Schlechte Nachrichten für die Fans alter Autoreifen

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Oli
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Re: Schlechte Nachrichten für die Fans alter Autoreifen

#11

Beitrag von Oli » Mo 14. Dez 2020, 13:06

emil17 hat geschrieben:
Mo 14. Dez 2020, 07:55

Naturkautschuk ist keine Option, wegen der Verbrauchsmengen.
OK, ich nehme mal wieder zur Kenntnis, dass es im Einzelfall sinnvoll sein kann, Humor noch deutlicher zu kennzeichnen. :lol:

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Manfred
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Re: Schlechte Nachrichten für die Fans alter Autoreifen

#12

Beitrag von Manfred » Mo 14. Dez 2020, 14:29

Dass Reifenabrieb und der Platin-Staub aus Kats problematisch sind, ist ja wirklich nicht neu. Da hatte ich vor ca. 25 Jahren schon Vorlesungen zu.
Wie viele Chemikalien das Material bei Wasserkontakt absondert und das darunter eine derart fischgiftige ist, wundert mich dann doch.
Andererseits lese ich auch seit Jahren Berichte über die extrem toxischen Biozide aus Hausfassaden, die inzwischen überall in der Natur nachweisbar sind, und da wird auch nichts unternommen.
Manche sind halt doch gleicher als andere...

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emil17
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Re: Schlechte Nachrichten für die Fans alter Autoreifen

#13

Beitrag von emil17 » Mo 14. Dez 2020, 16:30

Du hast die Schutzanstriche von Schiffen gegen Bewuchs der Aussenbordwand vergessen.
Oder die Flammschutzmittel in Kunststoff-Dämmung und Kabelisolationen.
Dann all das Zeug im Elektronikschrott.
Und noch so vieles mehr.


Ob jetzt Lachse besonders empfindlich sind? Sonst müsste es ja in Flüssen entlang stark befahrener Strassen dauernd zu Fischsterben kommen.

Noch was: wenn bei Reifen ABRIEB problematisch ist, dann wäre ja das "Bau- und Bastelprojekte alte Autoreifen" eher unproblematisch, und man könnte damit so ähnlich umgehen wie bei hart gebundenem Asbest in Bauteilen wie Eternitdächern.
(Nein, ich bin kein Fan von Altreifen ... )
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Re: Schlechte Nachrichten für die Fans alter Autoreifen

#14

Beitrag von Manfred » Mo 14. Dez 2020, 23:19

Das ist ja hauptsächlich eine Frage der Größe der Oberfläche bzw. der Zeit.
Aus dem Abrieb kommt das Zeug durch die große Oberfläche halt schneller raus.
Dafür hat der ganze Reifen entsprechend mehr Masse und damit auch mehr Menge an Giften, die er im Lauf der Zeit absondern kann.
Irgendwo in einem Earthship in der Wüste, wo es die meiste Zeit sehr trocken ist, dürften sich diese Stoffe auch deutlich langsamer lösen als in feuchtem, humosem Gartenboden mit hoher Mikroben-Aktivität.

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Re: Schlechte Nachrichten für die Fans alter Autoreifen

#15

Beitrag von emil17 » Di 15. Dez 2020, 08:01

Ich meine, dass in einer typischen Situation im dicht besiedelten Mitteleuropa so viel Reifenabrieb eingetragen wird (von denen, die in der Nähe herumfahren), dass es kaum eine Rolle mehr spielt, ob da noch ein paar Reifen herumliegen oder nicht?
Altlasten sind verbaute Altreifen trotzdem.
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Re: Schlechte Nachrichten für die Fans alter Autoreifen

#16

Beitrag von Manfred » Di 15. Dez 2020, 17:16

In den Ortschaften landet hier das meiste Straßenwasser in der Kanalisation.
Je nachdem, wie diese ausgebaut ist, dürfte der meiste vom Wasser bewegte Abrieb aus den Ortschaften damit im Klärschlamm und in Oberflächengewässern landen.
Wie der Anteil des durch die Luft bewegen Materials ist, vermag ich nicht zu sagen.
Bei viel Verkehr (und damit mehr Luftbewegung über der Straße) dürfte dieser wachsen.
Außerhalb der Ortschaften dürfte der wassergeführte Anteil in den Vorflutern und auf den Feldern landen.

In Regionen mit unregelmäßigen Niederschlägen sammelt sich entsprechend viel auf den Straßen und in den trockenliegenden Straßengräben an und wird dann beim nächsten Starkregen in einem Schwall in die Flüsse gewaschen. Das dürfte in südlichen Bereich der Westküste ein wichtiger Faktor bei diesen Fischsterben sein.

Aber egal wie man es dreht und wendet und welche Krücken man sich überlegt, um die Symptome abzumildern:
Langfristig muss das Gift raus aus der Reifenproduktion.

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Re: Schlechte Nachrichten für die Fans alter Autoreifen

#17

Beitrag von Dyrsian » Di 15. Dez 2020, 19:38

Vergesst bitte auch nicht, dass die Analytik immer besser wird. Von dem was wir heutzutage nachweisen können, hat man in den Neunzigerjahren nur geträumt. Das bedeutet nicht, dass die Stoffe kein Problem sind.
Grade die Marotte Häuser in Kunststoffe einzupacken und dann da irgendwelche Algizide, Biozide, Gottweißwas draufzupinseln halte ich für großen Unsinn. Lustig ist, wenn Spechte, diese grünen Papageien oder Kinder kommen und dann in den Wärmedämmverbundsystemen Höhlen bauen. Ich finde diese Papageien absolut faszinierend, jetzt sind sie auch bei uns in Duisburg, zumindest habe ich mal einen gesehen dieses Jahr. Es sollen allerdings schlimme Ernteschädlinge sein. Egal, das war nicht das Thema ne? :pfeif:

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Re: Schlechte Nachrichten für die Fans alter Autoreifen

#18

Beitrag von emil17 » Di 15. Dez 2020, 22:36

Dyrsian hat geschrieben:
Di 15. Dez 2020, 19:38
Vergesst bitte auch nicht, dass die Analytik immer besser wird. Von dem was wir heutzutage nachweisen können, hat man in den Neunzigerjahren nur geträumt. Das bedeutet nicht, dass die Stoffe kein Problem sind.
... wie die toten Fische beweisen.
Dass die Analytik Fortschritte macht, halte ich für einen Segen: Man weiss besser, was tatsächlich da ist.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.

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