag von Lehrling » Mi 10. Okt 2012, 20:43

in einem anderen Forum hab ich mal folgendes gelesen, vielleicht kannst du damit was anfangen:
Wollsachen die kratzig sind, werden schön unkratzig, wenn man sie 2-3 mal einer Wollfettkur unterzogen hat. Einfach über Nacht einlegen, schleudern, trocknen und nach ein paar Wochen nochmal .... je öfter getan, desto unkratziger. Da kann man dann auch Wollunterhemden tragen. Positiver Nebeneffekt, die Wolle wird schmutzabweisend und wasserabweisend und ihre Selbstreinigungskraft wird erhöht. Einfach lüften und dann wieder tragen. Geht ganz oft.

also das mit dem einfetten läuft so. Du nimmst wollfett =lanolin ohne Wasser erhältlich in der Apothek (unbedingt ohne wasser, musst du ganz doll betonen beim Apotheker). Ca 100gr reichen ewig. Man löst einen knappen 1TL von dem Wollfett in heißem Wasser in einer großen Tasse (am besten aus dem Wasserkocher) auf, dazu muss man etwas Spüli als Emulgator hinzutun. Richtig aufgelöst ist es wenn es wie Milch ist. Dann alles in eine große Schüssel wo das Kleidungsstück reinpasst mit lauwarmen Wasser vermengen und das Kleidungsstück ein paar Stunden rein legen. Schleudern ohne zu spülen, trocknen, fertig. Dann braucht man die Sachen nurmehr lüften. Macht alles super wasserabweisend fast dicht und Schmutzabweisend und schön weich. Wichtig ist, dass keine Fettaugen auf der Lösung schwimmen, dann ist es noch nicht richtig aufgelöst.
Die Wollhosen für Windeln werden doch auch mit sowas behandelt, damit die ganz weich sind für die Babyhaut, da gibt es wohl auch fertige Lotion -- mal in Naturwarenläden Ausschau rumfragen.

liebe Grüße
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Re: Wolle, die nicht kratzt?

#6

Beitrag von Sabi(e)ne » Mi 10. Okt 2012, 21:01

@ Lehrling: Wolle mit viel mehr als 25mic wird davon auch nicht feiner oder nichtkratziger - der einzige Faktor beim Kratzen ist die Haarfeinheit, und da ist alles über 40mic einfach "rauh" wie Teppichgarne.
Ich bin ja schon leidensfähig :lol: , und bevorzuge Wensleydales mit 35-40mic, aber z.B. Claire's Angoras sind ja nun mal ne ganze andere Klasse - die haben irgendwas unter 20mic.

Um dickere Haare weicher zu kriegen, gibt es nicht viele Möglichkeiten - ein Grund, warum die Schafzüchter bei Wollsorten ständig versuchen, feinere Haare zu züchten - das feinste Merino weltweit ist ein 13mic.

Lanolinkuren machen ja nur die Oberfläche des Strickstücks glatter, nicht wirklich die Haare selbst.
Grobes Zeug bleibt halt grobes Zeug. :aeh:
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Re: Wolle, die nicht kratzt?

#7

Beitrag von kleinesLicht » Mi 10. Okt 2012, 23:35

Vorrangig geht es mir um einen Pullover! Selbst bei adaequaten Temperaturen ist es bei uns kalt, ohne Ende, weil ewig der Wind faucht. Also, ein warmer Pullover unter eine Wind- bzw. Regenjacke.

Strick auf nackter Haut geht bei mir gar nicht, da werd ich wahnsinnig (Wie machen die das bloss mit Angoraunterwaesche?). Ich wuerde schon einen Pulli drunterziehen.

