Einfache Minibiogasanlage für Kompostabfälle!

Sonne, Wind und Feuer
Benutzeravatar
Manfred
Beiträge: 15521
Registriert: Di 3. Aug 2010, 11:15
Familienstand: ledig

Re: Einfache Minibiogasanlage für Kompostabfälle!

#11

Beitrag von Manfred » So 26. Okt 2014, 20:40

Man muss natürlich berücksichtigen, für welche Ecke unserer blauen Kugel eine Anlage entwickelt ist.
Der Einfülltrichter der verlinkten Anlage würde mich auch nach 5 Minuten aufregen, da viel zu klein.

Hierzulande könnte man Kleinanlagen evtl. in den beheizten Wohnraum integrieren. Mit der Heizung das Innere der Biogasanlage auf Idealtemperatur bringen und die durch die Isolierung gehende "Verlustwärme" heizt dann den Wohnraum.
Sinn machen sie m.E. eh mehr in der Stadt, wo die organischen Abfälle ein Logistikproblem darstellen.
Auf dem Land ist es eigentlich schade um den wertvollen Kohlenstoff, den man auch in Humus umwandeln kann.

mgrie
Beiträge: 177
Registriert: Do 23. Okt 2014, 19:30
Familienstand: glücklich verheiratet
Wohnort: Wildeshausen / Klimazone 7b
Kontaktdaten:

Re: Einfache Minibiogasanlage für Kompostabfälle!

#12

Beitrag von mgrie » Mo 27. Okt 2014, 12:16

Manfred hat geschrieben:Der Einfülltrichter der verlinkten Anlage würde mich auch nach 5 Minuten aufregen, da viel zu klein.
Stimmt, und das auf der Seite nichts darüber zu finden ist, welche Mengen Gas mit der Anlage erzeugt werden könne ist auch nicht toll.
3 Mahlzeiten am Tag zu kochen beinhaltet ja alles, von 3 mal Wassersuppe bis zum gebratenen Truthahn, mit gratinierten Kartoffel, Gemüse, Vor-und Nachspeisen.
Ein Preis ist auch niergendwo zu finden.
Manfred hat geschrieben:Hierzulande könnte man Kleinanlagen evtl. in den beheizten Wohnraum integrieren.
Ich habe noch einen nicht genutzen "Öltank-Anbau", ca. 2,20x2,50 qm,1,7 tief in der Erde und 4,20 Meter hoch, den man mit wenig Aufwand Isolieren könnte.
Da könnte ich 2-4 solcher Anlagen reinstellen, oder etwas selber zusammenbasteln, um mir Biogas zu erzeugen.
Ich kenn mich mit dem Thema zuwenig aus, und belastbare Zahlen zum Input/Output sind im Netz auch nicht zu finden, aber wenn ich mit der erzeugten Menge Gas Kochen und Warmwasser bereiten könnte (5 Personen) würde ich so ein Projekt durchaus angehen.
Ob man das dann hier in Deutschland darf, spätestens der Warmwasserboiler muß vom Schornsteinfeger/TÜV??? abgenommen werden, steht nochmal auf einem anderen Blatt Papier.
Manfred hat geschrieben:Auf dem Land ist es eigentlich schade um den wertvollen Kohlenstoff, den man auch in Humus umwandeln kann.
Bei mir am Waldesrand fällt auf 2.000 qm soviel Kompost an, daß ich den nicht ansatzweise im 120 qm Garten verwerden kann. Ein Stall voll Puten haben wir auch noch, so daß mir eine weitere Verwendungsmöglichkeit sehr Willkommen wäre. Für einen Biomeiler ist es zu wenig, für Biogas könnte es reichen, und es ist noch genug Fläche da, um im Notfall entwas Mais, Sonnenblumen oder Rüben als Biomasse anzubauen.
Wenn es denn nur mal reelle Beispiele und Zahlen geben würde.

Beste Grüße
Matthias
Der Ostfriese ist zufrieden, wenn sein Land Ertrag abwirft, und seine Freiheit geachtet wird.

Benutzeravatar
Manfred
Beiträge: 15521
Registriert: Di 3. Aug 2010, 11:15
Familienstand: ledig

Re: Einfache Minibiogasanlage für Kompostabfälle!

