Probleme mit einem neuen Werkstattofen

Sonne, Wind und Feuer
ypsiduxy
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Probleme mit einem neuen Werkstattofen

#1

Beitrag von ypsiduxy » So 25. Okt 2020, 15:07

Hallo zusammen,

wir haben letztes Jahr unsere Ölöfen "entsorgt" => an dankbare Abnehmer verschenkt. Auf Empfehlung des Schornsteinfegers haben wir im Eß- / Wohnzimmer einen Werkstattofen mit Sichtscheibe gesetzt.
In der Anleitung des Herstellers wird der Abbrand von oben empfohlen. Das kriege ich nicht hin, ohne dass sich die Scheibe zusetzt, und der Abbrand von unten liefert ähnliche Ergebnisse.

Ich weiß, dass jeder Ofen 'irgendwie' anders funktioniert und mit allen komme ich klar, nur mit diesem Ding nicht. :ohoh:
Die Brennkammer ist quadratisch mit den Maßen ca. 20 x 20 cm - egal wie ich schichte und egal wie sorgsam ich die Scheite einsetze - der Abbrand erfolgt nie gleichmässig, irgendwann ist der Punkt erreicht, wo das gesamte Bauwerk auf einer Seite wegrutscht und ich dann mit Schürhaken und Gequalme alles wieder zurechtrücken muss.

Was mache ich falsch?

Das Holz ist trocken, der Zug sollte auch ok. sein, da hängt ja noch der MBS in der Küche dran, der Schorni bescheinigt regelmässig, dass das Rußaufkommen sogar eher im unteren Normalbereich liegt.

Ich bin für alle Hinweise und Tipps dankbar.

Allen noch einen schönen Sonntag und liebe Grüße für die vielen hilfreichen Antworten in der Vergangenheit.
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Manfred
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Re: Probleme mit einem neuen Werkstattofen

#2

Beitrag von Manfred » So 25. Okt 2020, 15:25

Um was für ein Modell genau handelt es sich denn, damit wir eine Vorstellung haben, wo und wie die Scheibe positioniert ist?

Um die Scheibe rußfrei zu halten, braucht es eine ausgeklügelte Gasführung. Das ist bei den kleinen Werkstattöfen schon vom Platz und den Kosten her kaum möglich. Da würde ich eher darauf setzen, dass anfangs die kalte Scheibe verrußt, dann aber mit zunehmender Hitze im Ofen wieder halbwegs freibrennt.
Wenn du Probleme mit dem Nachrutschen des Brennmaterials hast, hast du zu viel davon drin oder es falsch gestapelt, so dass es sich verkeilt.
Werkstattöfen sind ja meist so gebaut, dass man sie von oben mit kleinen und/oder langen Holzresten befüllt und nicht mit Scheitholz.

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Re: Probleme mit einem neuen Werkstattofen

#3

Beitrag von Dyrsian » Mo 26. Okt 2020, 10:25

Ein Foto vom Ofen wäre nützlich, oder ein Link zur Beschreibung.
Unsere Scheibe ist nach 2 Jahren Betrieb noch immer perfekt glasklar, weil wir sie vor jedem Anzünden putzen (ja, es ist etwas übertrieben), trockenes Holz verwenden und die Brennkammer schnell auf hohe Temperatur bringen und die auch möglichst halten. Es geht also.
Ich wundere mich, dass diese Werkstattöfen eine Zulassung für die Wohnung haben. Ich dachte die wären als Raumheizung gar nicht erlaubt?
Wichtig ist auch, welches Holz man zum Anzünden nimmt. Mit Eiche oder Robinie kann man keinen Ofen anzünden. Als sehr gut hat sich bei uns herausgestellt die unteren zwei Lagen aus Buche zu machen, darüber dann Fichte. Als Anzünder verwenden wir diese Holzwolle-Wachs Teile. Viel klein gespaltenes, furztrockenes Fichtenholz macht schnell hohe Temperaturen in der Brennkammer (=weniger Ruß) und durch die Thermik saugt der Schornstein schnell sehr gut, wobei der bei uns immer zieht, selbst bei so Temperaturen wie im Moment (Schornsteine bauen konnten die 1912 anscheinenend).
Ansonsten, und ohne dass ich Geld von denen kriege: Der Ofen den wir haben kann ich uneingeschränkt empfehlen. Er ist von Hass+Sohn, Modell Olbia Easy. Hat ca. 2000,-€ gekostet meine ich, also "Mittelklasse". Toller Wirkungsgrad, sieht super aus, solide verarbeitet, Tür mit Dreipunktverriegelung.
Tut man allerdings nasses oder von der Größe her nicht passendes Holz rein, geht er sofort aus. Da waren die alten Öfen toleranter.

