Amortisierung Regenwasserzisterne

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PaGo
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Amortisierung Regenwasserzisterne

#1

Beitrag von PaGo » Mi 2. Jun 2021, 09:56

Hallo liebe Forenmitglieder,

wir stehen kurz vor dem Bai eines Eigenheimes und überlegen uns eine Regenwasserzisterne anzuschaffen.
Dazu gibt es natürlich viele Fragen die zu klären sind. Grundlegend interessiert es uns aber, ab wann sich eine Regenwasserzisterne amortisiert?
In unserer Region kostet der m3 Wasser 1,13€, insofern man einen Wasserzähler für den Garten hat. Hat man keinen, so liegt man bei 4,13€ pro m3.
Ein Wasserzähler kostet rund 20-25€. Dieser muss anscheinend alle 6 Jahre ausgetauscht werden, was wiederum Kosten verursacht. Zudem muss dieser verplombt werden.
Hinzu kommt dann noch die Kosten für die Wasserpumpe. Aktuell liegt der Strompreis bei rund 26 cent pro KW/h. Eine Pumpe verbraucht ca. 0,9 kw/h / m3.
Die durchschnittliche Niederschlagsmenge der letzten 6 Jahre lag in der Region bei ca. 505l pro m2. Unsere Dachfläche beträgt ca. 120 m2.
Wir überlegen eine 10.000l Zisterne zu verbauen, die um die 3000€ kosten würde. Kleiner ginge auch, die Frage ist nur ob das lohnt oder zu wenig ist?!

Reine Gartenfläche ist bei uns um die 350 m2.

Jetzt stellen sich zwei Fragen.
1. Welche Größe sollte man bei einer Zisterne wählen?
2. Ab wann amortisiert sich eine Zisterne Kostentechnisch?

Vielen Dank schon mal für all die Anregungen und Ideen.

Viele Grüße
Patrick

Eule
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Re: Amortisierung Regenwasserzisterne

#2

Beitrag von Eule » Mi 2. Jun 2021, 10:46

Hallo Patrick,
du hast da 2 Variablen in der Rechnung, deren Entwicklung nicht absehbar ist, was eine seriöse Rechnung eigentlich unmöglich macht:
1. der Wasserpreis
2. die Niederschlagsmenge
Weil Letztere seit einiger Zeit rückläufig ist, wird sich Ersterer vermutlich bald erhöhen (wegen höherem Beschaffungsaufwand).
Hier im Hunsrück hatten wir bereits Versorgungsengpässe im Sommer, und obwohl der nächste Sommer erst noch kommt, ist der Grundwasserspiegel noch immer weit unter normal.
Ich würde also anders rechnen:
Welche Zisternengröße kann ich mir leisten? (je größer desto besser!)
Unterirdisch bleibt das Wasser i.d.R. kühl genug, um nicht zu "kippen", und selbst wenn, ist es für den Garten immer noch gut genug.
Wenn Gartenbewässerung wegen Wassermangel verboten ist, interessiert Dich die Amortisation der noch teilgefüllten Zisterne nicht mehr - glaube mir! ;)

PaGo
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Re: Amortisierung Regenwasserzisterne

#3

Beitrag von PaGo » Mi 2. Jun 2021, 11:21

Vielen Dank für die Rasche Antwort!

Trotzdem stellt sich mir die Frage ab wann sich das Ganze amortisiert.
Nehmen wir mal an ich kaufe eine 10.000l Zisterne für rund 3000€.
Habe ich hingegen eine Wasseruhr am Gartenwasseranschluss, zahle ich aktuell 1,13€ pro 1000l.
Aber mit deinem Vermerk des steigenden Wasserpreises nehme ich zur Kalkulation einfach mal 2€ an.
Bei 2€ für 1000l heißt das, ich komme auf einen Wasserpreis von 20€ die mich die 10.000l in der Zisterne kosten würden.
Mal angenommen ich könnte die Zisterne 5x im Jahr ganz füllen, wäre das als Wasserpreis umgerechnet 100€.
Lege ich nun die 3000€ Investitionskosten der Zisterne auf die 20€ um, so würde sich die Anschaffung einer Zisterne erst nach 150 Jahren amortisieren. Bei 100€ wäre die Amortisierung nach 30 Jahren.
Hier fehlen noch die Energiekosten für die Pumpe sowie für die Anschaffung und Installation des Gartenwasserzählers und ggf. Wartungsarbeiten.
Und, wie lange hält eine Zisterne?
Muss ich diese nach 30 Jahren ggf. austauschen?

