Erdkeller - Fragen

Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 10072
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Erdkeller - Fragen

#81

Beitrag von emil17 » Sa 12. Jun 2021, 10:30

Hallo,
je nach Boden muss man die Lasten des Fundaments abfangen.
Eigentlich würe es dafür ein Bodengutachten eines Ingenieurs brauchen, denn den üblichen Böschungswinkel von 1/2 m Abstand vom Lasteintrag und dann 60 Grad steil kannst du bei einer Gebäudebreite von nur 2.5m nicht einhalten, zumal die Grube grösser sein muss als der Keller wird.
Es gibt Böden, wo man 2.5 m senkrecht graben und dann direkt gegen die Erdwand betonieren kann, aber das muss sachkundig vor Ort festgestellt werden. Wenn es weiter oben Grundwasser hat, geht es schon mal nicht.
Bleibt noch das Eingraben bodenloser Betonfertigelemente, die von selbst im Boden versinken, indem man von innen her ausgräbt. Die muss man aber in die Hütte reinkriegen.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.

fabfiddle
Beiträge: 99
Registriert: Fr 11. Jun 2021, 19:16
Familienstand: verlobt

Re: Erdkeller - Fragen

#82

Beitrag von fabfiddle » So 13. Jun 2021, 11:29

:) Dankeschön… ich habe das fast so befürchtet… oder erwartet… in den Boden habe ich zwar auch schon einmal eine vier Meter tiefe Zisterne gegraben, ohne dass ich sie mit mehr als nur einem Drahtgitter abstützen musste, aber da haben eben auch keine Fundamente geschoben.
Ich lass den Gedanken lieber und verfolge lieber den Ansatz von einem separaten Erdkeller neben der Hütte am Nordhang.

Schnuddl
Beiträge: 3
Registriert: Mo 18. Jul 2022, 21:53
Wohnort: Ostsachsen / Westlausitz

Re: Erdkeller - Fragen

#83

Beitrag von Schnuddl » Mo 18. Jul 2022, 22:11

Hallo in die Runde,
ich bin auch gerade dabei einen Erdkeller zu bauen und bin nun auf die ersten Probleme gestoßen bzw. bin mir bei einigen Sachen unschlüssig, so dass ich gerne mal ein paar Meinungen einholen möchte.
Ich habe mittlerweile die Baugrube fast ferig ausgehoben, in einer Tiefe von 0,9m bin ich auf meine Regenwasser und Abwasserleitungen gestoßen und bei 1,50m erreichte ich eine wasserführende Schicht. Ich habe mal so ca. 0,5 m in die Tiefe weitergegraben, so dass ich ein kleines Brunnenloch habe, in dem jetzt ca. 50 cm Wasser steht.
Erste Frage,kann ich die Abwasser/Regenwasserleitungen problemlos überbauen? Mein Plan war, die Oberkante des Fundaments ca. 15 cm über der Oberkante der Rohre anzuzulegen, so dass ich die Rohre dann problemlos unter derm Fußboden "verstecken" kann.

Die zweite Frage, nachdem ich das Fachbuch zu Erdkellern bereits gelesen habe, welche Ziegel würdet ihr für die Mauer empfehlen?
Bei uns im Ort hat jemand seit ca. 10 Jahren einen Erdkeller und der hat dort normale Schalungssteine genommen, das Gewölbe mit Ziegelsteinen und als Fußboden große Granitplatten.
Schalungssteine sind meiner Meinung nach die günstigere und schnellere Alternative, aber die meisten haben Vollziegel oder Porotonsteine genommen.
Ich plane als Grundfläche 2x3 m mit Ziegelgewölbe, hatte eine 24er Außenwand im Sinn? Das Gewölbe will ich nachher mit ca. 30-40 cm Erde bedecken.
Grüße
Foto1.JPG
Foto1.JPG (139.53 KiB) 1252 mal betrachtet

Kirschkernchen
Beiträge: 432
Registriert: Di 9. Jun 2015, 17:25
Wohnort: Hügel

Re: Erdkeller - Fragen

#84

Beitrag von Kirschkernchen » Mi 20. Jul 2022, 19:41

Dieses Wasserloch, was jetzt im Juli immernoch Wasser führt, wäre für mich ein Schatz, ich würde es nicht einfach so zudecken. Ich würde eher versuchen, es zu vertiefen/einzufassen, um mir evtl. da eine Gießwasserpumpe rein zu setzen. Darüber, auch über das Abwasserrohr, würde ich blos ein bisschen Split und ein paar dicke Steinplatten legen oder das billigste Pflaster. Da das ganze ja offenbar eher durchnässt sein soll, würde ich auch diese Schalsteine ohne jegliche Isolation :mrgreen: verwenden. Ich hab son 1m tiefes Loch mit einem alten Wasseranschluss mit Zähler, da lösen sich so nach 40 Jahren langsam die Ziegeln von einander ab. Ich würde das nehmen, was am einfachsten aufzutreiben und zu verarbeiten ist, Hauptsache es fliegt einem da unten nix auf den Kopf. Daher wäre für mich eher die Frage, was als Decken-Balken in Frage kommt. :pfeif:

Bist du denn sicher, dass die Wasseroberkante in der Regenzeit nicht über dein Gemüse schwabbt? :hmm:

Schnuddl
Beiträge: 3
Registriert: Mo 18. Jul 2022, 21:53
Wohnort: Ostsachsen / Westlausitz

Re: Erdkeller - Fragen

#85

Beitrag von Schnuddl » Mi 20. Jul 2022, 22:54

ja, also das wasserloch habe ich jetzt seit Mai, relativ konstant,
laut Bodengutachten vom Hausbau aus 2012 passt das mit dem Wasserstand auch.