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Re: Probleme mit einem neuen Werkstattofen

#4

Beitrag von ypsiduxy » Di 27. Okt 2020, 10:42

Hallo zusammen,

Danke für die Antworten. Das müsste er sein. EDIT/kraut_ruebe: Bitte Bilderrechte beachten!

Der Hersteller empfiehlt den Abbrand von oben, also größeres Holz unten und dann nach oben hin immer kleiner und dazwischen einen Zündwürfel (ich habe die weißen verwendet). Das funktioniert nur teilweise, es verrutscht dann immer irgendwie auf eine Seite und brennt nie gleichmäßig, egal wie sorgsam ich staple. Als Anzündhölzer verwende ich kleine Fichtenhölzchen.

Der Ofen entspricht den gültigen Verordnungen, wurde vom Schorni empfohlen und auch abgenommen (ich gehe da wirklich kein Risiko ein, nach allem was ich bezüglich Schornsteinfegern und deren manchmal absurden Vorstellungen gelesen und gehört habe).
Vermutlich muss ich nur noch ein bisschen üben :hmm: so oft habe ich den noch nicht angemacht.

Allerdings habe ich die Vermutung, dass die Empfehlungen des Herstellers zum Schließen der Luftklappe irreführend sind. Wenn ich von Anfang an ordentlich Luft gebe, also die untere Tür leicht anglehnt lasse, dann ballert der richtig los und dann verrusst die Scheibe auch nicht.

Liebe Grüße
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Re: Probleme mit einem neuen Werkstattofen

#5

Beitrag von woidler » Di 27. Okt 2020, 11:34

Die Erfahrung, daß das Anbrennen besser geht. wenn man die Türe offen läßt, habe ich auch schon gemacht . Entspricht wahrscheinlich nur nicht dem "Stand der Technik" und den Sicherheitsvorschriften und darf deshalb nicht empfohlen werden.

Es gab anfangs der 80 er Jahre die ersten schwedischen Kaminöfen, die man sogar mit offenen Türen betreiben konnten, vevor dann die Öfen mit den Glasscheiben in der Fronttüre kamen. Man muß dann eben das Risiko einschätzen, ob vielleicht ein brennendes Stück rausfallen könnte , und wie oft man den Ofen kontrollieren muß, bevor man die Türe dann definitiv zu machen muß.

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Re: Probleme mit einem neuen Werkstattofen

#6

Beitrag von ypsiduxy » Mi 28. Okt 2020, 09:49

Hallo zusammen,

rausfallen kann bei dem Modell eigentlich nichts, der Feuerraum hat ja noch eine separate Klappe, die einrastet. Außerdem bin ich dann dabei und habe den Ofen im Blick. Das bezieht sich ja auch nur auf die Anfeuerphase, das geht recht zügig. Es kam mir einfach nur komisch vor, dass es gem. Hersteller ganz anders funktionieren sollte.
Aber wie bereits erwähnt, jeder Ofen hat so seine Eigenheiten und verallgemeinern kann man das wirklich nicht. Und natürlich dauert es seine Zeit, bis man weiß, wie man einen Ofen bestückt, wann man nachlegen muß usw. Ich denke, mir fehlt mit diesem Teil einfach die Erfahrung.

Ich wünsche allen einen schönen Tag, auch wenn es sich hier gerade einregnet.
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Re: Probleme mit einem neuen Werkstattofen

#7

Beitrag von emil17 » Mi 28. Okt 2020, 10:14

Von der Bauweise her funktionieren diese Werkstattöfen so, dass man nach dem Anfeuern Holzabfälle und dergleichen (natürlich trocken, unlackiert, und in sinnvoller Menge) einfach oben reinwirft. Deshalb auch der kleine Brennraumquerschnitt, bei 20 x 20 cm kann man ja Scheite nur stehend verbrennen.

Was mich am Werksbild erstaunt: Die Glastüre scheint keine Luftöffnung zum Spülen der Scheibe zu haben. Eigentlich sollte es oben mittig bei der Scheibe einen geringen und regulierbaren Luftzustrom haben, diese Luft wird innen vor die Scheibe gesaugt und drückt die Flamme von der Scheibe weg.
Das kann auch fest und unregulierbar etwa als Spalt im oberen Türfalz eingebaut sein, guck mal ob es sowas hat und ob da nicht Sägespäne oder etwas drin sitzt und den Luftzug verlegt. Möglicherweise ist es sogar unten, denn die Glastüre ist ja viel weiter oben als das Feuer.