penelope
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Re: Amortisierung Regenwasserzisterne

#4

Beitrag von penelope » Mi 2. Jun 2021, 11:45

Wenn der Trend der letzten Jahre anhält ist leider damit zu rechnen, dass es zunehmend Einschränkungen geben wird und man Leitungswasser nicht mehr für den Garten nutzen darf. Zeitweise gibt es solche Einschränkungen ja schon. Wenn du Pech hast und dir gleich im ersten Jahr der professionell neu angelegte Garten komplett vertrockent, dann amortisiert sich die Zisterne bereits im ersten Jahr ;)

Würde ich neue Bauen und hätte ich die Gelegenheit eine Zisterne einzubauen: ich würde das sofort machen - ohne vorher groß zu rechnen. Dass Wasser zur Gartenbewässerung usw weiterhin ständig verfügbar ist und auch noch zu dem aktuell sehr sehr niedrigen Preis, halte ich für nicht realistisch. Inzwischen gibt es auch Anlagen, dieTrinkwasser aus Regenwasser aufzubereiten. Ich hab mich damit noch nicht im Detail auseinandergesetzt, aber für mich klingt das sehr interessant.

Wanted
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Re: Amortisierung Regenwasserzisterne

#5

Beitrag von Wanted » Di 15. Jun 2021, 11:23

Wenn neu gebaut wird, warum nicht das Wasser aus der Zisterne auch für Klospülung und Waschmaschine nutzen?

Damit würdet Ihr den Verbrauch (des Regenwassers) erhöhen und kämt schneller auf ein Plus.

Südwind
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Re: Amortisierung Regenwasserzisterne

#6

Beitrag von Südwind » Di 15. Jun 2021, 14:03

Wanted hat geschrieben:
Di 15. Jun 2021, 11:23
Wenn neu gebaut wird, warum nicht das Wasser aus der Zisterne auch für Klospülung und Waschmaschine nutzen?

Damit würdet Ihr den Verbrauch (des Regenwassers) erhöhen und kämt schneller auf ein Plus.
Bei uns verlangt die Gemeinde Pauschalgebühren pro Person im Haushalt, wenn man Regenwasser für diese Zwecke nutzt. Bei uns würde sich das leider nie rechnen, weil wir im Wasserverbrauch sparsam sind und auf diesen Betrag gar nicht kommen. Hatten uns da vor ein paar Jahren mal erkundigt. Muss man vielleicht auch drauf achten, wie das rechtlich ist, und was da noch an Gebühren kommen kann.
Haben trotzdem eine gemacht, aber halt nur für den Garten.
Viele Grüße,
Südwind

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Re: Amortisierung Regenwasserzisterne

#7

Beitrag von Oli » Di 15. Jun 2021, 18:20

1. Abzuleitende Dachfläche X durchschnittliche Regenmenge in einem definierten Zeitraum. Zeitraum richtet sich danach, was du mit dem Wasser alles machen willst und wieviel du dann davon brauchst. Ich würde eher grösser dimensionieren wenn man schon mal dabei ist.
2. Total individuell verschieden. Du kennst deine Parameter ja und kannst das am besten ausrechnen. Wir zahlen beispielsweise einen Pauschalbetrag für's Wasser egal wieviel wir nutzen, auch im Garten - es dürfen aber nur Nutzpflanzen gegossen werden. Da würde es sich für den Nutzgarten/die Nutztiere nicht rechnen wenn man eben in Kauf nehmen will, dass der Ziergarten es ggf. nicht packt.

So sehe ich das. Aber ich würde den Bauch auch mitreden lassen und einen Blick in die Glaskugel werfen bezüglich politischer Entwicklungen und vielleicht auch wettertechnischer.

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