Folientunnel Sturmsicher

Re: Folientunnel Sturmsicher

Beitragvon Edermühle am Do 11. Jan 2018, 14:20

Peterle hat geschrieben:Hallo Christian,

auf der dem Wind abgewandten Seite (Lee) wird der Wind stark beschleunigt. Einfach dargestellt ist es so, dass zwei (theoretische) Luftmoleküle, welche einmal ungehindert und einmal durch den Bogen im Lauf verändert, das Bestreben haben, schnellstmöglichst den gleichen Abstand (in allen Richtungen) zueinander wieder einzunehmen. Das ist der Weg des geringsten Widerstandes und nennt man Aerodynamik.

Also treten Windgeschwindigkeiten je nach Strecke (erzwungen durch den längeren Weg) von gern mal Faktor 2 oder 3 auf. Auf der LUV- Seite hast du Druck wie mit der Windlast zu erklären, auf der Lee- Seite Zug mit entsprechendem Faktor.
Als Resultat hast du die dir bekannten Erscheinungen oder auch zerfetzte Folie (das kommt nach Jahren auch dazu). Einfachstes Mittel ist, die Folie aufzurollen und im Top fest zu laschen oder auf der Wetterseite zu lagern (Gegen Wasser schützen). So macht es auch ein Segler mit dem Groß. Sonst ist abspannen wie von Kirschkernchen vorgeschlagen ein Ausweg.

Gruß

Peter

P.S. der Zug tritt immer rechtwinklig (in allen Richtungen) zum Objekt auf, hier also der Folientunnel. Das erklärt, warum die Bögen aus dem Boden gerissen wurden.
Nur ein Rah- Segel arbeitet mit Druck, moderne Segel arbeiten außer vor dem Wind mit Zug. Wird der Wind "gefangen", dann ist tatsächlich der Druck verantwortlich (aber kaum bei offenen Seiten).


Danke für die ausführlich Erklärung. Das heißt es hat eher was mit der Ausrichtung des Tunnels zu tun, als mit offenen Elementen? Wie gesagt, bei uns bleibt bei Sturm alles geschlossen und es ist noch nie was passiert - und hier im Waldviertel kanns ab und zu wirklich stürmisch werden :)
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Re: Folientunnel Sturmsicher

Beitragvon Peterle am Fr 12. Jan 2018, 16:36

Ja, so sehe ich das. Sicherlich ist der Druck im geöffneten Tunnel etwas höher als im geschlossenen, der Unterschied ist aber gering.
Schlimm wäre die LUV- Seite offen und die anderen Seiten geschlossen.

Sind beide Seiten offen oder geschlossen wird in der Lee- Seite mittig den höchste Zug aufgebaut (höher als der Druck irgendwo sonst). An den Rändern treten Wirbel(schleppen) auf, welche die Windgeschwindigkeit reduzieren. Allerdings muß sich diese Bremse irgendwo abstützen. Das ist zum einen die Umgebungsluft, zum anderen die Folie des Tunnels. Hier kommt es also zuerst zu zerfetzter Folie. In der Mitte wird zuerst der Tunnel angehoben.

Das hört sich alles seltsam an, ist aber recht einfach. Die Summe aller Kräfte am Tunnel entspricht der Summe aller Kräfte vor dem Tunnel. Treten örtliche Ausnahmen auf wie langsamer oder schneller, so muß die Summe der Kräfte am Tunnel insgesamt abzgl. der Kräfte vor dem Hinderniss eine 0 ergeben.

Damit erklärt sich zum Bsp. auch, warum der Mond herunterfällt, wenn wir Gezeitenkraftwerke bauen :eek:

Gruß

Peter
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Re: Folientunnel Sturmsicher

Beitragvon RichardBurgenlandler am Fr 12. Jan 2018, 17:27

Peterle hat geschrieben:Damit erklärt sich zum Bsp. auch, warum der Mond herunterfällt, wenn wir Gezeitenkraftwerke bauen :eek:


Dann stimmt es also auch, dass sich die Sonne schneller verbraucht wenn wir mittels PV Strom erzeugen. :platt:
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Re: Folientunnel Sturmsicher

Beitragvon Peterle am Fr 12. Jan 2018, 17:56

Ich gehe davon aus, dass du nur einen Scherz machen wolltest :)
Das Thema ist Geo- und Planetenphysik - Unterthema Gezeitenmechanik, falls du nachlesen willst.

Frage:
Wenn der Mond die Gezeiten "anschiebt" und ich diesen Anschub erschwere, wird dann der Ursprung beeinflusst oder nicht?
Wenn ich eine Auto anschiebe und das wird durch meinen Sohn erschwert, weil dieser dagegen drückt, werde ich davon beeinflusst?

Könnte es also sein, dass sich, wenn auch nur gaaanz wenig, die Umlaufgeschwindigkeit des Mondes verringert, wenn die Gezeitenkraftwerke Teile des Anschubs aufzehren? Die Verbindung Wassermasse <-> Mond (Gravitation als Drehmoment mit den Auswirkungen Rotation und Revolution) ist ja nicht aufgehoben zum Zeitpunkt der Turbinenbeschleunigung, oder?

Aber ich hatte einen Fehler gemacht, es muss heißen schneller herunterfällt (denn das der fällt ist ein bekannter Fakt).

Gruß

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Re: Folientunnel Sturmsicher

Beitragvon RichardBurgenlandler am Fr 12. Jan 2018, 19:17

Peterle hat geschrieben:Ich gehe davon aus, dass du nur einen Scherz machen wolltest :)
Das Thema ist Geo- und Planetenphysik - Unterthema Gezeitenmechanik, falls du nachlesen willst.
Frage:
Wenn der Mond die Gezeiten "anschiebt" und ich diesen Anschub erschwere, wird dann der Ursprung beeinflusst oder nicht?
Wenn ich eine Auto anschiebe und das wird durch meinen Sohn erschwert, weil dieser dagegen drückt, werde ich davon beeinflusst?