#13

Beitrag von Manfred » Mo 27. Okt 2014, 12:48

Zahlen für die Gasausbeute und Verweildauer für verschiedene Substrate in Profi-Anlangen gibt es ja.
Mit einer geimpften und temperierten, aber nicht optimal temperierten "Hobbyanlage" mit nicht optimaler Fütterung (weniger regelmäßig und mit wechselnden Substraten) würde ich die Gasausbeute bei max. 50% einer Profianlage ansetzen, eher weniger.
Damit solltest du über den Daumen rechnen können.
So einer Kelleranlage kann bei einem Gasleck aber zur Todesfalle werden. Nicht nur durch eine Explosion, sondern auch durch Ersticken im CO2-See.
Da würde ich auf jeden Fall eine Zwangsbelüftung vorsehen.

mgrie
Beiträge: 177
Registriert: Do 23. Okt 2014, 19:30
Familienstand: glücklich verheiratet
Wohnort: Wildeshausen / Klimazone 7b
Kontaktdaten:

Re: Einfache Minibiogasanlage für Kompostabfälle!

#14

Beitrag von mgrie » Mi 29. Okt 2014, 18:00

Gasausbeute und Verweildauer waren die richtigen Suchbegriffe, um diese ausführliche Substrat-Tabelle zu stoßen.
http://www.biogaswissen.de/index.php/su ... imitstart=

Wenn ich mit diesen Zahlen und meinen potenziellen Substraten rechne, komme ich bei einer Verweildauer von 48 Tagen, im Idealfall auf eine Gasausbeute von täglich 2,11 m³ Biogas mit etwa 59,26% Methan.

Selbst bei einem schlechten Wirkungsgrad von nur 50% dürften das täglich 4-6 Kw/h an Energie geben. Damit sollte man schon einiges kochen können.
Für zusätzlich warmes Wasser sollte es aber deutlich mehr sein.

Mal sehen, wie sich das noch optimieren läßt, ausser mit Frittierfett :)

Beste Grüße
Matthias
Der Ostfriese ist zufrieden, wenn sein Land Ertrag abwirft, und seine Freiheit geachtet wird.

mgrie
Beiträge: 177
Registriert: Do 23. Okt 2014, 19:30
Familienstand: glücklich verheiratet
Wohnort: Wildeshausen / Klimazone 7b
Kontaktdaten:

Re: Einfache Minibiogasanlage für Kompostabfälle!

#15

Beitrag von mgrie » Mi 5. Nov 2014, 19:41

So - weiter gehts, diesmal mit der Ermittlung des Energiebedarfs für Warmwasser und Kochen.

Bei uns, einem Haushalt mit 5 Personen, wären das ~12 kW für warmes Wasser und ~3,5 kw zum Kochen.
Das macht in der Summe 15,5 kW. 1m³ Biogss entspricht 5-6 kW und somit haben wir in etwa einen Bedarf von 3m³ Biogas am Tag.
Kommt dann noch die Familie zu Besuch, dann können es schnell 4-5 m³ werden.
Sicher - da gibt es noch Einsparpotenzial, wie nur jedem 2. Tag duschen, oder öfter Eintopf essen, so daß ~2m³ Biogas am Tag ausreichen würden.
Dann müßte die Biogasanlage aber schon zu 100% funktionieren.
Das wird nicht einfach. :ohoh:
Manfred hat geschrieben: So einer Kelleranlage kann bei einem Gasleck aber zur Todesfalle werden. Nicht nur durch eine Explosion, sondern auch durch Ersticken im CO2-See.
Da würde ich auf jeden Fall eine Zwangsbelüftung vorsehen.
Dieser "Keller" würde als Fermenter dienen. Mit Styropor ausgekleidet, und mit Teichfolie ausgelegt, verklebt und abgedichtet, würde das einen Fermenter für ~3 m³ Substrat ergeben. Das muß natürlich noch ausreichend flüßig sein, damit man es noch rühren kann, von der Größe her sollte es aber ausreichend sein.

Ich bekomme da eher Schwierigkeiten, die benötigte Substratmenge Vorort zusammen zu bekommen. Da müßte ich schon meine ganze 1000m² Wiese mit Mais bebauen, um das Soll zu erreichen, oder eben doch Frittenfett besorgen :pfeif:

Beste Grüße
Matthias
Der Ostfriese ist zufrieden, wenn sein Land Ertrag abwirft, und seine Freiheit geachtet wird.

greymaulkin
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 2013
Registriert: Mi 11. Aug 2010, 13:12
Wohnort: achtern Berge UND hinterm Kanal, Klimazone 7b

Re: Einfache Minibiogasanlage für Kompostabfälle!

#16

Beitrag von greymaulkin » Do 6. Nov 2014, 11:24

Yen-Zen hat doch in http://www.selbstvers.org/forum/viewtopic.php?t=12256 eine Biogas-Anlage zum Laufen bekommen.
Die tut´s auch in unseren Breitengraden.
Apropos: läuft die zur Zeit eigentlich :hmm:

Gruß, Bärbel

Benutzeravatar
yen-zen
Beiträge: 122
Registriert: So 22. Jun 2014, 09:30
Wohnort: Sachsen-Anhalt, Altmark, Arendsee, 36m NN

Re: Einfache Minibiogasanlage für Kompostabfälle!

