Lehmfußboden

kaktus-farmer
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Re: Lehmfußboden

#11

Beitrag von kaktus-farmer » So 23. Jul 2023, 21:17

Hi,
Schon weiter gekommen? Ich will eine Lehmfußbodenheizung machen. Also kein Betonestrich sondern Lehmestrich. Da die Aluverbund rohre rein. und dann einen Holzboden auf lagerhölzern drauf. Bin gespannt auf deine Erfahrungen!

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Tscharlie
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Re: Lehmfußboden

#12

Beitrag von Tscharlie » Mo 24. Jul 2023, 05:42

Macht man egentlich dann ohne Estrich.

Schau mal bei WEM www.wandheizung.de wie die das mit Holzboden und Fußbodenheizung machen.

Besser ist es den Zwischenraum (Decke-Holzboden) mit einer Dämmung auszufüllen. Zum Beispiel Stopfhanf.

Die Fußbodenheizung ist dann viel "schneller", da nicht zuerst der Estrich aufgeheizt werden muss, sondern direkt der Hlzboden erwärmt wird.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. M.Gandhi

kaktus-farmer
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Re: Lehmfußboden

#13

Beitrag von kaktus-farmer » Mo 24. Jul 2023, 21:28

Naja, genau das mit dem schneller ist bei mir eh quatsch. Habe ein kfw 40 plus haus. Alles Holz und Holzfaser, außer im Keller. Dort habe ich sowohl in die 30cm dicke Betonbodenplatte als auch in die Teile der Kellerdecke die wegen Hangdruck in Beton ausgeführt werden mussten gleich Fußbodenheizungsrohre reingelegt. Im Keller (da wohnen wir aktuell noch bis das Haus fertig ist) habe ich den Betonboden nur mit der Flex zum Fertigfußboden abgeschliffen. Eigentlich also reaktiv. Wenn die Heizung nicht erst die riesen Masse erwärmen müsste...
Im Rest des Hauses möchte ich die FBH in ca 5cm Lehm einpacken und oben drauf 2cm starkes Eichenmassivholz. Da ist auch nix mit schnell. Bis die paar Grad Temperaturunterschied durch 2 cm Eiche in den Raum gehen... Naja mein Topfuntersetzter ist nur halb so dick und wenn ich den Topf mit 100 Grad vom Herd nehme spür ich da drunter nichts... . Mein selbst gebastelter Ringgrabenkollektor (Erdwärme) läuft sehr effitient aktuell hab ich im tiefsten Winter bei 28 Grad Vorlauftemperatur 24,5 bis 25 Grad Raumtemperatur und einen COP von weit über dem was der Hersteller Nibe angibt. Aber auch da ist nix mit "schnell"
Mein Konzept ist also das Gegenteil von dem was oft propagiert wird. Ich will keine schnelle Heizung sondern eine konstante Temperatur. Das Haus ist eh immer bewohnt und es ist sehr gut isoliert. Es soll also die Temperatur halten! Sobald die PV Läuft werde ich die Heizung so einstellen dass sie am Tag minimal höher fährt damit sie Nachts wenn die Sonne keinen Strom macht auch keinen braucht sondern die in der Masse gespeicherte Wärme über die Nacht reicht. Die ganzen renomierten Hersteller kenne ich. Habe mir die meisten Systeme auch persönlich angeschaut und beschlossen ich gehe auf DIY. Orientiert habe ich mich ursprünglich an dem Aufbau von Lithotherm. Eine Firma aus Bayern hat sogar schon Heizungen in der Art wie ich es vor habe realisiert. Allerdings machen die Sperrholzplatten drunter. Das ist nicht ganz meine Welt.
Unten muss auf jeden Fall eine Schüttung (am besten gebunden rein, denn da ich Massivholzwände und Decken habe die Sicht sind, muss alles über den Boden Laufen: Strom, Lüftungsrohre, Heizung, Trinkwasser warm und kalt, Zisternenwasser, Heizkreisverteileranbindungen, Smarthome, Lan... Da wirds ganz schön eng...
geplant hatte ich mit Energieberater und Statiker dass ich unten 7,5 cm trockenen Split als Schüttung nehme (wegen schallschutz und als Ausgleich in der Installationsebene) darauf 2 x 2cm Holzfaser wegen Lastabtragung und als Trittschall und Entkopplung. Daruf dann z.B. Ölpapier und die Lehmfußbodenheizung mit Lagerhölzern. Jetzt habe ich aber Muffe, dass sich der Split an kleinen Ritzen verselbständigt. Lehm wäre eben viel Zeitaufwendiger aber wäre eben gebunden und einfach auch ein schönes Material.

