Meine Erfahrungen sind ähnlich, ich werde meinen Mini-Testbackofen wieder abreißen. Ich hatte ihn extra klein gebaut, in der Hoffnung dann weniger Holz zu brauchen. Man kann Pizza darin machen, das kriege ich aber auch in einem Kugelgrill mit Deckel hin. Obwohl die Wände nur 12,5 cm dick sind, muss man ewig heizen um ihn warm zu kriegen und er qualmt wie die Sau wenn man Holz nimmt, Holzkohle geht besser. Ich habe einmal ein Brot gebacken, allerdings hat der zuviel Unterhitze, selbst wenn man ihn nach dem Heizen entsprechend abstehen lässt. Man bekommt schon ein Brot hin, nur muss ich sagen, dass ich das in besserer Qualität und mit deutlich weniger Aufwand auch in meinem Haushaltsbackofen hinkriege. Nun muss ich sagen, dass wir seit 15 Jahren einen guten Teil unsereres Brotes selber backen, die Ansprüche sind also schon relativ hoch.
Bei mir ist die Öffnung im Vergleich zum Ofen auch viel zu groß, da verliert er massiv Hitze, als Tür hatte ich nur ein (Eichen)Brett und einen großen Lehmziegel verwendet. Ich würde mich, wenn ich nochmal was bauen wollte, wohl der Erfahrung unzähliger Generationen fügen und einen viel größeren Ofen bauen. Die Wände, wenn aus Lehm, doppelt so dick machen und dann eine Lage Isolierung, dann nochmal eine Lage Steine oder so. Dann eine solide Tür usw. Problem ist, da braucht man dann wieder ein Fundament, eine schöne Tür usw. usf. Es gibt fertige Bausätze von der Firma Häußler, die liegen um 2000€ und sollen gut funktionieren (die haben noch andere feine Sachen, der Katalog ist schön zum Träumen, die Preise sind allerdings unglaublich hoch). Die haben auch den Vorteil, dass die Öfen rechteckig sind, da ist die Wärmeverteilung besser. Die sind aus Schamott und ich könnte mir gut vorstellen, dass die auch etwas effizienter laufen als ein selbstgebauter Lehmofen.
Allein, es bleibt dabei: Man verbraucht für den Bau unheimlich Material und zum Anheizen jede Menge Brennholz. Hier ist Holz knapp und teuer, wer nun jede Menge Käferholz liegen hat (Nadelholz ist am besten zum Anfeuern) und Spaß am Kleinhauen den wird das nicht kümmern. Man muss die großen Öfen beim Backen aber vollmachen, auch aus backtechnischen Gründen (z.B. Feuchtigkeit) d.h. je nach Ofengröße 10 Brote sollten es dann schon sein. Vorher wird man Pizza backen, hinterher vielleicht noch Kuchen oder Fleisch, am Ende eventuell was dörren. Den Teig für 10 Brote zu machen ist dann wieder Sklavenarbeit, weil kaum einer eine Knetmaschine für 10 kg Teig hat usw. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Mein Fazit: Als Samstags-Event mit Freunden, wenn man an sowas Spaß hat, eine feine Sache. Für die allgemeine Selbstversorgung eher ungeeignet. Wenn ich dereinst mal eine Küche besitzen sollte die größer ist als ein Hundeteppich kaufe ich mir eventuell einen Elektro-Steinbackofen - ähnliches Ergebnis, weniger Ressourcenverbrauch beim Backen.

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