Urin als Düngerersatz

Re: Urin als Düngerersatz

Beitragvon kleinesLicht am Sa 12. Mai 2012, 08:38

Bei "normaler" Ernaehrung hat Urin einen pH-Wert von 4,6 - 7,5. Also sooooo sauer ist er gar nicht.
viele Grüße
ein kleines Licht
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Re: Urin als Düngerersatz

Beitragvon Burggraf am Mi 4. Jul 2012, 15:29

Um 1900 wurde im damaligen Kaiserreich Deutschland mit menschlichen Urin experimentiert,um festzustellen ob man damit bei schlechten Böden den Landwirtschaftlichen Ertrag zu erhöhen.Dazu wurde der Urin in großen Mengen gesammelt.Man nutzte die Pißrinnen von Kasernen um relativ schnell größere Mengen zu erhalten.Dieser Urin wurde dann verdünnt mit "Tankwagen" auf Feldern ausgebracht.Die Ergebnisse vielen positiv aus vor allem wenn auf den Äckern noch Holzasche ausgebracht wurde,Holzasche als Dünger zu benutzen ist also nichts neues und wurde jahrhundertelang praktiziert.Die Urinexper. wurden in den Wirren der beiden Weltkriege im großen und ganzen vergessen,der neue Kunstdünger machte die natürliche Düngung dann "überflüssig"
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Re: Urin als Düngerersatz

Beitragvon Sabi(e)ne am Mi 4. Jul 2012, 16:27

@ahora: nein, dieses spezielle Spargelabbauprodukt entsteht bei ALLEN Spargelessern, nur können es manche tatsächlich nicht RIECHEN, denen fehlt ein bestimmtes Gen oder eine Gen-Sequenz.
http://www.chow.com/food-news/53808/does-everybodys-pee-smell-after-eating-asparagus/
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Re: Urin als Düngerersatz

Beitragvon ahora am Mi 4. Jul 2012, 16:50

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Re: Urin als Düngerersatz

Beitragvon emil17 am Do 5. Jul 2012, 19:16

ahora hat geschrieben:Für den Gestank ist ein bestimmtes gen verantwortlich - und das haben nicht alle menschen.

Wenn Du das magst: nach dem Spargelessen ein Holzfeuer auspinkeln, riecht noch deutlich stärker. Mit Büchsensparel gehts auch, falls Du nicht bis zum nächsten Frühjahr warten willst.
In den oben genannten Links zum Spargeluringestank erscheint mir trotz aller Genetik unlogisch, dass es mit der Asparaginsäure zusammenhängen soll. Die ist nämlich eine der 20 proteinogenen Aminosäuren und deshalb müsste es, wenns denn daran liegt, bei genetisch entsprechend ausgerüsteten Menschen nicht nur nach dem Spargelessen stinken, sondern immer, wenn sie Proteine verdauen.
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Re: Urin als Düngerersatz

Beitragvon Theo am Do 5. Jul 2012, 19:24

emil17 hat geschrieben:Wenn Du das magst: nach dem Spargelessen ein Holzfeuer auspinkeln, ...
Hmm, für Frauen vielleicht etwas unbequem...
Gruß
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Re: Urin als Düngerersatz

Beitragvon ahora am Do 5. Jul 2012, 20:04

theo, da könntest du recht haben, ich habe mir gerade vorgestellt, wie ich mein heck über das lagerfeuer balanciere, ich glaube ich nehme lieber einen pott und schütte den urin dann drüber, mal sehen was passiert - :lol:

@emil :) , ist ja eigentlich auch egal, ob, wie und was da so stinkt, tatsache ist, es riecht bei mir nach spargelgenuss anders als sonst. das mit den wissenschaftlichen untersuchungen ist auch immer so ein ding, manche finden nur das, was sie finden wollen. :hmm:

ja mit dosenspargel geht es auch, aber lagerfeuer mach ich hier im sommer keins, es reicht schon, wenn die brandstifter ständig die wälder anzünden, im moment brennt es gerade im inselwesten und die feuerwehrmänner müssen dort reichlich <pinkeln>. allerdings ist es beeindruckend, was die feuerwehr dort leistet, wenn die mit den flugzeugen im meer tanken, ich habe schon öfters mal übungsflüge live gesehen, und wenn die mit den helikoptern die pools leeren.

lg ahora
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Re: Urin als Düngerersatz