Sabiene, kennst du die Hamburger Wollfabrik? Da kann man sich ein Garn zusammenstellen lassen, ist aber nicht verzwirnt. Dort habe ich die Sockenwolle mit Nylon gefunden und weiss nicht, wo der Unterschied zu der mit Polyamid ist, deswegen meine Frage. Ein Pullover aus Sockenwolle wird wohl eher eine Art Kettenhemd ;)

Reisende, ich war letztens in einem Handarbeitsladen. Sehr enttaeuschend das Ganze! Nur eine einzige Marke und hauptsaechlich Kunstwolle. Eine hatte es mir angetan, die war super (auch in der Ellenbogenbeuge) 100% Merino, superwash.

So, Claire, ich bin schon lange auf deiner Seite gewesen ;) Ich koennte mir gut vorstellen, Kaninchen als Wolllieferanten zu halten (Lieber heute, als morgen), sehe da aber einen Riesenberg Arbeit auf mich zukommen und, ich kann weder spinnen, noch filzen. Was soll ich dann mit der Wolle machen?

Lehrling, sind die Wollueberhosen nicht hauptsaechlich wegen der Naesse so behandelt? Ich habe sie leider nie probiert, weil ich mir nicht vorstellen konnte/kann, wie man die behandelt.
viele Grüße
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Re: Wolle, die nicht kratzt?

#8

Beitrag von Lehrling » Do 11. Okt 2012, 10:42

@ Sabi(e)ne

danke fürs Erklären. Da ich selbst unempfindlich bin, dachte ich, mit Weich/ Glattmachen der Fasern wäre schon geholfen.

@kleinesLicht
ich stricke mir gerne Pullover aus Sockenwolle, weil die nicht so dick sind, aber strapazierfähig. Bei dem Garn hab ich kaum Probleme mit Pilling.
ja, wegen der Nässe werden die Windelhosen so behandelt. ABer weich und glatt müssen die auch sein, weil die ja am Bauch und an den Oberschenkeln direkt auf der Haut liegen und das beim Strampeln ja auch reibt.

liebe Grüße
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Re: Wolle, die nicht kratzt?

#9

Beitrag von Claire » Do 11. Okt 2012, 11:35

kleinesLicht hat geschrieben: So, Claire, ich bin schon lange auf deiner Seite gewesen ;) Ich koennte mir gut vorstellen, Kaninchen als Wolllieferanten zu halten (Lieber heute, als morgen), sehe da aber einen Riesenberg Arbeit auf mich zukommen und, ich kann weder spinnen, noch filzen. Was soll ich dann mit der Wolle machen?
Spinnen lernen!
:mrgreen:
Ich hab auch erst vor etwas mehr als einem Jahr angefangen.
Was könnte man als (angehender) Selbstversorger an kalten langen Winterabenden denn besseres tun? :schaf_1:

Sooviel Arbeit macht eine kleine Herde Angoras doch gar nicht.
3-4 Tiere liefern zusammen etwa 2 Kilo Wolle pro Jahr...damit lässt sich einiges spinnen und stricken.
Außerdem verstoffwechseln sie Wiesen- und Gartengrün prima in besten Gartendünger.
Geschoren, bzw gepflückt werden muss nur alle 3-4 Monate, einmal im Monat ist Filz-Check mit einem bisschen Durchkämmen...das wars schon.
Momentan hab ich hier ca. 50 Angoras. So eine Menge ist schon eher ein Riesenberg Arbeit! :flag:
Sind aber zur Hälfte Jungtiere, die entweder demnächst neue Wirkungskreise finden müssen oder in den Mägen der Katzen landen.
25 adulte Tiere reichen mir völlig. :pfeif:

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Re: Wolle, die nicht kratzt?

#10

Beitrag von Reisende » Do 11. Okt 2012, 11:53

Mal so kurz halb OT: Kann man die Angora-Karnickel auch essen? Also schmecken die gut? Dann würd ich mir das eventl auch überlegen. Aber wenn ich noch mehr Viecher haben will, spielt meine bessere Hälfte irgendwann sicher nicht mehr mit. :lol:
da ich laktose und gluten hervorragend vertrage, leiste ich mir als ausgleich dafür einige intoleranzen im zwischenmenschlichen bereich.

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