Ich habe mir ein paar 60cm Brunnenriunge besorgt und werde das einfassen und vielleicht noch etwas ausschachten.
DIe Abwasserleitungen werde ich aber noch verlegen, so dass ich eine ebenfläche von 2x3m ohne querende Rohre hinbekomme

Schnuddl
Beiträge: 3
Registriert: Mo 18. Jul 2022, 21:53
Wohnort: Ostsachsen / Westlausitz

Re: Erdkeller - Fragen

#86

Beitrag von Schnuddl » Di 6. Sep 2022, 07:57

20220906_075004.jpg
20220906_075004.jpg (165.93 KiB) 610 mal betrachtet
So, mittlerweile habe ich die erste reihe Steine gesetzt.
Ich habe mich nun für 30er Schalungssteine entschieden.
Zudem hatte ich das Wasserloch bis ca. 2,30m ausgegraben und Brunnenringe gesetzt.
Die nächste Frage, was nehme ich am besten für eine Tür?
Eine Standardkellertür oder einige haben ja auch eine formschöne Eichentür genommen. Gibt es da Erfahrungen?
Danke

strega
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 2177
Registriert: Do 22. Mai 2014, 20:59
Familienstand: rothaarig
Wohnort: in der teutonischen Zivilisation, aber fast nie dort....

Re: Erdkeller - Fragen

#87

Beitrag von strega » Di 6. Sep 2022, 10:29

ja super, da läuft was :) :) :)

denk grad auch über so ein Projekt nach

hab einen Haufen so Beton-"Steine" gratis, das Zeugs, das auf Parkplätzen verbaut wurde, wo zwischendrin noch Kraut wachsen können sollte,
die Teile waren überall verstreut aufm Gelände und ich hab Mengen davon,
puh, das artet in Arbeit aus, die sind echt überall irgendwie....
ich hacke ein neues Gemüsebeet durch und da kommt erstmal ein Autoreifen raus, dann drei Stromkabel so einen Meter lang, dann ein paar Glasscherben, etwas Altmetall (nein, noch keine Golddublonen bisher :grinblum: :ohm: )
und halt pro zehn Quadratmeter so etwa 10 depperte Betonsteine in Knochenform

nur frag ich mich halt ob die so geeignet sind

ich dachte eher an Naturmaterialien, vielleicht gesünder in Sachen Raumklima
Beton hab ich als Wohn-Material immer als grauslich erlebt, im Winter saukalt und im Sommer heftig heiss und nicht wirklich natürlich....
aber wenn das Glump schon mal da ist.....
ist das gut, ausser zum städtische Parkplätze pflastern?
Frauen, die sich gut benehmen, schreiben selten Geschichte. Eleanor Roosevelt

Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 10072
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Erdkeller - Fragen

#88

Beitrag von emil17 » Mi 7. Sep 2022, 08:36

Kannst verwenden, weil die sich bezüglich Raumklima (nicht Wohlfühlfaktor) gleich wie Naturstein verhalten.
Statik muss natürlich beachtet werden.
Wenn man bei den meist geringen Spannweiten die Decke als Platte betoniert statt als Gewölbe baut, kriegt die Mauer keinen Aussenschub, was die Sache wesentlich erleichtert, ist waserdicht und man gewinnt Nutzvolumen.

Zur Türe:
Zur Ästhetik kann ich nichts sagen.
Es ist von Vorteil, wenn die Türe nicht von der Sonne beschienen wird. Mäusedicht schadet auch nicht, aber mit den Viechern wird man immer rechnen müssen.
Am einfachsten holt man sich was vom Abbruch oder Bauteilgebrauchtmarkt, und macht das Loch im Mauerwerk passen zu dem, was man hat.
Oder man baut eine doppelte Brettertür, dazwischen darf etwas Dämmplatte. Statt einer Zarge kann man eine Aussparung in die Türlaibungsmauer vorsehen oder dir Tür von innen an die Mauer anschlagen lassen. Das reicht für eine Kellertür aus und es kann nix weggammeln, weil es im Schwellenbereich dorch gerne feucht sein wird.
Die Schwelle am besten aus Stein oder Beton oder dann leicht austauschbar - also bei einer Holzzarge nicht die senkrechten Zargenteile auf die Schwelle einzapfen, eben weil es da gerne nass ist, Da hilft auch Eichenholz nicht wirklich.
Die Scharnierkloben seitlich in die Mauer einmörteln, die dazu nötigen Löcher gleich beim Aufmauern berücksichtigen. Dazu kann man die Tür selber als Lehre verwenden - geringe Abweichungen der Kloben können nicht mehr korrigiert werden und bewirken, dass die Tür schwer geht oder schief ist.
Wichtig wäre mir, dass man mit einer Schubkarre bequem in den Keller fahren kann. Wenn der Keller nicht in den Hang gebaut ist, muss vor die Tür ein Entwäserungsgitter und man sollte wissen wohin mit dem Wasser, sonst läuft der Keller bei Starkregen voll.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.

Antworten

Zurück zu „Gebäude, Zäune etc.“