Newsticker zur Energiewende

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Manfred
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Re: Newsticker zur Energiewende

#391

Beitrag von Manfred » Mi 13. Nov 2019, 18:02

Bisher jedenfalls ist die Rückgewinnung des Lithiums aus den Akkus nicht wirtschaftlich.
Sie werden verbrannt und das dabei entstehende Lithiumoxid landet auf der Deponie.
Der Gesetzgeber könnte natürlich aktiv werden und die Hersteller zu Rücknahme und Recycling verpflichten. Aber dann würden die Kutschen ja noch teurer. Also lässt man es lieber bei Raubbau in der Rohstoffgewinnung und Deponierung der Reststoffe auf der Müllkippe.

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emil17
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Re: Newsticker zur Energiewende

#392

Beitrag von emil17 » Mi 13. Nov 2019, 18:10

Lithium gehört nicht zu den seltenen Erden, und der Bedarf kann schon deswegen nicht durch Recycling gedeckt werden, weil die Menge verbauter Akkus unaufhörlich zunimmt.
In Kleingeräten wie Handys, wo das halbe Periodensystem drin ist, lohnt sich Recyceln wegen den Kleinmengen pro Gerät noch weniger, zumal viele der Altgeräte in irgend einer Schublade verschwinden. Die absolute Menge an Rohstoffen ist aber wegen der grossen Mengen solcher Geräte beachtlich.
Müssen teuere Elemente verbaut werden, setzen die Hersteller alles daran, mit so wenig wie möglich davon auszukommen, was dann wieder das Recycling uninteressanter macht.
Abhilfe würde ein teures Pfand auf solchen Geräten schaffen, damit sie auch wieder zurückkommen. Statt dessen zahlt man hier bei uns eine vorgezogenen Recyclinggebühr, die bewirkt, dass jedes Geschäft, das Elektronikartikel verkauft, jede Art von Elektronikschrott entgegennehmen muss. Geld für Schrott kriegt man keins und deshalb landen viele gebrauchte Geräte nicht dort, wo sie sollten.
Manfred hat geschrieben:Der Gesetzgeber könnte natürlich aktiv werden und die Hersteller zu Rücknahme und Recycling verpflichten.
Nicht solange die Grossindustrie massgeblichen Einfluss auf die Gesetzgebung hat. Das wiederum hängt auch davon ab, wer die Mehrheit im Parlament hat. Das ganze wird dann so verkauft: " Der Schweiz (oder D, ist egal) ist Umweltschutz ein zentrales Anliegen und die Sorgen der Bürger werden ernst genaommen. Nur eine leistungsfähige Wirtschaft kann allerdings garantieren, dass wir den jetzigen Umweltstandard halten können. Deshalb dürfen solche Entscheidungen nicht an der Wirtschaft vorbei getroffen werden" - Klartext, solange auf den Müll damit bis es sich rechnet.
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.

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frodo
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Re: Newsticker zur Energiewende

#393

Beitrag von frodo » Mi 13. Nov 2019, 22:03

emil17 hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 18:10
" Der Schweiz (oder D, ist egal) ist Umweltschutz ein zentrales Anliegen und die Sorgen der Bürger werden ernst genaommen. Nur eine leistungsfähige Wirtschaft kann allerdings garantieren, dass wir den jetzigen Umweltstandard halten können. Deshalb dürfen solche Entscheidungen nicht an der Wirtschaft vorbei getroffen werden"
das klingt sehr authentisch :daumen: - schon mal an einen Job in der Politik gedacht..? :pfeif: ;)
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind
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Re: Newsticker zur Energiewende

#394

Beitrag von Rohana » Mi 13. Nov 2019, 22:06

emil17 hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 18:10
Klartext, solange auf den Müll damit bis es sich rechnet.
Ist ja auch irgendwie logisch. Muss "man" halt machen dass es sich rechnet... siehe mein Ausgangspost. Entweder also hier billiger oder da teurer.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)

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Re: Newsticker zur Energiewende

