Seltsames Problem mit Brunnenzulauf

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emil17
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Seltsames Problem mit Brunnenzulauf

#1

Beitrag von emil17 » Di 27. Mär 2018, 09:25

Ich hätte da mal eine Frage.
Ich betreibe mehrere Wasserbrunnen, die im Freiland stehen und im Sommer dauernd laufen.
Die Wassermenge aus dem Brunnenrohr wird durch ein Ventil geregelt, das im Zulauf sitzt.
Das Wasser kommt aus einer Quellfassung mit einigen Bar Druck.
Bei ganz offenem Ventil kommt so viel Wasser, dass der Strahl über den Brunnen hinausschiesst.
So weit so unkompliziert.
Nun regeln sich diese Absperrventile aber stets von selber zu, d.h. die eingestellte Wassermenge nimmt bald ab und nach etwa einer Stunde kommt viel zu wenig.
Wenn man den Hahn dann weiter öffnet, passiert zuerst etwa eine halbe Umdrehung lang nichts, dann kommt plötzlich viel mehr Wasser, bis man wieder auf die ursprüngliche Stellung zugedreht hat. Dann fängt es wieder von vorne an.

Kann mir jemand erklären, was da genau passiert und vor allem, wie man das verhindern kann? Braucht es Regelventile besonderer Bauart? Immerhin wird ja der ganze Druck im Ventil vernichtet.
Zuerst dachte ich, ich lasse zuviel Wasser laufen (mehr als die Fassung auf Dauer liefern kann) und deshalb nehme der Druck in der Leitung ab. Das ist aber nicht das Problem.

Es tritt bei gewöhnlichen Ventilen mit Drehteller auf, ebenso bei Ventilen der Bauart, wo eine Metallplatte durch die Hahnspindel in den Fliessquerschnitt geschoben wird. Kugelhahnen habe ich nicht ausprobiert, weil die schlecht einzustellen sind.

Muss man einen Durchflussbegrenzer in Serie anordnen, oder gibt es eine spezielle Bauart für diesen Verwendungszweck?
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Re: Seltsames Problem mit Brunnenzulauf

#2

Beitrag von Rati » Di 27. Mär 2018, 09:41

Hi Emil,

verstehe ich richtig das du dieses System schon lange benutzt, es bisher gut funktioniert hat und nun dieses Regelproblem auftritt?

Wenn ja, dann klingt das für mich wie ein hakendes(klemmendes) Ventil. Was dazu führt das es erst verzögert reagiert.
Hast du dir das Innenleben des besagten Regelventiles schon mal angesehen?

Grüße Rati
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frodo
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Re: Seltsames Problem mit Brunnenzulauf

#3

Beitrag von frodo » Di 27. Mär 2018, 09:47

Moin Emil, den Effekt kenne ich :)
Das hat mit Verschleiß der Spindelführung und Spiel zwischen Spindel und Ventilplatte zu tun. Wie genau es funktioniert, müsste ich erst noch genauer überlegen, aber Abhilfe schafft erfahrungsgemäß ein NEUES Ventil bzw. Ventilkopf.
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emil17
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Re: Seltsames Problem mit Brunnenzulauf

#4

Beitrag von emil17 » Di 27. Mär 2018, 12:48

Danke für die Hinweise: Das Problem bestand von Anfang an und der Hahn ist neu - vielleicht war er zu billig?
Anziehen der Überwurfmutter der Spindelstopfdichtung, bis man fast nicht mehr von Hand drehen kann, brachte auch keine Abhilfe.
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Re: Seltsames Problem mit Brunnenzulauf

#5

Beitrag von Manfred » Di 27. Mär 2018, 14:16

Ich würde zuerst mal ein Manometer anschließen und den Leitungsdruck beobachten, ob dieser als Ursache ausgeschlossen werden kann.
Wenn der Leitungsdruck schwankt, wird sich das gewünschte Ergebnis wohl nur durch den Einbau eines/mehrerer Druckminderer (je nach Aufbau des Leitungsnetzes) beheben lassen.