Bei "normalen" Schwedenöfen, wo die Glastüre unten auf Feuerebene aufhört, hilft es oft, das Holz nicht mit der Sägefläche zum Glas hin aufzulegen. Zuviel Brennmaterial kann, wenn es noch nicht richtig brennt, den Luftzug durch den Aschenrost verlegen.
Was ich versuchen würde: Mit wenig Holz anfeuern, erst wenn du damit eine grosse Flamme hast, nachlegen. Häufig, aber wenig aufs Mal nachlegen. Immer Luftüberschuss lassen. Zug mit Zuluft regulieren, nicht mit Klappe im Rauchkanal.
Mit der Zeit hast du es vielleicht raus, wie man die zickige Diva dazu bringt, sich die Sichtscheibe nicht einzusauen.

Es gibt aber Öfen, wo man das nicht schafft. Bevor du Dich zu sehr ärgerst: Die Glasscheibe durch eine 4 oder 5 mm dicke schwarze Blechplatte ersetzen und auf das Feuergucken verzichten.

Ob ein Schornstein zieht oder nicht, hängt von vielem ab. Grundsätzlich muss er oder wenigstens die Luft darin wärmer sein als die Luft darüber. Das ist meist der Fall in einem geheizen Haus mit Innenschornstein, deshalb ziehen die in der Regel gut. Bei Aussenschornsteinen kann es eher Probleme geben, weil die stark auskühlen und sich dann mit Aussenkaltluft füllen.
Meist hilft, vor dem Anzünden ein mit etwas Brennspiritus getränktes Klopapier brennend in den Ofen oder in die Reinigungsklappe des Schornsteins zu werfen.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.

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Re: Probleme mit einem neuen Werkstattofen

#8

Beitrag von Dyrsian » Do 29. Okt 2020, 19:48

Ich hab auch ein paar Wochen gebraucht bis ich mit unserem Ofen "per du" war.
Generell sollte der Ofen beim Anfeuern soviel Luft wie möglich bekommen. Bei guten Öfen kann man die Luft von unten nach dem Anfeuern abdrehen. Wenn das bei dem Teil so ist, dass der nur von unten Luft kriegt wenn die Klappe auf ist, würde ich die auflassen, musst du halt die 5 Minuten oder was im Zimmer bleiben bis der richtig brennt. Wahrscheinlich darf der Hersteller das nicht in die Anleitung schreiben oder was.
Wenn der kokelt, sifft er dir den Schornstein zu, was im Extremfall zum Schornsteinbrand führen kann. Kontrolliere nach den missglückten Anzündversuchen auch mal das Ofenrohr, vielleicht hat sich dort schon eine Rußschicht angesammelt. Specki hatte hier mal Bilder von einem total zugerußten Ofenrohr gepostet. Wenn der so aussieht, zieht er auch nicht mehr.
Der Preis von dem Ofen ist ja echt heiß ... wenn er dann tut, was er soll, habt ihr doch einen Schnapp gemacht!
Hier ist es mal wieder zu warm für Ofen an und zu kalt für Ofen aus. Der Ruhrpott halt :aeh:

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Re: Probleme mit einem neuen Werkstattofen

#9

Beitrag von Dyrsian » Do 29. Okt 2020, 19:51

woidler hat geschrieben:
Di 27. Okt 2020, 11:34
Es gab anfangs der 80 er Jahre die ersten schwedischen Kaminöfen, die man sogar mit offenen Türen betreiben konnten, vevor dann die Öfen mit den Glasscheiben in der Fronttüre kamen. Man muß dann eben das Risiko einschätzen, ob vielleicht ein brennendes Stück rausfallen könnte , und wie oft man den Ofen kontrollieren muß, bevor man die Türe dann definitiv zu machen muß.
Ohne federschließende Tür gelten die als offene Kamine und sind daher für den Dauerbetrieb nicht zugelassen sondern nur x-mal pro Monat.
Ob das jetzt wer kontrolliert sei mal dahingestellt.

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Re: Probleme mit einem neuen Werkstattofen

#10

Beitrag von woidler » Do 29. Okt 2020, 21:01

da hab ich dann bei meinem Schwedenkaminofen offensichtlich noch Bestandsschutz bis nächstes Jahr.

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