Wie eine möglichst dicke, grobe Strickjacke stricken?

Wie eine möglichst dicke, grobe Strickjacke stricken?

Beitragvon Jens77 am Di 15. Aug 2017, 17:23

Hallo,

vom Stricken habe ich leider keine Ahnung, die letzten Jahre habe ich Felle auf Märkten verkauft, man braucht aber immer wieder Produkte, mit denen man winzige Nischen ausfüllen kann.

Am Liebsten würde ich handgestrickte Jacken aus lokaler Produktion anbieten, habe aber gelesen, dass jemand, der sich damit auskennt, selbst wenn man nur den Mindestlohn berechnen würde, über 100 Euro für ein Paar Socken nehmen müsste.

Also fällt das aus, vermute ich.

Um eine möglichst dicke, grobe ("chunky" auf den englischsprachigen Seiten) Strickjacke zu stricken, bräuchte man zunächst mal möglichst dicke, voluminöse Wolle, richtig? Falls möglich, soll Wolle von Neuseeland-Schafen verwendet werden, gibt es da besonders passende Wollsorten?

Das Design soll relativ schlicht einfarbig sein (von der Stricktechnik scheinen Island- und Norwegerpullover passend zu sein, oder liegt das einfach an der dicken Wolle?) und auf den ersten Blick den Eindruck erwecken und den beim anprobieren auch bestätigen, dass es sich um eine Jacke handelt, die man sich jetzt mal gönnt, die einen dann aber auch für lange Zeit warm hält und Freude bereitet - Qualität ist wichtiger als günstige Produktion.

Hat da jemand eine Idee - wo finde ich Informationen dazu, welche Wolle empfehlenswert ist und welche Strickmuster/-Techniken hier passen würden?

Danke und LG
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Re: Wie eine möglichst dicke, grobe Strickjacke stricken?

Beitragvon Waldläuferin am Di 15. Aug 2017, 18:19

Hallo,
wenn Du eine Jacke aus regionaler Produktion stricken willst, wieso dann mit Neuseeland-Wolle? Es gibt auch heimische Wolle, gerade für Jacken, wo sie nicht so weich sein muss.
Strickmuster findest Du zu hauf bei Ravelry, da kannst Du auch die Wolle auf "chunky" eingrenzen. Leicht zu stricken sind Anleitungen nach "Raglan von oben" (rvo).
Aber wenn Du die Arbeit des Strickens in Euro bewerten willst, wird es teuer.
Viele Grüße
Waldläuferin
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Re: Wie eine möglichst dicke, grobe Strickjacke stricken?

Beitragvon strega am Di 15. Aug 2017, 20:56

wennde nicht tagelang oder wochenlang stricken willst, vielleicht ein Westchen filzen? Geht wesentlich schneller....
Oder passt das net so ganz ins Bild zu den Fellen? Kannst ja ein Büschel Rohwolle dazuhängen zur anschaulichen Illustration :)
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Re: Wie eine möglichst dicke, grobe Strickjacke stricken?

Beitragvon Jens77 am Mi 16. Aug 2017, 01:06

Danke,

Aber wenn Du die Arbeit des Strickens in Euro bewerten willst, wird es teuer.


Ja, leider müsste man da wohl Kunden haben, denen Geld egal ist. Auch im geliebten Dänemark oder der Schweiz hätte man damit kaum eine Chance, vielleicht noch in Island, aber da hatte ich noch nie einen Markt. Deswegen kann ich wohl nur in Ländern produzieren, wo die Lohnkosten nicht so extrem sind...ist traurig, aber so läuft's, wenn man selbst damit überleben will. :eek:
Muss Neuseeland-Wolle nehmen, weil das da standardmäßig verwendet wird...Danke für Ravelry.

Gruss auch an strega, gefilzt ist nicht genau das, wonach ich suche, Danke für den input:-)

LG
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Re: Wie eine möglichst dicke, grobe Strickjacke stricken?