#17

Beitrag von yen-zen » Mo 10. Nov 2014, 16:48

Hey Bärbel, meine Anlage läuft jetzt nicht mehr. Für mich soll die Anlage auch nur im Sommer die Küchenhexe ersetzen.
Ich habe gerade eine Seite im Netz gefunden die eine komplette Anlage anbietet:
http://www.biogas-zu-hause.de/index.html
Was mensch davon hält mag jeder selber entscheiden, es ließt sich vielversprechend aber auch unkonkret und das Eröffnungs-Schnäppchen-Angebot hat noch keiner abgegriffen.
Wo kämen wir Hin wenn keiner schaute wo man hin käme wenn man ginge um zu sehen wohin man käme.

mgrie
Beiträge: 177
Registriert: Do 23. Okt 2014, 19:30
Familienstand: glücklich verheiratet
Wohnort: Wildeshausen / Klimazone 7b
Kontaktdaten:

Re: Einfache Minibiogasanlage für Kompostabfälle!

#18

Beitrag von mgrie » Di 11. Nov 2014, 21:21

greymaulkin hat geschrieben:Yen-Zen hat doch in http://www.selbstvers.org/forum/viewtopic.php?t=12256 eine Biogas-Anlage zum Laufen bekommen.
Die tut´s auch in unseren Breitengraden.
Die tut's aber auch nur für einmal Kaffeekochen am Tag :grinblum: , das wäre mir doch etwas zuwenig.
yen-zen hat geschrieben:Ich habe gerade eine Seite im Netz gefunden die eine komplette Anlage anbietet:
http://www.biogas-zu-hause.de/index.html
Was mensch davon hält mag jeder selber entscheiden, es ließt sich vielversprechend aber auch unkonkret und das Eröffnungs-Schnäppchen-Angebot hat noch keiner abgegriffen.
Die Anlage hatte ich schon vor 2 Jahren entdeckt, und finde sie vom Zubehör nicht schlecht, und auch nicht zu teuer. Ich hege aber deftige Zweifel daran, daß ich mit dieser Anlage mein Warmwasser und die Kochenergie erzeugen kann. Da brauch ich den enthaltenen Generator für Strom nicht mitkaufen, wenn der sowieso keinen Strom erzeugt.

Aber das ist jetzt nur meine Einschätzung. Vielleicht gibt es den Bakterienstamm wirklich, und in Dosen zu kaufen, der schon bei 8° C mit der Methanbildung beginnt.
Ich habe den Betreiber der Seite einfach mal angeschrieben, was der den zu den angegebenen Werten, und meinen Biomassevorkommen, meint. Mal sehen was der schreibt.

Beste Grüße
Matthias
Der Ostfriese ist zufrieden, wenn sein Land Ertrag abwirft, und seine Freiheit geachtet wird.

mgrie
Beiträge: 177
Registriert: Do 23. Okt 2014, 19:30
Familienstand: glücklich verheiratet
Wohnort: Wildeshausen / Klimazone 7b
Kontaktdaten:

Re: Einfache Minibiogasanlage für Kompostabfälle!

#19

Beitrag von mgrie » Mo 12. Jan 2015, 20:20

mgrie hat geschrieben:Ich habe den Betreiber der Seite einfach mal angeschrieben, was der den zu den angegebenen Werten, und meinen Biomassevorkommen, meint. Mal sehen was der schreibt.
2 Monate später: Nix schreibt er. Die Anlage ist wohl nicht käuflich erwerbbar, oder ich bin ein unrelavanter potenzieller Kunde. Glaube ich aber nicht, bei 0 verkauften Schnäppchen.

In der Zwischenzeit habe ich aber ein interessantes BHKW, auf der Basis einer Mikrogasturbine (http://de.wikipedia.org/wiki/Mikrogasturbine) für selbst erzeugtes Biogas gefunden. 1-3 Kw/h elektrisch, und 5-14 Kw/h thermisch, entspricht wohl dem autarken selbstversorger Dasein.

Hier der Link: http://www.enertwin.com/enertwin-de/die-enertwin

Was meint ihr dazu?

Beste Grüße
Matthias
Der Ostfriese ist zufrieden, wenn sein Land Ertrag abwirft, und seine Freiheit geachtet wird.

Antworten

Zurück zu „Regenerative Energien und Energiesparen“