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emil17
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Re: Lehmfußboden

#14

Beitrag von emil17 » Mo 24. Jul 2023, 21:52

kaktus-farmer hat geschrieben:
Mo 24. Jul 2023, 21:28
geplant hatte ich mit Energieberater und Statiker dass ich unten 7,5 cm trockenen Split als Schüttung nehme (wegen schallschutz und als Ausgleich in der Installationsebene) darauf 2 x 2cm Holzfaser wegen Lastabtragung und als Trittschall und Entkopplung. Daruf dann z.B. Ölpapier und die Lehmfußbodenheizung mit Lagerhölzern. Jetzt habe ich aber Muffe, dass sich der Split an kleinen Ritzen verselbständigt. Lehm wäre eben viel Zeitaufwendiger aber wäre eben gebunden und einfach auch ein schönes Material.
Statt Splitt kannste auch Bimsmehl oder extra Ausgleichschüttware in Säcken nehmen, das wird dann nicht so schwer.
Was spricht dagegen, unter die Trockenschüttung zuerst ein starkes Papier als Rieselschutz auf die tragende Deckenschalung zu legen? Staub de aus der Decke bröselt ist eine Pest.
Wenn du Parkett willst, sollte das flächig aufliegen und ohne Lagerhölzer verlegt werden, die nur die Lastverteilung stören. Ich würde das ganz in Trockenbauweise machen, Lehm da wo er an der Oberfläche ist. Ein grosser Vorteil des Lehms ist das sehr hohe Wasserspeichervermögen, ohne dass er sich feucht anfühlt, was ausgleichend aufs Raumklima wirkt. Das wird durch die Parketthaut behindert, Wenn der Lehm nicht ganz trocken ist, was ohne Trockenheizen fast nicht geht, könnte das Massivholzparkett darüber schüsseln.
Eine gute Alternative zu Massivholzparkett sind unglasierte Terrakottas. Die sind für Bodenheizung besser geeignet, und sie werden bei Pflege mit Schmierseife immer schöner.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.

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Re: Lehmfußboden

#15

Beitrag von Küstenharry » Di 25. Jul 2023, 09:44

Interessante Bauweise, ähnlich unserer beim Strohhaus.
Welche Massivholzbauwand hast du?
Das Rieselschutzpapier geht aus eigener Erfahrung auf dem Blindboden unter den versorgungsleitungen beim Bau kaputt, besser dünne Hartfaserplatte nehmen.
Wir haben darauf die Fibotherm Trockenschüttung genommen. Gebtanter Lehmkugeln.
Darauf osb lastverteilplatte sonst drückt es dir in den Laufwegen alles weg.
Darauf dann genutzte Holzfaserplatten für die Fussbodenheizung mit wärmeblechen und lagerhölzern. Eichendielen verschraubt und fertig.
Deine lehmpackung müsste komplett durchtrocken bis da Dielen drauf dürften.
Gruss von der Küste

Harry

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Re: Lehmfußboden

#16

Beitrag von kaktus-farmer » Di 25. Jul 2023, 17:01

Rieselschutz kommt überall drunter, liegt schon hier... Teilweise auch schon installiert aber fast noch nirgends weil ich nicht will dass er reißt bevor ich was drauf mache. Guter Punkt mit dem Schüsseln! Dachte erst ich zieh sauber ab, lasse Trocknen und mache dann bevor ich die Eichendilen drauf lege nochmal ne dünne schicht, für eine bessere Verbindung... Aber das mit dem Schüsseln ist ein starkes Argument dagegen.
Wie würdest es ohne Lagerhölzer machen? ich kann die Dielen im Gegensatz zu Beton ja nicht kleben. Da muss ich doch schrauben, oder? in den Gefachen zwischen den hölzern wäre die Lehm FBH.
Terra Cotta klingt auch spannend. Für die FBH natürlich um Welten besser, wobei sich die Frau schon auf Eiche eingeschossen hat... könnte schwierig werden... Kennst jemand der das hat... Statt Terra cotta könnte man dann ja eigentlich gleich einen fertigen Lehmboden machen, oder... Wobei ich mir das sehr emfpindlich vorstelle und ich habe zwei Vollgaspiloten Töchter...
Trockenheizen ist kein Problem. Heizung läuft schon seit fast 2 Jahren... halt nur im Keller bisher... Wandheizungen sind auch schon angeschlossen laufen halt noch nich...

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Re: Lehmfußboden

#17

Beitrag von kaktus-farmer » Di 25. Jul 2023, 17:02

Habe die Brunthaler Massivholzwand mit 24cm Holzfaserdämmung. Drauf ne kreutzlattung und daruf Lärche Boden Deckelschalung aus dem lokalen Sägewerk...
Decken sind 16cm Brettstapeldecke gedübelt. Alles ohne Leim und eigentlich ohne großartig Nägel und Schrauben (Bis auf die, die mir der Zimmermann beim Aufstellen der Wände reingeballert hat. Der war leider nicht von Brunthaler.) Rest hab ich dann selbst gemacht...

Küstenharry
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Re: Lehmfußboden

#18

Beitrag von Küstenharry » Di 25. Jul 2023, 17:46

Analog Terra Cotta Ziegel wären die Creatin Estrich Ziegel.
Gruss von der Küste

Harry

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