Beitragvon Zottelgeiss am Mi 16. Aug 2017, 07:52

Moin, ich hab noch Wolle von meinen eigenen Schafen, sehr dick gesponnen, drei- und sechsfädig. Hell natur. Waren Mecklenburger Schafe, die Wolle wurde bei Blunk in Bad Segeberg gesponnen. Nach der genauen Menge müsste ich mal gucken, sind aber ein paar Kilo. Falls Du daran Interesse hast, kannst mich ja anschreiben.

Ansonsten, selber stricken im Winter :aeh:
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Re: Wie eine möglichst dicke, grobe Strickjacke stricken?

Beitragvon Hildegard am Mi 16. Aug 2017, 22:00

Zottelgeiss hat geschrieben:
Ansonsten, selber stricken im Winter :aeh:

Wenn sie doch von Strickn keine Ahnung hat, wie sie selber schreibt. :hmm:
LG Hildegard
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Re: Wie eine möglichst dicke, grobe Strickjacke stricken?

Beitragvon Jens77 am Mi 16. Aug 2017, 22:27

Danke für das Angebot, Zottelgeiss,

ich habe 800 Knöpfe (bzw. das, was zu Knöpfen verarbeitet werden soll -wenn die ersten Jacken fertig sind, stelle ich ein Bild ein...der Thread ist auch als Tritt in den Hintern für mich gedacht, der letzte Markt, den ich gemacht habe, war Weihnachtsmarkt Kopenhagen :pfeif: :engel: (Edit: und warum auch immer scheint es mir wichtig, zu betonen, dass ich niemandem auf Tasche liege))...ich brauche vermutlich mehrere Zentner Wolle, soll zwar nach und nach produziert werden, sollte aber immer die gleiche Wolle sein.

An Hildegard: Lustig, dass Du "sie" schreibst ( ich heiss Jens und seh trotz langen Haaren auch so aus ;) ), die Zeile im Startpost "...jemand, der sich damit auskennt..." lautete erst "...eine erfahrene Strickerin..." und dachte mir dann, ich formuliere das mal neutraler...gibt wohl wirklich keine strickenden Männer? :)

LG
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Re: Wie eine möglichst dicke, grobe Strickjacke stricken?

Beitragvon Lysistrata am Mi 16. Aug 2017, 23:32

Jens77 hat geschrieben:gibt wohl wirklich keine strickenden Männer?


Doch, in Peru, auf de Insel Taquile im Titicaca See

http://www.fotocommunity.de/photo/stric ... o/11814496

Die stricken dort superschöne Sachen, nur ist alles so bio, dass alles, was ich da erworben hatte, sich als Mottenzucht entpuppte während eines Sommers. :ohoh:
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Re: Wie eine möglichst dicke, grobe Strickjacke stricken?

Beitragvon viktualia am Do 17. Aug 2017, 08:26

so bio, dass alles, was ich da erworben hatte, sich als Mottenzucht entpuppte während eines Sommers. :ohoh:

Lavendel, Patschouli, Wermut......

Jens, wenn filzen nix ist, wie ist es mit Weben?
Gewebte Westen; Pulli mit Arm wär wieder aufwändig, aber ohne Arm ginge gewebtes zügiger als gestriktes.
Abgesehen davon, dass du für dicke Kettfäden selber nen Webstuhl bauen müsstest, was sich bei der Menge aber lohnen könnte.

Und: selbstgemachte Knöpfe sind oft schwer und hängen, grade an gestrikten Sachen, doof runter. Was für ein Material hast du denn da?
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Re: Wie eine möglichst dicke, grobe Strickjacke stricken?

Beitragvon strega am Do 17. Aug 2017, 13:45

Motten haben keine Chance, wennde das Objekt der Begierde ins Gefrierfach oder -Truhe packst.
Wahlweise in heissen Gegenden ins 60 Grad heisse Auto.... geht bei mir super.

ich kauf nie Neem und co, geht wunderbar auch so.
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