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frodo
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Re: Seltsames Problem mit Brunnenzulauf

#6

Beitrag von frodo » Di 27. Mär 2018, 14:22

Dann muss es wohl eine andere Ursache haben, als bei mir :hmm:
Die Stopfbuchse anziehen wird wenig helfen, denn die axiale Bewegung der Spindel ist ja i.d.R. nicht mit einer Solchen des Griffs verbunden (jedenfalls bei neueren Ventilen).
Wie sieht es denn mit Schwebstoffen im Wasser aus? Könnte sich da 'was zusetzen und durch das Aufdrehen dann jeweils lösen?
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Re: Seltsames Problem mit Brunnenzulauf

#7

Beitrag von emil17 » Di 27. Mär 2018, 15:23

Der Leitungsdruck ist nicht die Ursache: der Brunnen ist einziger Verbraucher und in der Wasserfassung fliesst mehr zu als der Brunnen verbraucht, d.h. der Überlauf fliesst immer.
Schwebstoffe sind manchmal ein Problem, aber die selbsttätige Durchflussverminderung funktioniert auch, wenn klares Wasser kommt.

Bleibt die axiale Verschiebung des Dichtungssitzes auf der Spindel als Ursache. Die ist gegeben, damit sich die Dichtung nicht mitdreht.
Gegen Druckminderer spricht, dass ich auch einen Schlauch anschliessen und dann den vollen Leitungsdruck im Schlauch haben können will.
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Re: Seltsames Problem mit Brunnenzulauf

#8

Beitrag von Brunnenwasser » Di 27. Mär 2018, 16:05

... strömungstechnisch, Schrägsitzventile - da wird das Wasser auch nicht mehrmals im Ventil umgeleitet. Da du nun aber bereits ein neues Ventil gekauft hast, würde ich es auch vorerst so belassen.
Zukünftig eventuell das Ventil eine Nummer größer kaufen, als die Zuführleitung im Durchmesser ist. Beispiel: 1 Zoll-Leitung ------> 5/4 Zoll Ventil.

Leider kann ich mir im Moment die Anlage nicht so genau vorstellen. :holy: (Leitungsdurchmesser, wo sitzt das Ventil, etc.).
Eventuell ist ja schon hilfreich, unten in der Leitung, einen Puffer/Ausgleichsbehälter (kleiner Druckkessel) zu installieren, um hier so Schwankungen auszugleichen.
Gruß Brunnenwasser

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Re: Seltsames Problem mit Brunnenzulauf

#9

Beitrag von emil17 » Mi 28. Mär 2018, 06:15

Die Anlage ist ganz primitiv.
Im Bach die Wasserfassung: ein Gefäss als Sandabscheider, dann Grobfilter, dann Leitung bis zum Brunnen (32mm PE-Rohr). Am Ende der Leitung beim Brunnenbecken ein T-Stück, Abzweig senkrecht nach oben. im senkrechten Ast Reduktion auf 1/2", Absperrhahn (der über den hier dieskutiert wird) bodennah, dann Steigrohr, Bogen, Auslauf, von wo das Wasser in den Brunnen fällt.
Am waagrechten Ast des T_Stücks sitzt am Ende der Leitung ein Absperrhahn 1 1/4", mit dem die Leitung entleert und gespült werden kann.
Weil die Sache im Winter ausser Betrieb muss, will ich eigentlich so wenig wie möglich installieren, da ja alles entleert und ggf. zerlegt und gereinigt werden muss.
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Re: Seltsames Problem mit Brunnenzulauf

#10

Beitrag von frodo » Mi 28. Mär 2018, 08:29

Ist es richtig, dass die Achse des fraglichen Ventils horizontal zu einer vertikalen Steigleitung sitzt? Das würde ggf. gegen die These mit dem Spiel in der Spindelführung sprechen, weil die Schwerkraft so keine Rolle spielt. Das T-Stück mit vertikalem Abgang zum Steigrohr in einer horizontaen Zuleitung kurz vor dem Spülventil - ich bin da immer noch bei einer Sandablagerung :hmm:
Hast Du mal, wenn der Effekt der Durchflussminderung gerade eintritt, nicht das Steigrohr-Ventil, sondern das Spülventil geöffnet?
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