#395

Beitrag von Rati » Do 14. Nov 2019, 10:36

Rohana hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 22:06
emil17 hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 18:10
Klartext, solange auf den Müll damit bis es sich rechnet.
Ist ja auch irgendwie logisch. Muss "man" halt machen dass es sich rechnet... siehe mein Ausgangspost. Entweder also hier billiger oder da teurer.
oder ausreichend Bedarf und anfallende Menge zum Recycling um den Prozess kosteneffizienter zu machen... siehe mein Post :mrgreen:

Noch etwas anderes das ich gern noch mal erwähnen möchte um den Blick auf die richtigen Relationen zu lenken.

ich möchte auf !keinen Fall! die Schäden an Mensch und Natur und die Recourcenverbräuche welche durch den Abbau, Transport und Verarbeitung der Rohstoffe für Akkus aller Art klein reden, aber im Vergleich zu den Schäden (Schadenspotentialen) welche durch den Abbau, Transport und die Verarbeitung von fossilen Brennstoffen entstehen sind sie verdammt gering.

Deshalb ist es auch natürlich auch enorm wichtig das der benötigte Strom für alles nicht nur für die Herstellung der Akkus und der Fahrzeuge möglichst zügig auf regenerative umgestellt wird … womit wir wieder beim Recycling der Akkus sind.
Interessanter als das Recycling ist das second life bei dem die Akkus zum speicher von überschüssigem Strom benutzt werden.
Und dafür ist keine Entwicklung und Forschung nötig, intelligente Vernetzungssysteme gibt es schon.

Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]

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Re: Newsticker zur Energiewende

#396

Beitrag von emil17 » Do 14. Nov 2019, 23:54

Rohana hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 22:06

Ist ja auch irgendwie logisch. Muss "man" halt machen dass es sich rechnet... siehe mein Ausgangspost. Entweder also hier billiger oder da teurer.
Das Problem ist nur, dass die Kosten damit nicht etwa vermieden, sondern auf später und auf andere (in der Regel auf die finanziell nicht mobile Bevölkerung, also auf den Mittelstand, der unter anderem deshalb das Fundament unserer Vorlkswirtschaft ist) verschoben werden. Das ist rein wirtschaftlich gesehen unfair, auch wenn man die Umwelt nicht als etwas auffasst, was aus sich heraus Existenzrecht hat.
Zudem ist es dumm, weil man damit die eigenen Produktionsgrundlagen untergräbt.
Schöne Beispiele sind die damals vermiedenen Kosten zur Lösung des Atommüll-Problems, oder all die Sondermülldeponien, wo man den Dreck einfach irgendwo verbuddelt hat und was man nun auf Kosten der Allgemeinheit teuer sanieren muss.

Leider kann in unsererm System derjenige, der es schafft , seine Produktionskosten durch Umweltschädigung tiefer zu halten, die besseren Karten. Das Gesetz verhindert, dass Vorschriften rückwirkend angewendet werden können, dann gibt es die Verjährung und wenn das nicht reicht, lässt man die eigens dazu gegründete Tochterfirma zur Bewirtschaftung des Mülls pleite gehen.

Die nächste absehbare finanzielle Katastrophe ist der Rückbau der alten Kernkraftwerke. Die gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Rücklagen der Betreiber werden dazu bei weitem nicht ausreichen. Also bezahlt es wer?
Wieso eigentlich soll ich mit meinen Steuern dazu beitragen, die Folgekosten einer Stromproduktion zu bezahlen, die ich nie wollte und was ich nie konsumiert habe? Sind Steuern dazu da?
Wer will, findet einen Weg. wer nicht will, findet eine Ausrede.

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Re: Newsticker zur Energiewende

#397

Beitrag von ihno » Fr 15. Nov 2019, 07:42

dafür gibt es doch die Steuerschafe , wobei ich betonen möchte das es absolut nicht meine Absicht ist , irgendwelche Schafe zu beleidigen.
Eala Frya Fresena !!
Elk is gern wat ,un nüms is gern nix

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