Ich dachte auch es sei ein Scherz.
Wenn der Mond die Gezeiten "anschiebt" und ich diesen Anschub erschwere, dann müsste sich der Mond von der Erde wegdrücken.
Ich denke da liegt ein Denkfehler vor.
Wenn sich zB die Wasserfläche auf der Erde ändert (Klimawandel) dann hätte das auch Einfluß auf den Mond?
Nach gängiger Physikmeinung (Newton)entstehen die Gezeiten durch die Gravitation (Massenanziehung) des Mondes.
Die Erde hält den Mond in der Umlaufbahn durch eben diese. Beide Gravitationen verändern sich nicht.
Plausibler wäre für mich eine Verringerung der Erdmasse durch den ganzen Schrott den wir ins All schießen und damit eine Verringerung der Gravitation.
Naja ich denke wir haben andere Sorgen als das uns der Mond auf den Kopf fällt. :)
Folientunnel Sturmsicher zum Beispiel
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Re: Folientunnel Sturmsicher

Beitragvon Peterle am Fr 12. Jan 2018, 20:19

Hallo Richard,

ich meinte das durchaus ernst, wenn auch die Auswirkungen uns als Menschheit kaum noch betreffen bzw. zeitlich kaum ins Gewicht fallen. Ich wollte eigentlich nur das "Abstützen" der gebremsten Winde verdeutlichen, das ist ähnlich und auch nicht direkt sichtbar/erkennbar.

Die Gravitation wirkt in beiden Richtungen (an allen Punkten der Objekte), wobei die Beeinflussung der Rotation des Mondes abgeschlossen ist (zu erkennen daran, dass wir immer exakt die selbe Seite sehen).
Die Erde verringert Ihre Rotation immer noch (wenn auch sehr gering). Zusammen mit der Rotation wurde der Abstand der beiden Himmelskörper beeinflusst. Früher war der Mond dichter dran und drehte sich schneller. Mit der gebunden Rotation des Mondes ist jetzt eine Auswirkung im Gleichgewicht. Nach wie vor jedoch werden die Objekte in der Gestalt verändert, auf der Erde in Form der Gezeiten zu sehen. Dieses wiederum verlangsamt die Umlaufgeschwindigkeit des Mondes und damit wächst die Anziehungskraft der Erde.

Genug geklugscheißert, zurück zum Alltäglichen :)

Gruß

Peter
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Re: Folientunnel Sturmsicher

Beitragvon centauri am Fr 12. Jan 2018, 20:38

Ja jetzt hab ich es auch begriffen.
Hab letztens einen Brunnen mit dem Bagger gegraben. Einen Haufen aufgeschüttet und siehe da, die Erdbeschleunigung hat merklich zugenommen.
Gut vielleicht sollte ich während des baggerns kein Urkrostitzer trinken. :haha:
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Re: Folientunnel Sturmsicher

Beitragvon kraut_ruebe am Mo 26. Mär 2018, 08:09

kann mir bitte jemand einen tipp zur ausrichtung des folientunnels geben?

tunnel: 5 x 3,5 (oder so rum), nicht rund, sondern mit senkrechten wänden und nur oben ne spitz zulaufende kuppel.

standortbedingungen:

frühjahr bis herbst hauptsächlich westwind, vom wohnhaus aber agbeschirmt
spätherbst+winter hauptsächlich nordwind, manchmal in lästiger stärke. windschutz durchs gelände nicht so toll
südwind: paarmal pro jahr
sonne: ab mai ists zumeist viel zu viel

nutzen möchte (kann?) ich den tunnel im herbst, winter, frühjahr. sommer stell ich mir schwierig vor, aber seh ich dann.

soll ich den nun mit dem wind oder gegen den wind aufstellen? im netz findet sich widersprüchliches, und alle orientieren sich an der sonne, das ist aber nicht mein problem hier, die ist hier im überfluss.

nächste frage: die seite mit der türe (fast 2,5 m breit, doppelflügelig) soll wohin zeigen?

ich hasse wind, ich will ihn nicht verstehen. es gibt auch eher wenig davon hier, das sind seltenere erscheinungen, aber manchmal halt doch. danke für die hilfe.
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Re: Folientunnel Sturmsicher

Beitragvon Griseldis am Mo 26. Mär 2018, 09:27

kraut_ruebe hat geschrieben: alle orientieren sich an der sonne

Ich denke, im Herbst, Winter, Frühjahr wirst Du, trotz Überfluß, davon so viel brauchen, wie Du kriegen kannst, also würde ich mit der Sonne aufstellen. Ost-West.
Tür an die Seite, die leichter, besser, schneller, günstiger zu erreichen ist, bei Sturm sollte die eh zu sein.

Wenn das Gestänge stabil ist, mit ordentlich Verstrebungen, sollte Wind für die Konstruktion kein Problem sein.
Herzliche Grüße, Grisi

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Re: Folientunnel Sturmsicher

Beitragvon kraut_ruebe am Mo 26. Mär 2018, 17:27

danke :)

das gestänge ist dicker als standard, die breitseiten haben noch extra verstrebungen in form eines X. ich hab das robusteste genommen, was zu kriegen war (um nicht bei sturm am fenster zu kleben und den tunnel dauerzubeobachten...). aber die folie ist halt nur ne folie, was die so aushalten kann hab ich keine ahnung.
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