Beitragvon karl-erwins-frau am Mo 9. Jul 2012, 20:59

Also, seit ich meine Urinente habe (nein, liebe Männer, das ist nicht eklig, sondern praktisch!) dünge ich meinen Bambus (meinen neuen Bambus :), meine Zuchini und eine Tomaten testweise damit. Und ich bilde mir ein, dass es gerade der Tomate sehr gut gefällt. :)
Ich verdünne aber auch immer mit Wasser. Mal mehr mal weniger...
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Re: Urin als Düngerersatz

Beitragvon Adjua am Mo 30. Jul 2012, 21:35

Ich habe die Tomaten im kalten Mai/Juni mit Urin, 1:5 verdünnt, gedüngt. Holzasche haben sie auch bekommen, am Anfang. Ob's geholfen hat, weiss ich nicht, weil das Wetter so schlecht war, dass alles mickerte.

Jetzt sind meineo Micker-Frost-Hageltomaten alle um die 2 m gross, als es wärmer wurde, sind sie sehr schnell sehr gross geworden, Fruchtansätze gibt's allerdings, warum auch immer, erst jetzt in Massen.

Sind alles verschiedene alte Sorten.

Wie genau geht die Kombination mir Holzasche?
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Re: Urin als Düngerersatz

Beitragvon bioke am Di 11. Sep 2012, 19:44

Sorry, habe jetzt erst Zeit zum lesen, aber ich finde das Thema sehr interessant.
Ich dünge seit einigen Jahren hauptsächlich mit Urin. Anfangs habe ich ihn einige Monate "hygienisiert" indem er sechs Monate verschlossen in Kanistern aufbewahrt wurde. Durch den entstehenden Ammoniak wird das ganze so basisch, daß es kein Keim überlebt, so jedenfalls die Forschung. Hatte damals eine ganze Menge Studien dazu gelesen welche das ausgetestet hatten, finde aber jetzt die Linkliste nicht mehr. Zufälligerweise hatte sogar ein Bekannter von mir den Laborbauwagen gekauft mit dem sich die Uni Herdecke an den Studien beteiligte. Da konnte man sich das mal anschauen wie viel Geld man für einfache Aufbauten investieren kann.
Nach sechs Monaten lagert sich natürlich aufgrund der pH-Wert Verschiebung Urinstein ab. Der enthält vor allem das Calcium und etwas Phosphat. Leider ist mein Gartenboden hoffnungslos mit Phosphat überdungt, das reicht für noch 15 Jahre. Kleingärtner glauben oft, daß viel auch viel hilft. Das kann man mit einer Bodenanalyse (15€) leicht rausfinden. Also fülle ich den Urin um um den Urinstein abzutrennen und gebe dann auf einen 5 Liter Kanister 10 Gramm Magnesiumchlorid. Mensch kann laut Literatur auch Magnesiumoxid nehmen, aber dann dauert die Fällreaktion extrem lange und hat bei mir nie richtig geklappt. Es entsteht fast wasserunlösliches Struvit welches sofort ausfällt und sich mach wenigen Minuten abgesetzt hat.
Nach dem nochmaligen Umfüllen gebe ich dann Essig 25ml Essigessenz dazu um den Geruch zu neutralisieren und das Ammoniak teilweise zu binden. Manchmal auch Zitronensäure oder Weinsäure, je nachdem ob ich was aus dem Garten habe (Agrest, etc.) und bringe es dann 1:1 verdünnt aus und gieße direkt mit derselben Menge Wasser nach (2 Kannen) damit der Ammoniak weiter in den Boden gespült wird. Bei Regenwetter verzichte ich aber oft auf die vorherige Säurezugabe.
Da Phosphat ein wertvoller endlicher Rohstoff ist, trockne ich das Struvit und bewahre es für später mal auf, sind bestimmt schon einige Kilo. Um den Geruch beim eintrocknen zu vermeiden, kann man es nochmal mit Wasser durchspülen und dieses zum Düngen verwenden. Im Tomatenhaus riecht das aber eh niemand und da muß ich dann sowieso hin zum düngen :)
Was ich ausprobieren will ist den vorbehandelten Urin auf Holzkohle zu geben und diesen auszubringen, bin aber dieses Jahr noch nicht dazu gekommen.
Klingt alles etwas technischer als es wirklich ist, geht ja alles im Kanister. Bis jetzt bin ich sehr zufrieden mit dem System, allerdings habe ich kaum von Erfahrungen hier gelesen, wie kommt ihr zurecht? Was sagen die Nachbarn? Ich habe mich sehr gewundert, daß einige Kleingartenspießer hier es dann doch zugeben auch an die Tomaten zu pinkeln, hätte es nicht gedacht.
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