Sanierung DDR Putz

Sanierung DDR Putz

Beitragvon Andel am Do 5. Jul 2018, 06:25

Guten Morgen,

endlich ist die Fassade bei uns dran aber die Meinungen sind absolut gegenläufig .... :eek: :hmm:

Unsere Fassade ist typisch DDR Putz "Ziehputz" mit viel Zement. Insgesamt ist die Fläche gut und ohne Mängel jedoch sehr alt und
unansehnlich.

Alle Vorschläge von befreundeten Handwerkern enden mit der Meinung, mit fertigen Mörtelprodukten (Grundierung, Spachtelschicht mit Gewebe und Feinsputz als Abschluss) ein neues Putzsystem aufzubauen. Diese Variante ist natürlich für uns zu zweit nicht zu schaffen, weil der Putz professionell aufgezogen/verarbeitet werden muss, immer nach exakter Anleitung des Putzsystems/Herstellers.

Eigentlich möchten wir puren Kalkputz als Fertigprodukt oder selber mischen und aufziehen, in einer Art uneben Kellenputz, weil sieht optisch außergewöhnlich aus, lässt sich selber aufziehen und man weiß, was im Putzsystem enthalten ist.

Alternativ kommt für uns nur noch streichen mit Farbe in Frage, welche Farben (Kalkfarbe, Silkatfarbe etc ) sind da gut geeignet ???

Wer von euch hat schon Erfahrungen mit dem Überputzen von alten Zementputz mit neuen Kalkputz gemacht ?

Danke für eure Meinungen und Tipps.
Beste Grüße aus Mittelsachsen.
Andreas
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Re: Sanierung DDR Putz

Beitragvon Thomas/V. am Do 5. Jul 2018, 06:40

Moin!

WIr haben vor ein paar Jahren die Fassaden neu machen lassen. Ich hab alles alte Zeug (viel Kalk,wenig Zement?), welches locker war, abgeschlagen, meist unten rum. 1. Stock war der Putz weitgehend noch fest, da hab ich nur kleine Stellen ausbessern lassen.
Unten wurde "klassisch", also 2 Schichten mit Gewebe, verputzt. Das hab ich aber alles machen lassen, war gar nicht so teuer.
Anschließend habe ich alles mit Tiefgrund gestrichen und dann 2x mit Silikat-Fassadenfarbe.
Hier paar Bilder "vorher"-"nachher" viewtopic.php?f=61&t=2586&start=50

Leider arbeiten hier die Wände vieler alter Häuser derart, das man schon nach ein paar Jahren wieder feine Risse im Putz sehen kann. Vermutlich wegen der vielen Erdbeben, evtl. auch, weil eine alte Straße direkt vorm Haus dem heutigen Schwerlastverkehr (Baumtransporter, riesige Ldw.-Fahrzeuge) nicht gewachsen ist.
Wenn die hier vorbei donnern, vibriert das Haus.
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Re: Sanierung DDR Putz

Beitragvon Andel am Do 5. Jul 2018, 06:51

Danke Dir Thomas, ja Silikatfarbe ist auch bislang mein Favorit.
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Re: Sanierung DDR Putz

Beitragvon centauri am Do 5. Jul 2018, 10:00

Andel, ich würde da erst mal die Wand gut mit einem Hochdruckreiniger abwaschen. Dann einen Putzgrund satt auftragen. Einen reinen Kalkputz würde ich da nicht verwenden. Etwas Zement würde ich da schon untermischen. Mein Rezept beim alten Hof war 3 Schippen Putzsand, 1 Schippe Kalk (Weißkalkhydrat) und einen halben Liter Zement (hab da einen alten Blechmessbecher genommen). Am Haupthaus haben wir ein Gewebe eingearbeitet, an der Scheune haben wir das weg gelassen. Fehlstellen wurden vorher vor gespritzt mit einem dünnflüssigem Zement- Sand- Wassergemisch. Das Ergebnis ist jetzt nach 12 Jahren immer noch das selbe. Risse sind da noch keine zu sehen. ;)
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Re: Sanierung DDR Putz

Beitragvon si001 am Do 5. Jul 2018, 16:07

Zu meiner Lehrzeit (frühe 80er Jahre, DDR) haben wir für außen reinen Zementputz und für innen Kalk- oder Kalk-Zementputz gelernt und verwendet. Ich wüsste auch kein Beispiel, wo außen auen Kalk-Zementputz oder gar Kalkputz verwendet wurde. (Vielleicht ist das auch regionsabhängig?)
Reinen Kalkputz würde ich außen auch heute nicht nehmen.
Liebe Grüße, si001!
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Re: Sanierung DDR Putz

Beitragvon Andel am Do 5. Jul 2018, 16:35

Hallo,

vielen Dank erstmal für eure Beiträge.

Naja ich werde Thomas`s Variante machen, ausbessern und gute Farbe drauf, das müßten wir auch hin bekommem als Nicht-Handwerker.

Viele hitzige Grüße aus Sachsen.

Andreas
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Re: Sanierung DDR Putz

Beitragvon centauri am Do 5. Jul 2018, 16:55

Das habe ich einmal einen Bauleiter von früher gefragt, Warum an DDR- Häusern der Außenputz immer mit Zementputz ausgeführt wurde. Er hat dies ganz einfach erklärt. Es gab einfach zu wenig geeigneten Kalkstein zur Herstellung von hochwertigem Kalk. Und Zement konnte man auch aus minderwertigerem Kalkstein herstellen.
Desweiteren ist Weißkalkhydrat auch teurer wie Zement. Ist ja Heute auch noch so das Kalk gegenüber Zement über das doppelte bis zum dreifachen kostet.
Einen Kalk- Zementputz würde ich schon deshalb bevorzugen weil er das Mauerwerk nicht sperrt und in der Lage ist Feuchtigkeit auf zu nehmen und wieder abzugeben.
Und auf meinem alten Hof war beides vorhanden. DDR- Putz und Flächen von bestimmt 50 Jahre älterem Putz. Und der alte Putz war definitiv ein Kalk- Zementputz. Also kam auch wieder welcher dran. Nur im Sockelbereich haben wir Zementputz verwendet.
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